Spitze Feder

Volksdeutsche Steckrüben in Futur II

Steckruebe 800x500

Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und anderswo, in den gar nicht mehr so neuen Bundesländern:

Es übersteigt zwar meine Vorstellungskraft, wie man sehenden Auges seinen eigenen ökonomischen, demokratischen und kulturellen Ruin, geradezu herbeisehnen kann, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Insofern…1

Werbung

Dies gilt selbstredend auch für den Tag, an dem Ihr, werte Volksgenossinnen und Volksgenossen, mit Eurer strammen, strunzdummen AfD-Führung bis zur Halskrause in die braune Scheiße gelatscht sein werdet, und an dem Ihr Euch nur noch von volksdeutschen Steckrüben ernähren und im Skorbut-Delirium „Wir sind das Volk“ skandiert…2

Sofern man Euer geiferndes Gebrüll, wegen Eurer lichten, ekligen, faulen Zahnreihen, dann überhaupt wird verstehen können. Dann empfiehlt es sich, die volksdeutschen Steckrüben gestampft, oder püriert zu genießen, falls man, quod erat demonstrandum, überhaupt von „Genuss“ reden kann. Das, aber nur nebenbei bemerkt.

Volksdeutsche Steckrüben übrigens, weil Eure stramme, strunzdumme AfD-Führung, wie angekündigt, alles Nichtdeutsche remigriert hat und es somit keine links-grün versiffte Vielfalt in den Theken bei EDEKA, Aldi, Lidl & Co. mehr geben wird. Keine Auberginen, keine Zucchini, keine Tomaten, Bananen, und, und, und.3

Volksdeutsche Steckrüben, werden das Einzige sein, was Ihr, nach der völkischen Vollreinigung, auf in Sütterlin bedruckten Bezugsscheinen, bekommen werdet. Die werdet Ihr auch bitter nötig haben … die in Sütterlin bedruckten Bezugsscheine und auch die volksdeutschen Steckrüben.

Ihr werdet nämlich keine Arbeit und folglich keine Kohle mehr haben, um vernünftiges Futter kaufen zu können … das es ohnehin nicht mehr geben wird. Denn einen Großteil Eurer Jobs, wird es dann auch nicht mehr geben, weil die Buden entweder eiligst rüber in den Westen gemacht haben, oder, wegen des Fachkräftemangels, eben pleite gegangen sein werden.4

Apropos: Euren Müll wird dann auch niemand mehr abholen. Eure Rathäuser, Eure Schulen, Eure Schwimmbäder und Eure Krankenhäuser, werden dann auch von niemandem mehr geputzt. Das wird aber zum Glück auch keine Rolle mehr spielen. Denn letztere, also die Krankenhäuser, werden ohnehin dicht sein, weil ja die Ärztinnen und Ärzte und das Pflege- und Küchenpersonal mit Migrationshintergrund, von Eurer strammen, strunzdummen AfD-Führung, remigriert, oder von selbst gegangen sein werden.5

Bevor ich es vergesse: Haare schneiden lassen, wird auch eher schwierig werden. Denn Luigi, oder Murat, die beliebtesten und besten Figaros der Stadt, die Euch jahrelang freundlich und kompetent bedient und immer Zeit für ein Schwätzchen gehabt haben, werden von Eurem Arisierungswahn ebenfalls weggeekelt worden sein. Nun ja, ich denke, dass ein Kevin, ein Ronnie, eine Jacqueline oder eine Chantalle, in einem dann rein deutschen Frisörgeschäft, zumindest einen schmissigen Ernst-Röhm-Schnitt hinbekommen werden. Haare werden ja ohnehin völlig überbewertet.

Vielleicht habt Ihr dann ja die Eier, knallhart und ultimativ die Konsequenz zu ziehen, wenn Ihr alle grau, zahnlos, verhärmt und scheiße ausseht und auch so drauf seid werdet:

Den Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland, aus der EU und aus dem Euro, und die Gründung eines neuen Staatsgebietes namens „Ostpreussische Gauen“, „West-Mütterchen-Russland“, „Neu Germanien“, oder irgendetwas in der Art.6 Das wäre mal ein eiserner Kreuz-Move, bei dem sogar Björn Höcke ein feuchtes Höschen bekäme.

