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Mediatheken-Irrsinn und Programmvielfalt – Da findet man den Wald vor lauter Bäumen nicht

Ein Ehepaar sitzt vor einem Fernseher und von überall strömen Programmangebote auf die Leute ein.

Dauernd heißt es: Mehr dazu finden Sie in unserer Mediathek. Klasse! Es gibt also ähnlich einer Büchersammlung für Bücher auch eine Mediasammlung für Video- und Audioinhalte.

Die wird dazu auch noch in einer Cloud gelagert, sodass man selbst weder Kassetten noch CD-Scheiben oder anderen Speicherplatz benötigt. Das ist doch praktisch. Möchte man dann etwas schauen, ruft man diese Mediathek auf, gibt etwas in das Suchfeld ein und bekommt den passenden Inhalt dann angeboten. Der kann auch etwas kosten, das muss man dann hinnehmen. So weit, so schön. Aber die Sache hat einen Haken, oder genauer gesagt: Die Sache hat viel zu viele Haken.

Es gibt nämlich nicht die eine Mediathek, sondern jeder Hans und Franz hat seine eigene Mediathek. Jeder noch so popelige TV-Sender hat seinen eigenen Speicherort. Hinzu kommen noch die Angebote der Streaming-Plattformen, die im Grunde auch nichts anderes als Mediatheken bzw. Cloud-Speicherplatz sind. Das stellt einen dann schon mal vor das Problem, herausfinden zu müssen, in welcher Mediathek der gesuchte Inhalt überhaupt enthalten ist.

Das zweite große Problem ist die nicht standardisierte Aufbau der Mediatheken. Jeder Anbieter hat ein eigenes Konzept zur Präsentation seiner Filme und Serien und jede Mediathek wird vollkommen anders bedient.
Zur Bedienung, also zum Aufstöbern und Auswählen von Inhalten dient die Fernbedienung. Nur leider sind bei fast jeder Mediathek andere Tasten dafür zuständig und machen die Tasten auch teilweise völlig unterschiedliche Sachen.
Ein weiterer Haken: Hat man den gewünschten Film gefunden, ist man vielleicht auf einen Bezahlinhalt gestoßen. Man müsste also irgendeinen Betrag für das Ausleihen bezahlen. Es gibt meist überhaupt keinen Hinweis darauf, ob und dass es diesen Inhalt woanders auch kostenlos gibt.

Einige Smart-TVs und Streamingboxen haben eine mediathekenübergreifende Suche, sodass man auch ins Blaue hinein suchen kann. Aber nach meinen Erfahrungen funktioniert das nur leidlich gut. Denn eins ist klar, eine neutrale Streamingbox, so wie beispielsweise ein Satellitenempfänger eines beliebigen Herstellers, gibt es nicht. Die Streamingboxen stammen meist von einem der Streaminganbieter selbst, zum Beispiel von Amazon prime oder Sky und es liegt auf der Hand, dass diese natürlich ihre eigenen Inhalte bevorzugt präsentieren möchten.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Streaminggeräte keine einheitliche Software bzw. Menüführung haben. Oft genug sind die Zuschauer gezwungen, gleich mehrere Streaminggeräte an ihren Fernseher anzuschließen, weil die einen Inhalte nur hier und andere Inhalte nur dort empfangbar sind. Dabei unterscheidet sich die Bedienung dann oft so grundlegend, dass manchmal große Verwirrung herrscht. Hinzu kommt, dass bestimmte Dienste und Mediatheken gar nicht per se in den Geräten vorhanden sind, sondern erst noch über einzelne Apps nachinstalliert werden müssen.

Was ich mir wünschen würde, wäre ein Standard, der eine vereinfachte und vor allem einheitliche Bedienung der Geräte und Mediatheken an sich festlegt. Die Taste X muss eben immer das Gleiche machen.
Eine gute TV-Box sollte eine mediathekenübergreifende Suchfunktion bieten, sodass ich, wenn ich z.B. nach Forrest Gump suche, alle Fundstellen angezeigt bekomme und mich dann für die entscheiden kann, die die gewünschte Auflösung, Sprachunterstützung und möglichst kostenlose bzw. günstigste Übertragung bietet.

Übrigens:

Weshalb die ARTE-Mediathek in Englisch ist, ist auch nicht zu verstehen. Bei Netflix muss ich oft genug einen Film erst anklicken und reinschauen, um festzustellen, dass der in einer mir völlig unbekannten Sprache übertragen wird und nur englische Untertitel hat.

Sky will nun mit einer innovativen Box eine Revolution im Fernsehbereich herbeiführen. Für diejenigen, die abends bevorzugt vor dem Fernseher in den eigenen vier Wänden entspannen, bietet die heutige Medienlandschaft oft eine überwältigende Auswahl. Die Zeiten, in denen man lediglich durch die verfügbaren Fernsehkanäle zappen oder eine besondere Sendung aus dem Fernsehprogramm auswählen konnte, sind längst vorbei. Das Medienangebot ist durch Streaming-Dienste fragmentierter denn je. Um diesem Trend entgegenzuwirken, präsentiert Sky seinen Dienst Sky Stream als schnelle und praktische Lösung.

Die zunehmende Anzahl an Fernsehkanälen und Streaming-Diensten, die ständig neue Filme und Serien anbieten und hin und wieder ihre Plattformen wechseln, führt oft dazu, dass man den Überblick verlieren kann. Sky Stream, eine kompakte Box, die man sich nach Hause holen kann, ermöglicht das Streamen verschiedenster Inhalte über das Internet. Das Ziel des Unternehmens ist es, mit Sky Stream eine zentrale Anlaufstelle für erstklassige Inhalte zu schaffen, ohne dass Nutzer zwischen verschiedenen Apps und Kanälen navigieren müssen.

