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Gedanken zur Europäischen Union – Upgrade 2015

Längst verweisen die „sensationellen Enthüllungen“ des Magazins Der Spiegel um korrupte Fußballfunktionäre, gekaufte Weltmeisterschaften und die darüber stürzenden Granden – unter ihnen gar ein leibhaftiger Kaiser – die lange Zeit dominierenden Bilder von endlosen Flüchtlings-Trecks innerhalb der Europäischen Union auf die Plätze. Weshalb eigentlich? Dass die Oligarchen der FIFA und des IOC ihr Metier mit krimineller Energie betreiben und via Scheckbuch Entscheidungen einkaufen, daran zweifelt seit langem niemand mehr, der seine fünf Ringe noch beisammen hat.

Weshalb also drängen sich solche höchst unnötige Banalitäten in den Vordergrund? Weshalb muss man in der Tageszeitung mittlerweile weit nach hinten blättern, um noch irgend etwas Relevantes über die größte Bankrotterklärung des 21. Jahrhundert zu lesen? Und mit Relevantes meine ich weder die faschistoiden Emissionen aus der bajuwarischen und/oder ungarischen Provinz, weder akademisch untersuchte Zahlen derer, die von strategisch angezettelten Stellvertreterkriegen ihrer Heimat beraubt nach Europa drängen, noch die schamlos abgekupferte Parole der mächtigsten Frau der Welt, geschweige denn das erbärmlich kompetenzlose Geblubber aus dem Hause de Maizière.

Ist das Thema Massenflucht und Vertreibung nicht mehr aktuell? Abgehakt, und auf kommunale Zuständigkeit herabgestuft, um die Titelseiten der Leitmedien für den nächsten vermeintlichen Aufreger freizuhalten? Wie lässt sich erklären, dass nach den erbärmlichen Reaktionen des politischen Personals auf die Bürgerkriegsflüchtlinge der sklerotische Zustand eines ignoranten, in die Jahre gekommenen Fußballprofis die hitzigen Debatten der Stammtische dominiert?

Weil es das Tagesgeschäft der Global Player stören würde, deren Anzeigen nun mal die Presselandschaft alimentieren? Weil jemand auf die Idee kommen könnte, die Waffenexporte der Bundesrepublik in diese Krisengebiete als eine der Ursachen der vielen überschaubaren, aber für die deutsche Industrie äusserst lukrativen Kriege zu betrachten? Weil jemand schlussfolgern könnte, dass zum ersten Mal in der Geschichte die Leidtragenden unserer ökonomischen Arroganz Gesichter haben, Namen tragen und sich nun dahin begeben, wo all das technische Equipment zur Verwüstung ihrer Heimat herkommt?

Ach ja, beinahe hätte ich vergessen, den Titel dieses Beitrags zu thematisieren. Mit einem Federstrich ist die Europäische Union ihrer mit Milliarden Aufwand modellierten Schöne-heile-Welt-Maskerade verlustig gegangen. Und hinter der heruntergekrachten Fassade zeigt sich der eigentliche Masterplan der theatralisch überhöhten Monstranz: Macht, Einfluss, Cash. Es ging nie um Völkerverständigung oder Solidarität, wie man an dem perfiden Verhalten der Gremien in Brüssel oder Straßburg wunderbar sehen kann. Vergiss es! Völkerverständigung kann man auch wunderbar mit Franc, Gulden oder Drachmen leben. Jetzt steht dieses verlogene Konglomerat namens EU vor dem Problem, einen marginalen Teil ihrer Profite an die Bedürftigen abzugeben. Das wäre ja noch schöner. Christliche Nächstenliebe? Aber hallo, wo kämen wir denn hin? Und wer soll denn das bitteschön bezahlen? Frage über Fragen. Und nun die Wettervorhersage für morgen, Montag, den 26.10.2017…………

Lesezeit ca.: 3 Minuten - Tippfehler melden - Peter Grohmüller 3. Februar 2020

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