Steffen hat Sodbrennen

Schon mal Sodbrennen gehabt? Ziemlich ätzend, nicht wahr? Ätzend, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn die Magensäure der Gravitation trotzt und die Kehle hochsteigt, statt sich um ihren originären Job zu kümmern: Nämlich die ganzen Leckereien, die man sich so reinpfeift, im Magen zu zersetzen.

Gegen Sodbrennen gibt es, bei einer eher moderaten Attacke, einfache Hausmittel, wie etwa einen Teelöffel Kondensmilch im Mund zu erwärmen und dann zu schlucken, oder auch ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken…natürlich ohne Kohlensäure.

Dann gibt es noch richtig hartnäckiges, übles Sodbrennen, einhergehend mit Schmerzen und einem ausgeprägten Leidensdruck. Hier hilft dann oft nur noch die chemische Keule… wenn man das Ganze mit den Augen der Schulmedizin betrachtet. Kann man mal so machen, wenn es akut ist – meinetwegen.

Aber Obacht, auf Dauer kann das nämlich ziemlich fatale Folgen haben. Die gängigen Antazida, die in den Pausen der Vorabend-Soaps durch TV-Spots beworben werden, beseitigen nämlich dummerweise nicht die eigentliche Ursache dieser Pein, sondern nur das Symptom, in dem sie das „zu-Viel“ an Magensäure mit Calciumcarbonat, oder Aluminiumhydroxid neutralisieren.

Der Hinweis, dass man zu Risiken und Nebenwirkungen bitteschön den Arzt, oder Apotheker fragen soll, kann man getrost knicken, lochen und abheften. Es interessiert schlichtweg niemanden, wenn er an brutalem Sodbrennen leidet. Und da es die Linderung „rezeptfrei in Ihrer Apotheke gibt“, pfeift man sich eben sein Aluminiumhydroxid rein und ist das lästige Brennen los. So weit, so ungut.

Denn aus Alu kann man sich nicht nur Hüte gegen Erdstrahlen und andere Unbilden basteln, sondern Aluminium hat es faustdick hinter den Ohren: In einer Reportage aus der Reihe Quarks über die Arbeit des britischen Forschers Professor Christopher Exley, belegt dieser den kausale Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium in den Organismus und Morbus Alzheimer.

Oder anders ausgedrückt: Alu macht Gaga.

Häufigste Ursachen des Sodbrennens sind übrigens üppige, fetthaltige Mahlzeiten, Schokolade, Kaffee, heiße Getränke, Säfte aus Zitrusfrüchten, aber auch Stress, Ärger oder eine bestimmte Körperhaltung.


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Ich weiß natürlich nicht, wie gesund oder ungesund sich Steffen Seibert, der Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes, ernährt. Wenn man jedoch seine säuerliche Leidensmine bei der Bundespressekonferenz so anschaut, wie er vor der versammelten Journaille tunlichst vermeiden muss, irgend etwas Substantielles zu sagen, da es nun mal nichts Substantielles zu sagen gibt, oder er aus irgendwelchen Gründen nichts Substantielles sagen kann, darf, oder möchte, oder wie er dem darauf bohrenden Nachfragen mit gequältem Lächeln ausweicht und erklärt, zu diesem und jenem Thema nichts mehr hinzuzufügen zu haben…

Bei dem zermürbenden Ritual, dass der Ärmste berufsbedingt dreimal pro Woche über sich ergehen lassen muss, erkennt selbst ein Laie problemlos Seiberts Stress und Ärger, gepaart mit einer bestimmten Körperhaltung…neben einer ungesunden Ernährung DIE klassischen Ursachen für saures Aufstoßen.

Und nun stelle ich mir vor meinem inneren Auge folgendes vor: Steffen Seibert sitzt kurz vor Beginn der Bundespressekonferenz schon völlig entnervt in der Maske und denkt dabei an all die Idioten, die ihm gleich wieder die immer gleichen impertinenten Fragen stellen, zu denen er die immer gleichen dämlichen Antworten geben muss… nämlich keine, und dies diplomatisch, professionell verpackt…

Seit beinahe 9 Jahren geht das schon so, seit er im August 2010 vom Lerchenberg zu Mutti rüber machte. Dass er darauf null Bock mehr hat, kann man nachvollziehen. Also auf den Job…oder auf Mutti?…Vermutlich auf beides. Dass ihm dadurch vor Zorn die Magensäure hochkommt ebenfalls. Dass er sich aufgrund dessen gleich mal präventiv seine Dosis Aluminiumhydroxid reinpfeift, kann man sich lebhaft vorstellen.

Und wenn man sich nun die Erkenntnisse Professor Christopher Exleys zurück ins Gedächtnis ruft und sich erinnert, dass Alu Gaga macht, kann man nachvollziehen, weshalb Steffen Seibert auf die Frage der Journallisten so säuerlich reagiert und derart sinnfreies Geplapper von sich gibt:

Steffen hat Sodbrennen…seit 9 Jahren.

Dummerweise kann er sich aber partout nicht mehr daran erinnern, wohin er das Tütchen mit dem Aluminiumhydroxid verlegt hat.


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