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11 Jahre Blogger, und nun?

Blogger Pixabay

Im Februar 2003 erschienen meine ersten gebloggten Artikel im Netz.
Zu dieser Zeit hatte man eine private oder geschäftliche Homepage, zusammengebastelt aus festen Buttons, mit Tabellen als Grundgerüst und einigen wenigen Fotos.
Oft gab es eine starre Hauptseite, von der auf drei bis vier Unterseiten (Kontakt, Über uns, Service) weiter verzweigt wurde. Programmiert waren die Seite für die Ewigkeit. Einmal erstellt, so dachte man, müsse man sie nur noch anpassen, falls sich mal die Adresse oder Telefonnummer ändert.

Von den Seiten der Universitäten kannte man aber schon Projekte, die immer weiter fortgeschrieben wurden, die sich täglich änderten. Diese Idee wurde damals auch schon von einigen wenigen für ihre privaten oder öffentlichen Zwecke genutzt, um Internettagebücher mit häufig wechselnden und ständig ergänzten Inhalten zu füllen.

So richtig los mit den Weblogs ging es aber erst ab 2003/2004. Mit den ersten halbwegs stabilen und leistungsfähigen Versionen von WordPress und Serendipity, beides Blogsoftware-Pakete, konnten sich auch Privatleute vergleichsweise einfach ein Internettagebuch einrichten. Doch vor allem das Aufkommen der großen Blogdienste, die anonyme Blogs von der Stange hosten und bei denen man sich nur anmelden, für ein Design entscheiden und dann losbloggen kann, haben das Bloggen richtig populär und für jedermann möglich und erschwinglich gemacht.

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Und ich war von Anfang an dabei. Das Dreibeinblog gibt es, wenn auch erst seit 2004 unter diesem Namen, seit Februar 2003.
Die Nähe zu anderen Blogs und Bloggern habe ich nie gesucht. Nur kurzzeitig bin ich der Versuchung erlegen, mich an diversen Blogger-Riten, wie dem Stöckchen-Werfen und irgendwelchen Blog-Karnevals zu beteiligen.
Zu viele Hausfrauen, die über ihre Pantoffeln bloggen und zu viele Hubschraubermütter, die tagesfrisch über die Ausscheidungen ihrer neugeschlüpften Ferkelchen schreiben und zu viele Balkonblümchenblogger machten sich breit und beschäftigten sich weitestgehend mit Themen, die man allenfalls guten Bekannten von Balkon zu Balkon erzählt, aber nicht wirklich in die Öffentlichkeit blasen muß. Der große Markt der Eitelkeiten wurde mit Nichtigkeiten überschwemmt.

Nun liegt es wahrscheinlich allein im Auge des Betrachters, was er als wichtig und berichtenswert empfindet und wahrscheinlich erfüllen viele Blogs, die mit den teilweise peinlichen Alltäglichkeiten unbedeutender Personen gefüllt werden, die Aufgabe einer Selbstherapie durch Selbstreflektion oder so. Jedenfalls erwecken viele diese tausende von Blogs, die außer dem Blogbetreiber und allenfalls zufälligen Besuchern nie jemand zu Gesicht bekommt, oftmals den Eindruck, als seien sie schon vom Namen, Layout und von der verwendeten, oft verklausulierten Sprache her nur für den eigentlichen Blogger selbst oder allenfalls für seine engsten Freunde, Familienmitglieder und Bekannten gedacht.

Schaue ich mir heute die Blogroll, also die Linkliste, von damals an, ich finde kaum noch eines der Blogs, die damals, also etwa 2004-2008, den Anspruch erhoben, der Nabel der Welt zu sein, wieder.
Viele sind in der Versenkung verschwunden und einer 404-Seite gewichen, andere dümpeln -und das dürften die meisten sein- seit Jahren unbefüllt vor sich hin, und wieder andere sind vom ehemaligen Betreiber an irgendeine Redaktion weiterverkauft worden (siehe Basic Thinking).
Manche Blogs von damals aber haben sich gemausert, sind heute eine der ersten Anlaufstellen geworden, wenn man bestimmte Inhalte sucht und natürlich darf man nicht unerwähnt lassen, daß fleißige Agenturen heute auch dem hinterletzten Kioskbetreiber auf dem letzten Zipfel Deutschlands, kurz vor der innerasiatischen Mongoleigrenze oder so, einreden, auch er müsse parallel zu seiner grottenschlechten Visitenkartenhomepage aus dem Data-Becker Homepagebaukasten, unbedingt auch noch ein tagesaktuelles Blog führen.
Kein Unternehmen mehr ohne Blog, kein Lebensmittelkonzern mehr ohne parallele Heile-Welt-Rezeptschleuder, keine Firma mehr ohne eine gutgelaunte Blogabteilung.

