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  • Das Wattestäbchen

    Ein Gespenst geht um in Europa…Mit diesen Worten beginnt der Text des Manifests der Kommunistischen Partei aus dem Jahre 1848, das, wie alle Schriften von Karl Marx, mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Wer hätte das jemals gedacht? Wo doch alles Linke per se Igitt ist, oder?

    Das Wattestäbchen als solches ist auch Igitt. Denn es geht zwar nicht in Europa um, dazu müsste es erst mal gehen können, aber es schwimmt mit Xillionen seiner Artgenossen in den Ozeanen. Forscher haben hochgerechnet, dass in 30 Jahren mehr Wattestäbchen als Fische in den Weltmeeren schwimmen werden, wenn wir nicht aufhören, weiterhin so mit Plastik um uns zu prassen, wie Roulette-Spieler mit ihren Jetons.

    Deshalb sind neben zahllosen Politikerinnen und Politikern, Journallistinnen und Journallisten auch jede Menge Fachleute aus aller Welt nach Kattowitz geflogen, um über das messerscharfe Instrument des Weltklimagipfels dem verwerflichen Treiben der Wattestäbchen vor den Augen der Welt den Garaus zu machen.

    Dass die Damen und Herren Gipfelteilnehmer bei ihrer Anreise sich des bitteren Preises bewusst waren, dabei tausende von Tonnen Kerosin in ihren Flugzeugen zu verbrennen und hierdurch tausende von Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen zu müssen, beweist, wie immens wichtig es ihnen allen ist, alle Wattestäbchen als solche zu stoppen. Kann ja nicht angehen, dass diese fiesen Dinger den Fischen in die Quere schwimmen, und dies auch noch in solchen Mengen.


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    Die EU hat nun als Fazit des Klimagipfels in Kattowitz einvernehmlich beschlossen, allerspätestens zum Sankt-Nimmerleinstag die Plastikflut in den Ozeanen massiv zu reduzieren, also um mindesten 0,5%. Deshalb wird die Europäische Union, quasi als weltweiter Vorreiter, neben vielen anderen Produkten aus Plastik, wie Trinkhalme, Kaffeebecher und Einweggeschirr mithin auch Wattestäbchen verbieten, sobald die zuständigen Fachgremien die dazu erforderlichen Verordnungen ausformuliert haben und die bereits avisierten Verbandsklagen der Kunststoffindustrie durch den EUGH verworfen sein werden. War aber auch mal höchste Eisenbahn, nicht wahr? Kann ja nicht sein, dass Wattestäbchen die Weltmeere terrorisieren.

    Dumm nur, dass ab besagtem Sankt-Nimmerleinstag der gehetzte Investmentbanker und die gehetzte Wirtschaftsingenieurin dann nicht mehr so einfach mal bei Starbucks eine Latte-to-go kaufen und diese auf dem Weg ins nächste Meeting schlürfen können. Selbst wenn sie unterwegs die leeren Plastikbecher und die praktischen Plastikdeckel ordnungsgemäß in einen Mülleimer entsorgen.

    Aber zumindest was die Frage der Ohrhygiene der Europäischen Bevölkerung betrifft, die nach dem Verbot von Wattestäbchen natürlich massiv in Frage gestellt ist, wird die deutsche Industrie unter Federführung der RWE mit smarten Produkten schon sehr bald eine Lösungen bieten, wenn die Subventionen aus den Mitteln des EU-Forschungsetat bereit stehen. Um das bisherige Plastik-Trägermaterial in den Wattestäbchen durch ein Nachhaltiges zu ersetzen, spendet das Energieunternehmen den kompletten Holzeinschlag aus dem Hambacher Forst und verbietet schon jetzt Plastik in jenem See, der sich nach dem Abbau der Braunkohle im jetzigen Tagebau bilden wird.


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