In meiner kleinen Rubrik über Zimmerpflanzen war jetzt Winterruhe. Ich habe festgestellt, dass die Winterzeit meinen Pflanzen nicht so gut getan hat. Leserin Lisa hat per Mail gefragt, ob’s weitergeht.
In meinem Studio hier oben heize ich nicht wie verrückt. Beim Ausbau des Dachgeschosses hat der Zimmermann sehr gute Arbeit geleistet, was die Isolation anbetrifft. So reicht mir in den meisten Fällen die aus dem Haus aufsteigende Wärme, um mich wohlfühlen zu können.
Oft ist es aber nicht besonders warm, und ich glaube, das mögen manche Pflanzen nicht so. Ich habe über Winter das Gießen etwas reduziert und auch nur wenig gedüngt. Vertrocknet ist mir nichts.
Aber insgesamt haben einige Pflanzen doch ziemlich gelitten. Pflanzen, die bis in den Dezember hinein noch kräftige Wachstumsschübe zeigten, sind eher kümmerlich weitergewachsen. Ich glaube, das ist normal.
Jetzt wird es wieder wärmer, die Tage werden länger und die Sonne scheint jetzt wieder mehr durch die großen Fenster. Da werden bestimmt die Pflanzen auch wieder wachsen und aufleben.
Zwei Pflanzen übrigens, bei denen es hieß, ich solle sie im Dezember eintrocknen lassen, damit sie im Frühjahr kräftig neu treiben, sind gestorben. Das hat mal gar nicht funktioniert.
Ich verbuche das unter „natürliche Auslese“. Auf Dauer bleiben ja sowieso nur die übrig, die es hier gut finden und die mit meinem Pflegerhythmus klarkommen.
Was sich ganz gut bewährt hat, ist die Umstellung einiger Gewächse auf Seramis-Tongranulat. Das Granulat speichert schön das Wasser und gibt es langsam an die Wurzeln ab. Wenn ich jetzt was umtopfen muss, nehme ich höchstwahrscheinlich wieder Seramis.
Eine Pflanze, die mir besonders am Herzen hängt, hat sich wieder gemacht.
Diese Ochsenzuge (Elefantenohr) habe ich vor über 63 Jahren im Kindergarten geschenkt bekommen.
Wir haben mit den damals ganz neuen Fingerfarben kleine Tontöpfe bemalen dürfen. Die Nonnen, die den Kindergarten leiteten, haben dann für jedes Kind einen Ableger vom Elefantenohr eingepflanzt.
Wir sollten die Töpfchen dann unseren Müttern zum Muttertag schenken.
Meine Mutter hat die Pflanze Jahrzehnte im Treppenhaus gepflegt, und die Pflanze war topfsprengend groß geworden. Alle paar Jahre blühte sie mal.
Nach dem Tod meiner Mutter kam die Pflanze dann zu mir zurück. Sie erwies sich auch hier als robust und pflegeleicht. Sie verzeiht es problemlos, wenn man mal vergißt, sie zu gießen und will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden.
Doch letztes Jahr fing sie, ohne erkennbaren Grund, an, zu kümmern. Ich habe keine Ahnung, woran das lag. Ich habe nichts verändert. Vorsichtshalber habe ich sie umgetopft, aber das half nichts.
Bei einer Kontrolle, kurz vor dem Tod des Elefantenohrs, habe ich dann gesehen, dass alle Wurzeln abgefault waren. Nein, ich hatte keine Staunässe.
Sommer 2025
Als letzten Rettungsversuch habe ich die kümmerlichen zwei Blätter, die in einer knollenartigen Verdickung münden, dann in Wasser gestellt. Nach unglaublich vielen Wochen zeigten sich dann endlich erste Wurzelansätze. Ich habe sie weiter in Ruhe gelassen, bis die Wurzeln sich vermehrt hatten. Dann habe ich die Pflanze in Seramis gesetzt und die langen, dünnen Blätter mit Holzstäben gestützt.
Über Winter hat sie Wasser und wenig Dünger bekommen.
Vor ein paar Tagen habe ich mit Freude gesehen, dass sie ein drittes Blatt geschoben hat. Wollen wir mal hoffen, dass sie weiterhin gesundet und wächst. Ist doch ein Stück Kindheitserinnerung.
Im Laufe dieser Woche werde ich mir hier wieder auf einem Hocker mein Pflanzenpflegezentrum aufbauen und jede einzelne Topfpflanze inspizieren. Erde lockern, Blattwerk ausputzen und, wo nötig, mit Stäben stützen usw.
Ab jetzt wird auch wieder richtig gedüngt und vermehrt gegossen.
Übrigens: Ich habe zwei Amaryllis. Eine kam als Weihnachtsgeschenk von unserer lieben Nachbarin. Die ist verblüht und hat über Winter ganz viel lange Blätter bekommen. Damit kann sie nun schön Photosynthese betreiben und der Zwiebel Kraft zuführen.
Von einer Bekannten hatten wir eine sogenannte Wachsamaryllis bekommen. Dabei wurden der Pflanze alle Wurzeln an der Zwiebel abgeschnitten, und die Zwiebel mit einem Draht durchbohrt, sowie komplett in Wachs getaucht. So soll man sie dann auf die Fensterbank stellen, sich über die dann kommende Blüte freuen, und die Pflanze nach dem Verblühen wegschmeißen.
Das habe ich nicht eingesehen. Nach der Blüte habe ich die Zwiebel vorsichtig vom Wachsmantel befreit, den Draht aus dem Herzen der Zwiebel gezogen und alles Verblühte abgeschnitten.
Dann habe ich sie in Erde gesetzt und die ganzen Wochen immer brav gegossen und ganz leicht gedüngt.
Und tatsächlich: Die Amaryllis scheint sich erholt zu haben. Sie schieb auch schöne Blätter. Nicht ganz so lange, wie die normal gewachsene von der Nachbarin, aber immerhin.
Mal sehen, ob ich die im Herbst zum Blühen bringe.
Hast Du auch Zimmerpflanzen?


















