Start ServiceWüste Das kostet extra
  • Das kostet extra

    Ich traue meinen Ohren nicht. Am Nachbarstisch in einem Eiscafé in Viernheim bestellt eine Dame einen Nußbecher mit Sahne und Schokosoße. „Die Schokosoße aber bitte über die Sahne, ja?“
    Der Kellner notiert das und bringt wenig später das Gewünschte, jedoch ohne Schokosoße.
    Die Dame ruft den Kellner nochmals freundlich zu sich und moniert die fehlende Soße.

    „Oh, kein Problem, kommt sofort.“

    Kurz darauf bekommt sie ein kleines Fingerschälchen mit der Soße.

    Alles gut, oder?

    Doch dann kommt der Kellner mit der Rechnung und verlangt zusätzlich zum Preis für das Eis noch 1,50 € für die Soße. Ja, die koste extra, weil sie ja in der Sauciere gebracht worden sei.

    Hammer! Eine Unverschämtheit! Nur weil der Kellner vorher vergessen hat, die normalerweise kostenlose bzw. im Preis inbegriffene Soße zu liefern, soll die Kundin jetzt 1,50 € extra bezahlen.


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    Die Kundin hat sich geweigert und das zu Recht.

    Vor ein paar Jahren waren wir in einem chinesischen Restaurant. Ein Schild verhieß: „Mittagsbuffet im Restaurant ‚all you can eat‘ 15,- €“
    Wir kehrten dort ein und beluden unsere Teller. Dann sahen wir daß neben dem Buffet eine Tür ins Freie führte, wo auch bestuhlt und eingedeckt war. Weil schönes Wetter war, nahmen wir draußen Platz.
    Dort aßen wir ganz alleine, es war sonst niemand da, dann holten wir uns noch eine zweite Runde und schließlich noch einen Nachtisch, es war ja all you can eat.

    Und dann? Dann kam der Wirt und wollte 45 Euro pro Person! Es heiße ja „Mittagsbuffet im Restaurant“. Wer draußen esse, für den koste es pro Runde am Buffet 15 Euro. Schließlich könne er bei Leuten die draußen sitzen, nicht überprüfen, wer alles von den „all you can eat“-Portionen esse.
    Ich habe das nicht bezahlt. Seine Argumentation hätte ich gelten lassen, wenn er uns vorher darauf hingewiesen hätte und wenn wirklich noch jemand da gewesen wäre.

    In einem anderen Restaurant kehrte eine Familie mit zwei kleinen Kindern ein. Das kleine Mädchen hatte keinen Hunger und wollte nur was trinken. Ihr kleiner Bruder wollte Pommes mit Majo.
    Dann schaffte der Kleine aber die Pommes nicht ganz bzw. wollte die Schwester davon welche abhaben. Also brachte der Wirt noch einen zweiten Teller und ein zweites Besteck.
    Dafür verlangte er dann 1 Euro.

    Gerechtfertigt? Was meint ihr?


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    9 Kommentare

    1. Konni Scheller

      22. April 2015 at 16:15

      Nein.

      Hätte er es vorher gesagt, dann ginge das in Ordnung – die Familie hätte sich ja dann entscheiden können, darauf zu verzichten.

      Klarheit und Wahrheit; so sollte die Preisfindung sein.

      Der Wirt handelte zusätzlich noch dumm, denn gerade für kleine Aufmerksamkeiten gibt es ordentlich Trinkgeld. Das kann man nach so einem Auftritt natürlich vergessen.

      Antwort

      • Peter Wilhelm

        22. April 2015 at 16:23

        So sehe ich das auch. Ich bin sogar der Meinung, daß man durchaus ganz ehrlich für seine Arbeit und Dienstleistungen etwas verlangen darf.
        Einen Teller zu bringen, den zu spülen usw. ist ja auch ein Aufwand.
        Aber das muß gesagt werden.

        Ich las mal in einer Speisenkarte: Zusätzliches Gedeck 1 Euro.

        Das ist doch okay.

        Antwort

        • Dave B

          23. April 2015 at 09:09

          Korkgeld gibts ja auch, aber nur wenn das irgendwo auch angeschlagen ist.

          Das das Extragedeck was kostet ist fraglich, außer der Wirt kalkuliert nicht pro Essen sondern pro Teller, Gabel, Messer und Löffel.

          Was ich als sonderlichen Extraposten in einer Speisekarte mal sah, war Reste einpacken zum Mitnehmen 0,50 €.

          Antwort

          • Peter Wilhelm

            23. April 2015 at 10:07

            Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Das mit dem Korkgeld sehe ich anders.
            Es ist üblich, daß man in einem Restaurant die dort angebotenen Speisen und Getränke zu sich nimmt.
            Es ist nicht üblich, daß man mitgebrachte Speisen und Getränke dort verzehrt.

