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Cannabis lässt Senioren schlechter fahren

Ein alter Mann mit einer Marihuana-Zigarette am Steuer eines Autos

Cannabis und die Fahrleistung von Senioren im Straßenverkehr: Eine kritische Betrachtung

Die Debatte über die Freigabe von Cannabis und der Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, insbesondere bei älteren Menschen, die mit verschiedenen gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Eine kürzlich durchgeführte Studie, veröffentlicht im JAMA Network Open, wirft jedoch einen Schatten auf die Annahme, dass langjährige Erfahrung im Cannabiskonsum die Fahrtüchtigkeit bei älteren Menschen nicht beeinträchtigt.

(JAMA Network Open, 2024; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2023.52233)

Die Forschung, die vom Centre for Addiction and Mental Health (CAMH) in Toronto durchgeführt wurde, untersuchte 31 regelmäßige Cannabiskonsumenten mit einem Durchschnittsalter von 68,7 Jahren, die im Durchschnitt seit 40 Jahren Cannabis konsumierten. Die Probanden wurden gebeten, ihre übliche Dosis Cannabis in einer kontrollierten Umgebung zu konsumieren, bevor sie sich einem Fahrsimulator-Test unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst erfahrene Konsumenten nach dem Konsum von Cannabis Schwierigkeiten hatten, die Fahrspur zu halten.

Die Hauptmessgröße der Studie war die „Standardabweichung der lateralen Position“ (SDLP), die die Fähigkeit der Fahrer misst, die vorgegebene Fahrspur einzuhalten. Sowohl unter normalen Bedingungen als auch unter zusätzlicher kognitiver Belastung – indem die Teilnehmer rückwärts zählten – zeigten die Cannabiskonsumenten größere Schwierigkeiten, die Spur zu halten. Die Effektstärke betrug 0,30 beim einfachen Test und 0,27 unter zusätzlicher Belastung. Dies entspricht in etwa der Wirkung von 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Besonders interessant ist die Beobachtung, dass die THC-Blutwerte vor dem zweiten Testdurchgang, der 180 Minuten nach dem Cannabiskonsum durchgeführt wurde, nicht mehr erhöht waren. Dies legt nahe, dass die psychoaktiven Effekte von Cannabis schneller nachlassen als die von Alkohol. Drei Stunden nach dem Konsum schienen die Teilnehmer wieder weitgehend normale Ergebnisse im Fahrsimulator zu erzielen, was darauf hindeutet, dass die Fahrtüchtigkeit nach dem Cannabiskonsum wiederhergestellt ist.

Diese Ergebnisse werfen wichtige Fragen auf, insbesondere im Zusammenhang mit der zunehmenden Legalisierung von Cannabis und der damit verbundenen breiteren Verfügbarkeit. Die Annahme, dass erfahrene Konsumenten, insbesondere ältere Menschen, aufgrund ihrer langen Fahrpraxis nicht von den Auswirkungen von Cannabis betroffen sind, wird durch diese Studie in Frage gestellt.

Beachte bitte, dass die Ergebnisse dieser Studie auf einem relativ kleinen Probandenpool basieren, und weitere Forschung ist erforderlich, um diese Erkenntnisse zu bestätigen und zu vertiefen. Dennoch unterstreichen sie die Notwendigkeit, die Auswirkungen von Cannabis auf die Fahrtüchtigkeit, insbesondere bei älteren Menschen, ernst zu nehmen.

Die Diskussion über den Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken sollte daher nicht nur auf die potenziellen therapeutischen Vorteile, sondern auch auf die damit verbundenen Risiken und Einschränkungen ausgeweitet werden. Eine differenzierte Betrachtung ist unerlässlich, um eine umfassende und ausgewogene Perspektive auf das komplexe Thema des Cannabiskonsums im Kontext der Verkehrssicherheit zu entwickeln.

Siehe auch Ärzteblatt

Bildquellen

  • gras-am-steuer: KI generiert Peter Wilhelm

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Lesezeit ca.: 3 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 29. Januar 2024 | Peter Wilhelm 29. Januar 2024

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