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Lieber Onkel Bill – Das traurige Ende von Brian Keith

Lieber Onkel Bill

Erinnerst Du Dich noch an „Lieber Onkel Bill“? Diese schöne Fernsehserie lief 1968 im Intermezzo, dem damaligen Vorabendprogramm der ARD. In 65 Folgen wurde die Geschichte des Junggesellen von Bill Davis erzählt, der nach dem Tod ihrer Eltern seine Nichten Jody und Cissy und seinen Neffen Buffy bei sich aufnahm.

Die beiden 6-jährigen Zwillinge Jody und Buffy und die Teenagerin Cissy bringen in der Folge das eingespielte Leben des wohlhabenden Ingenieurs und Junggesellen Bill Davis (Brian Keith) ganz schön durcheinander. Der Onkel der drei Vollwaisen nimmt die Kinder seines Bruders in seiner luxuriösen New Yorker Wohnung auf. Davis‘ traditionell englischer Butler, Mr. Giles French (Sebastian Cabot), musste sich ebenfalls anpassen, als ihm die Verantwortung für die 15-jährige Cissy (Kathy Garver) und die sechsjährigen Zwillinge Jody (Johnny Whitaker) und Buffy (Anissa Jones) auferlegt wurde.

Von den 138 Episoden wurden in Deutschland damals nur 65 Folgen ausgestrahlt. Das war häufig so, da die Programmverantwortlichen oft Inhalte amerikanischer Serien für deutsche Verhältnisse für ungeeignet hielten.

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Die Fernsehserie hatte ihren ganz besonderen Charme, der einmal aus dem Schicksal der Waisen und der schier unendlichen Gutmütigkeit des „lieben Onkel Bill“ erwuchs. Eine besondere Rolle kam dem sympathischen Butler Mr. French zu, der in seiner britischen Ordnungsliebe oft an den Rand der Verzweiflung gebracht wurde, letztlich aber oft genug die Situation rettete.

Für Deutsche faszinierend war damals auch der zur Schau gestellte Reichtum der Amerikaner und die großzügig ausgestattete Wohnung, sowie die großen Autos und überhaupt die Lebensumstände wohlhabender New Yorker in der Mitte der 1960-er Jahre.

„Lieber Onkel Bill“ (Originaltitel: Family Affair) würde man heute am ehesten als Familienserie bezeichnen, die man dem Genre Sitcom zuordnen würde.
Die Serie lief in den Vereinigten Staaten von 1966 bis 1971 in 138 Folgen beim Fernsehsender CBS und wurde bei uns in Deutschland ab 1968 mit 65 Folgen in die regionalen Vorabendprogramme der ARD aufgenommen.

Der Hauptdarsteller, Brian Keith, geboren als Robert Alba Keith (* 14. November 1921 in Bayonne, New Jersey; † 24. Juni 1997 in Malibu, Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler.
Brian Keith wurde in vergleichsweise gut situierte Verhältnisse geboren. Seine Eltern waren der Schauspieler Robert Keith und die Theaterschauspielerin Helena Shipman (1891–1983).
Keith stand schon im Alter von drei Jahren im Stummfilm Pied Piper Malone (1924) vor der Kamera. Nach der Highschool diente er bei den US Marines und war während des Zweiten Weltkriegs zwischen 1942 und 1945 Bordschütze einer Douglas SBD bei der US Navy und erhielt für seine Verdienste die Air Medal.

Nach Kriegsende wurde er Theaterschauspieler und kam dann in den späten 1940-er Jahren zum Fernsehen und Film.
Keith spielte viele Jahre Nebenrollen. Weltweite Bekanntheit erlangte er ab Anfang der 1960-er Jahre mit einer Reihe von Walt-Disney-Filmen. In dieser Zeit galt er als einer der wichtigsten Stars des Studios.
Besonders populär wurde Brian Keith aber durch die Serie „Lieber Onkel Bill“.
Später war er noch als pensionierter Richter in der Serie „Hardcastle & McCormick“ und 1968 neben Doris Day in deren letztem Kinofilm „Der Mann in Mammis Bett“ zu sehen.

Brian Keith war dreimal verheiratet. In erster Ehe war er mit seiner Schauspielkollegin Frances Helm (1923–2006) verheiratet und nach der Scheidung von ihr ab 1954 mit der Schauspielerin Judy Landon (1932–2021).
Diese Ehe hielt bis 1970, als er die Schauspielerin Victoria Young (* 1945) heiratete.

Aus seiner Ehe mit Judy Landon hatte Brian Keith zwei Kinder, Michael und Mimi, und hatte mit Landon drei weitere Kinder (Barbra, Betty und Rory) adoptiert.
Aus der Ehe mit Victoria Young gingen ebenfalls zwei Kinder hervor (David und Daisy).
Man kann also sagen, dass Brian Keith nicht nur vor der Kamera ein sehr kinderlieber Mensch war.

Einen schweren Schlag erlitt er, als sein Sohn Michael 1963 als Achtjähriger an den Folgen einer Lungenentzündung starb.
1997 folgte ein weiterer schwerer Schicksalsschlag, als sich seine 27-jährige Tochter Daisy das Leben nahm. Das setzte Keith so zu, dass er daraufhin eine schwere Depression entwickelte, die mit Medikamenten behandelt wurde.
Brian Keith, war lange Zeit starker Raucher und litt unter einem Lungenemphysem und hatte Lungenkrebs. Deswegen musste er sich einer Chemotherapie unterziehen.
Aufgrund seiner schweren Krankheit und der Depressionen nahm sich der beliebte Schauspieler im Juni 1997 das Leben, indem er sich mit einem Gewehr erschoss.

Brian Keith wurde neben seiner Tochter auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles, Kalifornien, beigesetzt.
2008 erhielt Keith posthum einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Nebenbei bemerkt: Der Darsteller des Butlers Mr. French, Sebastian Cabot, verstarb 1977 nach einem Schlaganfall. Sein Grab befindet sich im Urnengarten des Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles. In genau diesem Bereich des Friedhofs wurde auch Brian Keith, der mit Cabot in Lieber Onkel Bill mitspielte, beerdigt.

Bildquellen:
  • lieber-onkel-bill: CBS en.wikipedia by SreeBot, Public Domain


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Lesezeit ca.: 6 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 10. Juni 2024 | Peter Wilhelm 10. Juni 2024

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