Brandschutz: Mit diesen präventiven Maßnahmen sorgen Sie für ein sicheres Zuhause

feuerwehr

Brandschutz ist ein Thema, das von vielen gerne vernachlässigt wird. Dabei könnten mithilfe der richtigen Präventionsmaßnahmen unzählige Brände verhindert oder zumindest Schäden minimiert werden. Höchste Zeit, dass wir uns einmal genauer damit beschäftigen. Wir stellen Ihnen die häufigsten Brandursachen in Deutschland vor und erklären, was Sie selbst in Ihrem Eigenheim dagegen unternehmen können.

Das sind die häufigsten Brandauslöser

Laut einer Untersuchung des IFS (Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer) sind Brände in Deutschland häufig selbst verschuldet, äußere Einflüsse hingegen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Verantwortlich sind zum Beispiel:

Elektrogeräte und elektrische Leitungen

Brände im Haushalt werden mit Abstand am öftesten (32 %) durch Elektrizität ausgelöst. Die größte Gefahr stellen veraltete, defekte oder billige Geräte dar. Ein unsachgemäßer Anschluss kann darüber hinaus Kurzschlüsse und Überhitzungen zur Folge haben. Kabelbrände durch Leitungsüberlastung oder Kurzschlüsse dank nagefreudiger Haustiere sind ebenfalls keine Seltenheit.

Menschliches Fehlverhalten

Unachtsamkeit und Bequemlichkeit sind äußerst gefährlich, wenn es um Brandschutz geht. Dass dies den wenigsten bewusst ist, zeigt sich darin, dass etwa 17 % aller Brände durch menschliches Fehlverhalten entstehen. Dazu zählt etwa:

  • offenes Feuer wie Kerzen oder Kaminfeuer unbeaufsichtigt lassen
  • beim Kochen unachtsam sein (Stichwort Fettbrand!)
  • brennbare Gegenstände nahe einer Hitzequelle lagern
  • heiße Asche im Mülleimer entsorgen
  • im Bett Zigaretten rauchen (Einschlafgefahr)
  • Feuerzeuge, Streichhölzer in Reichweite von Kinderhänden aufbewahren

Brandstiftung, Naturgewalten und Co.

Manche Brandauslöser lassen sich leider nicht verhindern. Beispielsweise lässt sich nichts unternehmen, wenn jemand vorsätzlich Feuer legt. Brandstiftung macht immerhin 9 % der jährlichen Brände in Deutschland aus.
Ein Blitzeinschlag ist heute zwar selten, aber auch nicht unmöglich. Weitere seltene Auslöser sind feuergefährliche Tätigkeiten am Arbeitsplatz, Selbstentzündung oder Explosionen. In etwa jedem 5. Fall ist gar nicht genau klar, wodurch das Feuer entstanden ist.

So können Sie sich schützen

Was lässt sich nun also konkret unternehmen, um möglichst viele Brandgefahren von vornherein auszuschalten und im Ernstfall gerüstet zu sein? Diese Maßnahmen können Ihnen beispielsweise helfen:

Auf die richtige Ausstattung setzen

Eine gewisse Grundausstattung für den Brandschutz gehört in jeden Haushalt. Dies beginnt bereits beim Bau. Durch die richtige Bauweise, feuerfeste Materialien und eine gute Brandabschottung lässt sich das Risiko minimieren. Dazu gehört ein umfassendes Brandschutzkonzept sowie gut platzierte Rauchmelder.

Im Brandfall selbst ist wichtig, dass Sie leichten Zugang zu Feuerlöschern und einen freien Fluchtweg haben. Die Anschaffung einer Löschdecke ist ebenfalls viel wert. Diese kann zum Beispiel im Falle eines Fettbrands in der Küche zum Lebensretter werden.
Um Ihre persönlichen Dokumente oder Datenträger vor dem Inferno zu schützen, bietet sich ein Tresor mit hoher Hitzebeständigkeit an. So bleiben im Ernstfall wenigstens wichtige Verträge, Zeugnisse, Urkunden etc. erhalten.

