Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und anderswo, in den gar nicht mehr so neuen Bundesländern:
Es übersteigt zwar meine Vorstellungskraft, wie man sehenden Auges seinen eigenen ökonomischen, demokratischen und kulturellen Ruin, geradezu herbeisehnen kann, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Insofern…1
Dies gilt selbstredend auch für den Tag, an dem Ihr, werte Volksgenossinnen und Volksgenossen, mit Eurer strammen, strunzdummen AfD-Führung bis zur Halskrause in die braune Scheiße gelatscht sein werdet, und an dem Ihr Euch nur noch von volksdeutschen Steckrüben ernähren und im Skorbut-Delirium „Wir sind das Volk“ skandiert…2

Sofern man Euer geiferndes Gebrüll, wegen Eurer lichten, ekligen, faulen Zahnreihen, dann überhaupt wird verstehen können. Dann empfiehlt es sich, die volksdeutschen Steckrüben gestampft, oder püriert zu genießen, falls man, quod erat demonstrandum, überhaupt von „Genuss“ reden kann. Das, aber nur nebenbei bemerkt.
Volksdeutsche Steckrüben übrigens, weil Eure stramme, strunzdumme AfD-Führung, wie angekündigt, alles Nichtdeutsche remigriert hat und es somit keine links-grün versiffte Vielfalt in den Theken bei EDEKA, Aldi, Lidl & Co. mehr geben wird. Keine Auberginen, keine Zucchini, keine Tomaten, Bananen, und, und, und.3
Volksdeutsche Steckrüben, werden das Einzige sein, was Ihr, nach der völkischen Vollreinigung, auf in Sütterlin bedruckten Bezugsscheinen, bekommen werdet. Die werdet Ihr auch bitter nötig haben … die in Sütterlin bedruckten Bezugsscheine und auch die volksdeutschen Steckrüben.
Ihr werdet nämlich keine Arbeit und folglich keine Kohle mehr haben, um vernünftiges Futter kaufen zu können … das es ohnehin nicht mehr geben wird. Denn einen Großteil Eurer Jobs, wird es dann auch nicht mehr geben, weil die Buden entweder eiligst rüber in den Westen gemacht haben, oder, wegen des Fachkräftemangels, eben pleite gegangen sein werden.4
Apropos: Euren Müll wird dann auch niemand mehr abholen. Eure Rathäuser, Eure Schulen, Eure Schwimmbäder und Eure Krankenhäuser, werden dann auch von niemandem mehr geputzt. Das wird aber zum Glück auch keine Rolle mehr spielen. Denn letztere, also die Krankenhäuser, werden ohnehin dicht sein, weil ja die Ärztinnen und Ärzte und das Pflege- und Küchenpersonal mit Migrationshintergrund, von Eurer strammen, strunzdummen AfD-Führung, remigriert, oder von selbst gegangen sein werden.5
Bevor ich es vergesse: Haare schneiden lassen, wird auch eher schwierig werden. Denn Luigi, oder Murat, die beliebtesten und besten Figaros der Stadt, die Euch jahrelang freundlich und kompetent bedient und immer Zeit für ein Schwätzchen gehabt haben, werden von Eurem Arisierungswahn ebenfalls weggeekelt worden sein. Nun ja, ich denke, dass ein Kevin, ein Ronnie, eine Jacqueline oder eine Chantalle, in einem dann rein deutschen Frisörgeschäft, zumindest einen schmissigen Ernst-Röhm-Schnitt hinbekommen werden. Haare werden ja ohnehin völlig überbewertet.
Vielleicht habt Ihr dann ja die Eier, knallhart und ultimativ die Konsequenz zu ziehen, wenn Ihr alle grau, zahnlos, verhärmt und scheiße ausseht und auch so drauf seid werdet:
Den Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland, aus der EU und aus dem Euro, und die Gründung eines neuen Staatsgebietes namens „Ostpreussische Gauen“, „West-Mütterchen-Russland“, „Neu Germanien“, oder irgendetwas in der Art.6 Das wäre mal ein eiserner Kreuz-Move, bei dem sogar Björn Höcke ein feuchtes Höschen bekäme.
Dann könntet Ihr ja die links-grün-versifften Wählerinnen und Wähler von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linke…quasi in einem großen Abwasch in die – wie hieß es in der Tätärä doch immer so schön? … in die BRD abschieben. Dann wärt Ihr wieder unter Euch und könntet mit Eurer neuen, aber eisenharten Währung, wie Reichsmark, Westrubel, Gau-Gulden, Germanen-Taler, oder what ever, wunderschöne Bückware beim HO bezahlen und importierte, weißrussische Salatgurken, als Bananen fressen.7
Es sei denn, die rechten Ultras der Union um Dobrindt, Spahn, Merz & Co. haben am Ende doch noch die Hosen gestrichen voll und verwerfen ihre widerwärtigen Gedankenspiele von einer blau-schwarzen Koalition auf Landesebene, weil sie eventuell noch einen Funken Anstand in ihren von Standesdünkel zugedröhnten Schädeln, oder Panik vor ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit haben und sich doch noch auf die Seite derer schlagen, die einer Neuauflage des Faschismus in Deutschland eine Absage erteilen.8
Dann würde es für eine stramme, strunzdumme AfD-Führung nicht reichen, und Ihr müsstet Euch eben weiter mit Auberginen, Zucchini, Tomaten, Bananen, mit Luigi, Murat und den ganzen anderen Kanacken hierzulande abfinden. Aber dann, zumindest in einer Demokratie, die Euch durch den Artikel 5 des Grundgesetzes die Freiheit gibt, weiterhin strunzdumm „Wir sind das Volk“ zu brüllen.9
Übrigens: Pürierte reichsdeutsche Steckrüben könntet Ihr ja trotzdem fressen – sogar ohne in Sütterlin bedruckte Bezugsscheine. Deal?
Quellen und Anmerkungen
1 Wirtschaftliche Folgen von Abschottung und „Dexit“.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt in einer Modellrechnung zu dem Ergebnis, dass ein deutscher EU-Austritt nach fünf Jahren mit einem um 5,6 Prozent niedrigeren realen Bruttoinlandsprodukt einhergehen könnte. Die kumulierten wirtschaftlichen Kosten werden mit rund 690 Milliarden Euro beziffert; rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Die Formulierung vom „ökonomischen Ruin“ ist selbstverständlich satirische Zuspitzung, die zugrunde liegende Annahme erheblicher Wohlstandsverluste bei einem Dexit dagegen Gegenstand ökonomischer Modellrechnungen.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft: „Dexit würde 690 Milliarden Euro kosten“. ↩ zurück
2 Rechtsextremistische und völkisch-nationalistische Strömungen.
Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Der Thüringer Verfassungsschutz beschreibt beim dortigen Landesverband ein „völkisch-nationalistisches Ziel eines ethnisch-homogenen Staatsvolkes“ und behandelt auch Forderungen nach millionenfacher „Remigration“. Die drastische Wortwahl des Textes ist Kabarett; die Einordnung relevanter Landesverbände und die dokumentierte völkisch-ethnische Ideologie sind dagegen behördlich belegt.
Quellen: Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt: Rechtsextremismus/AfD; Verfassungsschutz Thüringen: Verfassungsschutzbericht 2023 (PDF). ↩ zurück
3 „Remigration“.
Der Begriff ist keine Zuschreibung von Gegnern der AfD. Die Partei verwendet „Remigration“ selbst und hat dazu einen entsprechenden Maßnahmenkatalog formuliert. Wichtig für die sachliche Einordnung: Daraus folgt nicht, dass das offizielle AfD-Bundesprogramm pauschal die Entfernung „alles Nichtdeutschen“ verlangt. Weitergehende ethnisch-völkische Vorstellungen sind jedoch insbesondere für Teile der Partei und einzelne Landesverbände dokumentiert. „Alles Nichtdeutsche remigriert“ ist im Text daher als satirische Überzeichnung zu verstehen.
Quellen: AfD: „Wie die AfD den Begriff Remigration definiert“; AfD: Bundestagswahlprogramm 2025 (PDF). ↩ zurück
4 Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wird das Beschäftigungswachstum in Deutschland seit 2024 von ausländischen Beschäftigten getragen. Zwischen 2014 und 2024 sank die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 3,9 Millionen Menschen, während die Zahl ausländischer Personen im Erwerbsalter um rund 3,4 Millionen zunahm. Die BA betont deshalb die Bedeutung von Erwerbsmigration für den deutschen Arbeitsmarkt.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Beschäftigungswachstum wird von ausländischen Arbeitnehmern getragen“.
Für Sachsen-Anhalt stellt die Bundesagentur fest, dass die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Deutscher seit 2017 sinkt und ausländische Arbeitskräfte zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Sachsen-Anhalt: Langfristiges Wirtschaftswachstum gibt es nur mit Zuwanderung“.
Auch für Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet die Bundesagentur Menschen aus dem Ausland als für den Arbeitsmarkt „längst unverzichtbar“.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern, August 2026. ↩ zurück
5 Ärzte, Krankenhäuser und Pflege.
