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  • Blockwarte gesucht!

    Brauchen wir eine geregelte Blogger-Ethik?

    Mit dieser Frage beschäftigte sich gestern (12.04.2007 08:58) heise online.

    Angeblich gehe es derzeit auch in den deutschen Blogs hoch her, weil man dieses Thema diskutiere. Ich habe bislang davon noch nichts bemerkt, das mag aber daran liegen, daß ich die meisten der Nabelschau-Blogs sowieso nicht lese.

    Tim O’Reilly, Verleger aus Kalifornien, dem der Begriff „Web 2.0“ zugeschrieben wird, denkt derzeit laut nach und meint, ein „Verhaltenskodex zur Selbstregulierung der Szene mitsamt einem Logo-Programm zur Durchsetzung grundlegender Höflichkeitsregeln“ sei notwendig.


    So fordert der Internetkenner beispielsweise, daß Inhalte und Kommentare, die als „inakzeptabel“ angesehen werden, weil sie beispielsweise Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzen, gelöscht werden sollen. Kommentare soll nur noch schreiben können, wer seine E-Mail-Adresse hinterlässt und somit soll es keine anonymen Kommentare mehr geben.
    Weiterhin sollen die Weblog-Betreiber auch die Verantwortung für die Texte ihrer Kommentatoren übernehmen.
    O’Reilly meint weiterhin, daß Streithähne sich vor dem öffentlichen Austragen von Zwistigkeiten zuerst persönlich auseinadersetzen sollen und daß man die sogenannten Trolle komplett mit Nichtbeachtung strafen sole.
    Wo das nicht klappe, sollen die anderen Blogger aktiv eingreifen und sich zu Wort melden.

    Blockwarte gesucht!Blockwarte gesucht!

    Nun wird also heftig darüber diskutiert und bei einer eben mal kurz durchgeführten Durchsicht lese ich Begriffe wie „Zensur“, „Zwangskorsett“, „Maulkorb“, „Gängelrichtlinie“ usw.

    Wie Stefan Niggemeierm der da sagt: „Ich bin gerne höflich, aber lass mir das nicht von jemand vorschreiben“, bin ich der Meinung, daß wir keine Richtlinien brauchen. Meinetwegen können sich die Nabelschauer gerne so ein Logo auf ihre Seiten kleben, um einmal mehr zu demonstrieren, wie wichtig man doch ist. Vielleicht gibt es diese Logos ja auch mit einer dezenten Weihrauchnote.

    Aber was Tim O’Reilly da fordert, finde ich überhaupt nicht verkehrt.
    Anonyme Kommentare brauchen wir doch ebensowenig, wie Trolle. Und auch ansonsten sind das doch eher Selbstverständlichkeiten unter erwachsenen, höflichen Menschen.
    Und die Frage, inwieweit ein Webmaster für die Einträge seiner Benutzer verantwortlich ist, wurde bei uns ja schon oft genug gerichtlich geklärt.

    Manche rufen jetzt sogar zu zivilem Ungehorsam auf. Man müsse das Urheberrecht einfach brechen und die Abmahnungen in Kauf nehmen. Es gehöre Mut dazu. um die für elektronischen Räume angemessenen neuen Urheberrechtsbestimmungen zu entwickeln.
    Lächerlich!


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    Solche Sprüche können nur solche Typen absondern, die entweder genug Geld für dieserlei Spielereien haben oder sowieso wegen jedem Mist abgemahnt werden.

    Es gehört doch im Grunde nur etwas Anstand und gutes Benehmen dazu, damit es reibungslos läuft.
    Vielleicht sollten sich manche einfach mal an die eigene Nase fassen, bevor sie grobschlächtig herumpöbeln.

    Ich persönlich habe in all den Jahren im Netz die Erfahrung gemacht, daß man sich, falls man mal aneinander gerät, in den allermeisten Fällen einigen und wieder vertragen kann; und wenn das nicht klappt, gibt es ja immer noch die hervorragende Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen.

    Natürlich funktioniert diese Methode nicht, wenn man auf einer dieser seltsamen Pflanzen im Web trifft, die im Grunde genommen nur geil darauf sind, endlich mal angepisst zu werden, um sich dann in selbstgewählter Betroffenheit in ihrem Beleidigtsein zu suhlen.
    So gesehen: Falls jemand das Bedürfnis hat, mal von mir verbal angepisst zu werden, mag er sich gerne per E-Mail melden, ich schreib ihm/ihr dann was Passendes.

    Um aber auf den Kernpunkt zurückzukommen: Ein paar nette Regeln, aufgestellt als Empfehlung für guten Ton und reibungslosen Umgang, finde ich prima. Was wir aber nicht brauchen sind mehr oder weniger selbsternannte (oder noch schlimmer: gewählte) Netz-Blockwarte, die Weblogs auf die Einhaltung der neu geschaffenen Regeln überprüfen.

    Es sind doch sowieso immer die Blogger, die am lautesten klatschend auf jeden fahrenden Zug aufspringen, die ansonsten eher durch sprachliche Hilflosigkeit, gepaart mit der stets als Entschuldigung für Blödheit vorgeschobenen Rechtschreibschwäche, auffallen.
    Wenn da in der mit Buttons überladenen Sidebar noch Platz ist, werden die als Allererste das neue Logo hinbappen und sich bestimmt auch bereitwillig als Netzwart melden.

    Eben plapperten sie noch ,vielleicht sogar eloquent, geistig und politisch aber eher unbeholfen, über die Regelungswut des Staates, fühlen sich überbeobachtet und ausspioniert und würden jetzt jeder Regelung nickend wie die Kuh vorm Melken zustimmen.

    Schönes neues Web 2.0


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