Weshalb es gefährlich ist, „nur mal aus Protest“ die AfD zu wählen. Ich höre immer wieder zwei Sätze, wenn es um die AfD geht. „Ich wähle die AfD ja nicht aus Überzeugung. Ich will denen da oben nur einen Denkzettel verpassen.“ und manche sagen: „Ach, die gewinnen ja sowieso nicht. Ich will nur mal sehen, was passiert.“
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- Wie schnell eine Demokratie kippen kann – ein Blick in die Geschichte
- Ein Blick in die USA: Wie schnell politische Normen unter Druck geraten können
- 1. Ein Denkzettel ist kein Spielzug – sondern eine reale Machtverschiebung
- 2. Protest bleibt nicht folgenlos – er baut Strukturen auf
- 3. Radikalisierung durch Gewöhnung – wenn das Außergewöhnliche normal wird
- 4. „Mal gucken“ ist kein politisches Konzept
- 5. Der Denkzettel trifft selten die, die man meint – und Frust ist kein politisches Programm
- Fazit
- Bildquellen:
Es geht nicht darum, ob jemand die politischen Ziele der AfD teilt und deshalb diese Partei wählen möchte. Es geht mir um die Menschen, vor allem die jungen, die sich mit Politik eher weniger beschäftigen und denken, es komme doch nicht so darauf an. Gerade in den letzten Wochen habe ich die o.g. Sätze vermehrt gehört.
Das klingt harmlos. Fast spielerisch. Ein politischer Warnschuss. Ein symbolischer Protest. Ein kleiner Stups gegen „die da oben“. Aber es ist der Ausdruck von Dummheit, Ignoranz und der Beweis von mangelhaftem politischen Hintergrundwissen.
Diese Sätze unterstellen, Wahlen in Deutschland seien Veranstaltungen, bei denen man nur zur Probe abstimmt, bei denen man auch das hier tun kann:
Als könne man einmal demonstrativ die Stirn runzeln.
Als hätte man die Möglichkeit bei einer Umfrage „unzufrieden“ ankreuzen.
Als würde man mit einem ironischen Zwinkern sagen: „Na, jetzt erschreckt euch mal.“
Doch genau hier beginnt das Problem.
Denn Wahlen sind kein Denkzettelblock.
Sie sind kein Ventil für schlechte Laune.
Und sie sind ganz sicher kein politisches Experimentierfeld für Menschen, die „nur mal gucken wollen“.
Eine Stimmabgabe ist kein Kommentar in einem Internetforum, den man später wieder löschen kann und auf den es auch überhaupt nicht ankommt. Sie ist eine reale Machtübertragung. Ein Kreuz auf dem Wahlzettel ist kein Symbol – es ist eine Entscheidung mit Konsequenzen.
Wer glaubt, man könne mit einer radikalen Partei ein wenig Druck erzeugen, ohne dass es ernst wird, verwechselt Politik mit Theater. Als säße man im Zuschauerraum und könne jederzeit aufstehen, wenn das Stück nicht gefällt.
- Doch man sitzt nicht im Zuschauerraum.
- Man steht auf der Bühne.
- Und man reicht das Mikrofon weiter.
Das vermeintlich harmlose „Mal sehen, was passiert“ ist keine ironische Geste. Es ist eine konkrete Verschiebung von Einfluss, Ressourcen und Legitimation. Jede Stimme zählt nicht nur statistisch, sondern strukturell. Sie verändert Mehrheiten, stärkt Positionen, normalisiert Rhetorik.
Wer aus Protest wählt, spielt nicht mit Symbolen. Er spielt mit Macht. Und Macht ist nie spielerisch.
Wenn Du so denkst, dann verschenkst Du die Möglichkeit, etwas mitgestalten zu können. Du verschenkst Deine Stimme.
Wie schnell eine Demokratie kippen kann – ein Blick in die Geschichte
Wer glaubt, politische Umbrüche geschehen langsam, schleichend und gut erkennbar, sollte einen Blick in die deutsche Geschichte werfen.
Die Nationalsozialisten brauchten nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 nur wenige Monate, um die demokratische Ordnung der Weimarer Republik faktisch auszuschalten.
Bereits am 28. Februar 1933 – einen Tag nach dem Reichstagsbrand – setzte die sogenannte „Reichstagsbrandverordnung“ zentrale Grundrechte außer Kraft: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und das Briefgeheimnis. Verhaftungen politischer Gegner wurden massiv ausgeweitet.
Am 23. März 1933 folgte das „Ermächtigungsgesetz“. Es erlaubte der Regierung, Gesetze ohne parlamentarische Zustimmung zu erlassen – selbst wenn diese gegen die Verfassung verstießen. Damit war die Gewaltenteilung praktisch ausgehebelt.
Was danach geschah, lief in erschreckender Geschwindigkeit ab: Parteien wurden verboten oder lösten sich unter Druck selbst auf. Gewerkschaften wurden zerschlagen. Der Staatsapparat wurde „gleichgeschaltet“. Beamte, Richter, Professoren und Journalisten wurden ausgetauscht.
Innerhalb weniger Monate war aus einer formal bestehenden Demokratie ein autoritäres Regime geworden. Es gab keine offene Revolution auf den Straßen, keinen spektakulären Putsch mit Barrikaden. Es waren Gesetze, Verordnungen und administrative Schritte – formal beschlossen, juristisch begründet, politisch durchgesetzt.
Die Lehre daraus ist nicht, historische Situationen eins zu eins zu vergleichen. Geschichte wiederholt sich nicht mechanisch. Aber sie zeigt, wie rasch demokratische Strukturen ausgehöhlt werden können, wenn politische Mehrheiten und institutionelle Machtverschiebungen zusammenkommen.
Demokratie stirbt selten über Nacht im Chaos.
Sie kann auch in erstaunlicher Geschwindigkeit in Form gegossener Legalität verschwinden.
Ein Blick in die USA: Wie schnell politische Normen unter Druck geraten können
Auch in den Vereinigten Staaten konnte man in den vergangenen Jahren beobachten, wie rasch sich politische Kultur verändern kann, wenn ein Präsident bereit ist, institutionelle Grenzen maximal auszureizen.
