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  • Wir bekommen Besuch

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    Die Allerliebste hat gestern einen Anruf bekommen. Diese Anrufer sind alte Bekannte der Allerliebsten und kommen uns heute besuchen.

    Leute, die ich nicht kenne!

    Wissen Frauen eigentlich, was sie ihren Männern antun, wenn sie wildfremde Leute zum Kaffeetrinken einladen?

    Wildfremde Leute! Haben die eigentlich kein Zuhause, dass die sonntags zu uns kommen müssen?

    Wissen die nicht, was sie der Umwelt antun, wenn sie über 100 Kilometer mit ihrer benzinfressenden Dreckschleuder hierher fahren?

    Haben wir Geld zum Fortschmeißen, dass wir irgendwelchen Leuten, die ich nicht kenne, auch noch unseren wertvollen Dallmayr Prodomo und meinen gestern gebackenen Käsekuchen in den Rachen werfen müssen?

    Der Sonntag dient dem friedlichen Beieinander der Familie. Mit diesen Leuten bin ich aber defintiv nicht verwandt, die heißen sogar vollkommen anders. Sie gehören also mithin nicht zu meiner Familie und somit auch nicht zu dem Kreis der Personen, die für ein sonntägliches friedliches Miteinander in frage kommen.

    Vielleicht ziehe ich eine meiner Nummern ab, mal sehen.
    Ich habe da einen ungeheuer peinlichen Ruhrgebietsproleten drauf.

    Sehr gut angekommen ist in der Vergangenheit auch die Nummer: ‚Ich habe Läuse und Flöhe‘.
    Die ist sehr wirkungsvoll. Schon nach fünf Minuten intensiven Kratzens und Scharrens, fangen auch die anderen an und dann gehen sie meistens auch sehr schnell wieder.

    Es funktioniert aber auch die Methode ‚Ich habe euch was Leckeres gekocht‘.
    Dann stelle ich ganz normale Sachen hin, behaupte aber, das seien Hasenhoden oder eingelegte Blutegel. Obwohl, die Blutegel haben das letzte Mal nicht so gewirkt, seitdem sage ich immer, das seien die gerösteten Endstücke von Bandwürmern.

    Ich muss mal nachschauen, ob ich noch etwas von dem Juckpulver habe. Das kommt sehr gut, wenn man es in eine Rolle Klopapier zwischen die Lagen schüttet. Wenn die Leute dann anfangen sich zu scharren, weise ich immer im Brustton der Überzeugung darauf hin, wie wertvoll doch eine gründliche Intimhygiene sei.

    Wenn das alles nicht hilft, erzähle ich in schillernden Farben von der Entfernung eines faustgroßen Eiterabzesses bei Tante Martha-Luise. Das kommt besonders gut während die Gäste Pudding oder Eiscreme verzehren.

    Es wird viel passieren heute, denke ich!

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    1 Kommentar

    1. Petra Schaberger

      23. Juli 2015 at 17:40

      Lieber Herr Wilhelm,

      ich glaubte für einen kurzen Moment Sie kennen meinen Mann. Er kann ein wunderbarer Gastgeber sein, großzügig, hilfbereit, aber alles hat seine Grenzen. Besuche an und für sich sind prima, aber eines dürfen die nicht. Zur Mittagsschläfchenzeit kommen und dann noch fremd sein. Gott bewahre! Wenn er dann so ein besonders grimmes Gesicht zieht, grinse ich meinen Besuch an und sage:“Der macht nix, der spielt nur!“

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