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Die Lüge mit dem veganen Leder

Wenn ich das richtig verstanden habe, lehnen Veganer im Gegensatz zu Vegetariern, nicht nur tierische Kost ab, sondern verzichten auch darüber hinaus auch auf tierische Produkte, wie Leder, Wolle, Horn usw.
Allerdings sind die Internetforen der Veganer voll von Einträgen, in denen sich Veganer zu gewissen Kompromissen bekennen.

„Ich trage schon Lederschuhe, aber nur gebrauchte, und ich gebe sie hinterher wieder an jemanden weiter. So hat für mich kein Tier sterben müssen.“

Auch gibt es Leder, das von einigen Veganern akzeptiert wird. Es stammt von Tieren, die zur Fleischgewinnung geschlachtet wurden, deren Leder also quasi nicht primär der Grund für die Tötung war. Wenn dieses Leder dann noch ökologisch sinnvoll ohne den Einsatz von Kinderarbeit und giftigen Chemikalien gegerbt wurde, scheint es für einige Veganer akzeptabel zu sein. Oft wird hier von veganem Leder gesprochen.

Aber für Nichtveganer bedeutet das, doppelt aufmerksam zu sein, wenn man Produkte entdeckt, die das Label „veganes Leder“ tragen.

Die oben abgebildete Handy-Hülle kam mir diese Woche zu einem Produkttest ins Haus. Bei dem edel verpackten Produkt verweist der chinesische Hersteller stolz auf den Umstand, daß es aus veganem Leder gefertigt wurde.

Schaut man sich das Produkt dann mal näher an, entdeckt man aber schnell, daß es sich hier keineswegs um Leder handelt, sondern um Kunststoff, also ein Kunstleder.
Mittlerweile werden sehr hochwertige Kunstleder angeboten, die in Haptik und Optik kaum noch von echtem Leder zu unterscheiden sind.
Das ist auch nicht die Frage, denn die Qualität der oben abgebildeten Handyhülle ist sehr gut, die Verarbeitung exzellent.

Nur, es ist eben kein echtes Leder.
Und wer dann, wie ich, gerne Leder verwendet, weil es nach einer gewissen Gebrauchsdauer den typischen „used look“, also das schöne abgegriffene, gebrauchte Aussehen hat, der wird von diesem als „veganes Leder“ untergeschobenen Kunststoff enttäuscht sein. Moderne Kunstleder sehen echtem Leder sehr ähnlich und tun das auch noch nach Jahren, aber sie sehen dann eben immer noch so aus wie neues Leder.

Und daß echtes Leder eine höhere Strapazierfähigkeit hat, die ein Handyleben sowieso bei weitem überdauert, muß man kaum erwähnen.

Mir gefällt die Fibonacci-Hülle der Firma dreems sehr gut, sie ist äußerst praktisch, sehr gut verarbeitet und hübsch. Das Handy hat eine eigene Rückenschale (Bumper), der auch noch einmal hinten mit dem veganen Ersatzstoff überzogen ist.
Diese Rückhülle haftet in der Handytasche magnetisch fest und kann herausgenommen werden.

Aber wie gesagt, es ist eben kein Leder. Und wenn da kein Leder verarbeitet wurde, hat meiner Meinung nach auch nicht Leder oder veganes Leder draufzustehen.
Dann muß man ehrlich angeben „für Veganer geeignetes Kunstleder“.

Lesezeit ca.: 3 Minuten - Tippfehler melden - Peter Wilhelm 10. November 2015

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