Donald Trump trat 2017 mit dem Versprechen an, „aufzuräumen“ und das Establishment herauszufordern. Viele Wähler unterstützten ihn genau aus diesem Motiv heraus: als Denkzettel gegen Washington, gegen „die Eliten“, gegen ein als abgehoben empfundenes politisches System.
Was folgte, war eine Präsidentschaft, die in hohem Tempo und mit großer Konfrontationsbereitschaft agierte.
Trump regierte stark über Executive Orders, also präsidentielle Verordnungen, die ohne Zustimmung des Kongresses erlassen werden können. Mehrfach wurden zentrale politische Projekte – etwa im Bereich Einwanderung – zunächst per Dekret eingeführt und anschließend vor Gerichten angefochten. Einige Maßnahmen wurden von Bundesgerichten oder sogar vom Supreme Court gestoppt oder abgeändert, andere setzten sich nach juristischen Auseinandersetzungen durch.
Gleichzeitig kam es zu einer ungewöhnlich scharfen öffentlichen Konfrontation mit Medien, Behörden und sogar Teilen der Justiz. Richter, Staatsanwälte und Geheimdienstvertreter wurden offen kritisiert, teilweise delegitimiert. Personalentscheidungen folgten oft einem klaren Loyalitätsprinzip. Minister, Berater und hohe Beamte wechselten in schneller Folge.
Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer systematischen Verschiebung politischer Normen: weniger Konsens, mehr Konfrontation; weniger institutionelle Zurückhaltung, mehr maximale Ausnutzung formaler Machtmittel.
Dabei zeigt sich ein entscheidender Punkt: Selbst in einem stark abgesicherten System wie dem der USA mit Gewaltenteilung, föderaler Struktur und unabhängiger Justiz kann sich politische Praxis in erstaunlicher Geschwindigkeit verändern – wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.
Viele Wähler, die 2016 aus Protest oder Neugier ihre Stimme abgaben, äußerten später in Umfragen gemischte oder bereuende Einschätzungen. Nicht zwingend, weil jedes politische Vorhaben falsch gewesen wäre – sondern weil Stil, Tempo und institutionelle Spannungen größer waren, als man erwartet hatte.
Die zentrale Erkenntnis daraus ist weniger eine parteipolitische, sondern eine strukturelle:
- Wer aus Protest wählt, wählt nicht nur ein Programm.
- Er wählt auch einen politischen Stil.
- Und Stil kann Institutionen ebenso verändern wie Gesetze.
Politische Systeme kippen selten mit einem Paukenschlag.
Oft verändern sie sich Schritt für Schritt – durch konsequente Nutzung aller formalen Möglichkeiten, durch Verschiebung von Grenzen und durch die schlichte Gewöhnung an neue Normalität.
Lies hierzu auch DAS PYSCHOLOGISCHE PARADOXON
1. Ein Denkzettel ist kein Spielzug – sondern eine reale Machtverschiebung
Wahlen sind kein Kommentarspalten-Protest und keine symbolische Meinungsumfrage. Sie sind konkrete Machtentscheidungen. Jede einzelne Stimme verändert die Sitzverteilung, beeinflusst Mehrheiten, bestimmt Ausschussvorsitze, verteilt Finanzmittel und setzt politische Agenden. Wer glaubt, mit einem „Denkzettel“ lediglich ein Signal zu senden, verkennt die Mechanik demokratischer Systeme. Eine Stimme ist kein moralischer Hinweis – sie ist ein juristisch wirksamer Akt. Macht entsteht nicht abstrakt, sondern mathematisch. Und sobald sie entsteht, beginnt sie zu wirken. Nicht symbolisch, sondern real.
2. Protest bleibt nicht folgenlos – er baut Strukturen auf
Oft hört man den Satz: „Die kommen doch sowieso nie an die Regierung.“ Doch selbst ohne Regierungsbeteiligung wächst mit jedem Prozentpunkt Einfluss. Mehr Mandate bedeuten mehr Personal, größere Fraktionsmittel, stärkere Präsenz in Ausschüssen, mehr Redezeit, mehr öffentliche Bühne. Jede Proteststimme verstärkt organisatorische Infrastruktur und politische Sichtbarkeit. Institutionen funktionieren nicht nur über Kanzler und Ministerpräsidenten, sondern über Gremien, Verwaltungsapparate und parlamentarische Prozesse. Wer eine Partei stärkt, stärkt ihre dauerhafte Verankerung im System – auch dann, wenn sie formal in der Opposition bleibt.
3. Radikalisierung durch Gewöhnung – wenn das Außergewöhnliche normal wird
Je höher Wahlergebnisse ausfallen, desto schneller verschiebt sich die Wahrnehmung. Positionen, die gestern noch als Randmeinungen galten, erscheinen plötzlich als legitime Option unter vielen. Was zuvor Empörung auslöste, wird Teil des alltäglichen Diskurses. Normalisierung ist ein schleichender Prozess. Sie verändert nicht über Nacht Gesetze, aber sie verändert den Ton, die Grenzen des Sagbaren, den Debattenrahmen. Demokratie ist mehr als das Mehrheitsprinzip; sie lebt auch von der Verantwortung, welche politischen Kräfte gesellschaftliche Legitimation erhalten. Wer wählt, entscheidet nicht nur über Zahlen, sondern über Deutungsräume.
4. „Mal gucken“ ist kein politisches Konzept
Politik ist kein Experimentierfeld mit Rückgaberecht. Man kann einen Streamingdienst testen oder ein Restaurant ausprobieren – politische Mehrheiten dagegen wirken über Jahre. Gesetzgebung, Verwaltungspraxis, Personalentscheidungen und institutionelle Verschiebungen entfalten langfristige Konsequenzen. Ein „Wir schauen einfach mal, was passiert“ unterschätzt die Trägheit und Nachhaltigkeit politischer Prozesse. Entscheidungen auf dem Wahlzettel lassen sich nicht nach vier Wochen revidieren. Sie prägen Haushalte, Behördenstrukturen und gesellschaftliche Dynamiken oft weit über eine Legislaturperiode hinaus.