2025 besaßen nach Angaben der Bundesärztekammer 71.480 berufstätige Ärztinnen und Ärzte in Deutschland keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht rund 16 Prozent der berufstätigen Ärzteschaft.
Quelle: Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025.
Auch die Pflege ist in erheblichem Umfang auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit besitzt inzwischen fast jede fünfte Pflegekraft eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die BA bezeichnet diese Beschäftigten als „unverzichtbare Stütze“.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Jede fünfte Pflegekraft hat ausländische Staatsangehörigkeit“.
Die Aussage, Krankenhäuser würden ohne Migranten generell „dichtmachen“, ist somit erkennbar kabarettistische Überzeichnung. Dass ein erheblicher Verlust ausländischer Ärzte und Pflegekräfte die medizinische Versorgung stark belasten würde, ist durch die Beschäftigungszahlen hingegen gut begründet. ↩ zurück
6 Euro- und EU-Austritt.
Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro-System ist ausdrücklich AfD-Programmatik. Im Bundestagswahlprogramm 2025 findet sich die Forderung: „Deutschland muss aus dem Euro-System austreten.“ Auch einen deutschen Austritt aus der Europäischen Union hat die Partei programmatisch als Option beziehungsweise Ziel vertreten. Die im Text erfundenen Bezeichnungen für einen neuen Staat und eine neue Währung sind selbstverständlich satirisch; die Forderungen nach einer grundlegenden Abkehr von EU und Euro sind es nicht.
Quellen: AfD: Bundestagswahlprogramm 2025 (PDF); AfD: Programmpositionen zu EU und Europa. ↩ zurück
7 Mögliche wirtschaftliche Folgen eines Dexit.
Nach der Modellrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft könnte ein Dexit innerhalb von fünf Jahren zu erheblichen Einbußen bei Wirtschaftsleistung und Beschäftigung führen. Das IW beziffert den möglichen Verlust an Wirtschaftsleistung kumuliert auf rund 690 Milliarden Euro und spricht von etwa 2,5 Millionen gefährdeten Arbeitsplätzen. „Bückware“, Reichsmark, Westrubel und weißrussische Gurken als Bananenersatz sind mithin Kabarett. Die Annahme erheblicher wirtschaftlicher Verwerfungen durch einen deutschen EU-Austritt hat dagegen eine ökonomisch modellierte Grundlage.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft: „Dexit würde 690 Milliarden Euro kosten“. ↩ zurück
8 Union, „Brandmauer“ und Zusammenarbeit mit der AfD.
Innerhalb der Union gibt es eine reale Auseinandersetzung über den künftigen Umgang mit der AfD und über die sogenannte „Brandmauer“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte im Juli 2026, man müsse „mit jedem reden, der reden will“, und kritisierte die Verwendung des Begriffs „Brandmauer“.
Quelle: Tagesschau: Kretschmer zur „Brandmauer“ und zum Umgang mit der AfD.
Zur sachlichen Präzisierung muss jedoch festgehalten werden: Friedrich Merz hat eine Zusammenarbeit mit der AfD öffentlich weiterhin abgelehnt und auf entsprechende CDU-Beschlüsse verwiesen. Die Formulierung des Textes darf deshalb nicht so verstanden werden, als habe Merz selbst eine blau-schwarze Koalition angekündigt oder befürwortet.
Quelle: Tagesschau: Merz bekräftigt Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD. ↩ zurück
9 Artikel 5 Grundgesetz.
Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes garantiert das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Die Meinungsfreiheit gilt grundsätzlich auch für Meinungen, die andere für töricht, provozierend oder politisch abstoßend halten. Sie ist allerdings nicht schrankenlos; Absatz 2 nennt insbesondere die allgemeinen Gesetze, den Jugendschutz und das Recht der persönlichen Ehre.
Quelle: Bundesministerium der Justiz: Grundgesetz, Artikel 5. ↩ zurück
Bildquellen:
- Steckruebe_800x500: Peter Wilhelm KI


















„Wenn man weiss, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“ – Volker Pispers
„Je mehr der Einzelne im Bann von Propaganda steht, desto sensibler ist er, nicht für deren Inhalt, sondern für den Anstoß, den sie gibt, für die Erregung, die er dadurch erfährt.“ – Jacques Ellul
Guten Tag.
Vor Kurzem habe ich erfahren, dass man nicht mehr „Sehr geehrte(r) …“ schreibt. Nur noch: “Guten Tag.“, und das war es dann.
Darum … siehe oben.
Beinahe hätte ich Herrn Wilhelm Unrecht getan, kam mir bei der Lektüre dieses … Blog-Eintrages doch nach wenigen Zeilen der Gedanke: „Oh, nein! Er tut es schon wieder …“, nur um am Ende zu sehen, dass einem ein vollkommen anderes ‚Fahndungsfoto‘ präsentiert wird. Was ist das eigentlich mit euch ‚Pseudo-Satirikern‘ und euerer Unfähigkeit politische Sachverhalte und deren Kontext zu recherchieren?
Als ich Ende 2023 A … äh … „Social-Media“ … (Puh, das ging gerade noch einmal gut. Ich muss hier vorsichtig sein, was ich schreibe, da mir meine „Tonalität“ sonst vorgeworfen werden könnte.) … ausprobiert hatte, hatte ich die ‚grosse Ehre‘, folgende Formulierung, die in meine Richtung geschleudert worden war, konsumieren zu dürfen: „Kontext ist nicht wichtig.“
Ist das etwa eure Sicht auf die Welt?
Ist das der Ursprung eurer Ignoranz oder seid ihr einfach nur zu fa… äh … bequem?
(Notiz an mich: Ich muss aufpassen, was ich schreibe.)
Ich erkläre Ihnen erst einmal den Hintergrund des Zitates von Jacques Ellul:
1962 wurde das Werk „Propagandes“ des politischen Soziologen Jacques Ellul in Frankreich veröffentlicht.
1965 erschien dann eine englische Übersetzung, wodurch diese Buch das internationale Standardwerk zum Thema ‚Propaganda‘ wurde.
Und Deutschland? Sie wissen schon: Das Land mit ‚dieser‘ Vergangenheit.
2021!!! Beim Westend Verlag. Ein ‚Schwurbel-Verlag‘. Tja, der deutsche ‚Mainstream‘ hätte dies wohl gern bis in alle Zeiten begraben gewusst. Ich frage mich: „Warum nur?“
Und … warum habe ich gerade diesen Satz gewählt? Kann es sein, dass mir bei der Lektüre Ihres Textes eine gewisse ‚Erregung‘ eines gewissen ‚Einzelnen‘ aufgefallen ist?
…
Selbstverständlich!!!
Wo fange ich nun an, Ihnen aufzuzeigen, dass Sie sich bei politischen, wirtschaftspolitischen oder ideologisch geprägten Sachverhalten besser raus halten sollten, solange Sie nicht gewillt sind, eine echte Recherche anzustreben, statt ihre Propaganda-Quellen und -Darstellungen zu bemühen.
Soll ich Ihre 9 ‚Gebote‘ … ihren ‚9-Punkte-Plan‘, der eigentlich nur aus 8(!) Punkten besteht, da Punkt 1 und 7 identisch sind (Na, hat ‚unsere‘ moralische Empörung dazu geführt, das Wut und Abscheu die Oberhand gewonnen haben, weshalb dieser emotional-getriebene Fauxpas bei der Durchsicht des Textes nicht aufgefallen ist? Oder waren Sie so sehr von ihrem eigenen ‚Wut-Klein-Bürgertum‘ überzeugt, dass Sie eine genauere Überprüfung des Textes nicht für angebracht gehalten hatte? Ja, das kommt vor.), Punkt für Punkt einer entsprechenden Reaktion würdigen, was ich hier ja gar nicht darf, da ich Ihnen gleichzeitig ihre eigene ‚Tonalität‘ vor Augen führen würde, was zum Ergebnis hätte, dass Ihr ureigenes Blog-Sicherheits-System lauthals ‚Alarm‘ schrillt, weshalb mein Kommentar gar nicht das Licht dieser virtuellen Welt erblicken würde?
Wo sollte ich anfangen? Vorn … was gleichzeitig mittendrin wäre? Und welches ‚Vorn‘? Ihres?
Beispiel: Wenn ich ‚Vorn‘ als Beginn der AfD verstehe, dann wäre das wohl das Jahr 2013.
2013 – jenes Jahr, in dem die grösste PR-Kampagne für eine neue Partei gefahren worden ist, die ich je in meinem Leben gesehen habe, wobei der allgemeine Tenor lautete: „Hey, bisher missverstandener Protestwähler, tut uns leid, dass wir euch in der Vergangenheit so schlecht behandelt haben. Hier habt ihr jetzt eine echte, eigene Alternative. Bitte kommt doch wieder auf die Weide. Ihr habt auch euer eigenes Gras. Das ist besonders grün. Da habt ihr ein eigenes Schild, auf dem das Wort ‚Alternative‘ prangt. Ihr bekommt sogar euren eigenen Schäferhund. Der ist ‚Baby-Blau‘ angemalt und hat ein rotes Halstuch.“ – Schon vergessen? Morgens, Mittags und Abends salbaderte irgendein Politik-Professor-Experte Werbesprüche über Werbesprüche bis zur Bundestagswahl im selben Jahr … und die AfD verfehlte knapp den Einzug. Knapp! Andere Parteien brauchten davor für ein derartiges Ergebnis Jahre! Ende 2013 behauptete dann die ARD, dass die AfD rechtsextrem wäre. Einfach so! Dafür wurden die anonymen Alkoholiker vom ÖRR von ‚alternativen‘ Medien wie T-Online dann gescholten. Man könne ohne Beweise doch derartige Behauptungen nicht in den Raum stellen. Das war der Beginn des ‚Opfer-Narratives’. Der eigentliche Startschuss. Dann wurde es still um dieses Thema.
