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Hypnotisch meditative Wirkung von 3D-Druckern und Staubsaugerrobotern

Staubsaugen

Der Mann an sich und der Deutsche im Besonderen kann sich der ihm innewohnenden Neigung zum besserwissenden Optimieren nicht entziehen.

Die Neigung zur Optimierung und unerfüllte Erwartungen

Der Mann an sich und der Deutsche im Besonderen kann sich der ihm innewohnenden Neigung zum besserwissenden Optimieren nicht entziehen. Die Frauen sind bei diesem Aspekt meiner Betrachtungen insoweit nicht außen vor, als dass es ja genügend Vertreterinnen dieses Genders gibt, die nicht in Urlaub fahren können, ohne ihren Koffer vorher mit gutem deutschem Putzmittel, Gummihandschuhen und Putzlappen bestückt zu haben. Hinsichtlich der Hygiene am Urlaubsort gibt es immer einen Verbesserungsbedarf.
Männer erkennen jede technische Unzulänglichkeit, um im Bild zu bleiben, auch am Urlaubsort. Und statt nur erholsam zu entspannen, packt so mancher den mitgebrachten Phasenprüfer-Schraubendreher aus, um die Anschlüsse von Lampen, Klimaanlagen und Kühlschränken „mal eben richtig zu machen“.
Auch sparen Deutsche, egal jetzt ob Mann oder Frau, auch niemals mit Verbesserungsvorschlägen, die sie der einheimischen Bevölkerung unterbreiten.

Wird irgendwo in Deutschland eine Baustelle eröffnet, finden sich immer Zuschauer, die dem Treiben der Bauarbeiter und der mächtigen Maschinen zusehen. Bauingenieure und Poliere lassen aber gerne Sichtschutzblenden aufstellen. Das geschieht vor allem aus dem Grund, dass man die zahlreichen Vorschläge aus dem Laienpublikum, wie man dieses oder jenes besser und effektiver machen könnte, einfach ausbremsen möchte.

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Ein 3D-Drucker und ein Roboterstaubsauger folgen jeweils einer eigenen Logik. Bei einem 3D-Drucker folgt die Druckdüse, wie oben schon beschrieben, einem aufwendig berechneten Befehlssatz, dem G-Code. Der Anwender füttert ein Vorbereitungsprogramm, den sogenannten Slicer, mit den Modelldaten. Diese bilden in erster Linie die Oberfläche des zu druckenden Gegenstandes ab. Die Slicer-Software tut nun das, was ihr Name sagt. To slice bedeutet im Englischen so viel wie in Scheiben schneiden.

Und da 3D-Drucker Schicht für Schicht drucken, wird ihnen das Modell in hunderten von horizontalen Scheiben angeboten. Die Slicer-Software macht aber mehr, als das Modell nur in Schichten zu zerlegen. Sie gibt dem Drucker auch die Wege vor, die der Druckkopf zu fahren hat. Dabei folgt sie einem ausgeklügelten Algorithmus, der sowohl eine Zeit- wie auch eine Material- und vor allem eine Qualitätsoptimierung zum Ziel hat.

Für ein männliches Hirn bewegt sich der Druckkopf eines 3D-Druckers absolut anders, als es der Hirnanwender Hirnbesitzer sich vorstellt. Der Betrachter sitzt mit einer gewissen Erwartungshaltung vor dem Drucker und muss Sekunde für Sekunde ertragen, dass der Drucker etwas völlig anderes macht, als er erwartet hat. Dabei überrascht ihn der Druckroboter dann auch noch in Minutenabständen mit dem Beweis, dass das unlogisch erscheinende Unerwartete am Ende doch die beste, schnellste, schönste und damit ideale Vorgehensweise war.