5. Der Denkzettel trifft selten die, die man meint – und Frust ist kein politisches Programm
Viele Protestwähler wollen „denen da oben“ eine Lektion erteilen. Doch Regierungen wechseln nicht automatisch durch symbolische Empörung. Minister, Abgeordnete und Beamte bleiben häufig im System. Was sich stattdessen verändert, ist das politische Klima: die Tonlage, die Koalitionsarithmetik, der Stil der Auseinandersetzung. Demokratie darf Ventil für Kritik sein, aber sie ist kein reines Frustinstrument. Wer aus Wut entscheidet, handelt emotional – und Emotion ist in strukturellen Fragen ein riskanter Ratgeber. Hinzu kommt der gefährliche Irrtum, die eigene Stimme sei bedeutungslos. In knappen Wahlausgängen entscheiden oft wenige Tausend Stimmen über parlamentarische Stärke, Oppositionsführerschaft oder das Überspringen von Sperrklauseln. Demokratie funktioniert kumulativ. Viele kleine Denkzettel ergeben am Ende ein großes Resultat.
Fazit
Wer die AfD wählt, um „nur mal zu sehen, was passiert“, verhält sich wie jemand, der ein Streichholz in einen Benzinkanister wirft – aus dummer Neugier, nicht aus Überzeugung. Er weiß genau, was passieren wird, aber er tut es trotzdem.
Es ist erstaunlich, wie oft politische Brandstiftung als harmloser Denkzettel verkauft wird.
„Die da oben ärgern“ klingt nach pubertärem Trotz, nicht nach staatsbürgerlicher Verantwortung. Doch ein Wahlzettel ist kein Witz. Er ist kein ironischer Kommentar. Er ist kein Meme. Er ist ein Machtinstrument. Und Macht verschiebt sich nicht symbolisch, sondern strukturell.
Demokratie ist kein Planspiel, das man bei Nichtgefallen zurücksetzen kann. Es gibt keinen „Undo“-Button für politische Mehrheiten. Keine Rückgabetheke für missratene Experimente. Wer aus Frust wählt, darf sich nicht wundern, wenn aus Protestpolitik reale Politik wird – mit Personal, Budget, Einfluss und Dauerwirkung.
Die gefährlichste Illusion ist die Vorstellung, alles bleibe am Ende schon im Rahmen. Geschichte zeigt: Dinge bleiben selten im Rahmen, wenn man sie bewusst an den Rand schiebt. Und: Dinge passieren schneller, als Du denkst!
Ein Wahlzettel ist kein Spielzeug.
Er ist eine Weichenstellung.
Und wer glaubt, Protest sei folgenlos, verwechselt Demokratie mit einem Stimmungsbarometer. In Wahrheit ist sie ein Machtmechanismus.
Wer daran dreht, sollte wissen, was er tut.
Denn was passiert, passiert nicht nur „denen da oben“.
Es passiert uns allen.
https://dreibeinblog.de/das-psychologische-paradoxon-der-grossen-brueder/
Bildquellen:
- afd-waehlen_800x500: Peter Wilhelm KI


















Danke!
Diesen Text sollten alle lesen! Man müsste ihn in den Schulen jedem vorlesen!
Auch wenn du damit voll meine persönliche Meinung triffst, finde ich dieses AfD bashing nicht wirklich gut. Damit treibt man diese sich missverstanden fühlenden Leute bur noch weiter in die Arme derer die dir lauter tolle Versprechen machen wo sie jetzt schon wissen das sie nie liefern werden…
Hi Nobody,
ich weiß nicht, an welcher Stelle in diesem Beitrag, Du etwas von „AfD-Bashing“ gelesen hast.
Die AfD hat ihr Potential an desorientierten, desinformierten „Wutwähler“ m. E. bereits ausgeschöpft. Ergo kann berechtigte Kritik an diesen Neonazis, nicht oft genug geübt werden.
Das Problem ist, dass sich echte und/oder vermeintliche Anhänger, auf faktenbasierte, sachliche Diskussionen ohnehin nicht einlassen. Insofern ist jede Anstrengung, die kruden, menschenverachtenden, nationalistischen Phrasen, zu widerlegen, ein Muss für jeden Demokraten.
Wenn dadurch der ideologische, verwerfliche Müll der AfD, als solcher immer und immer wieder entlarvt wird, kann man besagte „Wutwähler“ wieder für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zurückgewinnen.
Aber: Es ist fünf vor zwölf!
Ich finde es ungeheuer wichtig, was Sie geschrieben haben.
Wer davon überzeugt ist, dass die AFD die bessere Partei ist, der soll sie wählen. Das ist Demokratie und diejenigen, die das anders sehen, müssen das halt aushalten. Wir haben in Deutschland oft die Situation gehabt, dass eine Partei die meisten Stimmen hatte und die andere Partei durch eine Koalition mit dem Zünglein an der Waage dann regiert hat.
Auch das ist Demokratie und muss ausgehalten werden.
Der wichtigste Punkt aber, den Sie ansprechen, unterschreibe ich auf jeden Fall: Nur die AFD zu wählen, um einen Denkzettel zu verpassen, hat ja nichts damit zu tun, von den Zielen dieser Partei überzeugt zu sein. Sehr gut geschrieben.
Recht herzlichen Dank aus Nürnberg
Recht herzlichen Dank.
Ja, Du hast es erkannt. Mir geht es überhaupt nicht darum, was die Menschen wählen.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich konservativ bin. Aber wer mich kennt, der weiß auch, dass ich die AfD Scheiße finde.
Dass mittlerweile so viele Leute die AfD wählen, finde ich auch nicht gut. Aber das ist eben Demokratie, so wie Du es schreibst.
In meinem Beitrag kommt sicherlich deutlich zum Ausdruck, was ich davon halte. Das muss und will ich auch nicht verstecken.
Aber Du hast es richtig erkannt, dass sich dieser Beitrag überhaupt nicht mit den Menschen beschäftigt, die aus Überzeugung diese Partei wählen.
Ich kenne viele hochintelligente und politisch gebildete Menschen, die sich mit den Zielen der AfD identifizieren. Das ist doch aber auch ihr gutes Recht.
Da kann ich versuchen, in Diskussionen auf meine Sichtweise hinzuwirken, aber letztendlich macht doch jeder sein Kreuz auf dem Wahlzettel allein.
