ServiceWüste

Wie viel Trinkgeld soll man geben?

Trinkgeld

In Gaststätten und bei anderen Serviceleistungen ist es üblich, ein Trinkgeld zu geben. Wieviel Trinkgeld soll man geben und wem?
In der ADAC-Motorwelt gab unlängst der Pressesprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Christopher Lück, dazu Auskunft. Er hält 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrages für angemessen.

An dieser Richtschnur kann man sich ganz gut orientieren.
Wer über einen etwas besser gefüllten Geldbeutel verfügt, der sollte sich die 10 Prozent-Marke verinnerlichen, wer nicht so viel Geld hat, fährt mit 5 Prozent sehr gut.

Aber oberstes Gebot:
Man ist nirgendwo in Deutschland zu einem Trinkgeld verpflichtet!

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Wer gar kein Trinkgeld geben möchte oder kann, der muß es auch nicht tun.

Viele Leute denken, Trinkgeld gebe man nur in der Gastronomie.
Ich persönlich gebe aber auch dem Briefträger, dem Bofrostmann, dem Paketboten und anderen Dienstleistern gerne etwas. So ein kleines Geldgeschenk ab und zu, das erleichtert einem doch das Leben.
Mein Paketmann beispielsweise findet immer eine Lösung, mir meine Pakete zuzustellen und ich muß nicht in die Postfiliale, um sie abzuholen.
Speditionsfahrer, die nur bis Bordsteinkante liefern, kommen angesichts eines Trinkgeldes auf die tollsten Ideen, um einem die Ware auch bis in den zweiten Stock zu liefern.

Daher kann es manchmal ganz sinnvoll sein, das Trinkgeld schon vor der Dienstleistung anzukündigen.

In meinem Stammkaffeehaus gebe ich immer ein Trinkgeld, indem ich aufrunde. Dabei halte ich mich grob an die 10-Prozent-Regel. Es kann aber auch vorkommen, daß ich bei 12,80 Euro mal nur 13 Euro gebe, weil mir das vom Wechselgeld gut paßt. Dafür gibt’s beim nächsten Mal ein bißchen mehr.

Ich achte aber immer darauf, wer das Trinkgeld bekommt. In Lokalen, in denen ich häufiger bin, frage ich die Bedienung. Bekomme ich zur Antwort, daß die Kellner alles dem Chef abgeben müssen, dann gibt es kein Trinkgeld mehr.
Ein griechischer Restaurantbesitzer verlangte von allen Servicekräften die Aushändigung des Trinkgeldes mit der Begründung, daß er das Geld brauche, um davon den Gratis-Ouzo für seine Gäste zu bezahlen.
Das ist aber nicht der Sinn eines Trinkgeldes.

Das Trinkgeld ist eine Wertschätzung für eine gute Serviceleistung.

War die Serviceleistung nicht in Ordnung, dann gibt es eben auch kein Trinkgeld.

Aber Obacht: In anderen Ländern herrschen andere Sitten! In vielen Ländern ist das Trinkgeld der einzige Verdienst der Servicekräfte und damit obligatorisch. Auskunft über die Gepflogenheiten des Gastlandes geben das Internet und Reiseführer in Hülle und Fülle.

Man muß auch nicht jedes Mal Trinkgeld geben. Beim Briefträger mache ich es so, daß er an Weihnachten und Ostern einen etwas größeren Betrag bekommt, der Paketbote wird bedacht, wenn er mal wieder was Großes oder Schweres gebracht hat und der Bofrostmann bekommt sein Trinkgeld, wenn mein Geldbeutel es mal zuläßt.

Man kann Trinkgeld auch geben, wenn man mit EC- oder Kreditkarte bezahlt. Das muß man bei der Kartenzahlung sagen, dann wird der Rechnungsbetrag um die gewünschte Summe aufgerundet. Allerdings ist das bei den Servicekräften nicht so beliebt, weil sie dieses Geld erst mit wochenlanger Verzögerung (und oft auch gar nicht) vom Restaurantbesitzer bekommen.

Wenn es eine Trinkgeldbox gibt, dann ist es durchaus sinnvoll diese auch zu benutzen. So bekommen auch die Servicekräfte hinter den Kulissen etwas davon ab.
Trotzdem bevorzuge ich es, einer guten Kellnerin oder einem guten Kellner direkt etwas zu geben und tue dann noch einen Obolus in die Gemeinschaftsbox.

Trinkgeld sollte man persönlich geben.
Die Sitte, etwas Kleingeld auf dem Tisch liegen zu lassen, finde ich unhöflich.

In Hotels kann man durchaus etwas Kleingeld für die Servicekräfte hinlegen. Mir ist es mal so gegangen, daß jeden Tag mein aus den Hosentaschen nur abgelegtes Kleingeld vom Frisiertisch verschwunden war.
Man erklärte mir dann, daß die Zimmermädchen davon ausgehen, daß ein paar Münzen auf der Ablage im Bad oder auf dem Nachttisch für sie „gemünzt“ seien.

Habe ich noch was vergessen?
Wie handhabst Du das?

Tip:
Sollte es Schwierigkeiten beim Trinkgeld geben, hilft dieser Link hier sicher weiter: Inhaltsreiches Händeschütteln leicht gemacht

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    In der „Servicewüste“ navigieren wir durch die oft trockenen Landschaften des Einzelhandels, der Behörden und des Online-Shoppings, wo Kunden sich vernachlässigt oder ungerecht behandelt fühlen. Diese Rubrik beleuchtet prägnante Beispiele solcher Erfahrungen. Doch es geht nicht nur um Kritik: Wir heben auch jene Oasen hervor, wo Unternehmen sich durch außergewöhnlich guten Service abheben und beweisen, dass eine „Servicewüste“ nicht die Norm sein muss.

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    Lesezeit ca.: 5 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 7. März 2015 | Peter Wilhelm 7. März 2015

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