            Daher muß der Wirt auch das Korkgeld nicht extra vorher irgendwo erwähnen.
            Bringen nun Gäste einfach eigene Sachen mit, wird der Wirt kommen und die Stirn runzeln. Er wird dann sagen, das er das ausnahmsweise genehmigt, aber soundsoviel Abschlag als sogenanntes Korkgeld haben möchte, weil er ja Umsatz verliert und seinen Raum für den Verzehr der mitgebrachten Dinge zur Verfügung stellt.
            Dann hat man die Wahl, entweder man nimmt das Angebot an, oder man packt seinen Krempel und geht.

            Korkgeld kann meiner Meinung nach jederzeit verlangt werden, wenn es nötig wird.

            Eine klassische Situation sind Familienfeiern.
            Man bucht das Hinterzimmer einer Gaststätte für Opas runden Geburtstag.
            Der Wirt soll Getränke und Abendessen liefern.
            Für den Kaffee handelt man einen günstigeren Sonderpreis aus, die ganze Kanne für 6 Euro, statt jede Tasse einzeln für 1,80.
            Den Kuchen darf man von zu Hause selbst mitbringen, der Wirt stellt Geschirr und Besteck.
            Soweit alles noch kostenlos, das macht er gerne, in Erwartung des Umsatzes am Abend.

            Dann kommt Tante Luise und bringt eine Kiste Sekt mit.

            Jetzt sagt der Wirt: „Hallo, liebe Leute, damit habe ich nicht gerechnet, Sekt hätte ich ja auch hier. Wir machen das so, ich stelle Euren mitgebrachten Sekt gerne für Euch kalt und stelle Gläser zur Verfügung. Aber ich möchte pro Flasche 4 Euro Korkgeld. Damit kommt Ihr immer noch billiger weg, als wenn Ihr meinen Sekt trinken würdet und ich habe auch etwas davon.“

            Nun kann Tante Luise überlegen, ob man bereit ist, das Korkgeld zu bezahlen, oder ob man den Sekt wieder in den Kofferraum stellt und ein anderes Mal trinkt.

            Das mit dem Extragedeck ist ja eine sehr seltene Sache. Meist bringen die Gastleute ja eher zuviel Geschirr und Besteck ganz freiwillig. Ich bestelle oft einen gemischten Vorspeisenteller und der Wirt bringt immer zwei kleine Teller und zweimal Besteck dazu, damit Ehefrau und ich gemeinsam davon essen können. So finde ich das normal.

            Aber es gibt Restaurants, die haben auf der Karte unten stehen:
            „Wir servieren gut gefüllte Teller. Wenn Sie nicht so viel mögen, sagen Sie es dem Personal! Unsere Portionen sind für eine Person gedacht. Wenn mehrere Personen davon essen, kostet das pro zusätzlicher Person 5 Euro.“

            Damit wird die Sache schwierig. Wer will mir verbieten, daß ich, wenn ich mein Schnitzel nicht schaffe, den Rest meiner Frau rüber schiebe?
            Auf der anderen Seite verstehe ich die Gastronomen.
            Heidis Kegelstube bot XXL-Portionen an. Drei Schnitzel mit Beilagen zu einem weitaus günstigeren Preis, als drei einzelne Schnitzel.
            Da haben sich dann drei von zwölf Kegelbrüdern so eine Portion bestellt und alle haben davon gegessen.

            Ein ähnliches Thema ist „all you can eat“. Einer bestellt das, geht immer ans Buffet, essen tun es aber die drei mitgebrachten Freunde, die nichts bezahlen wollen.

            Antwort

    2. Lochkartenstanzer

      23. April 2015 at 11:38

      Wenn es vorher gesagt würde, wäre die Diskussion überflüssig.

      Ansonsten würde ich sagen, wer bestellt bezahlt auch:

      Sollten die Eltern zusätzliche Teller und Besteck anfordern, so müssen sie damit rechnen, dafür auch zur Kasse gebeten zu werden und da zieht imho die Ausrede nicht, daß der Wirt das hätte vorher sagen müssen. wenn man ausschließen will, daß das nichts extra kostet, muß man beim bestellen halt fragen.

      Bringt der Wirt aber auf eigene Initiative zusätzliche Teller Besteck, ist normalerweise davon auszugehen, daß das im Service inbegriffen ist und die zusätzlichen Kosten wären ungerechtfertigt. Allerdings würde bei mir sowas dazu führen, daß das Trinkgeld „ausfällt“, was i.d.R. deutlich mehr ausmacht, als ein Euro für einen Teller.

      Meine Erfahrung bei fast allen Lokalen war, daß die Wirte i.d.R. keine Geld dafür verlangen, wenn man einen zusätzlichen Teller für sein Kind haben will. Die meisten Wirte brachten es sogar von sich aus, wenn sie mitbekamen, daß eines der Kinder (Töchterchen ist inzwischen 17 Jahre alt!) nur beim Papa mitisst (*grummel*). Es gab nur einige ganz wenige Lokale, die beim Bestellen des zustätzlichen Tellers etwas haben wollten und die haben mich vorher drauf aufmerksam gemacht.