Dann kam Mai 2014 – Europawahl – 7,1 Prozent! Waaasss?!?!
Wissen Sie eigentlich, wann die erste ‚Grüne‘ Partei in Deutschland gegründet worden ist … und wann die ein derartiges Ergebnis dann endlich erzielen konnten?
Aber, hier gibt es nichts zu sehen … das liegt alles innerhalb einer physikalischen Toleranzgrenze von 8% … gehen sie bitte weiter …
… und dann kam Trump und die ‚Bernie Sanders – Hillary Clinton‘-Geschichte, die den Sieg von ‚Agent Orange‘ erst ermöglichte … und dann wurde alles ‚Braun‘ … und im März 2020 schrie die AfD als erste Partei nach der Maskenpflicht … und die ersten Militanten, die Trump folgend nach 5% Bruttoinlandsprodukt für Kriegsausgaben verlangten, waren – die Grünen!!! Robert Habeck ist es gewesen.
Anderes Beispiel: Vorn … und mittendrin … Der Punkt 1 und 7 …
„Nach der Modellrechnung …“
Sie glauben auch jeden Quatsch … Sie glauben tatsächlich, dass man mit Zahlen der Vergangenheit, die nie und nimmer vollständig sind, auf der Basis veralteter Theorien, die von der Realität längst ad absurdum geführt worden sind, irgendeine Zukunft vorhersagen könnte. Kaffeesatz lesende Analysten und Wirtschaftsexperten – was „Darf-Ich-Hier-Nicht-Schreiben“ findet man auf keinem Jahrmarkt!
Sie können mit Statistiken aufzeigen, was gewesen ist, und – wenn Sie es richtig machen – eventuelle Gründe für Geschehnisse ausarbeiten. Aber die Zukunft vorhersagen? Da wäre es effektiver, auf einen Jahrmarkt zu gehen, einer Wahrsagerin das Geld zu geben, und ihren phantasievollen Äußerungen zu lauschen, als überbezahlten ‚Experten‘ auch nur ein einziges Satzzeichen abzukaufen. Auf dem Jahrmarkt würden Sie wenigstens jemandem helfen, der mit grosser Wahrscheinlichkeit über einen weniger ausufernden Lebensstil verfügt.
Welche Modellrechnung? Worauf basiert die eigentlich? Haben Sie das schon einmal gesehen … und/oder verstanden?
Der Begriff „Petrodollar“ … sagt der Ihnen eigentlich etwas?
Schon einmal von BRICS gehört?
Was geschieht wohl, wenn die BRICS-Staaten ihre eigene Währung in Umlauf bringen würden, auf der Basis eines eigenen Banking-Systems, Öl plötzlich vermehrt in dieser Währung gehandelt wird, die EU weiterhin als US-Lakaien schön Männchen machen und an den Dollar gebunden blieben. Was wäre der Unterschied von Deutschland in der EU und Deutschland nicht in der EU in so einem Szenario? Da wäre die Ausarbeitung eines Viertklässler zum Thema ‚Mengenleere‘ (Achtung: Absicht!) aussagekräftiger als ‚Modellrechnungen‘ selbsternannter und selbstverliebter ‚Experten‘, die in ihren heruntergekommenen Elfenbeintürmen hausend vom tatsächlichen Leben keine Ahnung haben. Und nur, weil einer Ihrer ‚Experten‘ „Sinn“ heisst, macht es noch keinen.
… und so manche OPEC-Staaten begreifen gerade, dass die US-Basen auf deren Gebieten nicht zu ihrem Schutz errichtet worden sind, sondern zum Schutz von jemand anderem.
… und die BRICS Staaten arbeiten tatsächlich gerade an einem neuen Banksystem!
Beispiel ‚Brandmauermärchen‘:
Heise-Artikel vom 04.12.2025; Überschrift:
„Berlin: Polizei darf Wohnungen zur Staatstrojaner-Installation heimlich betreten“
Hierbei handelt es sich übrigens um eine Nachricht bezgl. ‚Land‘ Berlin.
Der Artikel beginnt mit: „Mit der Mehrheit der Koalition aus CDU und SPD sowie den Stimmen der oppositionellen AfD hat das Berliner Abgeordnetenhaus …“
Kleiner Hinweis: CDU und SPD haben eine absolute Mehrheit. Die hätten die Stimmen der AfD gar nicht gebraucht.
Wo bleibt Ihre Empörung? Ich kann sie nirgendwo finden!
Andererseits …
Heise-Artikel vom 25.06.2026; Überschrift:
„Sachsens neues Polizeigesetz: KI-Fahndung und Gesichtserkennung beschlossen“
Zweiter Absatz des Artikels beginnt mit: „Demgegenüber stand das Nein der Fraktionen der Grünen, der Linken und der AfD.“
Wie jetzt? Aber Brandmauer! Auch noch: „Mal so … Mal so …“. Heute „Hüh“ mit CDU und SPD, morgen „Hott“ mit Grünen und Linken.
Und „Hotte-Hüh“ hat bestimmt nichts mit den Wahlen im ‚Osten‘ zu tun. Nein, wie komme ich nur auf so etwas.
… und dann kommt plötzlich das Grundgesetz …
… und Hüseyin Dogru wird von der EU sanktioniert, weil er sich mit Pro-Palästina-Artikeln ganz eindeutig Pro-Russisch positioniert hat.
Häh …??? Was??? Wie bitte?
Wussten Sie eigentlich, dass bei der UN Wirtschaftssanktionen, die nicht mit dem UN-Sicherheitsrat abgestimmt worden sind, als illegale Kriege definiert werden, und dass die USA aufgrund deren Vetorecht dafür nie von der UN abgestraft werden konnten, und dass die USA dieses Vetorecht auf ‚Verbündete‘ ausweiten können?
… und würden die UN den Fall Dogru in einer gerechteren Welt als illegalen Krieg der EU gegen einen der eigenen Bürger (mit Migrationshintergrund) definieren?
… und wie definieren eigentlich die anderen Parteien „Remigration“?
… und wieviele Menschen würden gern freiwillig lieber wieder nach Hause gehen, als hier in Deutschland weiter ausgebeutet zu werden, und würden dies auch tun, wenn der westliche Imperialismus, angeführt von den USA, deren Heimatländer nur endlich in Ruhe lassen würde, und die Bodenschätze jener Länder auch endlich diesen Menschen gehören würden. Glauben Sie wirklich, die kümmern die Statistiken der BA?
Ist Ihnen eigentlich klar, dass Sie diese Menschen instrumentalisieren, während Sie die Ursachen für die Migration ignorieren, nur damit Sie sich moralisch erhöhen können?
… und was ist eigentlich mit den Statistiken über Langzeitarbeitslose? Die werden von den Jobcentern verwaltet. Doch im Gegensatz zur BA (Bund) gehören die Jobcenter zu den Kommunen, und da wird auch kein Unterschied mehr gemacht zwischen Sozialhilfeempfänger und Langzeitarbeitslosen. Die landen jetzt alle im gleichen Topf. Bis auf einige Familien. Wenn die zwischen einer gewissen Mindesteinkommensgrenze und einer gewissen Höchsteinkommensgrenze liegen, dann erhalten die ‚Kinderzuschlag‘ … von den Familienkassen, die wieder zu BA gehören, obwohl ‚Kindergeld‘ eigentlich zum Bereich ‚Einkommensteuer‘ zählt, weshalb die Familienkassen eigentlich zum Finanzamt gehören müssten, doch dann müssten die Mitarbeiter höhere Gehälter erhalten, was dumm wäre für den Haushalt, und ausserdem ist ‚Kinderzuschlag‘ Sozialgesetzbuch.
(Willkommen zu unserer Radiosendung: „Tipps und Tricks von Vater Staat“. Heute: Beispiele wie man Statistiken manipuliert – ohne dass der ordinäre „Untertan“ etwas davon versteht. Als Gastdozent begrüssen wir Heinrich Mann.)
… und dann war da der Rechtsextremismus …
… und es war Anton Hofreiter (Die Grünen), der 2023 davon öffentlich phantasierte, sich Chinas Vorkommen seltener Erden „Notfalls mit dem Colt auf dem Tisch“ zu sichern. (Wieso muss ich dabei ständig an ‚Lebensraum‘ denken?)
