Im Osten ist manches anders

Also, das Haltverbot ist so ein Verbot, bei dem man am Straßenrand nicht parken oder halten darf. Ein blauer Blechdeckel mit rotem Rand und einem schrägen Strich für das eingeschränkte Haltverbot und zwei sich kreuzenden Strichen für das absolute Haltverbot.
Manchmal gibt es Zusatzschilder, die das entweder auflockern oder noch mehr verschärfen, oft auch solche, die das zeitlich oder räumlich begrenzen, z.B. „Nur an Sonntagen“ oder „Von 15-17 Uhr“.

Meine Führerscheinprüfung ist schon so lange her, daß ich mir nur noch die zwei Regeln behalten habe, daß ich im eingeschränkten Haltverbot nur ganz kurz halten darf, ohne das Fahrzeug wirklich zu verlassen, etwa zu Be- und Entladen usw. wobei ich immer bereit sein muß, sofort wegzufahren. Im absoluten Haltverbot darf man gar nicht stehen bleiben.

Aber das hier, entdeckt im Osten der Republik, das ist dann doch eine neue Variante:


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z-haltverbot

Was will uns dieses Schild sagen?

Man darf da also unter gar keinen Umständen halten, denn es ist ja ein absolutes Haltverbot (nein, liebe Rechtschreibprüfung, es heißt wirklich Haltverbot und nicht Halteverbot!).
Und dann? „Auf Anweisung“.
Wie jetzt?
Läuft da so ein Blockwart oder Abschnittsbevollmächtigter als Haltverbotszuteiler herum und ruft einem die Anweisung zu: „Sie da! Sie halten jetzt hier!“ oder „Sie da, Sie dürfen hier nicht halten?“

Und was bedeutet „Auf Anweisung“ überhaupt? Darf man jetzt ohne Anweisung nicht halten oder muß man anhalten bis man eine Anweisung bekommt?


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5 thoughts on “Im Osten ist manches anders

  1. Ich kenne diese Schilderkombination aus ganz Europa, immer an den Ausfahrten von Drive-In-Schaltern der gängigen Fastfood-Ketten – da sollen die Leute prinzipiell nicht anhalten, es sei denn, dass sie von der Servicekraft dorthin geschickt werden, damit die anderen Kunden bedient werden können, während die länger dauernde Bestellung im Hintergrund abgearbeitet wird… allerdings ist diese Kombination durchaus mißverständlich, man könnte ja auch glauben, dass das Halteverbot nur auf Anweisung gilt.

      1. Vermutlich haben die sich das „Parken“ für das „Parken nur auf Anweisung“ auf dem Schild gespart, weil das billiger war. 🙂

  2. Ich bin in den Osten gezogen. Hier ist tatsächlich vieles anders, z. B. bekommt man von der hiesigen Kreisverwaltung klipp und klar erklärt, das die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland in diesem Landkreis keinen Bestand haben. Die machen sich hier ihre Gesetze selbst und das so, wie es ihnen gerade passt. Und wenn man ein Haus kauft und plötzlich „zum Rechtsnachfolger der DDR“ erklärt wird, obwohl man das Haus 2012 gekauft hat, dann ist das eben so. Das geben die einem sogar schriftlich.

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