Thomas de Maizières Hirnatrophie, die Langeweile und seine Spezialeinheit gegen Terroristen

Wenn Terror dazu dienen soll, das gesellschaftliche Gefüge mit Gewalt zu brechen, dann haben die islamistischen Terroristen doch bislang nur eines geschafft: Man hat uns die Nagelfeilen im Flugzeug verboten. Peter Wilhelm

Thomas de Maizières Spezialeinheit gegen Terroristen

Was würde Thomas de Maizière bloß ohne Terroristen anfangen? Rosen züchten? Briefmarken sammeln? Seine Memoiren schreiben, will meinen: schreiben lassen? Sein komplettes Denken ist geradezu besessen von einer kapitalen Obsession: die komplette Bevölkerung unter putativen Generalverdacht zu stellen, sie zu überwachen und zu drangsalieren. Am besten natürlich mit Waffengewalt. Dabei meint er natürlich keine popelige Walther PPK, die der gemeine Schupo zwischen Handschellen, Würgekette und Maglite am Gürtle trägt. Nein, Thomas de Maizière ist kein Mann für halbe Sachen. Wenn schon Kanonen, dann die richtigen. Ergo, müsste es schon die Bundeswehr mit ihren dicken Wummen sein.

Wenn irgendwo im Lande mal wieder ein grimmig dreinschauender Vollbarträger mit Pierre-Vogel-Salafisten-Outfit seine kruden Gedanken in die Gegend krakelt, blitzen die Äuglein vom Bundes-innen-Thomas geradezu auf, und er verfällt in hektische Schnappatmung. Vor seinem inneren Auge rücken martialische, in mattschwarz gekleidete Terminatoren-Jungs aus und bereiten dem unbotmäßigen Spuk mit gewaltiger Feuerkraft ein Ende. Ach ja, seufzt Thomas im feuchten Tagtraum, wäre das schön.

Dummerweise verbietet aber unser Grundgesetz nun mal den Einsatz der Bundeswehr im Inneren, und deshalb liefen schon die Versuche all seiner Vorgänger ins Leere, diesen störenden Malus zu beseitigen und endlich mal eine Demonstration mit schwerem Gerät aufzumischen. Nun ist Thomas de Maizière ja ein findiges Kerlchen, wenn es darum geht, sich einen Dreck um unser Grundgesetz zu scheren.


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Sein neustes Irrlicht ist nun also die Spezialeinheit gegen Terroristen. Eine Truppe aus knallharten Männern, die militärisch ausgestattet ist und Hollywood-mäßig auch so auftritt, aber eben nicht der Bundeswehr unterstellt ist. Und das Beste daran ist, dass die Bundes-Uschi denen nichts zu befehlen hätte. Einfach genial. Scheiß auf das Grundgesetz und auf die enervierende Multifunktions-Amazone mit ihrem eisigen Lächeln, ihren Truppen-Kitas, ihren Wellness Kasernen und all dem hirnrissigen Teilzeit-Weiberkram, mit dem sie in den güldnen Blättern der Friseursalons auf wichtig macht.

Und das Beste, was sage ich: das Allerbeste an dieser Ultra-Spezialeinheit ist, dass Wolfgang Schäuble die Schatulle auftun muss. Thomas de Maizières Spezialeinheit gegen Terroristen ist nämlich weder Polizei noch Bundeswehr, sondern was völlig Neues. Ergo brauchen die knallharten Jungs auch ein eigenes Budget – und das nicht zu knapp. Schließlich sollen sie bundesweit Terroristen abwehren, möglichst in flagranti. Und damit sie in Windeseile flächendeckend überall in der Republik auf der Matte stehen, braucht es natürlich jede Menge von den Jungs. Nicht, dass es den Terroristen so geht, wie zwei Frauen, die letzten Freitag auf der B 36 einen Auffahrunfall hatten. Hier endet nämlich die Satire und beginnt die Realität:

Zu besagtem Unfall kam ich, noch keine Minute, nach dem er passiert war. Aus dem aufgefahrenen Fahrzeug qualmte noch die Airbag-Ladung. Nachdem ich mich bei den Fahrerinnen nach deren Ergehen erkundigt und die Unfallstelle gesichert hatte, wählte ich um exakt 13:57 Uhr mit dem Smartphone die 112. Ich erklärte, wo der Standort ist, dass eine Person unter Schock steht und Schmerzen in der Brust hat. Nach 25 Minuten (!) kam ein Rettungswagen – wie sich herausstellte zufällig – vorbei, nach 27 Minuten die Polizei, und nach 29 Minuten, jener Rettungswagen, der von der Zentrale verständigt worden war.

Bedenkt man, dass eine gesetzliche Frist von 15 Minuten existiert, binnen der Polizei, Rettungswagen und/oder Feuerwehr am Unfallort sein MÜSSEN, sollte sich Thomas de Maizière vielleicht überlegen, ob er die Kohle nicht lieber in mehr Personal bei den bestehenden Dienststellen investieren sollte, als in seine fixe Schwarzenegger-Idee. Denn – und nun wieder zurück zur Satire – wenn die Unfallopfer das Zeitliche segnen, weil der Arzt zu spät kommt, haben die Terroristen bald nichts mehr zu killen und verlagern ihr Betätigungsfeld in ein Billiglohnland. Und dann kann sich de Maizière sein zusätzliches Budget von Schäuble sowieso abschminken.

Unter Verwendung dieses Bildes: „120216-D-TT977-152 cropped“ von MC1 Chad J. McNeeleyderivative work: MagentaGreen – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: 120216-D-TT977-152.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.


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2 thoughts on “Thomas de Maizières Hirnatrophie, die Langeweile und seine Spezialeinheit gegen Terroristen

  1. Nu schmeiß doch nicht alles in einen Topf…für die Polizei sind die Länder zuständig, für die Notfallrettung die Kreise. Nun möchte der Bund auch mal was neues Eigenes haben…wobei, da war doch noch was…GSG9 – was machen die eigentlich?

  2. Ich denke, dass einem verletzten Unfallopfer ein irgendwie geartetes Zuständigkeits-Kuddelmuddel meilenweit am Arsch vorbeigeht, wenn es gerade dabei ist, selbigen zu zu machen, weil keine Hilfe kommt.
    Die GSG-9 ist dafür zuständig, bei Flugzeugentführungen die Maschine zu stürmen und danach das Fluggerät nebst Geißeln in Schutt und Asche zu legen. Also auch nicht wirklich nützlich bei einem Verkehrsunfall. Aber die humorlosen Hünen im Nahkampf-Dress wären von der Sache her sicher nach Thomas de Maizières Geschmack.

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