Was Sie außerdem präventiv tun können: Kaufen Sie hochwertige, zertifizierte Geräte statt Billigware. Nicht umsonst existiert das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Schließlich kostet es Sie am Ende bedeutend mehr, wenn das Billigprodukt Feuer fängt.


Anzeige




Regelmäßige Kontrollen einhalten

Viele Systeme im eigenen Haushalt müssen regelmäßig geprüft werden. Rauchmelder verfügen dafür meist über einen Testknopf. Auch Gasheizungsanlagen oder Kamine sollten einmal im Jahr gewartet werden. Daneben ist die Kontrolle von elektrischen Leitungen besonders wichtig – vor allem, wenn sich Tiere im Haushalt befinden.

Verpassen Sie keine Prüftermine und lassen Sie diese unbedingt von einem Profi durchführen. Dasselbe gilt für die Installation und Reparatur der Anlagen. Wenn Sie sich nicht selbst auskennen, nehmen Sie davon lieber Abstand.

Das eigene Verhalten anpassen

Wie wir bereits am Anfang des Artikels geklärt haben, ist eine der häufigsten Brandursachen menschliches Fehlverhalten. Versuchen Sie daher, sich gewisse Verhaltensweisen anzugewöhnen:

  • Trennen Sie elektrische Geräte nach der Verwendung vom Stromnetz oder nutzen Sie eine Steckdose mit Kippschalter.
  • Mehrfachsteckdosen dürfen nicht überlastet werden.
  • Lassen Sie hitzeerzeugende Geräte (Herd, Toaster, Heizlüfter etc.), nie unbeobachtet laufen.
  • Lagern Sie keine brennbaren Gegenstände in der Nähe von Herd, Ofen, Kamin und Co.
  • Bringen Sie Kindern den sicheren Umgang mit offenem Feuer bei und lassen Sie diese nicht unbeaufsichtigt.
  • Vermeiden Sie das abendliche Rauchen auf dem Sofa oder im Bett und werfen Sie Zigarettenstummel nicht achtlos in den Mülleimer.
  • Jede Person im Haushalt muss wissen, wo sich Löschdecken und Feuerlöscher befinden und was im Brandfall zu tun ist.

Und wenn der Ernstfall eintritt?

Was tun, wenn es schon zu spät ist? In diesem Fall sollten Sie nach dem Grundsatz „Menschenrettung vor Brandbekämpfung“ vorgehen. Das bedeutet:

  • Rufen Sie die Feuerwehr so bald wie möglich.
  • Bringen Sie dann alle Personen in Sicherheit.
  • Beginnen Sie erst danach mit der Brandbekämpfung.

Ist das Feuer noch klein genug, versuchen Sie, es zu ersticken. Bei einem Fettbrand können Sie beispielsweise einen passenden Deckel auf die Pfanne geben oder eine Löschdecke nutzen. Ein Feuerlöscher eignet sich für kleine Brandherde.

Ist das Feuer allerdings schon zu groß, bringen Sie lieber alle in Sicherheit und überlassen Sie das Löschen der Feuerwehr. Hilfreich ist es, wenn Sie auf dem Weg nach draußen alle Fenster und Türen schließen, um die Ausbreitung des Rauchs einzuschränken.

Präventive Maßnahmen können Leben retten

Ob es hochwertige Geräte, regelmäßige Kontrollen oder neu antrainierte Verhaltensweisen sind, ein geschärftes Bewusstsein für mögliche Brandgefahren bringt mehr Sicherheit in Ihr Zuhause. Einige Veränderungen mögen Ihnen im ersten Moment unbequem vorkommen, sind aber eine reine Gewohnheitssache und können Ihnen im Ernstfall das Leben retten. Es lohnt sich also, ein wenig Zeit und Mühe in guten Brandschutz zu investieren!

Bildquellen

  • feuerwehr-pixabay: Pixabay

Anzeige




-Anzeige-

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.