Dann könntet Ihr ja die links-grün-versifften Wählerinnen und Wähler von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linke…quasi in einem großen Abwasch in die – wie hieß es in der Tätärä doch immer so schön? … in die BRD abschieben. Dann wärt Ihr wieder unter Euch und könntet mit Eurer neuen, aber eisenharten Währung, wie Reichsmark, Westrubel, Gau-Gulden, Germanen-Taler, oder what ever, wunderschöne Bückware beim HO bezahlen und importierte, weißrussische Salatgurken, als Bananen fressen.7

Es sei denn, die rechten Ultras der Union um Dobrindt, Spahn, Merz & Co. haben am Ende doch noch die Hosen gestrichen voll und verwerfen ihre widerwärtigen Gedankenspiele von einer blau-schwarzen Koalition auf Landesebene, weil sie eventuell noch einen Funken Anstand in ihren von Standesdünkel zugedröhnten Schädeln, oder Panik vor ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit haben und sich doch noch auf die Seite derer schlagen, die einer Neuauflage des Faschismus in Deutschland eine Absage erteilen.8

Dann würde es für eine stramme, strunzdumme AfD-Führung nicht reichen, und Ihr müsstet Euch eben weiter mit Auberginen, Zucchini, Tomaten, Bananen, mit Luigi, Murat und den ganzen anderen Kanacken hierzulande abfinden. Aber dann, zumindest in einer Demokratie, die Euch durch den Artikel 5 des Grundgesetzes die Freiheit gibt, weiterhin strunzdumm „Wir sind das Volk“ zu brüllen.9

Übrigens: Pürierte reichsdeutsche Steckrüben könntet Ihr ja trotzdem fressen – sogar ohne in Sütterlin bedruckte Bezugsscheine. Deal?


Quellen und Anmerkungen

1 Wirtschaftliche Folgen von Abschottung und „Dexit“.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt in einer Modellrechnung zu dem Ergebnis, dass ein deutscher EU-Austritt nach fünf Jahren mit einem um 5,6 Prozent niedrigeren realen Bruttoinlandsprodukt einhergehen könnte. Die kumulierten wirtschaftlichen Kosten werden mit rund 690 Milliarden Euro beziffert; rund 2,5 Millionen Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Die Formulierung vom „ökonomischen Ruin“ ist selbstverständlich satirische Zuspitzung, die zugrunde liegende Annahme erheblicher Wohlstandsverluste bei einem Dexit dagegen Gegenstand ökonomischer Modellrechnungen.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft: „Dexit würde 690 Milliarden Euro kosten“. ↩ zurück

2 Rechtsextremistische und völkisch-nationalistische Strömungen.
Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Der Thüringer Verfassungsschutz beschreibt beim dortigen Landesverband ein „völkisch-nationalistisches Ziel eines ethnisch-homogenen Staatsvolkes“ und behandelt auch Forderungen nach millionenfacher „Remigration“. Die drastische Wortwahl des Textes ist Kabarett; die Einordnung relevanter Landesverbände und die dokumentierte völkisch-ethnische Ideologie sind dagegen behördlich belegt.
Quellen: Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt: Rechtsextremismus/AfD; Verfassungsschutz Thüringen: Verfassungsschutzbericht 2023 (PDF). ↩ zurück

3 „Remigration“.
Der Begriff ist keine Zuschreibung von Gegnern der AfD. Die Partei verwendet „Remigration“ selbst und hat dazu einen entsprechenden Maßnahmenkatalog formuliert. Wichtig für die sachliche Einordnung: Daraus folgt nicht, dass das offizielle AfD-Bundesprogramm pauschal die Entfernung „alles Nichtdeutschen“ verlangt. Weitergehende ethnisch-völkische Vorstellungen sind jedoch insbesondere für Teile der Partei und einzelne Landesverbände dokumentiert. „Alles Nichtdeutsche remigriert“ ist im Text daher als satirische Überzeichnung zu verstehen.
Quellen: AfD: „Wie die AfD den Begriff Remigration definiert“; AfD: Bundestagswahlprogramm 2025 (PDF). ↩ zurück

4 Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wird das Beschäftigungswachstum in Deutschland seit 2024 von ausländischen Beschäftigten getragen. Zwischen 2014 und 2024 sank die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 3,9 Millionen Menschen, während die Zahl ausländischer Personen im Erwerbsalter um rund 3,4 Millionen zunahm. Die BA betont deshalb die Bedeutung von Erwerbsmigration für den deutschen Arbeitsmarkt.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Beschäftigungswachstum wird von ausländischen Arbeitnehmern getragen“.