Mir geht es ausdrücklich, und so steht es auch im Artikel deutlich drin, um die Menschen, die politisch wenig gebildet sind, die sich mit den Zielen und den Programmen der Parteien nicht beschäftigt haben, und die denken, es sei „lustig“, denen da oben mal einen Denkzettel zu verpassen. Wer „denen da oben“ einen Denkzettel verpassen will, weil er das aus politischer Überzeugung tut, der macht alles richtig. Wer aber denkt, eine Wahl sei eine Spaßveranstaltung, bei der es auf nichts ankommt, der irrt
Selten so viel Kluges und Nachdenkliches zu diesem Thema gelesen. Großartig
Ich gehöre tatsächlich zu den Menschen, die die AfD wählen. Und zwar nicht aus einem spontanen Protest heraus, nicht als Denkzettel und auch nicht aus irgendeiner Lust am politischen Experiment. Ich wähle diese Partei aus Überzeugung – und gerade deshalb fand ich Ihren Artikel sehr lesenswert.
Zunächst einmal: Ich halte überhaupt nichts von der Haltung „Ich wähle die AfD nur mal zum Ausprobieren“. Wer so denkt, hat Politik tatsächlich nicht verstanden. Da stimme ich Ihnen zu. Eine Wahl ist kein Stimmungsbarometer und kein symbolischer Mittelfinger Richtung Regierung. Eine Wahl ist eine Entscheidung über Machtverhältnisse. Und wer sein Kreuz nur setzt, um jemanden zu ärgern, verhält sich tatsächlich politisch ziemlich verantwortungslos.
Genau deshalb stört mich übrigens auch oft, wie über AfD-Wähler gesprochen wird. Viele Kommentatoren tun so, als seien das ausschließlich wütende Protestbürger ohne politischen Kompass. Das ist aber schlicht nicht die Realität. Ich kenne viele Menschen, die diese Partei wählen, weil sie mit bestimmten politischen Entwicklungen nicht einverstanden sind: Migration, Energiepolitik, Bürokratie, EU-Zentralisierung oder die aus ihrer Sicht immer enger werdenden Grenzen des Meinungskorridors.
Man kann diese Positionen ablehnen – selbstverständlich. Demokratie lebt davon, dass man politisch streitet. Aber ich halte es für falsch, alle AfD-Wähler automatisch in die Ecke von Frustbürgern, Extremisten oder politisch Ungebildeten zu stellen. Viele haben sich sehr wohl Gedanken gemacht.
Ein Punkt, der mich persönlich besonders umtreibt, ist die Frage der politischen Meinungsfreiheit. Ich habe in den letzten Jahren zunehmend den Eindruck gewonnen, dass gewisse Positionen in Medien und Politik nicht mehr wirklich offen diskutiert werden. Viele Menschen empfinden einen starken moralischen Druck, bestimmte Dinge nicht zu sagen oder nicht einmal zu denken. Ob dieser Eindruck objektiv richtig ist oder nicht, sei dahingestellt – aber er existiert. Und dieser Eindruck treibt viele Menschen politisch in Richtung Opposition.
Damit meine ich übrigens nicht, dass Deutschland eine Diktatur wäre oder dass Medien gleichgeschaltet seien. Aber ich halte nichts von einer Berichterstattung, die stark moralisiert oder politisch erzieherisch wirken möchte. Staat oder staatsnahe Institutionen sollten meiner Meinung nach nicht den Eindruck erwecken, politische Deutungshoheit zu besitzen. Genau hier entsteht bei vielen Bürgern das Gefühl, dass Kritik schnell delegitimiert wird.
Und dennoch: Ihr Artikel hebt sich für mich positiv von vielen anderen Beiträgen ab. Sie argumentieren ausführlich, sachlich und historisch. Sie versuchen nicht, AfD-Wähler pauschal zu verurteilen, sondern sprechen einen bestimmten Typ Wähler an – nämlich diejenigen, die Politik wie ein Experiment betrachten. Und da haben Sie völlig recht.
Wer eine Partei wählt, muss wissen, dass er damit reale politische Macht verschiebt. Das gilt übrigens für jede Partei. Eine Stimme für CDU, SPD, Grüne, FDP oder AfD ist niemals nur ein Symbol. Sie verändert Mehrheiten, sie verändert den politischen Diskurs, sie verändert institutionelle Strukturen.
Der Vergleich mit der Geschichte ist dabei natürlich ein sensibles Feld. Ich bin grundsätzlich vorsichtig mit historischen Analogien, besonders wenn es um die Zeit der Weimarer Republik geht. Die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind heute völlig andere. Dennoch ist Ihre grundlegende Aussage richtig: Demokratien sind keine naturgegebenen Dauerzustände. Sie müssen immer wieder neu getragen und verantwortungsvoll gestaltet werden.
Auch der Abschnitt über Protestwähler ist aus meiner Sicht sehr treffend. Wer nur aus Ärger wählt, überlässt am Ende den politischen Raum denjenigen, die klare Überzeugungen haben – egal in welche Richtung diese gehen. Demokratie lebt davon, dass Bürger bewusst entscheiden und sich auch mit politischen Programmen beschäftigen.
In diesem Punkt würde ich sogar sagen: Wer AfD wählt, sollte das aus Überzeugung tun – oder eben gar nicht. Ein Kreuz aus Neugier oder Trotz hilft niemandem.
Interessant fand ich auch Ihre Beobachtung zur Normalisierung politischer Positionen. Tatsächlich verändert sich der öffentliche Diskurs ständig. Themen, die früher tabu waren, werden heute diskutiert – und umgekehrt. Das gehört zu einer lebendigen Demokratie dazu. Aber es stimmt auch, dass politische Sprache und politische Kultur Verantwortung tragen.
Was mir an Ihrem Artikel besonders gefällt, ist die Tatsache, dass Sie sich ausdrücklich an junge Menschen wenden. Viele Erstwähler erleben Politik heute hauptsächlich über Social Media, kurze Clips und emotionalisierte Debatten. Da geht schnell verloren, dass demokratische Entscheidungen langfristige Konsequenzen haben.
Es ist deshalb absolut richtig, junge Leute daran zu erinnern, dass ein Wahlzettel kein Meme, kein Kommentar und kein Like-Button ist. Er ist eine echte Entscheidung über Macht.
