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  • Sicherheit im Beerenanbau

    Millionen Spam-Mails werden derzeit an alle möglichen Adressaten versandt. Es geht immer um das Thema „Sicherheit im Beerenanbau“ und der Absender soll ein gewisser Georg Schemmel sein.
    Was steckt dahinter?

    Was bitte? Beerenanbau? Ach so, die pflanzen Brom-, Him-, Johannis- und Erdbeeren an.
    Aber Sicherheit? Was für Sicherheitsaspekte könnten beim Beerenanbau vonnöten sein? Eventuell abgesicherte Leitern beim Pflücken von Erdbeeren?

    Nein, es geht um etwas ganz anderes.
    Auf der Seite „proberry.de“ beschreibt Georg Schemmel aus Bad-Salzuflen seine Erlebnisse um die Lieferung schadhafter Erdbeerpflanzen, soweit ich es verstanden habe, aus den Niederlanden.

    Herr Schemmel schreibt: „Es hat sich seit dem 15.11.2012 herausgestellt, dass Erdbeerflanzen von der Firma Vissers mit „nicht korrekten“, also falschen Herkunftsangaben dem ordentlichen Verkauf unter geschoben wurden. Dieses ist über mehrere Jahre in grossem Umfang geschehen.“

    Daraus resultiert laut Herrn Schemmels Seite folgendes: Denn es sind nicht nur die erheblichen Ernteverluste von …(34) Hektar, sondern auch die erheblichen, bis zu 40 %igen Mindererträge jeweils im Folgeertragsjahr auf dann 32 Hektar Vollertragsfläche. Hinzu kommt auch die Belastung unserer Böden mit roter Wurzelfäule etc. … und Xantomonas… Die massiv mitgelieferten Weichhautmilben … (wurden) … durch Mitarbeiter / Maschinen ebenfalls verbreitet, wodurch teure Behandlungen auch in anderen Erdbeerflächen wegen der Verschleppung nötig werden. (Man) … weiss, dass Flächen lange aus der Produktion … genommen werden müssen, wenn die Flächen mit roter Wurzelfäule durchsetzt sind.

    Ich verstehe von Erdbeeren nicht viel, nur soviel, daß sie entweder heute nicht mehr so intensiv schmecken wie früher, was an den Erdbeeren liegen kann oder an einer Veränderung meines Geschmackssinns.
    Deshalb kann ich auch nicht beurteilen, ob Herrn Schemmel da durch den niederländischen Lieferanten wirklich Schaden zugefügt wurde oder ob Herr Schemmel einer derjenigen ist, die gerne lange Aufreger- und Aufklärerseiten ins Netz stellen, weil sie sich betrogen, geneppt und nicht verstanden fühlen.
    Nur: Herrn Schemmels Seite „proberry.de“ ist ordentlich gemacht und allein das ist schon ein kleines Indiz dafür, daß er es ernst meint. Wirkliche Idioten neigen dazu, ihre Seiten stümperhaft zu gestalten und vor lauter Mitteilungsdrang alles mit Text in Comic-Sans zuzukleistern.

    Herr Schemmel hingegen glaubt auf einen unzuverlässigen Lieferanten gestoßen zu sein, legt vermeintliche Beweise vor und möchte so andere Erdbeerbauern vor ähnlichen Folgen bewahren.


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    Warum aber tauchen nun diese massenhaften Spam-Mails auf?
    Nun, um es gleich vorweg zu sagen, Herr Schemmel hat sie nicht verschickt. Es liegt überhaupt nicht in seinem Interesse, daß nun tausende Websurfer seine Seite besuchen, denn er hat ein sehr spezielles Thema und wendet sich ausdrücklich in erster Linie an Leute, die ebenfalls Beerenanbau betreiben. Mit dem augenblicklichen Besuchersturm kann er gar nichts anfangen.

    In Spam-Foren kann man leicht weitere Informationen finden, einfach mal nach „proberry Spam“ googeln.

    Viele dieser Spammails kommen aus dem Ostblock und dennoch behaupten böse Zungen, die Spamattacke sei eventuell durch das gescholtene Unternehmen in den Niederlanden ausgelöst worden. Ob da was dran ist, wird sich wahrscheinlich weder untermauern, noch beweisen lassen.
    Aber es wäre nicht das erste Mal, daß ein größeres Unternehmen ein unzufriedenes kleineres Unternehmen im Internet mundtot zu machen versucht. Was liegt da näher, als es einfach zu diskreditieren, es unmöglich zu machen und als spamversendenden Spinner darzustellen?

    Es handelt sich auch eindeutig um eine solche Diskreditierungskampagne, weil die Mails weder einen „bösen“ Link enthalten, noch einen Anhang mit Schadsoftware und man soll auch keine persönlichen Daten preisgeben.
    Es geht einzig und allein darum, die Domain „proberry.de“ unmöglich zu machen und deren Betreiber als Spamversender zu brandmarken.

    Wer also solche Mails bekommt, der sollte sie einfach in den Spamordner oder Papierkorb verschieben und bitte unbedingt Herrn Schemmel in Ruhe lassen. Er kann, so wie es aussieht, wirklich nichts dafür und ist nicht Täter sondern das Opfer.


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    3 Kommentare

    1. Lochkartenstanzer

      13. Februar 2013 at 11:51

      Ach, da kann man sich dort gar nicht informieren, wie man sich vor wildgewordenen Beeren schützen kann? 🙂

      PS: Auch ich bekomme diesen Spam und der landet dort wo er hingehört, in der Rundablage.

      Antwort

      • Big Al

        13. Februar 2013 at 17:44

        Hmm, ich bekomme diesen Spam nicht. Interessant.

        Antwort

    2. Georg Schemmel

      2. März 2013 at 19:09

      Guten Tag,
      ich bin der Verantwortliche der seite Proberry. Wie wir dort bereits geschrieben haben handelt es sich um eine Attacke gegen unsere Homepage. Dieser sogenannte Joe Job ist am 24.01.2013 der Polizei NRW angezeigt worden. Die Polizei in Detmold bearbeitet diesen Fall. Wer dahinter steckt vermuten wir zwar, haben aber keine Beweise.

      Für die Betroffenen Mailempfänger tut es mir leid. MfG Georg Schemmel

      Antwort

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