      Antwort

      • Peter Wilhelm

        23. April 2015 at 11:54

        Ich habe das mit dem Euro für den Extrateller noch nie erlebt, was mich und meine Kinder anbetrifft.
        Es ging immer so, wie Du beschrieben hast, gerne brachte man noch Teller und Besteck.
        Ist doch besser, wenn alles aufgegessen wird, als daß viel weggeworfen werden muß.

        Wichtig ist doch aber, daß der Gastwirt -ohne auf berechtigte Einnahmen zu verzichten- alles tut, um seine Gäste zufrieden zu stellen. Manche führen sich auf, wie Gutsherren, das muß auch nicht sein.

        Antwort

    3. riepichiep

      23. April 2015 at 18:47

      „In einem anderen Restaurant kehrte eine Familie mit zwei kleinen Kindern ein. Das kleine Mädchen hatte keinen Hunger und wollte nur was trinken. Ihr kleiner Bruder wollte Pommes mit Majo.
      Dann schaffte der Kleine aber die Pommes nicht ganz bzw. wollte die Schwester davon welche abhaben. Also brachte der Wirt noch einen zweiten Teller und ein zweites Besteck.
      Dafür verlangte er dann 1 Euro.“

      Wenns in der Karte steht oder allerspätestens beim Bestellen – ja, meinetwegen. Wenn es erst nachträglich hochkommt, finde ich das nicht okay.
      Wobei ich das selten gesehen habe – mittlerweile haben ja die Restaurants teilweise den „leeren Teller“ / „Räuberteller“ / „Piratenteller“ usw. mit in der Karte und den Preis 0,00. Und immer wenn ich da sehe, schmunzle ich und freu mich darüber ….

      Antwort

    4. Tom

      24. April 2015 at 10:41

      Ach, wie angenehm unkompliziert war das doch in Asien. Auf Grund der hohen Temperaturen haben wir recht häufig mal hier und da im Supermarkt, 7 Eleven oder an einem Straßenstand eine Dose oder Flasche gekauft und dann unterwegs beim Gehen getrunken. Wenn wir dann an einem Restaurant oder Essensstand mit Tischen vorbei kamen das uns gefiel hat nie jemand etwas gesagt wenn wir die offene Dose, die wir noch in der Hand hatten, einfach mit mit rein genommen haben und dort am Tisch leer getrunken haben.
      Am Anfang kam mir das schon komisch vor, aber nachdem es mehrfach passiert ist, weil man einfach ständig was zu Trinken dabei hat habe ich es dann einfach als gegeben hingenommen.

      Ok, es versteht sich dann von selbst, dass man im Restaurant zum Essen dann auch noch ein weiteres Getränk bestellt; bei unter 2 € für einen frischen Fruchtshake braucht man da nicht lange überlegen 🙂 In Deutschland gäbe es dann wieder Leute, die das natürlich direkt ausnutzen würden und mit nem 2,5 Liter Tetrapack aufmarschieren würden 🙂

      Antwort

    5. dancingman

      3. Mai 2015 at 23:48

      Kann man drüber streiten oder auch nicht … ich wäre in diesem Lokal das letzte Mal. Es gibt Basics, die in meinen Augen beim Betreiben eines Restaurants über eine Umlage auf Speisen und Gerichte aufgeschlagen sein sollten und damit unter die Kategorie „kostenloser Service“ fallen. Und: Wie oft kommt es denn vor, dass ein zusätzlicher Teller geordert wird. Vielleicht alle 5 Gruppen (Überschlagsrechnung: Ca. 3 Leute pro „Gruppe“, die etwas essen. Also alle 15 Essen ein Extra-Teller macht 7Cent pro Essen. Ich wette, dass die Toilettenumlage pro Essen teurer ist.)? Das kleine Mädchen hat ja immerhin auch etwas getrunken. Vielleicht essen wir aber auch in „falschen“ Restaurants.
      Da lob‘ ich mir Restaurants, die so etwas auf der Karte stehen haben: „Hausgemachte Spätzle mit Rahmsauce (bis 6 Jahre) € nix“. Oder einen kostenlosen „Räuberteller“. Die Spätzle mit Soße gibt es in unserem Stammlokal (leider ehemaliges Stammlokal da unsere Wahlheimat nun der Großraum München ist. Und für dieses Restaurant mit Hausbrauerei möchte ich jetzt schamlos Werbung machen, da es auch gar nicht weit vom Neckar entfernt und ein Tagesausflug Wert ist. Nach Besichtigung des Michelstädter Rathauses mit Michelstädter Elle und Metzkerkeil, dem Diebesturm, … ein frisches Bier nebenan im Rathausbräu Michelstadt. 🙂

      Antwort

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