Auch wenn ich politisch in vielen Punkten vermutlich anders denke als Sie, halte ich Ihren Grundgedanken für sehr wichtig: Demokratie funktioniert nur, wenn Bürger ihre Stimme bewusst einsetzen. Nicht aus Wut, nicht aus Langeweile, nicht aus Ironie – sondern aus Verantwortung.
Gerade in Zeiten, in denen politische Debatten immer stärker emotionalisiert werden, braucht es solche differenzierten Beiträge. Man muss nicht einer Meinung sein, um eine Argumentation respektieren zu können.
Und genau deshalb möchte ich am Ende sagen: Peter Wilhelm hat hier einen ganz wunderbaren Artikel geschrieben.
Er erinnert daran, dass Wahlen keine Spielerei sind. Und er ruft besonders junge Menschen dazu auf, sich ernsthaft mit Demokratie auseinanderzusetzen. Das ist etwas, das unserer politischen Kultur nur guttun kann.
Dem kann ich mich – trotz meiner eigenen politischen Überzeugungen – ausdrücklich anschließen.
Ganz ehrlich: Ich finde diesen Artikel ziemlich einseitig und ehrlich gesagt auch ziemlich typisch für das, was man heute überall liest, wenn es um die AfD geht.
Schon die Überschrift geht ja in eine klare Richtung. Da wird so getan, als würden Menschen, die AfD wählen, das nur aus einer Laune heraus tun oder weil sie „mal gucken wollen, was passiert“. Ich kenne persönlich niemanden, der so denkt. Die meisten Leute, die ich kenne, wählen diese Partei ganz bewusst, weil sie mit der Politik der letzten Jahre unzufrieden sind.
In Ihrem Artikel wird aber so getan, als seien AfD-Wähler entweder uninformiert, naiv oder politisch leichtsinnig. Besonders die Stelle, wo Sie diese Aussagen als „Dummheit und Ignoranz“ bezeichnen, fand ich ehrlich gesagt ziemlich überheblich. Damit stellen Sie Millionen von Wählern indirekt als politisch minderbemittelt dar.
Das ist genau diese Art von moralischer Belehrung, die viele Menschen inzwischen einfach nicht mehr hören wollen.
Dann kommt der historische Vergleich mit 1933. Das ist ja inzwischen schon fast ein Standardargument geworden, wenn man die AfD kritisieren will. Aber ich finde solche Vergleiche ehrlich gesagt ziemlich unfair. Deutschland im Jahr 2025 ist nicht die Weimarer Republik. Wir haben ein stabiles Grundgesetz, unabhängige Gerichte, föderale Strukturen und eine ganz andere gesellschaftliche Situation.
Solche historischen Analogien wirken auf mich eher wie ein Versuch, Angst zu erzeugen, anstatt sich sachlich mit politischen Positionen auseinanderzusetzen.
Auch das Beispiel mit den USA und Trump wirkt in diesem Zusammenhang ziemlich konstruiert. Man kann Trump mögen oder nicht, aber er wurde demokratisch gewählt und das amerikanische System hat trotzdem funktioniert. Genau das zeigt doch eigentlich, dass demokratische Systeme stabil sind.
Mir kommt es beim Lesen so vor, als wollten Sie den Eindruck vermitteln, dass eine Stimme für die AfD automatisch ein gefährlicher Schritt Richtung Demokratieabbau sei. Und genau das empfinde ich als AfD-Bashing.
Man kann die Partei kritisieren, selbstverständlich. Aber wenn jede Diskussion sofort mit historischen Warnungen, Demokratiegefährdung und Radikalisierung verbunden wird, wirkt das eher wie politische Stimmungsmache.
Was mich außerdem stört: Es wird überhaupt nicht darauf eingegangen, warum viele Menschen überhaupt über die AfD nachdenken. Themen wie Migration, Energiepolitik, Inflation oder die allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung tauchen in Ihrem Artikel praktisch gar nicht auf. Stattdessen geht es fast ausschließlich darum, warum man diese Partei nicht wählen sollte.
Das wirkt auf mich eher wie ein politischer Kommentar als wie eine neutrale Analyse.
Vielleicht wäre es interessanter gewesen, sich einmal ernsthaft mit den Gründen auseinanderzusetzen, warum die AfD in den Umfragen so stark geworden ist. Denn die Wähler fallen ja nicht plötzlich vom Himmel.
Viele Menschen fühlen sich von den etablierten Parteien einfach nicht mehr vertreten. Und wenn man diesen Frust immer nur als „Dummheit“ oder „Ignoranz“ abtut, verstärkt man genau das Problem, das man eigentlich kritisieren will.
Deshalb mein Eindruck: Dieser Artikel richtet sich weniger an Menschen, die wirklich darüber nachdenken, wen sie wählen sollen. Er richtet sich eher an Leser, die sowieso schon derselben Meinung sind.
Schade eigentlich. Denn eine echte Diskussion über politische Entwicklungen wäre sicher interessanter gewesen als ein weiterer Beitrag, der letztlich nur erklärt, warum AfD-Wähler angeblich ein Risiko für die Demokratie darstellen.
Dem stimme ich zu – uneingeschränkt – und ich würde die AfD nicht einmal wählen. Aber das wäre Demokratie.
Ich habe zwei Mal versucht, auf diesen Artikel im Sinne von „Spott + Hohn“ zu antworten, doch sind meine Antworten nach wenigen Minuten immer verschwunden. Ist vielleicht ein system-bedingtes Problem. Wir werden sehen.
Mein erstes Problem lag sofort in den Begriffen „Dummheit“ und „Ignoranz“. Bei Äusserungen wie „mangelhaftes politisches Hintergrundwissen“ geht bei mir auch gleich die „Achtung! Ideologe am Werk!“-Alarmglocke an.
Ich wäre tatsächlich ebenfalls für eine echte Diskussion, doch ich denke, die ist von keiner Seite erwünscht, denn so wie ich das sehe, gibt es in Wahrheit nur eine Seite, und das ist nicht unsere – weder Ihre … noch meine.