… und ist es nicht Annalena Baerbock (Die Grünen) gewesen, die 2024 davon gesprochen hatte, bei Abschluss eines vorläufigen Waffenstillstands eine deutsche Expeditionsarmee in die Ukraine zu schicken?
… und wie ist das noch mit diesem „verpflichtenden Freiheitsdienst“ gewesen? Eine Formulierung der Grünen.
… und Friedrich Merz (CDU) hatte 2025 versprochen, dass die Bundeswehr „konventionell zur stärksten Armee Europas“ werden soll.
… und ich fühle mich bei all dieser Rhetorik, als hätte man mich ca. 100 Jahre zurück in die Vergangenheit geschickt.
Aber „Doctor“ Grohmüller fällt das Leiden der Welt auf. Sicher …
Was träumt Herr „Doctor“ eigentlich des Nachts?
Schon einmal von der Dokumentation „Earth’s Greatest Enemy“ gehört?
Was glauben Sie wohl, wie sich die Situation ‚verbessert‘, wenn all die Kriegstreiber-Parteien, die Sie mit keinem Wort erwähnen, am Ende alle mit der einzigen Partei, die Sie erwähnen, an einem Strang ziehen? Doch Sie tun so, als würde dies nie Geschehen.
Ich wünsche noch viel Spaß dabei, jedem Spiegel aus dem Weg zu gehen, während Sie Steckrüben-Rezepte sammeln.
(Ist das jetzt eigentlich Satire oder eine Zukunftsvision?)
Ich glaube, den Preis für den längsten Kommentar ist das auf jeden Fall wert. 😉
Vielen Dank dafür.
*mit dankbarer, ehrenvoller Verneigung*
P.S.:
Ich hab’s nicht so mit Emojis … *zwinker*
Das weiß ich. Deshalb
Der ist gut!!!
Jetzt bin ich fast versucht, ein lachendes Emoji zu verwenden …
…
…
… aber nur fast.
Guten Tag auch von meiner Seite.
Sie werfen dem Autor mehrfach mangelnde Recherche vor. Deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, nun einige Ihrer Aussagen nachzuprüfen. Das ist insofern interessant, als Sie mit Ihrem eigentlichen Anliegen durchaus einen Punkt haben: Politische Wirklichkeit ist komplizierter als die Einteilung der Welt in Gute und Böse. Nur leider demonstriert Ihr eigener Kommentar ziemlich eindrucksvoll, wie schnell man beim Kampf gegen ein vermeintlich simples Weltbild selbst eines konstruiert.
Beginnen wir mit Jacques Ellul. Sie haben recht: „Propagandes“ erschien 1962 und erst 2021 erstmals vollständig auf Deutsch. Daraus allerdings den Verdacht abzuleiten, der deutsche „Mainstream“ habe das Werk womöglich „bis in alle Zeiten begraben“ wollen, ist keine Recherche, sondern allenfalls eine Vermutung, die Sie unmittelbar in ein Narrativ einbauen. Aus dem späten Erscheinungstermin einer Übersetzung folgt keinerlei Absicht, das Original zu unterdrücken. Gerade wenn man Ellul zur Messlatte erhebt, sollte man zwischen Tatsache, Interpretation und Unterstellung unterscheiden.
Und nein: Westend ist nicht deshalb ein „Schwurbel-Verlag“, weil dort Autoren erscheinen, deren Ansichten nicht jedem gefallen. Auch das wäre genau jene Kontaktschuld, gegen die Sie an anderer Stelle argumentieren.
Interessanter wird es bei Ihren überprüfbaren politischen Beispielen.
Die AfD erzielte 2013 tatsächlich bemerkenswerte 4,7 Prozent bei der Bundestagswahl und 2014 7,1 Prozent bei der Europawahl. Das ist unstrittig. Daraus machen Sie jedoch eine „größte PR-Kampagne für eine neue Partei“, deren Erfolg offenbar verdächtig sein soll. Das kann man behaupten. Belegt haben Sie es nicht. Ein ungewöhnlich schneller Wahlerfolg ist zunächst einmal genau das: ein ungewöhnlich schneller Wahlerfolg. Er beweist weder eine gesteuerte Kampagne noch, dass den Wählern von geheimnisvollen Hirten eine eigens angelegte Weide mit besonders grünem Gras hingestellt wurde.
Das Muster wiederholt sich.
Sie schreiben, im März 2020 habe die AfD „als erste Partei nach der Maskenpflicht“ gerufen. Dafür finde ich keinen belastbaren Beleg. Sehr wohl finde ich bereits vom 27. April 2020 eine Erklärung der AfD-Bundestagsfraktion, in der eine generelle Maskenpflicht ausdrücklich abgelehnt wird. Im weiteren Verlauf der Pandemie forderte die AfD eine „Kindheit ohne Abstand und Maske“, und Mitarbeiter ihrer Bundestagsfraktion gingen sogar gerichtlich gegen die Maskenpflicht im Bundestag vor.
Das passt schlecht zu Ihrer Behauptung.
Noch hübscher ist Robert Habeck. Sie schreiben, die ersten „Militanten“, die Trump folgend fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung verlangt hätten, seien die Grünen gewesen, konkret Robert Habeck. Habeck forderte Anfang 2025 3,5 Prozent. Die fünf Prozent kamen von Donald Trump. Man kann 3,5 Prozent für richtig, falsch, irrsinnig, vernünftig oder unbezahlbar halten. Aber aus 3,5 werden auch durch sehr viel Empörung keine 5.
Warum erwähne ich diese Details?
Weil Sie Ihren ganzen Kommentar unter die Überschrift mangelnder Recherche stellen. Wer anderen vorhält, politische Sachverhalte nicht sorgfältig genug zu prüfen, übernimmt damit selbst eine gewisse Bringschuld.
Nun zu dem wichtigeren Punkt.
Sie führen zahlreiche Beispiele an, bei denen Parteien in einzelnen Sachfragen gleich abgestimmt haben. In Berlin stimmten CDU, SPD und AfD für die Verschärfung des Polizeigesetzes. Bei einem anderen Polizeigesetz standen AfD, Grüne und Linke auf derselben Seite. Und daraus folgern Sie sinngemäß: Was soll dann das Gerede von der Brandmauer?
Nur bedeutet eine politische „Brandmauer“ nicht, dass zwei Parteien niemals dieselbe Sachentscheidung treffen dürfen.
Wenn morgen AfD, SPD, Grüne, CDU und Linke gemeinsam dafür stimmen, dass die Feuerwehr neue Löschfahrzeuge bekommt, sind sie deswegen keine Fünf-Parteien-Koalition. Eine Brandmauer bezeichnet die Ablehnung institutionalisierter politischer Zusammenarbeit, insbesondere von Koalitionen, Absprachen und der Beschaffung eigener Mehrheiten durch eine bestimmte Partei. Sie bedeutet nicht, dass man bei jeder Abstimmung erst nachsehen muss, wie die AfD abstimmt, um anschließend vorsichtshalber das Gegenteil zu tun.
Das wäre tatsächlich absurd.
Sie verwechseln also punktuelle Übereinstimmung mit politischer Kooperation.
Ähnlich problematisch finde ich Ihre Behandlung wirtschaftlicher Modellrechnungen. Selbstverständlich kann kein ökonomisches Modell die Zukunft vorhersagen. Das behauptet seriöse Wirtschaftswissenschaft allerdings auch nicht. Modelle sind Wenn-dann-Rechnungen. Man trifft explizite Annahmen und untersucht, welche Folgen unter diesen Annahmen wahrscheinlich wären.
Sie schreiben sinngemäß, eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt sei genauso zuverlässig.
Nach diesem Maßstab könnten wir allerdings große Teile rationaler Planung einstellen. Versicherungen könnten keine Risiken kalkulieren, Unternehmen keine Absatzprognosen erstellen, Rentenversicherungen keine demografischen Projektionen machen, Verkehrsplaner keine Verkehrsströme berechnen und Regierungen keine Steuereinnahmen prognostizieren.
Natürlich können Modelle irren.
Der wissenschaftlich interessante Einwand lautet deshalb nicht: „Modelle können die Zukunft nicht vorhersagen.“
Er lautet: Welche Annahmen wurden getroffen? Welche Daten verwendet? Wie robust ist das Ergebnis gegenüber veränderten Parametern? Welche Alternativmodelle kommen zu anderen Ergebnissen?
Genau darüber kann man hervorragend streiten.
„Kaffeesatz“ ist dagegen keine methodische Kritik.
Das gilt auch für Ihre BRICS-Ausführungen. Selbstverständlich verändern BRICS, alternative Zahlungssysteme und eine mögliche Verringerung der Dollarabhängigkeit langfristig internationale Wirtschaftsbeziehungen. Nur beantwortet das die Frage nach den ökonomischen Konsequenzen eines deutschen Austritts aus EU und Binnenmarkt nicht.
Sie stellen eine interessante andere Frage – und tun anschließend so, als hätten Sie damit die erste beantwortet.
Deutschland ist wirtschaftlich extrem eng mit dem europäischen Binnenmarkt verflochten. Ob der Dollar in zwanzig Jahren 40, 50 oder 60 Prozent bestimmter internationaler Transaktionen ausmacht, ändert zunächst nichts daran, dass ein deutscher Maschinenbauer heute seine Komponenten aus mehreren EU-Staaten beziehen und seine Produkte ohne Zoll- und Grenzformalitäten in andere Mitgliedstaaten verkaufen kann.