Ein Blog, das muß unbedingt sein, so wie alle Welt heute glaubt, eine Facebook-Seite müsse sein, sonst rase der Lauf der Zeit an einem vorüber.
Doch stellt sich zunehmend die Frage, ob das wirklich wahr ist.

Ich behaupte, daß Firmen in erster Linie eine gut gepflegte Internetseite benötigen.
Dort möchte ich die Produkte des Unternehmens wiederfinden, dort will ich Preise, Bedienungsanleitungen und die benötigte Software zum Download finden und die verschiedenen Wege, um Kontakt zum Unternehmen aufnehmen zu können.
Eine Vorstellung des Unternehmens und der eventuellen Ansprechpartner, vielleicht mit Foto, wäre auch nicht schlecht und über eine Präsentation neuer Produkte und die Teilnahme an irgendeinem Gewinnspiel freue ich mich auch.
Aber mehr? Nein, mehr brauche ich als Verbraucher und Kunde nicht.
Ich suche die Informationen, die ich von einem Unternehmen über dessen Produkte haben möchte, weder in Blogs, noch in einem Forum, noch bei Facebook oder sonstwo.

Was ist denn ein gutes Blog?
Welche Art von Blogs braucht man?

Nun ja, wie ich oben schon schrieb, es liegt hauptsächlich im Auge des Betrachters, was er für notwendig und gut erachtet.
Wenn es irgendeinem hilft, und sei es nur dem Blogger selbst, dann sind meinetwegen auch die Hubschraubermütter-Balkonblumen-Katzencontent-Blogs okay.
Doch wenn ich so recht überlege, und diese Frage stelle ich mir auch immer wieder angesichts meiner Blogs, dann sind die Blogs wichtig, die Interessantes, und seien es kleine Alltäglichkeiten, gut erzählt und schön verpackt, in einer anständigen, ansprechenden Sprache einer größeren Leserschaft anbieten.
Das ist zumindest mal mein persönlicher, rein subjektiver Anspruch an meine Blogs.
Würde die niemand lesen, hätten sie keinen adäquaten Pagerank und würde der Besucherzähler unter die magische 10.000er-Marke sinken, ich würde mich fragen, wozu ich das alles überhaupt mache.

Und man verstehe mich nicht falsch! Wenn einer über hubschraubernde Balkonblumenkatzen berichtet und das klasse macht und das auch noch von vielen gelesen und als Referenz betrachtet wird, na bitteschön! Weitermachten! Toll!

Aber die Welt den Internets ist voll von anonymen Selbstbetrachtern, die über die Fusseln in ihrem Bauchnabel berichten, um den angeblich die ganze Welt kreist.
Und es gibt einfach zu viele Blogs, die bemüht und nicht gekonnt wirken, meist von irgendwelchen Unternehmen.
Denen merkt man vor allem an, daß sie von Redaktionen geschrieben werden, die einer Aufgabe, einem unternehmerischen Ziel folgen, und die nicht mit dem Herz bei der Sache sind.

Bloggen ist nämlich vor allem eins, eine Herzenssache.

Ich persönlich schreibe über alles, über Technik, Hobby, Fusseln im Bauchnabel, Katzen, Hunde, meine Oma, Haare, über Frauen, Kinder und Bedienungen, Fernbedienungen, Selbstbedienungen und vor allem über die Dinge und Begebenheiten, die mich tagtäglich den Kopf schütteln lassen.
Aber wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann ist das ein Zeichen dafür, daß ich das zumindest so gut mache, daß die Leute auch lange Texte lesen.

Und wahrscheinlich ist alles was ich oben geschrieben habe, sowieso Quatsch, denn in Wirklichkeit kommt es nur auf eins an: Man muß es gut machen!

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    Ich habe noch einmal die wichtigsten Schlagwörter (Hashtags) dieses Artikels für Sie zusammengestellt, damit Sie sich besser orientieren können:

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    Alles zum Thema Bloggen, Blogtechnik und -programmierung.

    Lesezeit ca.: 8 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 16. September 2014

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