Für Sachsen-Anhalt stellt die Bundesagentur fest, dass die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Deutscher seit 2017 sinkt und ausländische Arbeitskräfte zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Sachsen-Anhalt: Langfristiges Wirtschaftswachstum gibt es nur mit Zuwanderung“.

Auch für Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet die Bundesagentur Menschen aus dem Ausland als für den Arbeitsmarkt „längst unverzichtbar“.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern, August 2026. ↩ zurück

5 Ärzte, Krankenhäuser und Pflege.
2025 besaßen nach Angaben der Bundesärztekammer 71.480 berufstätige Ärztinnen und Ärzte in Deutschland keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht rund 16 Prozent der berufstätigen Ärzteschaft.
Quelle: Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025.

Auch die Pflege ist in erheblichem Umfang auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit besitzt inzwischen fast jede fünfte Pflegekraft eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die BA bezeichnet diese Beschäftigten als „unverzichtbare Stütze“.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit: „Jede fünfte Pflegekraft hat ausländische Staatsangehörigkeit“.

Die Aussage, Krankenhäuser würden ohne Migranten generell „dichtmachen“, ist somit erkennbar kabarettistische Überzeichnung. Dass ein erheblicher Verlust ausländischer Ärzte und Pflegekräfte die medizinische Versorgung stark belasten würde, ist durch die Beschäftigungszahlen hingegen gut begründet. ↩ zurück

6 Euro- und EU-Austritt.
Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro-System ist ausdrücklich AfD-Programmatik. Im Bundestagswahlprogramm 2025 findet sich die Forderung: „Deutschland muss aus dem Euro-System austreten.“ Auch einen deutschen Austritt aus der Europäischen Union hat die Partei programmatisch als Option beziehungsweise Ziel vertreten. Die im Text erfundenen Bezeichnungen für einen neuen Staat und eine neue Währung sind selbstverständlich satirisch; die Forderungen nach einer grundlegenden Abkehr von EU und Euro sind es nicht.
Quellen: AfD: Bundestagswahlprogramm 2025 (PDF); AfD: Programmpositionen zu EU und Europa. ↩ zurück

7 Mögliche wirtschaftliche Folgen eines Dexit.
Nach der Modellrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft könnte ein Dexit innerhalb von fünf Jahren zu erheblichen Einbußen bei Wirtschaftsleistung und Beschäftigung führen. Das IW beziffert den möglichen Verlust an Wirtschaftsleistung kumuliert auf rund 690 Milliarden Euro und spricht von etwa 2,5 Millionen gefährdeten Arbeitsplätzen. „Bückware“, Reichsmark, Westrubel und weißrussische Gurken als Bananenersatz sind mithin Kabarett. Die Annahme erheblicher wirtschaftlicher Verwerfungen durch einen deutschen EU-Austritt hat dagegen eine ökonomisch modellierte Grundlage.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft: „Dexit würde 690 Milliarden Euro kosten“. ↩ zurück

8 Union, „Brandmauer“ und Zusammenarbeit mit der AfD.
Innerhalb der Union gibt es eine reale Auseinandersetzung über den künftigen Umgang mit der AfD und über die sogenannte „Brandmauer“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte im Juli 2026, man müsse „mit jedem reden, der reden will“, und kritisierte die Verwendung des Begriffs „Brandmauer“.
Quelle: Tagesschau: Kretschmer zur „Brandmauer“ und zum Umgang mit der AfD.

Zur sachlichen Präzisierung muss jedoch festgehalten werden: Friedrich Merz hat eine Zusammenarbeit mit der AfD öffentlich weiterhin abgelehnt und auf entsprechende CDU-Beschlüsse verwiesen. Die Formulierung des Textes darf deshalb nicht so verstanden werden, als habe Merz selbst eine blau-schwarze Koalition angekündigt oder befürwortet.
Quelle: Tagesschau: Merz bekräftigt Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD. ↩ zurück

9 Artikel 5 Grundgesetz.
Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes garantiert das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Die Meinungsfreiheit gilt grundsätzlich auch für Meinungen, die andere für töricht, provozierend oder politisch abstoßend halten. Sie ist allerdings nicht schrankenlos; Absatz 2 nennt insbesondere die allgemeinen Gesetze, den Jugendschutz und das Recht der persönlichen Ehre.
Quelle: Bundesministerium der Justiz: Grundgesetz, Artikel 5. ↩ zurück

Bildquellen:

  • Steckruebe_800x500: Peter Wilhelm KI

Lesezeit ca.: 12 Minuten | Tippfehler melden


Lesen Sie doch auch:


(©si)