Start Allgemein Da rollen der Schokolade und der Radio durchs Ort
  • Da rollen der Schokolade und der Radio durchs Ort

    Wir wohnen in Edingen-Neckarhausen. Diese Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis hat rund 14.000 Einwohner.
    Gegenüber, auf der anderen Seite des Neckars, da liegt die Stadt Ladenburg. Und obwohl Ladenburg mit knapp 12.000 Einwohnern, weniger Bürger hat, ist Ladenburg eine Stadt und Edingen-Neckarhausen nur eine Gemeinde.

    Die Stadt Mannheim grenzt an Edingen-Neckarhausen und hat gut 300.000 Einwohner und besteht aus 17 Stadtteilen bzw. -bezirken.

    Nun sind viele dieser Mannheimer Stadtteile ehemals eigene Gemeinden oder Orte gewesen.
    Ein Ort, das ist nach dem althochdeutschen ort so etwas wie ein Platz, eine Stelle. Gemeinhin also ein Fleck, an dem Menschen wohnen.
    Wir finden das Wort Ort beispielsweise auch in dem etwas amtlicher klingenden Wort Ortschaft wieder.

    Nun sind also Ladenburg eine Stadt, Edingen-Neckarhausen eine Gemeinde und die Bezirke von Mannheim Stadtteile.
    Allen davon gemeinsam ist die Beziehung vieler ihrer Bewohner zum aktuellen oder ehemaligen Ort. Edingen-Neckarhausen hat beispielsweise zwei solcher Orte, nämlich den Ortsteil Edingen und den Ortsteil Neckarhausen.
    So wie die Städter in die Stadt fahren, wenn sie ins Zentrum ihrer Stadt fahren (der Amerikaner würde ‚downtown‘ sagen), so gehen die Bewohner Edingens und Neckarhausens in den Ort.


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    Im hiesigen Dialekt (einer Spielart des kurpfälzischen Dialekts) geht man aber nicht in den Ort, sondern der Akkusativ wird hier mit dem neutralen Geschlecht gebildet, man geht also in das Ort und weil das noch ‚Schriftdeutsch‘ ist und selbst für Eingeborene seltsam klingt, heißt es mundartlich korrekt ins Ort.

    Mit dem Genus hat man es nicht so. Meine Haushaltshilfe sagt stringent der Schoklad, wenn sie Schokolade meint und man schaltet hier auch nicht das Radio ein, sondern den Radio.

    In unserer Gegend erscheint die Tageszeitung „Mannheimer Morgen“.
    Und ich amüsiere mich immer gerne mal, wenn den -wahrscheinlich Monnemerisch redenden- Journalisten hin und wieder ein dialektgefärbter Lapsus in die Überschriften oder Texte ihrer Zeitung rutschen:

    Links:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mannheimer_Dialekt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kurpfälzische_Dialekte


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    1 Kommentar

    1. Peter Grohmüller

      20. Februar 2017 at 18:14

      Aber Hallo! Lokalkolorit muss gepflegt werden. Ich bin gebürtiger Kurpfälzer und beobachte mit Grauen, dass der/mein Dialekt zusehends verschwindet. Deshalb bin ich immer wieder erfreut, wenn jemand statt „meines Onkels Fahrrad“ korrekterweise sagt: „maim Ungl sai Fahrrad“ 🙂

      Antwort

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