Aber ‚eigen‘ Meinungen zu haben, ist seit Jahren etwas falsches, besonders wenn sie auf kritischem Denken beruhen, und/oder mit spitzer Feder vorgetragen werden.
Beste Grüße von vielleicht einem der schärfsten Kritiker der AfD im speziellen … und der „Demokratie“ im allgemeinen.
Zunächst einmal herzlichen Dank für diesen Kommentar.
Zur Erklärung: Ihre Kommentarbeiträge sind nicht „nach wenigen Minuten verschwunden“. Das impliziert, es sei hier ein Mechanismus oder ein Mensch am Werk, der Ihre Kommentare liest, versteht und dann gewichtet.
Das ist nicht der Fall. Hier läuft eine ganz normale und weit verbreitete Anti-Spam-Software. Diese reagiert, wenn Kommentare außergewöhnlich lang sind, wenn sie beleidigend wirkende Stoppwörter enthalten, wenn sie mehrere Links enthalten und/oder wenn – wie in Ihrem Fall – alles davon zutrifft.
Dann erscheint der Kommentar erst gar nicht. Ihre Kommentare sind also nicht verschwunden, sondern einfach vom System automatisch zurückgehalten worden.
Was manch einer als eine Art Zensur betrachten mag, ist in Wirklichkeit ein sehr vernünftiger Schutzmechanismus. Denn innerhalb gewisser Grenzen können Seitenbetreiber auch für die Inhalte von Kommentaren mitverantwortlich gemacht werden.
Davor könnte ich mich schützen, indem ich anhand von IP-Adressen eine gewisse Rückverfolgbarkeit aller Kommentatoren gewähren würde. Aber genau das will ich nicht, und speichere solche Daten nicht.
Was ich nicht habe, kann ich auch nicht herausgeben.
Auf den Inhalt Ihrer Kommentare einzugehen, dazu sind sie mir zu lang und zu tiefgreifend. Aus persönlichen Gründen kann ich in diesen Tagen mich keiner so intensiven Diskussion stellen. Es sind schwerwiegende Gründe. Da bitte ich um Verständnis.
Ich weiß, dass ich durch einige Formulierungen Reize gesetzt habe. Das ist aber kein Grund, Kommentare so zu formulieren, wie Sie es getan haben.
Ich bin von der starken Meinung und der Arbeit, die Sie sich mit den Kommentaren gemacht haben, sehr beeindruckt.
Nur die Tonalität gefällt mir nicht.
Ohne die persönlichen Angriffe: Herzlich gerne.
Sehr geehrter Herr Wilhelm,
vielen Dank für diese Antwort.
Sie sehen wie Formulierungen, wie jene die Sie in Ihrem Text zu Beginn verwendet haben, als „persönliche Angriffe“ (Zitat) gewertet werden können, auch wenn man ihnen durch Bezeichnung einer Rubrik oder auch durch das zitieren eben jener Rubrik Begriffe wie „Spott“ und „Hohn“ voranstellt.
Ihrer Schilderung einer „Anti-Spam-Software“ war ich ja bereits durch „system-bedingt“ (ja, hatte ich so geschrieben) entgegengekommen, auch wenn man dieser Tage „system-bedingt“ auch anders interpretieren kann.
Da ich früher selbst Websites programmiert hatte, ich mich in diesen Belangen also etwas auskenne, war mir aufgefallen, dass nach Absenden der Kommentare, diese tatsächlich online zu sehen gewesen sind. Da bereits mein erster Kommentar verschiedene Links enthalten hatte, ich um die Problematik von ‚mehreren Links in Kommentaren‘ wusste, habe ich die Seite refreshed, was zur Folge hatte, dass mein Kommentar „verschwand“. Dies war meine tatsächliche Beobachtung!
Bei meinem zweiten Kommentar einen Tag später, der – wie ich zugebe – etwas bissiger gewesen war, was an meiner Lektüre der von Ihnen zitierten Definitionen von „Spott“ und „Hohn“ gelegen hatte, denn ich dachte: „Der wird’s schon verkraften können.“, geschah es allerdings, dass dieser online weiterhin zu sehen gewesen ist, zumindest an meinem Ende der Virtualität, was nicht unbedingt etwas heissen muss, weshalb ich während meiner sonstigen Online-Recherche nach mehreren Minuten noch einmal sehen wollte: „Na, nimmt er’s?“, nur um dann festzustellen: „Nö, wohl nicht.“ Dabei bin ich auf Ihren Blog während einer Recherche eher versehentlich aufmerksam geworden.
Heute trieb mich einfach nur die Neugier im Sinne: „Was wäre wenn.“ an.
Ich entschuldige mich dafür, dass ich Ihre Regeln missverstanden habe. Soll nicht wieder vorkommen.
Ich wollte auch nie implizieren, dass Sie ein Datensammler oder (un)ähnliches wären. Das lag mir nun wirklich mehr als fern.
Aber ich bitte Sie dennoch, ziehen Sie in Erwägung, dass die „Reize“ die Sie gesetzt und vor allem wo(!) Sie sie gesetzt haben, gerade der Grund für meine Formulierungen gewesen sind. Malen Sie sich doch einmal aus, Sie hätten jene Formulierungen eben nicht in die Einleitung geschrieben. Das mag zwar einem Politikwissenschaftler nicht auffallen, aber für jemanden, der einst literarische Texte interpretieren musste und der dazu noch mit einem erheblichen Gerechtigkeitssinn (fast schon eine Manie ;-)) „gestraft“ ist, welcher mich bereits mehr als einmal in ‚Schwierigkeiten‘ gebracht hat, ist gerade dieser Textaufbau ein absolutes „NoGo“!
Danke für das Lob. Das ist wirklich zu freundlich.
Glauben Sie mir, wenn ich sage: Das war keine Arbeit. Ich bin zwar nicht Whitney Webb, aber mein Erinnerungsvermögen ist ganz okay. Schwierig wird es mit den Quellen. Da weiss ich manchmal nicht, wo ich die abgelegt hatte.
Leider muss ich zu ihrem Text gestehen, es fehlt an manchen Teilen entsprechender Kontext und es wirkt, als hätte das Fazit bereits zu Beginn festgestanden wodurch der Rest konstruiert und instrumentalisiert wirkt. Das mag in der Politik üblich sein, in der Literatur ist dies aber ein fataler Fehler. Und … seien wir ehrlich … in einer Rubrik mit dem Titel „Spott + Hohn und Politik“ – sollten da nicht eher „literarische“ denn „politische“ Regeln gelten, denn die „literarischen“ sind menschlicher.