Man kann über die EU sehr kritisch diskutieren. Man kann ihre demokratischen Defizite, ihre Bürokratie, ihre Außenpolitik und ihre Sanktionspolitik kritisieren. Daraus folgt aber nicht, dass ein deutscher EU-Austritt wirtschaftlich folgenlos wäre.
Ihre Argumentation über Sanktionen enthält ein ähnliches Problem. Es gibt eine ernsthafte völkerrechtliche Debatte über unilaterale Sanktionen. Die Behauptung aber, bei den Vereinten Nationen seien Wirtschaftssanktionen, die nicht vom Sicherheitsrat beschlossen wurden, schlicht als „illegale Kriege“ definiert, ist in dieser Pauschalität nicht haltbar. Schon die Frage nach der Rechtmäßigkeit unilateraler Sanktionen ist Gegenstand einer umfangreichen völkerrechtlichen Kontroverse.
Und damit sind wir bei einem grundsätzlichen Punkt Ihres Kommentars.
Sie werfen dem Artikel vor, die Welt moralisch zu vereinfachen. Anschließend springen Sie von Ellul über AfD, Corona, Trump, Habeck, BRICS, Petrodollar, Polizeigesetze, Hüseyin Doğru, Sanktionen, Jobcenter, Kinderzuschlag, seltene Erden, Baerbock, Bundeswehr, Ukraine und Friedrich Merz bis zum amerikanischen Imperialismus.
Das ist beeindruckend breit.
Aber Breite ist nicht dasselbe wie Kontext.
Kontext bedeutet, diejenigen Tatsachen heranzuziehen, die für die konkrete Behauptung kausal oder logisch relevant sind. Es bedeutet nicht, möglichst viele andere politische Missstände aufzuzählen.
Und genau deshalb beantwortet beispielsweise der Hinweis auf Anton Hofreiter die Frage nach der AfD nicht.
Selbst wenn ein Herr Hofreiter im Brustton der Überzeugung Unsinn redet, bleibt das doch eben nur Unsinn.
Wenn Baerbock eine falsche politische Entscheidung fordert, ist sie falsch.
Wenn Merz eine problematische Aufrüstungspolitik verfolgt, darf und soll man sie kritisieren.
Wenn Grüne, SPD oder CDU Bürgerrechte beschneiden, werden diese Eingriffe nicht dadurch besser, dass die betreffenden Parteien sich selbst als Verteidiger der Demokratie verstehen.
Alles zugestanden.
Aber was folgt daraus für die AfD?
Nichts.
Das ist ein klassisches „Whataboutism“-Problem – und ich verwende den Begriff hier nicht als Totschlagargument. Wenn jemand behauptet: „Die AfD vertritt Position X“, dann widerlegt der Satz „Anton Hofreiter hat aber Y gesagt“ die Behauptung X nicht.
Beides kann gleichzeitig kritikwürdig sein.
Auch der ursprüngliche Beitrag behauptet nirgends, CDU, SPD oder Grüne seien unfehlbar. Sein Gegenstand ist die AfD und die mögliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenz einer bestimmten Politik. Ein Text über Lungenkrebs muss nicht gleichzeitig Diabetes, Darmkrebs und Bandscheibenvorfälle behandeln, damit seine Aussagen über das Rauchen richtig sein können.
Besonders wichtig ist mir das beim Begriff „Remigration“.
Die AfD selbst verwendet diesen Begriff inzwischen ausdrücklich. Sie definiert ihn offiziell enger als manche ihrer politischen Gegner und weist die pauschale Abschiebung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund zurück. Das sollte man der Fairness halber erwähnen.
Damit ist die Diskussion aber nicht beendet.
Denn politische Parteien bestehen nicht nur aus Hochglanzprogrammen und nachträglich präzisierten Positionspapieren. Relevant sind auch Forderungen ihrer Funktionäre, Strömungen innerhalb der Partei, parlamentarisches Verhalten und die gesellschaftspolitische Vorstellung, die sich daraus ergibt. Über deren Bedeutung darf und muss gestritten werden.
Und hier liegt meines Erachtens auch das Missverständnis über den ursprünglichen Artikel.
Der Text ist keine volkswirtschaftliche Dissertation.
Er ist Satire.
Satire extrapoliert. Sie überzeichnet. Sie nimmt eine politische Entwicklung und zieht sie absichtlich bis zu einem grotesken Endpunkt: Steckrüben, Bezugsscheine, Sütterlin, leere Krankenhäuser und Frisöre namens Kevin und Ronnie.
Natürlich wird nach einem AfD-Wahlsieg nicht am Dienstagmorgen die letzte Aubergine aus dem Edeka verschwinden.
Das dürfte sogar Peter Grohmüller wissen.
Die Frage der Satire lautet vielmehr: Was passiert mit einem alternden Land, das Arbeitskräfte benötigt, wenn es gleichzeitig ein gesellschaftliches Klima erzeugt, in dem Zuwanderung primär als Bedrohung begriffen wird?
Darauf kann man eine sachliche Antwort versuchen.
In Deutschland arbeiten Millionen Menschen ohne deutschen Pass. In manchen ostdeutschen Regionen wäre die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen Jahren ohne Zuwanderung aus Drittstaaten nicht einmal gewachsen. Dass ein erheblicher Verlust ausländischer Arbeitskräfte Folgen für Pflege, Gastronomie, Logistik, Industrie, Handwerk und andere Branchen hätte, ist deshalb keine besonders gewagte Hypothese.
Ob die satirische Zuspitzung mit Steckrüben gefällt, ist eine andere Frage.
Satire darf einem zu grob, zu wütend oder zu einseitig sein.
Darüber lässt sich reden.
Was mich an Ihrem Kommentar allerdings am meisten wundert, ist etwas anderes.
Sie beginnen mit Jacques Ellul und Propaganda. Ellul interessierte sich gerade dafür, wie Menschen Informationen in bereits bestehende Deutungsmuster einpassen. Danach präsentieren Sie eine Welt, in der „Mainstream“, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Experten, Wirtschaftswissenschaftler, EU, USA, Grüne und etablierte Parteien immer wieder als Bestandteile eines großen ideologischen Zusammenhangs auftauchen.
Informationen, die dazu passen, werden miteinander verbunden.
Informationen, die nicht passen, werden als Propaganda, Manipulation oder irrelevante Expertenmeinung abgewertet.
Das ist zumindest bemerkenswert nahe an genau jenem Mechanismus, vor dem Ellul gewarnt hat.
Vielleicht sollten wir deshalb etwas weniger darüber nachdenken, wer „der Böse“ ist.
Denn das Pispers-Zitat, mit dem Sie Ihren Kommentar eröffnet haben, ist tatsächlich ziemlich gut.
„Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“
Nur sollte man einen guten Aphorismus gelegentlich auch auf die eigene Argumentation anwenden.
Die Welt wird nämlich weder dadurch richtig beschrieben, dass man die AfD zur Ursache allen Übels erklärt, noch dadurch, dass man nahezu jedes Problem über „Mainstream“, USA, EU, Imperialismus, Experten und etablierte Parteien zu einem Gegen-Narrativ zusammenbindet.
Man darf gleichzeitig die AfD für gefährlich halten, deutsche Aufrüstung kritisieren, EU-Sanktionen hinterfragen, Polizeigesetze ablehnen, amerikanische Außenpolitik kritisieren, Migration differenziert betrachten und Friedrich Merz für einen schlechten Bundeskanzler halten.
Das ist sogar ausgesprochen einfach.
Man muss dafür nur eine Gewohnheit aufgeben:
Die Vorstellung, dass die Fehler der einen Seite die Fehler der anderen widerlegen.
Sie tun es nicht.
Und wenn Sie demnächst wieder mangelnde Recherche diagnostizieren möchten, würde ich Ihnen außerdem empfehlen, vorher noch einmal nachzusehen, ob 3,5 tatsächlich 5 Prozent sind.
Das erspart uns allen eine Menge Steckrüben.
Jacques Ellul ist für diese Diskussion tatsächlich interessant – und typeOwrong hat sich mit ihm keineswegs irgendeinen obskuren Autor herausgesucht. Ellul gehört zu den bedeutenden Theoretikern der Propaganda- und Technikforschung des 20. Jahrhunderts. Allerdings ist das, was Ellul unter Propaganda versteht, wesentlich differenzierter als das übliche „Die Medien belügen uns“.
Für die, die mit dem Namen nichts anfangen können, was ich durchaus nachvollziehen kann:
Jacques Ellul wurde 1912 in Bordeaux geboren und starb 1994. Er war französischer Jurist, Soziologe, Philosoph und protestantischer Theologe und lehrte lange an der Universität Bordeaux.
Zwei große Themen ziehen sich durch sein Werk:
Technik und moderne Gesellschaft sowie Propaganda und Massenkommunikation.
