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Kim und Donald

Kim und Donald

Kim Jong-un und Donald Trump: Da haben sich zwei Vollpfosten getroffen und sofort auf Anhieb verstanden. Das ist mittlerweile so weit gediehen, dass einer, ohne den anderen, nicht mehr kann. Wie bitteschön sollte der Retriever im Oval Office seinen amerikanischen Steuerzahlern denn erklären, weshalb die USA stolze 6.000 Mann unter Waffen und strategische Langstreckenbomber der Typen B-1-B, B-2-A und B-52-H auf der Andersen Air Force Base in Guam stationiert haben, weshalb das so was von alternativlos ist und warum dafür jedes Jahr Milliarden Dollars verprasst werden müssen, wenn da nicht der kleine, dicke Kim Jong-un wäre, sein Frisur-technischer Widerpart in Pjöngjang?

Natürlich könnte Billy-Bob, der blonde Hüne, aus dem mittleren Westen, in seiner Freizeit nebenbei bemerkt Kassenwart bei Ortsverein der Arian Nation, auf die Idee kommen, aus dem Seitenfenster seines Ford V8-Pickup-Trucks mit aufgepflanzter Südstaatenflagge und selbstverständlich mit laufendem Motor zu fragen, was und wo zum Teufel Guam ist. OK, man könnte ihm geographisch korrekt sagen, dass es die größte Insel des Marianen-Archipels im westpazifischen Ozean ist. Das wäre jedoch vermutlich ebenso sinnlos, wie ihn darum zu bitten, während der Unterhaltung seinen Motor abzustellen. Er würde es nicht einmal in seiner Muttersprache verstehen.

Kim und DonaldKim und Donald

Wenn man Billy-Bob allerdings erklärte, dass Guam DER Dreh-und-Angelpunkt ist, um Japan, Korea, China, sprich: den ganzen Reis-fressenden Schlitzaugen, die in ihren billigen Fabriken billigen Schrott herstellen und amerikanische Arbeitsplätz vernichten, jederzeit beweisen zu können, wo im Pazifik der Hammer hängt, würde der Hillbilly breit über sein blödes Gesicht grinsen, als großer Patriot seine Geldbörse öffnen und mit der flachen Hand auf dem Herzen Trump fragen, ob er America-great-again-mäßig noch eine Schippe drauflegen darf.

Aber natürlich kann Trump nicht einmal einem grenzdebilen Hinterwäldler und treuen Wähler gegenüber so offen mit der Sprache rausrücken und erklären, dass der ganze Zinnober mit dem „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ schon seit George W. Bush nichts als reiner PR-Bullshit ist; dass die USA den ganzen Globus nur deshalb mit Militärbasen und/oder Flächenbombardements überziehen, damit die US-Multis sich jederzeit und überall Rohstoffe krallen und Pipelines bauen können, ohne dafür das Portemonnaie zu zücken, oder neben den korrupten Autokraten der Vasallen-Staaten am Ende etwa noch die ganze Bevölkerung an den Gewinnen beteiligen zu müssen.

Deshalb läuft seit einigen Wochen die ganz, ganz große nukleare Seifenoper auf allen Kanälen. Bei VOX-News, dem Leib-und-Magen-Sender der rechten US-Ultras, wie bei KCTV, der nordkoreanischen Ausgabe. Vom Rest der TV-Welt, die jeden Tag mit den neusten Meldungen des Heidi-Klum-mäßigen Frisuren-Wettbewerbs „Kim vs Donald“ zugemüllt wird, ganz zu schweigen. Und die US- amerikanischen PR-Profis sind nun mal die besten auf dem Planeten; die leisten ganze Arbeit. Das geht soweit, dass sich selbst aus den Reihen von Bündnis 90/die Grünen schon Lallbacken melden und mit den Ketten rasseln „man müsse jetzt Nordkorea komplett mit Sanktionen überziehen“.

Klingt zuerst mal wie aus einer Werbebroschüre des Pentagon. Wenn man allerdings weiß, dass sogar Cem Özdemir, seines Zeichens Vorturner (vulgo Parteivorsitzende) der american Pit-Bull-Pazifisten, Mitglied der Atlantikbrücke ist, einer aufs Übelste kriegshetzenden Denkfabrik mit freundlicher Unterstützung von Goldman Sachs, dann machen selbst vermeintlich skurrile Drohgebärden aus der Szene der Hybridfahrer und Transgender-Müsli-Esser einen Sinn. Schließlich sind es die Grünen, die mit ihrem großen Weight-Watchers-Jo-Jo-Mystiker Joseph Martin Fischer, genannt Joschka, als ehemaligem Aussenminister, übrigens der einzige Deutsche in diesem hohen Amt seit Joachim von Ribbentrop, der einen Krieg gewonnen hat, zurecht auf das Urheberrecht für weltweite Landesverteidigung der Bundesrepublik pochen.

Wenn also die Tagesthemen, das heute-Journal und die ganzen schaftsdämlichen Runden der Polit-Talk-Amokschwafler wieder mal zum verbalen Rundumschlag gegen Pjöngjang ausholen…das ist alles dumme, heiße Luft aus dem PR-Kompressor der transatlantischen Gehaltsempfänger. Die USA brauchen Kim Jong-un, sie brauchen ihren heroischen Kampf gegen den internationalen Terrorismus, wie Billy-Bob seinen Ford V8-Pickup-Truck, seine 9mm-Glock und seinen Truthahn am Thanksgiving, um das Billionen Dollar Casino von Northrop Grumman, Boeing & Co am Laufen zu halten.

Und deshalb mein Rat, wenn ihr Euch den Mist von Anne Will & Co unbedingt reinziehen müsst: Wenn Wolfgang Bosbach die mahnende Stimme erhebt und Geschlossenheit mit unseren amerikanischen Freunden anmahnt, einfach kurz zurücklehnen, die Glotze auf „stumm“ schalten und sich an den berühmten Aphorismus des ollen Immanuel Kant erinnern:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen“.

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Peter Grohmüller

Peter Grohmüller

Hallo, ich bin Peter Grohmüller und leide nicht an dieser Welt, aber mir fällt ihr Leiden auf.

„This world is sick and we are the doctors.“

Wenn es eine Wunde gibt, dann muß man sie entweder heilen oder Salz hineinstreuen. Wir, das sind die Kritischen, die Hinterfragenden und die Lallbackenentlarver. – So einer bin ich.

Alle namentlich gekennzeichneten Beiträge geben allein die Meinung des Autors wieder.


peter wilhelm autorenlesung
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