Da Sie offensichtlich meine Kommentare gelesen haben, kennen Sie meine Kritikpunkte, und die „Tonalität“ würde ein Herr E. von B. wahrscheinlich als „didaktisches Stilmittel“ einordnen, aber die Wahrheit ist, es handelt sich hierbei tatsächlich um ‚Ohrfeigen‘ im Sinne von „So nicht, Freundchen“, und wenn Sie genauer hinsehen, werden Sie vielleicht auch mal ein Augenzwinkern wahrnehmen!
Bitte denken Sie in Zukunft daran, welche Dämonen Sie bei sich und anderen allein durch den Aufbau eines Textes bewirken könnten. Sie kennen sicher die Formulierung: „Die Geister, die ich rief …“
Nur ein gut gemeinter Rat.
Nutzen Sie die Links. Machen Sie etwas daraus. Es gibt nicht genug, die an jene Orte schauen. Selbst bei den Menschenrechten lesen zu wenige nach.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und dass Ihre „schwerwiegenden Gründe“ in zumindest absehbarer Zeit nicht mehr so schwerwiegend sein mögen.
Viel Spaß weiterhin mit Ihrem Blog.
Als Politikwissenschaftler, der sich beruflich mit Demokratietheorie, Transformationsprozessen und der Stabilität politischer Systeme beschäftigt, möchte ich auf den vorstehenden Kommentar eingehen, weil er ein typisches Missverständnis offenbart, das in der öffentlichen Debatte sehr häufig vorkommt.
Zunächst einmal: Der Artikel richtet sich ausdrücklich nicht gegen AfD-Wähler als solche. Wer ihn aufmerksam liest, erkennt sehr klar, dass der adressierte Personenkreis ein anderer ist – nämlich jene, die Wahlen als eine Art politisches Experiment betrachten oder ihre Stimme lediglich aus einem impulsiven Protest heraus abgeben. Genau diese Haltung wird kritisiert, und zwar völlig zu Recht.
Dass dies im Text zugespitzt formuliert wird, ist kein wissenschaftlicher Fehler, sondern ein didaktisches Stilmittel. Der Autor betreibt keinen politikwissenschaftlichen Fachaufsatz, sondern einen publizistischen Beitrag für ein breites Publikum. In solchen Texten ist es völlig legitim – ja sogar notwendig –, komplexe Zusammenhänge durch vereinfachende Beispiele und zugespitzte Formulierungen verständlich zu machen.
Genau hier kommen die historischen Vergleiche ins Spiel, die im Kommentar kritisiert wurden.
Der Hinweis auf die Ereignisse von 1933 ist keineswegs der Versuch, aktuelle politische Parteien mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen. Das wäre tatsächlich unseriös. In der Politikwissenschaft geht es bei solchen Vergleichen um etwas anderes: um Mechanismen demokratischer Erosion.
Die Forschung zu diesem Thema ist inzwischen sehr umfangreich. Politikwissenschaftler wie Steven Levitsky, Daniel Ziblatt oder Nancy Bermeo haben gezeigt, dass Demokratien heute nur selten durch offene Putsche zusammenbrechen. Stattdessen werden sie häufig schrittweise innerhalb der bestehenden Institutionen verändert – durch die Nutzung legaler Mittel, durch Verschiebung politischer Normen und durch die zunehmende Polarisierung politischer Kommunikation.
Genau diesen Mechanismus beschreibt der Artikel.
Der Verweis auf die Weimarer Republik dient dabei nicht als Gleichsetzung, sondern als historisches Lehrbeispiel. Er zeigt, wie schnell sich institutionelle Strukturen verändern können, wenn politische Mehrheiten, rechtliche Möglichkeiten und politischer Wille zusammentreffen.
Ähnliches gilt für den Hinweis auf die Vereinigten Staaten unter Donald Trump und die MAGA-Bewegung. Auch hier geht es nicht um moralische Bewertung, sondern um eine empirisch gut dokumentierte Entwicklung: die zunehmende Konfrontation zwischen politischer Führung und institutionellen Kontrollmechanismen.
In der Politikwissenschaft spricht man hier von Normerosion. Gemeint ist damit die schrittweise Aufweichung politischer Gepflogenheiten und institutioneller Zurückhaltung, die lange Zeit als selbstverständlich galten. Diese Prozesse lassen sich in den USA tatsächlich sehr gut beobachten und werden in der Forschung intensiv diskutiert.
Der Artikel greift also keineswegs zu „Angstvergleichen“, sondern verwendet anschauliche Beispiele, um einen strukturellen Punkt zu erklären: politische Systeme verändern sich oft schneller und tiefgreifender, als viele Bürger erwarten.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Text kritisiert nicht politische Überzeugungen. Er kritisiert politische Gleichgültigkeit.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Sehr geehrter Herr E. von B.
ihrer Formulierung: „Der Artikel richtet sich ausdrücklich nicht gegen AfD-Wähler als solche.“, muss ich leider widersprechen.
Ich war einige Jahre in der Werbebranche tätig gewesen, sowohl in kaufmännischer Hinsicht als auch in der Funktion eines Web-Designers. Das war bevor generische Website-Baukästen der Vereinheitlichung im Web den Weg geebnet hatten.
Ich habe auch Texte erstellt und und bin mir um deren Aufbau unter verschiedenen Aspekten bewusst.
Dem Text, um den es hier geht, ist ein aussagekräftiges Bild vorangestellt. Das ist ein Kommunikationsmittel! Ein sehr starkes noch dazu, spricht es doch unsere visuelle Intelligenz und unsere Emotionen über das primäre Sinnesorgan gleichermaßen an.
Das Bild zeigt hier eine Figur, deren Gesicht nicht zu sehen ist, was schon eine Bedrohung an sich darstellt, die Hände zu Fäusten geballt (wieder eine Bedrohung), die einen Zettel zerreissen, also eine destruktive Handlung durchführen. Was glauben Sie wohl, was hier los gewesen wäre, hätte auf dem Zettel „Die Grünen“ gestanden – oder „Die Linke“.