Ellul interessierte dabei weniger die einzelne politische Lüge. Ihn beschäftigte die viel größere Frage, wie moderne Gesellschaften Menschen dazu bringen, bestimmte Vorstellungen von Wirklichkeit zu übernehmen.
Sein international bekanntestes Buch über dieses Thema erschien 1962 unter dem französischen Titel Propagandes. Die englische Übersetzung von 1965 hieß Propaganda: The Formation of Men’s Attitudes. Die vollständige deutsche Übersetzung erschien tatsächlich erst 2021 als Propaganda. Wie die öffentliche Meinung entsteht und geformt wird.
Elluls entscheidender Gedanke
Das Spannende an Ellul ist, dass Propaganda für ihn viel mehr als staatliche Desinformation ist.
Die primitive Vorstellung wäre:
Regierung erzählt Lüge → Bürger glaubt Lüge = Propaganda.
Ellul hält das für viel zu einfach.
In einer modernen Massengesellschaft entsteht Propaganda vielmehr durch ein ganzes System von Kommunikation, Medien, politischen Vorstellungen, gesellschaftlichen Erwartungen, Symbolen und bereits vorhandenen Überzeugungen.
Und dabei kommt etwas ausgesprochen Unbequemes hinzu:
Der Empfänger der Propaganda ist nicht einfach ein unschuldiges Opfer.
Menschen haben ein Bedürfnis nach Orientierung. Die Welt ist kompliziert, widersprüchlich und unübersichtlich. Propaganda kann daraus eine verständliche Geschichte machen:
Das sind die Guten. Das sind die Bösen. Das ist die Ursache unserer Probleme. Deshalb passiert dies. Und deshalb müssen wir jenes tun.
Damit sind wir schon erstaunlich nahe bei Pispers‘ Satz:
„Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“
Propaganda muss nach Ellul nicht einmal hauptsächlich aus Lügen bestehen
Das ist einer seiner interessantesten Punkte.
Wir denken häufig:
Propaganda = falsche Informationen.
Ellul würde widersprechen. Erfolgreiche Propaganda kann zu großen Teilen aus wahren Tatsachen bestehen.
Entscheidend sind Auswahl, Gewichtung, Zusammenhang und Interpretation.
Nehmen wir beispielsweise zehn vollkommen wahre Meldungen über Straftaten von Migranten. Jede Meldung kann für sich genommen korrekt sein. Werden ausschließlich solche Fälle präsentiert, kann beim Publikum trotzdem der Eindruck entstehen:
Migration = Kriminalität.
Umgekehrt könnte man ausschließlich Geschichten über erfolgreiche Integration präsentieren und dadurch ebenfalls ein verzerrtes Bild erzeugen.
Keine einzelne Geschichte muss erfunden sein.
Gerade deshalb ist Propaganda so wirksam.
Und noch etwas ist bei Ellul wichtig: Man kann gebildet sein und trotzdem empfänglich für Propaganda
Mehr noch: Ellul hielt den modernen, gut informierten Menschen keineswegs automatisch für besonders widerstandsfähig.
Das ist zunächst kontraintuitiv. Man würde denken:
Wer viel liest, politisch interessiert und gebildet ist, fällt weniger auf Propaganda herein.
So einfach sieht Ellul das gerade nicht.
Wer ständig Nachrichten konsumiert und versucht, politische Ereignisse einzuordnen, benötigt Deutungsrahmen, um diese enorme Informationsmenge zu strukturieren. Genau dort können propagandistische Systeme ansetzen.
Das ist auch heute noch hochinteressant. Ein Mensch kann 30 vollkommen richtige Fakten kennen und trotzdem ein grotesk verzerrtes Weltbild besitzen, wenn er nur diejenigen 30 Fakten auswählt, die seine bereits bestehende Vorstellung bestätigen.
Genau deshalb finde ich das Ellul-Zitat des Kommentators so bemerkenswert.
Denn typeOwrong benutzt Ellul gewissermaßen als Waffe gegen Grohmüller:
Ihr seid der Propaganda erlegen. Ihr bekommt bestimmte Informationen vorgesetzt, empört euch darüber und merkt nicht, dass eure Wahrnehmung manipuliert wird.
Das ist als Kritik zunächst völlig legitim.
Nur beginnt er anschließend selbst, eine enorme Kette zu konstruieren:
AfD → öffentlich-rechtlicher Rundfunk → Corona → Trump → Grüne → Ukraine → NATO → BRICS → Petrodollar → USA → EU → Sanktionen → Migration → Imperialismus → seltene Erden → Bundeswehr usw.
Viele der darin genannten Einzelereignisse können vollkommen real sein.
Aber aus ihrer bloßen Aneinanderreihung entsteht noch kein Beweis für den behaupteten Gesamtzusammenhang.
Und genau hier wird Ellul gegen den Kommentator selbst interessant.
Er wirft dem Autor vor, Informationen in ein bereits vorhandenes Deutungsmuster einzubauen. Gleichzeitig besitzt er offenbar selbst ein starkes Deutungsmuster:
Mainstreammedien + etablierte Parteien + USA + EU + Experten = ein ideologisch geprägtes System.
Nun sucht er Ereignisse heraus, die in dieses Raster passen.
Das bedeutet nicht, dass seine Kritik an USA, EU, Grünen oder Medien deshalb falsch wäre. Das wäre wiederum derselbe Denkfehler.
Es bedeutet lediglich:
Auch der Kritiker von Propaganda kann propagandistische Denkmuster übernehmen.
Ellul unterscheidet unter anderem zwischen politischer Propaganda und soziologischer Propaganda.
Politische Propaganda ist das Offensichtliche: Eine Partei, Regierung oder Organisation versucht gezielt, Menschen zu beeinflussen.
Soziologische Propaganda ist subtiler. Eine Gesellschaft vermittelt ständig Vorstellungen davon, was normal, erstrebenswert, modern, vernünftig oder selbstverständlich ist – über Medien, Werbung, Unterhaltung, Institutionen und gesellschaftliche Konventionen.
Dafür braucht es keinen geheimen Besprechungsraum und keinen „Masterplan“.
Das finde ich für die Diskussion besonders wichtig. Denn aus Elluls Theorie folgt gerade nicht zwangsläufig die verschwörungstheoretische Vorstellung, irgendwo säßen einige Mächtige und steuerten zentral die öffentliche Meinung.
Ein gesellschaftliches Propagandasystem kann entstehen, ohne dass jemand das Gesamtsystem kontrolliert.
Deshalb ist die späte deutsche Übersetzung kein Beleg für Unterdrückung
typeOwrong stellt fest:
Fakt A: Das Buch erschien 1962 auf Französisch.
Fakt B: Eine vollständige deutsche Übersetzung erschien erst 2021.
Beides stimmt.
Dann folgt aber sinngemäß:
„Tja, der deutsche Mainstream hätte dies wohl gern bis in alle Zeiten begraben gewusst. Ich frage mich: Warum nur?“
Und genau zwischen B und dieser Schlussfolgerung fehlt der Beleg.
Es müsste beispielsweise Dokumente, Aussagen von Verlagen, Interventionen politischer Stellen oder andere Hinweise darauf geben, dass eine deutsche Veröffentlichung tatsächlich verhindert werden sollte.
Der bloße Abstand von 59 Jahren beweist das nicht.
Und darin steckt beinahe eine kleine Ellul’sche Pointe: Zwei richtige Tatsachen werden präsentiert und anschließend in einen bereits vorhandenen Deutungsrahmen eingebaut.
Und das macht die Sache rhetorisch reizvoll: Der Kommentator stellt Ellul gleich am Anfang als seinen Kronzeugen auf. Man muss diesen Kronzeugen gar nicht widerlegen. Man kann zeigen, dass dessen Theorie möglicherweise mindestens ebenso gut geeignet ist, die Argumentationsweise des Kommentators zu untersuchen wie den ursprünglichen satirischen Artikel.
Guten Tag.
Mal ehrlich: Ich finde dieses nur-„Guten Tag.“ so armselig, nehmen Sie es mir also nicht übel, wenn ich zusätzlich schreibe:
Danke, Herr Perleberg!
Ich halte Ihren Text für grandios, möchte aber einige Anmerkungen anbringen:
Sie schreiben: „Gleichzeitig besitzt er offenbar selbst ein starkes Deutungsmuster:“
Woher wissen Sie das?
Ich schreibe am Ende: „(Ist das jetzt eigentlich Satire oder eine Zukunftsvision?)“
Ich gebe im Nachhinein zu, die Art und Weise, wie ich den Satz positioniert habe, könnte falsch ausgelegt werden. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Für die Positionierung – nicht für den Satz!
Wieso ignorieren sowohl Sie als auch TomCat1965 das Jahr 1965 und „internationale Standardwerk“, die deutsche Vergangenheit und damit den Begriff „Indizien“? Gut, ich habe den Begriff „Indizien“ vorher nicht erwähnt, aber ganz ehrlich: Sind wir alle schon so NET-geschädigt, dass man für alles gleich eine mehrbändige Doktorarbeit verlangt, während im gleichen Atemzug Texte für ihre Länge kritisiert werden?
