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Speisenkarten und Öffnungszeiten

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Ich bin ja notorischer Speisenkartenleser. Ich mag auch nicht, wenn die Bedienung mir gleich nach dem Aussuchen der Speisen die Karte aus den Händen zupft. Das ist schon deshalb extrem blöd, weil mir so die Möglichkeit genommen wird, mich noch weiter über das Angebot an Speisen und Getränken informieren zu können. Es ist mir schon passiert, daß ich mir eine Vorspeise und eine Hauptspeise ausgesucht hatte und dann schon der Beflissene mit seinem Kellnerblock da stand. „Was darf’s denn sein, der Herr?“

Kaum hatte ich die Vorspeise namentlich benannt, zupft mir der Klingone die Speisenkarte aus den Händen, faltet sie galant, gekonnt zusammen und klemmt sie unter seinen Arm.
Hallo? Ich will auch noch ein Hauptgericht! Und selbst wenn ich das bestellt habe, möchte ich noch in Ruhe nach einem Dessert schauen können!

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Auch davon einmal ganz abgesehen, stört es mich, wenn ich nur mal kurz gucken darf. Manchmal möchte ich auch einfach mal die ganze Karte von vorne bis hinten durchschauen, um zum Beispiel einen Plan für die Bestellung bei meinem nächsten Besuch machen zu können oder um einfach zu wissen, was es sonst noch so alles gibt.
Für den Wirt hätte es nur Vorteile, aber das erkennt er nicht. Er hat nur 12 Speisenkarten und will nicht, daß die an einem Tisch blockiert werden. Sehr kurzsichtig gedacht.

Was mir immer wieder auffällt ist die schon beinahe groteske Verkünstelung mit der Wirte ihre Öffnungszeiten bekanntgeben.

Da lese ich zum Beispiel auf einer Karte:

Öffnungzeiten:

Mo. 11 Uhr bis 23 Uhr
Di. 11 Uhr bis 23 Uhr
Mi. geschlossen
Do. 11 Uhr bis 23 Uhr
Fr. 11 Uhr bis 23 Uhr
Samstags und sonntags 11 bis 23 Uhr

Hätte man nicht stattdessen einfacher sagen können:

Täglich geöffnet von 11 bis 23 Uhr, mittwochs Ruhetag

Auch gut ist die Variante auf dem obigen Bild (1)

Im Grunde möchten uns die Wirtsleute nichts anderes sagen, als daß sie in der ersten Aprilwoche geschlossen haben.

Etwas vorauseilend ist da übrigens auf einem etwas anderen Feld der neue Vietnam-Imbiss hier im Ort. Er schreibt nicht mehr kleine Zahlen an die einzelnen Speisen und listet dann die Zusatzstoffe auf, die diese Speisen enthalten, sondern schreibt irgendwo auf der Speisenkarte alle Zusatzstoffe hin und vermerkt daneben sinngemäß: „Unsere Speisen enthalten alle sämtliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker“.

Aber noch einmal zurück zu den Öffnungszeiten:
Ich wünsche mir von einem Lokal, daß es halbwegs kontinuierlich geöffnet hat. Ich möchte mir merken können, wann man da hin kann und wann nicht. Es gibt aber auch Wirte, die ihre Öffnungszeiten unentwegt dem Kundenstrom anpassen. Sie ändern alle drei Monate ihre Zeiten und zumindest mir passiert es dann immer wieder, daß ich vor verschlossenen Türen stehe.

Aber auch sowas hier ist nicht besonders gästefreundlich:

Öffnungszeiten:

Mo: 11-14 Uhr und 17-23 Uhr
Di: 12.30-14.15 Uhr und 18-21 Uhr
Mi: 16-24 Uhr
Do 10-12.15 Uhr und 17-22 Uhr
Fr. 19.30-03.00 Uhr
Sa. 10.15-13 Uhr und 16.15-01.00 Uhr
So: 08.30-10 Uhr, 12-14 Uhr und 15-21.30 Uhr

Okay,

Man könnte stattdessen fast besser aufschreiben, wann die Kneipe nicht geöffnet hat oder eine Kernzeit angeben: Wir haben täglich ganz sicher so irgendwann um 12 Uhr herum geöffnet und abends wäre um 20 Uhr eine gute Zeit.

 

(1) Bild: flckr, http://fickr.org/post/452193406

 


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Lesezeit ca.: 4 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 14. Oktober 2013 | Peter Wilhelm 14. Oktober 2013

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