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Was bedeutet Blooper? Verwendung und Bedeutung

Du hast den Begriff „Blooper“ gehört oder gelesen und möchtest wissen, was er bedeutet? Ich erkläre es Dir in diesem Beitrag.

Was bedeutet „Blooper“? Bedeutung und Verwendung

Blooper oder Bloopers kommt, wie Du Dir schon denken kannst, aus dem Englischen. Mit dem Begriff werden kurze Szenen bezeichnet, in denen etwas schiefgegangen ist, und die in Radio-, Film- und Fernsehproduktionen meist nicht verwendet wurden.
Du kennst Bloopers vielleicht auch unter dem Begriff „Outtakes“ (das Herausgenommene, Herausgeschnittene). Eine zusammengeschnittene Folge von Bloopers bezeichnet man als „Blooper Reel“ oder „Gag Reel“.

Woher kommt der Begriff Blooper?

Das Cambridge-Dictionary beschreibt den Begriff so:

a funny mistake made by an actor during the making of a film or television programme and usually removed before the film or programme is shown

Ein lustiger Fehler, den ein Schauspieler während der Aufnahme eines Films oder Fernsehprogramms gemacht hat und der üblicherweise entfernt wird, bevor der Film oder der Programmbeitrag gezeigt wird.

Der Begriff Gag-Reel wird schon seit den 30er-Jahren verwendet, als Filmgesellschaften solche Zusammenschnitte von lustigen Patzern, Filmfehlern und Versprechern als besonderes Jahreshighlight an Mitarbeiter, Filmschaffende und Investoren verschenkten.
Schon aus den Anfängen der Filmarbeit (Stummfilmzeit) sind die Begriffe „boner“ und „breakdown“ für solche Fehler gebräuchlich gewesen. Man sieht, dass dies schon Begriffe waren, die mit B anfingen. Ein besonders häufig vorkommender Blooper ist das Verlachen einer Szene. Einer der Protagonisten schafft es nicht, seinen Text mit Ernst zu sagen und bricht an unpassender Stelle immer wieder in Lachen aus. Diese Szene muss dann wiederholt werden, und zwar so lange, bis es alle Beteiligten schaffen, ernst zu sein. Der Regisseur spricht dann auch von einem Loop, einer Schleife, einer fast schon Endlosschleife von Aufnahmen. Etymologen meinen, dass aus den Worten „boner“ und „loop“ der „blooper“ entstanden sein könnte.

Populär wurde der Begriff vor allem durch Kermit Schafer, der in den 1950er und 60er-Jahren eine Serie von Schallplatten mit nacherzählten und im Ton festgehaltenen Versprechern und Patzern herausbrachte.

Wer verursacht einen Blooper?

Ein Blooper kann von jedem an der Produktion Beteiligten verursacht werden. Wie schon erwähnt, ist ein häufiger Blooper das Verlachen. Noch häufiger kommt der Texthänger vor, bei dem einem der Schauspieler einfach sein Text nicht mehr einfällt. Ganz häufig ist auch, dass der Tonmann das Mikrofon von oben ins Bild geraten lässt. Aber auch durch die Szene laufende Dritte, hustende Helfer, in Ohnmacht fallende Statisten oder eine Servicekraft vom Catering, die Geschirr fallen lässt, können Blooper verursachen.

Blooper, die drinbleiben

Patzer passieren auch während Live-Sendungen. Sie können natürlich nicht herausgeschnitten werden. Man denke nur an den berühmten Putzmann, der einst hinter Tagesschausprecherin Susanne Daubner durchs Studio wischte. Besonders Versprecher, technische Fehler oder unglücklich verwendete Zitate und Redewendungen sind Bestandteil von Sendungen wie „TV total“ in denen solche Fehler gesammelt vorgeführt werden.
Ganz oft werden Blooper aber auch erst zu spät bemerkt. Die Produzenten der Filme stehen dann vor der Wahl, die Szene aufwendig nachzudrehen oder herauszuschneiden. Das geht aber oft aus dramaturgischen Gründen nicht, und so müssen manchmal Blooper auch drinbleiben.
Bei Fernsehproduktionen sagen die Beteiligten oft „das versendet sich“ und bauen darauf, dass aufgrund der Fülle von Eindrücken der Fehler dem Publikum nicht auffällt.

Anschlussfehler

Ganz besonders oft gibt es Anschlussfehler. Filme und Fernsehsendungen werden ja nicht chronologisch am Stück gedreht, sondern nach Örtlichkeiten, Verfügbarkeiten und Tageszeit und Wetter getrennt voneinander. Beispielsweise werden alle Szenen „draußen, Nacht, an der Siegessäule“ hintereinander aufgenommen, auch wenn sie später im Film an sieben verschiedenen Stellen vorkommen. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Frisuren und die Kleidung sowie die Requisiten immer angepasst werden, damit die Kontinuität gewahrt bleibt. Im Abspann wird dann auch unter „Continuity“ der- oder diejenige genannt, die dieses überwacht hat.

Blooper als Bonusmaterial

Ganz üblich ist es, die besten Blooper als Bonusmaterial mit auf eine DVD oder Blu-ray zu packen. Manchmal werden sie auch am Ende eines Kinofilms mit in den Abspann geschnitten und belohnen auf diese Weise diejenigen, die im Kino nicht sofort aufspringen, wenn ihrer Meinung nach der Film vorbei ist.

Bildquellen

  • export-pexels-skitterphoto-small: Pexels
Lesezeit ca.: 5 Minuten - Tippfehler melden - Peter Wilhelm 17. Januar 2023

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