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  • Hauptsache die Ruckdäschl wird nicht krank

    frau ruckdäschl

    Sie ist ja schon deutlich über Siebzig, die Ruckdäschl. Aber für ihr Alter ist sie erstaunlich zäh, außer einem abgebrochenen Zehennagel plagen sie keine wesentlichen Krankheiten. Daß sie über eine so robuste Gesundheit verfügt, begründet sie selbst so:

    „Mein Franz, der ist ja auch bloß g’schtorbe‘ weil er so krank war. Wenn man alt werde‘ will derff man bloß net früh sterbe'“.

    Und für den Fall daß sie mal krank wird, hat sie vorgesorgt:

    „Sie, do hebb isch ä Zusatzversicherung, mir kann da nix passiere! Wann isch ämol krank werr‘, donn muss misch der Professor Brinkmann persönlisch bediene. Im Krankenhaus krieg isch ä Einzelzelle! Do hab isch vorgesorgt!“

    Tja, Klausjürgen Wussow, unser aller Professor Brinkmann, ist ja nun auch schon lange tot.

    Doch die Ruckdäschl winkt bloß ab: „Dann soll mich eben der Professor Bannatt operiere‘ „.

    „Professor wer?“


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    „Professor Bannat, der mit der Herzverpflanzung!“

    „Ah, Sie meinen Professor Barnard! Der ist aber auch schon seit 15 Jahren tot, und seine Herzverpflanzung, also die erste, hat er vor vierzig Jahren gemacht.“

    „Immerhin kann der Herzen verpflanzen!“

    „Aber der ist tot, der Professor Barnard!“

    „Na ja, was wissen Sie schon, außerdem ist mir das egal. Ich hebbs ja net am Herze‘, sondern Schmerze‘ in de‘ Füß! Das werd der ja wohl noch hinbekommen, odda?“

    [grey_box]Sie erinnern sich an Frau Ruckdäschl? Frau Ruckdäschl lebt noch und ist bei bester Gesundheit. Sie bewohnt die Parterre-Wohnung in einem Mietshaus, in dem wir vor Jahren mal wohnten. Dort lebt sie hinter der immer spaltbreit geöffneten Wohnungstür und ihrem Balkon. Obwohl schon etwas schlecht zu Fuß, gelingt es ihr, quasi unter Ausserkraftsetzung physikalischer Gegebenheiten, an beiden Ortens gleichzeitig zu sein: Auf dem Balkon und an der spaltbreit geöffneten Wohnungstür.

    Auf dem Balkon zupft sie ihre Geranien, die sie aufgrund ihrer ewig lang zurückliegenden Herkunft aus Norddeutschland „Scherohni-en“ sagt, weshalb unsere Kinder und später auch wir, von ihr selbst auch nur noch als der Scherohnie sprechen. Sie selbst hat aber inzwischen, außer bei einigen hartnäckigen Vokabeln, das breite hiesige Idiom angenommen und babbelt und schwätzt im etwas breitmäulig vorgetragenen, weichen Dialekt der hiesigen Eingeborenen.
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    © 2007

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