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  • Brexit – Sie werden fallen wie Dominosteine, oder?

    brexit

    Am 27. Dezember 1986 kreierte der Niederländische Kultur-Titan John Endemol, dem die Europäische Fernsehlandschaft intellektuelle Bastionen wie Big Brother verdankt, den Domino Day.

    Sinn und Zweck der Veranstaltung war das Aufstellen von Myriaden von Dominosteinen, die, richtig plaziert, durch den Impuls des ersten Steins möglichst alle umkippen sollten.
    Auf der bisher letzten Austragung am 13. November 2009 wurde in Leeuwarden mit 4.491.863 von 4.800.000 gesetzten Steinen, entsprechend einer Quote von 93,58 %, ein Rekord aufgestellt.

    Aufgrund der astronomischen 800 Milliarden € für die von den Finanzmärkten parallel ins Leben gerufene europäische Bankenkrise, selbstredend zu Lasten der Bürgerinnen und Bürgern, mussten die Mittel für Kultur leider drastisch zusammengestrichen und der Domino Day mangels Finanzierung eingestellt werden. Also keine umkippenden Steine mehr?

    Weit gefehlt. Die Einwohner Großbritanniens haben die vakante Tradition unter dem Namen Brexit wieder aufleben lassen, auf politischer Ebene.
    Man könnte es sich jetzt natürlich bequem machen und sich den Politik-Profis und Wirtschaftswissenschaftlern anschließen, die alles immer fundiert erklären und analysieren können, ohne dass sie jemand gefragt hätte, oder in das enervierende Mantra der Bundeskanzlerin, quasi der Europäischen Vordenkerin, einstimmen, dass der Verdruss der Briten lediglich an mangelnden, oder noch nicht vollständig umgesetzten Strukturreformen liegt, und dass es jetzt um so wichtiger sei, dass nun alle 27 verbleibenden EU-Mitgliedsländer den eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter schreiten müssen, Bla, Bla, Rhabarber.


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    Ob die Briten nun aus der Sehnsucht nach dem verflossenen Imperium, nach einstiger Größe, oder nach dem legendären Ruf, der der früheren Weltmacht vorauseilte nun dankend abwinken, oder einfach, weil sie wegen der unbotmäßigen Bevormundungen aus Brüssel und Straßburg die Schnauze voll haben, ist dabei Jacke wie Hose. Dass solch schräge Typen wie Geert Wilders und Viktor Orban nun applaudieren, ist es ebenfalls, und sollte das notwendige Nein zu dem EU-Wahn keinesfalls diskreditieren.

    Wichtig ist, DASS sie den ersten Dominostein umgeworfen haben, und dass weitere fallen, dass die Europäische Union in der bestehenden üblen und korrupten Formt krachend zusammenstürzt; dass einer anonymen supranationalen Behörde endlich Grenzen gesetzt werden, dass es die originäre Aufgabe der Europäischen Union sein muss, sich um die Interessen der Bevölkerung zu kümmern, um Respekt, um Bildung, um Kultur, um Gesundheit, um bezahlbaren Wohnraum, um gutbezahlte Arbeit, die ein würdevolles Leben ermöglicht, und nicht um Steuersparmodelle für global agierende Konzerne und erst recht nicht um das ekelerregende Business der Investmentbanken und Hedgefonds, oder um dubiose Handelsabkommen, sprich der völligen Preisgabe Europäischer Werte und gesundheitlicher Standards zugunsten Amerikanischer Großkonzerne.

    In diesem Sinne: noch viel Vergnügen bei der European Domino Challenge. Sie dauert zwar deutlich länger als das niederländische Urmodell, wird aber sicher um einiges nachhaltiger sein; und das ist ja heutzutage ein Muss – also die Nachhaltigkeit.

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