Diesen Moment des Erwartens, ja der nicht erfüllten Erwartung und die glückbringende Erkenntnis, dass die Maschine alles richtig macht, fasziniert und fesselt den Betrachter. Er möchte auch den nächsten Schritt sehen und wieder überzeugt werden. Und insgeheim hofft der betrachtende Mann, es könne sich bei der nächsten zu druckenden Schicht dann doch herausstellen, dass die menschliche Vorstellung und Erwartung obsiegt und die Maschine einen Fehler macht.

Hoffnung und Zweifel

Bei Roboterstaubsaugern ist es ja so, dass diese cleveren Haushaltshelfer immer „smarter“ werden. Günstige Geräte folgen keiner ausgeklügelten Routen-Software, sondern fahren einfach kreuz und quer drauf los. Dabei setzt man darauf, dass sie das nur oft genug tun müssen, um am Ende dann möglichst jeden Fleck des zu reinigenden Raums auch getroffen zu haben. Und da Staubsaugerroboter viel häufiger herumdüsen und ihrer Arbeit nachgehen, als es ein Mensch mit einem Staubsauger tun würde, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses auf Zufällen basierende Routenprinzip trotz fehlender Logik trotzdem effizient ist.

Besser ausgestattete Staubsaugerroboter können die Abmessungen und die Form eines Raumes erkennen. Hierfür stehen ihnen von einfachen Infrarotsensoren, über Kameras bis hin zu Radarstrahlen alle möglichen Detektoren zur Verfügung, je nach Modell und Geldbeutel des Besitzers.
Überdies können sie Gegenstände auf dem Boden erkennen, benennen und kategorisieren. Sie können selbständig entscheiden, ob es sich um etwas handelt, das umfahren werden muss, oder ob es weggeschoben werden darf.

Diese cleveren Roboter fahren dann nicht irgendwelche willkürlich zufällig gewählten Routen, sondern sie folgen einem abgespeicherten Lageplan, ziehen saubere Bahnen, machen keine unnötigen Wege und lassen auch keinen Fleck aus.

Nun basiert die Reinigungsfunktion dieser Roboter bei der ganz überwiegenden Zahl der angebotenen Geräte auf sich drehenden Walzen und Seitenbürsten. Und genau das Reinigungsprinzip der sich drehenden Reinigungsbürsten ist auch die größte Crux dieser Apparate.
Denn mit einer unglaublichen Treffsicherheit erwischen diese Bürsten Kabel, Schnüre, Teppichfransen und andere längliche Gegenstände und wissen nichts Besseres zu tun, als sich das alles so lange um die Bürsten zu wickeln, bis das Gerät seinen Dienst versagt.

Mein Staubsaugerroboter kann sogar Teppiche erkennen. Er bemerkt, dass er sich auf einem Teppich befindet und verändert die Saugleistung. Gleichzeitig ist der Staubsauger aber auch flink. Und beides in Kombination bewirkt, dass der Staubsauger den Teppich zuverlässig erkennt und die Saugleistung erhöht, und zwar just in dem Moment, wenn er den Teppich schon wieder verlassen hat. Mit ungeheurer Geduld umkreist er den Teppich, nimmt Anlauf, fährt auf den Teppich und verlässt ihn genau in dem Moment, als die Saugleistung teppichgerecht hochgefahren wurde.

An einem Läufer steht eine Ecke ein ganz kleines bisschen hoch. Das scheint den Saugroboter wie magisch anzuziehen. Immer wieder steuert er die hochstehende Ecke an und fährt so lange und so oft darüber, bis die Ecke nicht mehr nur ein kleines bisschen hochsteht, sondern soweit nach oben gebogen ist, dass er sich richtig daran festfahren kann. Er frißt die Ecke in seine Teppichwalzengrube, macht grrrrrr und bleibt stehen, piep, piep, piep….

Bildquellen:
  • staubsaugen: KI generiert Peter Wilhelm


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Lesezeit ca.: 7 Minuten | Tippfehler melden | Peter Wilhelm: © 9. Juli 2024

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