Start Uncategorized Der Koreaner hat sich doch bloß vertan
  • Der Koreaner hat sich doch bloß vertan

    Eigentlich wäre Deutschland doch mal wieder für einen Amoklauf reif gewesen, oder für ein ICE-Unglück oder sonstwas Schreckliches. Dann wäre vielleicht das leidliche Schäuble-Thema endlich mal aus den Schlagzeilen im RSS-Feed verschwunden.

    Ich kann den Namen Schäuble nämlich nicht mehr hören und nicht mehr lesen, mir geht das Ganze mittlerweile auf den Sack. Und das liegt erstaunlicherweise gar nicht mal daran, daß Herr Schäuble Mist baut (was ich gar nicht in Abrede stelle), sondern an diesem Daueraufgeregtsein allenthalben.

    Die Außenwirkung von Weblogs und der Bloggerszene ist meiner Meinung nach so gering bis nicht vorhanden, daß die ganze Aufregung, auch die Schaffung diverser Bildchen und Logos, nichts bewirken wird. Das wird schlicht und ergreifend nicht wahrgenommen werden und wenn überhaupt wird es keinen Eindruck hinterlassen.


    Daß ich mich nicht darüber aufrege, liegt aber daran, und das muß man einfach wissen, daß ich -genau wie beispielsweise Peter Roskothen– schon lange keine Lust mehr habe hier zu leben und die Allerliebste und ich fest entschlossen sind, mittel- bis langfristig das Weite zu suchen. Und in Wirklichkeit rege ich mich schon so lange über diverse Sachen auf, da haben die meisten Blogger, die jetzt gerade „Schäuble“ schreien, noch Pipi in die Pampers gemacht.

    Ich behaupte, es wird sich durch die ganze Aufregung nichts ändern. Es wird eher alles noch schlimmer werden.

    Und ganz ehrlich: Die da, wer immer das auch ist, speichern doch sowieso meine Verbindungsdaten und daher ist es mir eigentlich scheißegal, ob die das jetzt noch länger speichern oder jetzt noch mehr speichern. Ich habe denen sowieso nie geglaubt, daß die ganzen Apparate an den Autobahnen nur für die LKW-Maut aufgebaut wurden. Ich habe auch nie geglaubt, daß die ganzen Kameras in der Innenstadt nur Verbrecher aufnehmen.

    Bevor das irgendwer falsch versteht: Ich sage nicht, daß mir das alles egal ist, weil ich sowieso nichts zu verbergen habe. Denn am liebsten würde ich alles verbergen und möchte überhaupt gar nicht, daß sich irgendwelche Leute um meinen Kram kümmern. Aber da ich tatsächlich in der letzten Zeit nicht mit Osrams Birnen-Laden von Al Kaida telefoniert habe, ist es mir im Grunde genommen lieber, der Schäuble haut sich die Platten mit unwichtigen Verbindungsdaten voll, als daß die Leute hier in der Straße alles über mich wissen.


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    Mir geht Nachbarschaft-Neugierde viel mehr auf den Keks. Dieses Tratschen, Behaupten, Mutmaßen, Unterstellen, Lügen und Verdrehen. Das betrifft mich wirklich, das bekomme ich unter Umständen direkt zu spüren.

    Natürlich geht es um mehr, als nur das Speichern irgendwelcher Daten, das weiß ich auch. Nur weiß ich auch, daß wenn es hart auf hart kommt, sowieso keiner der Artikel des Grundgesetzes auch nur im Geringsten vor staatlicher Willkür schützt. Wenn einem die Staatsmacht was am Zeug flicken will, ist eben mal kurz Gefahr im Verzuge und dann durchsuchen, bespitzeln und verhaften die sowieso.

    Larko hat bis jetzt den einzigen Artikel geschrieben, den ich wirklich lesenswert finde. Frei von diesen Dauerbeleidigungen unterhalb der oft ohnehin schon tief hängenden Gürtellinie, schreibt er aus der Sicht eines europäischen Ausländers und zieht Parallelen zwischen dem Bespitzelungssystem der DDR und der nahenden Bedrohung durch die Aushebelung der Grundrechte hier bei uns.

    Mir fällt auch keine Lösung ein, das gebe ich gerne zu. Ich weiß auch nicht, was man tun kann, um Herrn Schäuble zu stoppen, vor allem weil ich davon überzeugt bin, daß Straftäter und Terroristen immer Wege finden werden, um sich der angeordneten Überwachung zu entziehen.

    Meine Handy-Verbindungen kriegt schon dann keiner mehr mit, wenn ich mir bei Ibäi ein gebrauchtes Handy mit Prepaid-Karte von irgendwem kaufe. Solange ich dem Provider nicht mitteile, daß ich das Ding jetzt habe, kann ich damit telefonieren ohne dass Herr Schäubles Schergen das mitbekommen. Und theoretisch bis praktisch kann ich mit dem Ding sogar ins Internet, teuer aber machbar.

    Vor diesem Hintergrund bin ich überhaupt nicht der Meinung, daß durch die anstehenden Überwachungsmaßnahmen Verbrechen verhindert werden und diese dadurch in irgendeiner Weise gerechtfertigt sein könnten.
    Allerdings bin ich ebenso der festen Überzeugung, daß das ganze Geheule in den Weblogs gar nichts bringt.
    Elektronische Aufregung per Mail oder in Weblogs sind flüchtige Signale, die in Berlin eher kein Gehör finden. Würde man die Abgeordneten mit Briefen zuscheißen, das hätte eventuell eher eine, wenn auch symbolische, Wirkung.


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