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Wände mit Marmor Bruchstein-Mosaik verschönern

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Besonders in Altbauten hat man oft Wände, die nicht supergerade sind. Durch Um- und Anbauten, sowie durch die vor Jahrzehnten verwendeten Baumaterialien und die Art wie sie eingebaut wurden, ergeben sich manchmal regelrechte Buckelpisten.
Wollte man an solchen Wänden Holzpaneele oder Fliesen anbringen, wäre eine umfangreiche Begradigung der Wand, etwa durch das Aufziehen von Putz oder das Anbringen von Gipskartonplatten notwendig.

Diese Arbeit wollte ich mir nicht machen und ich wollte auch den Charme, den unser Haus nach so vielen Jahrzehnten versprüht, nicht kaputtmachen. Vor 30 Jahren ist mit sehr viel Arbeitseinsatz und damals sehr knappem Geld von der Vorgeneration überall Holz in Form von Nut- und Feder-Brettern eingebracht worden. Nun, überall trifft es nicht, es sind vor allem die Stürze im Treppenhaus und zwei Garderobenecken, die so verkleidet wurden.
Überdies sind die Hälfte der Zimmerdecken mit (anderem) Holz verkleidet. Das ist inzwischen vielleicht etwas aus der Mode gekommen, wir finden es aber schön und belassen es so, als Reminiszenz an die Altvorderen, die da viel Arbeit investierten.

Doch nun hieß es, im Treppenhaus, die „buckligen“ Wände zu verschönern. Da ich schon eine andere Wand im Treppenhaus mit Bruchsteinmosaik gemacht hatte, fiel die Wahl auch für die „große, lange“ Wand auf dieses Material.

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Eine Herausforderung stellte für mich allein das Anbringen der Eckschiene dar, weil ich das noch nie gemacht hatte. Auf dem Bild ist nur ein kleiner Teil der Wand verfugt. So richtig kommt sie erst zur Geltung, wenn sie fertig verfugt ist und dann mit Farbintensivierer, einem Steinöl behandelt wurde, dann leuchtet sie satt rötlich. Verwendet haben wir Marmor „Toscana Red“, eine Sorte, die man auch im BAUHAUS kaufen kann, woher ich auch das Material für die erste Wand hatte.
Für die zweite Wand habe ich bei stein-mosaik.de im Internet bestellt, wo ich, trotz Versandkosten, 9-10 Euro pro Quadratmeter gespart habe.

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Die „Fliesen“ sind in Wirklichkeit 30 x 30 cm große Polyester-Netzgewebe, auf denen die Steine in Handarbeit so aufgeklebt sind, daß die Matten sich an der Wand verzahnen.
Wenn man will, kann man die Matten so verlegen, daß nirgendwo Ansätze zu sehen sind.

Die Wand wird vorbehandelt, indem man lose Tapetenreste entfernt, losen Putz wegklopft und erneuert. Gerade muß die Wand nicht sein!
Dann rührt man Natursteinkleber an, bis er etwas flüssiger ist als streichfähige Erdnussbutter.
Den zieht man mit einem Zahnspachtel bzw. einem gezähnten Glättbrett vorsichtig auf. Das ist sehr einfach, die Abstände und Form der Zähne gibt die Menge des aufzutragenden Klebers vor.

Nun drückt man die erste Fliese ins Kleberbett, klopft sie mit der Faust etwas fest und schon kann es weitergehen.
Es empfiehlt sich, zügig zu arbeiten. Denn ist eine Fliese über Nacht erst mal festgetrocknet, verzahnt sie sich aufgrund der fehlenden Flexibilität (Schwimmen im Kleberbett) nicht mehr so gut mit den Anschlußfliesen.

Früher oder später wird man an Ecken gelangen, an denen ganze Fliesen nicht mehr passen. Dann reißt man die Steine vom Netz, nimmt sich einen kleinen Spachtel und klebt jedes Steinchen von Hand ein.
Hört sich mühseliger an, als es ist!

Gerade durch gewisse Unregelmäßigkeiten und kleine Lücken, gewinnt die Wand an Natürlichkeit und Lebendigkeit.

Später, wenn alle Fliesen angebracht und getrocknet sind, kann man verfugen.

Dazu benötigt man ein Verfugungsmaterial, das auch Fugen bis 8 mm überstreichen kann. Die Fugenmasse darf nicht zu flüssig und nicht zu trocken sein. Auch sie wird aus dem Sack mit Wasser angerührt.
Ein großartiges Know-How ist nicht erforderlich. Wichtig ist, daß man die Masse auf die Wand bekommt und dann mit einer Gummilippe kreuz und quer in alle Fugen bekommt, die beim Bruchsteinmosaik sehr unregelmäßig sind. Diese Art der Wandverkleidung „frißt“ Fugenmaterial! Man benötigt deutlich mehr, als bei kerzengerade verlegten Fliesen mit schmalen Fugen.

Nun wenn die Fugenmasse etwa 20 Minuten angezogen ist, wischt man mit einem feuchten Schwamm den groben Überschuß weg. Dabei glätten sich auch die Fugen selbst.

Am nächsten Tag kann man dann die Wand mit Wasser grundreinigen. Hier werden mehrere Durchgänge notwendig sein weil sich immer wieder ein Schleier aus Fugenzement über die Mosaiksteine legt.

Doch dann kann man die Wand in ihrer vollen Pracht bewundern. Ist sie noch feucht, leuchten die Farben des Mosaiks herrlich. Nur kann man die Wand ja nicht ständig feucht halten, also verwendet man, wenn sie trocken ist, einen Farbvertiefer, ein Steinöl, das in den Marmor einzieht und ihn für mindestens ein Jahr schön leuchten läßt.

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Besonders wenn eine Wand nicht absolut gerade ist, ergeben die flexiblen Mosaikmatten ein wunderbar organisch aussehendes Bild.

Bildquellen:


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    Lesezeit ca.: 6 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 3. Februar 2020 | Peter Wilhelm 3. Februar 2020

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