(Nein, Herr Wilhelm, das geht nicht gegen Sie. Bitte nicht falsch verstehen. Bitte nicht! *heul*)
Ich hätte als Indizien auch anführen können: „Das Land der Dichter und Denker!“, „Hohes, deutsches Bildungsniveau“, „politisches Hintergrundwissen“, dass die Bücher „Gaza: An Inquest into Its Martyrdom“ und „I Accuse!“ von Professor Norman Finkelstein bisher auch keine deutsche Übersetzung erfahren haben (zumindest kann ich keine finden).
Habe ich alles nicht getan. Asche auf mein Haupt! Ich bin halt von der irrsinnigen Annahme ausgegangen, das Wort „Indizien“ wäre ein Begriff. (Ich begrüsse jeden Witz, der sich wem auch immer an dieser Stelle aufdrängt.)
Ja, auch Sie drehen sich die Dinge, wie Sie sie gerne hätten – durch weglassen. So wie Sie und sehr sehr viele User und Bots auf „Sie-wissen-sicher-was-ich-davon-halte“-Media das gern tun. Damit manipulieren Sie und ich und TomCat1965 und Herr Grohmüller die Blase, in der wir Leben wollen. Die Erzählung, die wir darlegen. Darin besteht kein Zweifel!
Ich wüsste allerdings zu gern, warum Indizien nicht zum Kontext zählen sollen?
Ich wüsste auch zu gerne, warum der Kontext des ganz speziellen Zeitraumes, in dem Herr Grohmüller seine Satire veröffentlich hat (29.08.2026; Moment … ‚Revision‘ – Heute?!?! … Da sag ich jetzt nix zu …), offensichtlich keine Rolle spielen soll? (Hallo? Wahlen?)
Ich hätte Herrn Grohmüller auch entsprechende Manipulation vorwerfen können. Gut, das wäre zu witzig und viel zu absurd gewesen, aber ich hätte es tun können – jeder hätte es tun können.
Sehen Sie, das Zitat von Volker Pispers hatte ich nicht nur gewählt, weil es so wunderbar zu Jacques Ellul passt, sondern auch weil dies Zitat aus dem Programmteil mit dem Titel „USA und der Terrorismus“ von … Volker Pispers stammt. Man kann das auf YouTube finden. Kontext! *wink*
Ein weiterer Grund für eben dies Zitat zu eben diesem Zeitpunkt (Sie erinnern sich? Wahlen!) ist Volker Pispers, der seinem Publikum bereits bevor die AfD existierte, die Frage gestellt hatte:
„Was hat sich in den letzten XY Jahren (Anmerkung der Redaktion: Das „XY“ wurde verwendet, weil sich der Autor – also: ich – nicht mehr genau an den genannten Zeitraum erinnern kann.) durch die Politik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne für sie verbessert?“, und nach einer Aufzählung von Themen fordert er auf: „Helfen sie mir, sie wählen die doch ständig!“ Wieder Kontext! *zwinker*
… und genau DAS hätte ich in Zeiten von Wahlen erwartet!
… und genau DAS hat werter Autor des Blog-Eintrages nicht gemacht!
… also habe ich DEN Part übernommen, den der Autor ausgelassen hat. In „provokanter, satirischer“ Art und Weise … mit weniger farbigen Metaphern, weil … es war einmal ein Blog-Eintrag …
Ihr letzter Absatz, auch wenn er nur auf einen „Kronzeugen“ verweist, obwohl ich zwei nenne, ist vollkommen korrekt. Das kann ich so nur unterschreiben. Und genau DAS: „… die Argumentationsweise des Kommentators zu untersuchen wie den ursprünglichen satirischen Artikel.“, ist nur möglich, WEIL ich den Kommentar verfasst habe.
Hätte Herr Grohmüller den Text nicht in Zeiten von Wahlen verfasst, was hätte es mich gekümmert? Nichts!
Das hier sind aber Zeiten von Wahlen … und allein mein Gerechtigkeitsinn verlangt von mir, dass ich den Autor schelte: „Thema verfehlt! Sechs! Setzen!“
… und ja, das war überaus reizvoll! Ich konnte einfach nicht widerstehen! *grins*
Einen schönen Sonntag wünsche ich Ihnen.
(Sind heute nicht irgendwo Wahlen?)
Kurz dazu:
„(29.08.2026; Moment … ‚Revision‘ – Heute?!?! … Da sag ich jetzt nix zu …)“
Nehmen Sie es als Zeichen der Transparenz, dass Revisionen überhaupt benannt werden. Das ist nämlich nicht unbedingt Standard.
In diesem Fall bezieht sich die Revision lediglich auf das Einfügen des Fotos von Herrn Grohmüller, damit es anderen nicht auch so geht, wie Ihnen, und sie anfänglich eine andere Urheberschaft vermuten.
Danke für den Hinweis, aber das habe ich mir schon gedacht, nachdem ich den Text von Herrn Grohmüller später noch einmal gelesen hatte. Da habe ich dann das Foto im Text gesehen und ich war mir sicher, dass es vorher nicht vorhanden gewesen ist, sonst hätte ich ja nicht von dem „‚Fahndungsfoto‘ am Ende“ geschrieben. Dies Foto ist ja nicht zu übersehen.
Übrigens: „Fahndungsfoto“ verwende ich nicht aufgrund der Qualität des Bildes, sondern weil es in Deutschland mittlerweile den Fingerabdruck im Ausweis gibt.
Erinnern Sie sich an Otto Schily?
Der hatte als Bundesinnenminister bereits den Fingerabdruck im Ausweis gefordert. Als Vorbild hatte er Spanien erwähnt, aber den Kontext verschwiegen.
In Spanien ist der Fingerabdruck im Ausweis von General Franco eingeführt worden. Sie wissen schon: Franco-Ära; die reichte bis in die 80er Jahre. Dann hat die spanische Bevölkerung für ihr Ende gesorgt.
Und was haben die Spanier als erstes abgeschafft?
Richtig! Den Fingerabdruck im Ausweis!
Hach, Geschichte kann so witzig sein …
Mal unter uns:
Es gibt den Song „Pet“ von ‚A Perfect Circle‘.
Die Musik ist wahrscheinlich nicht Ihr’s, aber sehen Sie sich einmal den Text an. Stammt aus dem Jahr 2003.
Und zum Schluss noch ein kleines Gedankenspiel:
Ich weiss nicht genau, wie die Wahlen gestern ausgegangen sind – nur erste Hochrechnungen. Da lag die Wahlbeteiligung noch bei unter 55%.
Wenn die Wahlbeteiligung nun bei 50% gelegen und die AfD 50% der Stimmen erhalten hätte: Was sind 50% von 50%?
Und für jene Stimmen, die von beiden Seiten nun den ‚bösen‘ Nichtwähler verantwortlich machen wollen: Warum sollte ich im Casino BlackJack spielen, wenn ich weiss, dass die Bank immer gewinnt? Da betrete ich doch lieber gar nicht erst das Casino.
Und …
Weltweit ertönt die Parole: „Tax The Rich!“, und das halte ich noch für harmlos, aber Menschen wie Marc Andreesen nennen das „offensiv“.
Soll ich jetzt lachen oder weinen?
So, I’ll … „go back to sleep“ …
…
Nah, nicht wirklich …
Oh, sorry. Ich noch einmal. Ich hatte da etwas übersehen – generell. Weil Sie den Begriff „Massenkommunikation“ erwähnt haben:
Ich hätte auch Noam Chomsky „Manufacturing Consent“ ins Spiel bringen können – und wenn ich Professor Finkelstein in meinem ursprünglichen Kommentar erwähnt hätte, hätte ich vielleicht … aber naja, so ist das halt mit „hätte“.
In diesem Zusammenhang spielen „Indizien“ und „Weglassen“ natürlich ebenfalls eine grosse Rolle.
Das hatte ich ganz vergessen, zu erwähnen. Ihre Antwort hatte mich an Chomsky erinnert und es ärgert mich ein wenig, dass ich ihn nicht in meinem ursprünglichen Kommentar erwähnt hatte. Das wollte ich an dieser Stelle ich noch eben nachholen.
Jetzt bin ich aber weg.
Puh, ist doch immer dasselbe. Kaum sind 2 Millionen Worte und Wörter gewechselt, schon ist die Luft raus aus dem Thema…
„Welcome back my friends to the show that never ends“
ELP
Emerson, Lake and Palmer
1974
Titel des 2. Live-Album
Für Herrn Grohmüller … und für meine Kritiker …
(… und für Herrn Wilhelm: Machen wir doch 3 Millionen draus.)
„Words come easy
Behind a screen
When there’s no interface to face
To be seen
King of insects
You eat your own
Atop an anthill
You call your throne
…
Chatter to the wind
Make your decree
And save your venom
For the ones who disagree“
Assemblage 23 – aus dem Song: „King Of Insects“; 2001
—
„Don’t want to feel, don’t want to care,
don’t want to make myself aware!
Don’t want to see that my TV is never balanced, never fair!
Don’t want to know that all they show
is only meant to sell me more luxury anxiety
for the cost of being poor!
Don’t want to sleep, don’t want to eat,
don’t want to miss a breaking tweet
or skip a reel that has appeal and feeds me more of my #beliefs!