Dieses neue Streaming-Gerät ist darauf ausgerichtet, das Auffinden von Filmen, Serien und Sendungen so einfach wie möglich zu gestalten, unabhängig vom jeweiligen Anbieter.

Nachdem Sky Stream bereits in Großbritannien und Irland eingeführt wurde, plant Sky, diese TV-Box im Spätsommer auch auf den deutschen Markt zu bringen, um das Angebot flexibler zu gestalten. Ob dies ausreicht, um in einem hart umkämpften Markt zu bestehen, bleibt abzuwarten.

Im Kern vereint Sky Stream verschiedene Programmangebote in einer Box, die unabhängig vom Standort und Anbieter genutzt werden kann. Nutzer haben über das Internet Zugang zu den Premium-Inhalten des Bezahlsenders sowie zu Free-TV-Sendern, Apps und Inhalten anderer Streaming-Dienste, ohne dass der klassische Sky-Receiver erforderlich ist. Somit ist Sky Stream vergleichbar mit anderen Geräten wie Googles Chromecast oder Amazons Fire-TV-Stick.

Welche Streaming-Dienste genau über Sky Stream verfügbar sein werden, steht noch nicht fest. Es ist jedoch anzunehmen, dass viele bekannte Dienste, die bereits über Sky Q erhältlich sind, auch über Sky Stream zugänglich sein werden. Dies umfasst Dienste wie Amazon Prime Video, Netflix, Disney+, Paramount+, DAZN, RTL+ sowie die Mediatheken von ARD und ZDF. Sky Stream bündelt die Inhalte dieser Anbieter auf einem Gerät, wobei für den Zugriff ein Abo des jeweiligen Dienstes notwendig ist.

Sky selbst bezeichnet Sky Stream als eine „TV-Innovation“, die das Fernseherlebnis auf ein neues Level bringen soll. Angesichts der Vielfalt an Anbietern und Inhalten ist es für das Streaming-Publikum heute eine Herausforderung, den gesuchten Content zu finden. Diese Komplexität möchte Sky mit Sky Stream auflösen. Das Unternehmen setzt Sky Stream strategisch ein, um sein Geschäft weiterzuentwickeln, wobei der Kundennutzen im Vordergrund steht. Aus diesem Grund investiert Sky in Sky Stream und Wow, um das Fernseherlebnis zu vereinfachen, unterstützt durch die Expertise der Sky Group und die Stärke des Comcast-Ökosystems.

Der Deutschlandstart ist für den Spätsommer geplant, während Österreich 2025 folgen soll. In Großbritannien wird bereits ein spezielles Sky Stream-Abo angeboten, das das Gerät und den Zugang zu Sky-Paketen umfasst. Ob ein ähnliches Angebot auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch unklar.

Sky, als Pionier im Pay-TV-Bereich, musste in den letzten Jahren Umsatzrückgänge hinnehmen. So endete beispielsweise im Herbst 2023 die Produktion deutscher fiktionaler Inhalte; für den deutschen Markt werden seither nur noch Dokumentationen produziert. Spekulationen über einen Verkauf von Sky Deutschland wurden zwar wiederholt geäußert, scheinen jedoch vorerst nicht aktuell zu sein.

Auf jeden Fall ist das Streaming mit Siebenmeilenstiefeln auf dem Vormarsch. Das lineare Fernsehen steht tatsächlich vor dem Aus.
Als ich das neulich in einem Interview sagte, gab es einen Aufschrei. Gesagt hatte ich „lineares Fernsehen“, verstanden wurde „Öffentlich-rechtliches Fernsehen“.
Nein, ich bin und bleibe ein Verfechter und Befürworter des Öffentlichen-rechtlichen Rundfunks. Dass da vieles im Argen liegt und überarbeitet werden muss, ist auch mir klar. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich bin nur der Meinung, dass es bald kein Hörzu-Fernsehen mehr geben wird, bei dem Sender ein Programm nach Kalender und Uhrzeit vorbestimmen und der Zuschauer zu einer bestimmten Zeit genau das anschauen muss, was gerade geboten wird.

Das wird ganz sicher abgelöst von einem Programmangebot, bei dem man nur noch darauf hingewiesen wird, dass es etwas Neues gibt, was es alles gibt und aus dem man dann nach freiem Gusto via Streaming das Passende anschaut.

Ich persönlich beispielsweise habe mich völlig davon verabschiedet, so wie zu Lindenstraße-Zeiten, immer eine Woche zu warten, bis ich die nächste Folge sehen kann.
Das gilt für meine ganze Familie. Wir haben schon vor bestimmt 20 Jahren begonnen Serien aufzunehmen und dann beim Vorliegen aller oder von genügend Folgen alles auf einen Rutsch zu gucken.
Überhaupt nutzen wir die eingebaute Festplatte unseres Magenta-Receivers sehr exzessiv. Viele schöne Sachen nehmen wir einfach prophylaktisch auf und schauen dann, wenn es uns passt.
Bemerkenswert: Das Allermeiste das wir aufnehmen, wäre auch als VoD-Inhalt (VoD = Video on Demand -> Streaming) zu haben. Es ist aber wesentlich einfacher, den Quark auf der Festplatte zu horten, als es mühsam aus irgendeiner Mediathek herauszusuchen.

Ich bin gespannt auf die neue Sky Streamingbo du Idiotx.

Bildquellen

  • fernseh-programmflut: Peter Wilhelm ki

TV – Film – Medien

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Lesezeit ca.: 10 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: | Peter Wilhelm 26. März 2024

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