Influenced to keep me safe in a world of the devout
where fear of God has been replaced with a fear of missing out!
Don’t wanna hear, don’t wanna read,
don’t wanna learn from history this is now!
And anyhow I never see it in my feed!
No one to blame they’re all the same!
Any news is just pretend!
Catastrophes? Absurdity!
It’s entertainment in the end!
Don’t want to dream, don’t have the need,
I’ve given in to the machine,
I won’t be bored anymore as I succumb to this disease,
don’t want to go and look outside,
burst my bubble full of lies,
I punched the like and hit subscribe,
they’ll notify me when I die!
(Die Stimme des ‚Priesters‘ – Habe ich einfach mal „zusammen gesetzt“):
Oh! But the devil is cunning! He has found new vessels for His deceit. He has taken hold of the newsmen, the broadcasters, the slick-tongue voices upon the radio waves. They sit in their studios, twisting words, spinning tales, shaping the minds of weak men who listen and believe.
I tell you: there is no reality to believe in when the voice of Satan speaks through the antennae of your home!
The time is short, the signs are clear. The Devil is in the circuitry, in the headlines, in the smooth-talking voices in the video. Will you listen to Him? Or will you turn to the one who has never changed, never lied, never failed.
Choose wisely my friends … the fire is coming, and the machines will not weep for you.
The newspaper prints it and so you BELIEVE it!
The television shows it, and so you TRUST it!
But I say to you: do NOT let these sorcerers turn your heart from THE TRUTH!
REPENT!
Smash the idols of modernity!
Smash the television that fill your home with falsehoods!
Burn the papers that lead your mind astray!
Hallelujah!“
cut.rate.box – Song: „Reel Life“ (Kein Schreibfehler!); 2025
(Ich freue mich jetzt schon auf Kommentare im Stil wie jenen von Herrn Perleberg …
Ich empfehle schon einmal, vorher das Video zu gucken.)
—
„I know the pieces fit
‚Cause I watched them fall away
Mildewed and smoldering
Fundamental differing
Pure intention juxtaposed
Will set two lovers‘ souls in motion
Disintegrating as it goes
Testing our communication
The light that fueled our fire then
Has burned a hole between us so
We cannot seem to reach an end
Crippling our communication“
Tool – aus dem Song: „Schism“; 2001
—
„Your tyranny I was part of …“
Front 242 – aus dem Song: „Gripped By Fear“; 1991
—
„Mobilise
Globalise
Hypnotise
Homogenise
Shut your eyes
Don′t criticise
It’s a big surprise
Ain′t telling ya lies
Truth hides in plain sight
Kentucky Fried Genocide
Bruised
Screwed
Pickled and tattooed
Tried to resist but destined to lose
Nobody listens but it’s breaking down the door
Only the paranoid really know the score
…
Market Force is the new dictator
Manipulator and annihilator …“
the The – aus dem Song: „Global Eyes“; 2000
—
„Lies and slander in vain try to shame us.
Riots, protests, violence just makes us famous.
TV interviews. Free publicity
increase record sales dramatically“
Type O Negative – aus dem Song: „We … everyone“ (ähem, Track 9 auf „Bloody Kisses“); 1993
—
… und, weil es so schön war …
„…
Pay no mind what other voices say
They don’t care about you, like I do, like I do
Safe from pain and truth and choice and other poison devils
See, they don’t give a f… about you, like I do
Just stay with me, safe and ignorant
Go back to sleep
Go back to sleep
…
I′ll be the one to protect you from
Your enemies and all your demons
I’ll be the one to protect you from
A will to survive and a voice of reason
I′ll be the one to protect you from
Your enemies and your choices son
They’re one in the same
I must isolate you
Isolate and save you from yourself
Swaying to the rhythm of the new world order and
Count the bodies like sheep to the rhythm of the war drums
…
Stay with me
Safe and ignorant
…
Go back to sleep“
A Perfect Circle – aus dem Song: „Pet“; 2003
—
Den Text des Song „Gares Of Delirium“ (1974) von Yes jetzt hier zu posten, wäre vielleicht ein wenig viel, und ich könnte beinahe ewig so weiter machen, aber ich schätze, mit ein wenig Verstand, verstehen sie, worauf ich hinaus will.
Und am Schluss, eine kleine Anekdote:
Als ich dereinst meine Theorie zu „Social-Media mit A“ testen wollte, habe ich in einem passenden Zusammenhang folgende Aussage zitiert:
„Wir dürfen nicht zulassen, dass Reiche sich Regierungen kaufen können.“
Dabei ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen: Als Quelle hatte ich Teddy Roosevelt angegeben!
Das ist natürlich falsch! Ich hatte da was durcheinander gebracht.
Tatsächlich stammt das Zitat von Dwight Eisenhower, der einen „Spitzensteuersatz“ von 91% u.A. mit dieser Aussage begründet hatte!
Sie können sich vorstellen, wie neoliberale und angeblich „nicht“-neoliberale Kapitalisten mich verbal angegangen sind. Werfen sie nur einen Blick auf ‚TomCat1965‘.
(Selbst wenn ‚TomCat1965‘ einen Kater haben sollte, der ‚Tom‘ heisst, so bleibt eine ‚Tomcat‘ doch ein Kampfflugzeug – und somit eine Waffe; und der Film „Top Gun“ bleibt eine Kollaboration von Hollywood mit der US-Navy und dem US-Verteidigungsministerium.)
Ändert dieser Fehler etwas an meiner Kernaussage und an dem Zitat?
Nein!
… und darum … (Das können alle nun halten, wie ’n Dachdecker!)
Was nun Herrn Perleberg angeht …
… da warte ich auf Antworten, und hätte auch gern aufgezeigt, wo ich denn die von Ihnen genannte „Kette“ konstruiere?
Ich führe Beispiele an, was Herr Grohmüller zusätzlich zu seinen Tiraden hätte anführen können.
Sie interpretieren meine Beispiele dahingehend, dass da eine Kette wäre. Jetzt frage ich mich, auf welcher Grundlage – und damit meine ich IHRE Grundlage – Sie diese Kette sehen, und was die genau bedeuten soll?
Wenn ich eine Kette hätte aufbauen wollen, dann hätte ich wohl bei John Maynard Keynes angefangen – oder Marx, dann Keynes und dann Hayek, zwischendurch ein kleiner Abstecher zur „Sozialdemokratie“, kleiner Exkurs über den Begriff „Zwangsarbeit“ hin zu Reagan, Thatcher und Kohl, usw. usw. um dann bei Yanis Varoufakis und dem Begriff „Techno-Feudalismus“ zu landen.
Ich weiss ja nicht, was Ihnen da so vorschwebt, was ich für eine „Kette“ vertreten würde.
Ich könnte auch bei Sokrates und seiner Kritik gegenüber der Demokratie (des antiken Griechenlands) beginnen, bevor ich Konfuzius zu Rate ziehe, im Sinne von: „Weisheit ist, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen.“ – oder so ähnlich.
Frage an die Klasse: Wer kann sich vorstellen, was DAS für ein Text geworden wäre?
Kleine FunFact-Aufgabe am Rande: Wer kann erklären…
A) … warum Herr Grohmüller den Thüringer Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2023 nennt, und nicht aus den Jahren 2024 und/oder 2025?
b) … wo das Problem mit dem Verfassungsschutzbericht 2023 liegt, das in unterschiedlichen Medien 2024 dann aufgezeigt und/oder diskutiert worden ist?
Dies winzige Detail hatte ich ausgelassen in der Hoffnung, jemand anderes würde darauf hinweisen.
Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Zum Abschied schreib ich leise …
Sehr geehrter Herr Wilhelm,
eigentlich wollte ich mich gar nicht mehr zu Wort melden, weiter meines Weges ziehen, hin und wieder einen Blick riskieren in der Hoffnung, noch einmal einen Blog-Text zum Thema „Kunst und Kultur“ lesen zu dürfen. Sie wissen schon, wie Ihre „Trauerreden“ zu „Comics“ und „Magenta TV“.
Da Sie aber nun so herzerweichend jammern, dass Ihnen „2 Millionen Worte“ zu wenig sind, dachte ich mir, ich könnte ja dabei behilflich sein, die „3 Millionen Marke“ zu knacken.
Ich möchte noch erwähnen, dass man „Wissen“ und/oder „Weisheit“ an den unmöglichsten Orten finden kann.
Ein Beispiel:
„The Road Warrior (Mad Max 2)“ – dt. Titel: „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ (dummdumm – dummdumm)
Dieser Film setzt sich wahrhaftig mit einer der … nennen wir es: Thesen … von C. G. Jung auseinander, indem er versucht, diese über verschiedene Charaktere des Films zu betrachten.
Hierzu findet man ein YouTube-Video mit dem Titel: „Jungian psychology in MAD MAX 2 …“, und ich kann dieses Video nur jedem wärmstens empfehlen, allerdings sollte man den Film besser vorher gesehen haben, denn … sehr viele Spoiler.
So, dann gehe ich mal Steckrüben ernten. Habe ich das dann auch hinter mir.