Das Bild ist eine Provokation – und eine politische noch dazu!
Der Begriff „Abraham-Abkommen“ ist für gewisse Menschen eine Provokation, „Oslo-Abkommen“ hingegen für andere!
Der Aufbau des Textes ist eindeutig. Die Einleitung bezieht sich auf die AfD – (Da steht nicht: „Nur einmal aus Protest wählen.“, oder „… eine unbequeme Partei wählen“, oder „… anders wählen, als die anderen.“) – und das FAZIT beginnt mit: „Wer die AfD wählt, um „nur mal zu sehen, was passiert“, …“
Der Text ist eingerahmt zwischen diesen Pfeilern und die Einleitung weist zu diesem noch den Affront „der Beweis von mangelhaftem politischen Hintergrundwissen.“ auf.
Zum Thema 1933 müssten Sie doch zugeben, dass in den hier aufgegriffenen Zusammenhängen mindestens die Ereignisse ab 1930 (Stichwort: Notverordnungen) als Kontext angemessen, oder dass im Zusammenhang der U.S.-Wahlen 2016 die Ereignisse um Hillary Clinton und Bernie Sanders gerade im Zusammenhang im Wahlverhalten der „Swing-States“ ebenfalls als Kontext angebracht gewesen wären, gerade wenn man von „Entwicklungen und deren Schritte in allgemeinen Zusammenhängen“ schreiben möchte. Es muss ja keine ausführliche Auflistung der Ereignisse sein, aber zwei – drei Zeilen zur Verdeutlichung, dass es mehr als einen „Schuldigen“ am Zustand der Umstände gibt wäre gerade hier, mit der Überschrift „AfD wählen? …“, mit dem Aufmacher (Bild), mit jenen Säulen von Einleitung und Fazit mehr als angebracht – ja, geradezu notwendig gewesen.
Hätte man statt AfD tatsächlich „Die Grünen“ genommen, hätte sich der Effekt wahrscheinlich sogar multipliziert.
„Der Artikel greift also keineswegs zu „Angstvergleichen“, …“
Ehrlich? Bei dem Bild am Anfang?
Sie ignorieren in ihrer gesamten Argumentation, dass Texte interpretiert werden, wie das Vorgehen von Interpretationen „theoretisch“ vonstatten geht, dass gerade bei Interpretationen Theorie und Praxis weit, weit … in einer Galaxie weit entfernt, auseinander liegen, und damit ignorieren Sie die durchaus berechtigte, individuelle Interpretation von Herrn Florian Goldeisen1972.
Wie war das noch mit „Ausdruck von … “ in der Einleitung? Es war etwas mit ‚D‘ und ‚I‘ … aber ich komm‘ nicht drauf. 🙂
Man kann die Absichten loben, den guten Willen, aber an der Ausführung hapert es, und gerade dieser Tage sollte man ein wenig mehr Feingefühl an den Tag legen, vielleicht eher ein Schleifchen statt eines Knoten, oder hier und da etwas mehr Lametta.
Nehmen Sie mir es nicht übel, aber wen kümmert es ob zu diesem oder jenem historisch-politischen Ereignis diese oder jene umfangreiche Forschung existiert … in einem Blog mit dem Namen „Dreibein“, in einer Rubrik mit dem Titel „Spott + Hohn und Politik“, mit DEM Bild, DER Überschrift und DIESER Einleitung? Da ist das Kind schon längst in den Brunnen gefallen!
Ganz abgesehen davon, dass immer davon ausgegangen wird, man müsse jedes Buch kennen, dass irgendjemand zu irgendeinem – meist sogar theoretischem Thema verfasst hat.
Theorien … kein Kind auf diesem Planeten lernt seine Muttersprache über die Grammatik, aber in der Schule … auf der Basis von Theorien …
Nietzsche ist von Jung widerlegt worden, aber das Genie ist Nietzsche!
Ich durfte auf einer Plattform für unterschiedliche Gesellschaftliche Themen Zeuge einer Konversation in den Kommentaren zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ werden, wobei den Teilnehmern nicht aufgefallen war, dass einer von ihnen eine Koryphäe auf diesem Gebiet gewesen ist. Da stand sein voller Name – keine Abkürzungen – und niemandem ist es aufgefallen. Was habe ich gelacht …
Das heißt nicht, dass ich Ihrem Kommentar nichts abgewinnen kann, aber ihr biegt euch den Kontext zurecht und ignoriert, wie Menschen reagieren und sich verhalten. Das ist kontraproduktiv und ändert rein gar nichts. Da sind eindeutig Fehler, die ihr nicht sehen und damit nicht zugeben wollt.
Darum stimme ich Florian Goldeisen1972 weiterhin uneingeschränkt zu!
So, das reicht. Ist schon mehr geworden, als es eigentlich sein sollte. Das hier ist eigentlich gar nicht meins. Bin nur drüber gestolpert. Hab‘ meinen Senf abgegeben. Ist nur eine Meinung. Viel Spaß damit. Nehmen Sie es nicht persönlich. Auch mein UserName ist zum Teil nur ein Joke.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
ich habe Ihren Kommentar aufmerksam gelesen und musste dabei ein wenig schmunzeln. Nicht aus Spott, sondern weil er eigentlich sehr schön zeigt, was hier in der gesamten Diskussion passiert ist.
Der Artikel, um den es geht, ist nämlich – ob man ihn nun mag oder nicht – ein ziemlich klassisches Beispiel für eine bewusst gesetzte Provokation. Und zwar nicht aus Lust am Krawall, sondern um eine sehr einfache und zugleich sehr wichtige politische Botschaft zu transportieren: Wahlen sollten aus Überzeugung getroffen werden und nicht aus Trotz, Neugier oder dem Wunsch, „denen da oben mal einen Denkzettel zu verpassen“.
Genau davor warnt der Text.
Und genau darüber hätte man eigentlich diskutieren können.
Stattdessen wurde sich hier an einzelnen Reizpunkten festgebissen – am Bild, an einzelnen Formulierungen, an historischen Details – und darüber die eigentliche Aussage des Artikels fast vollständig aus dem Blick verloren. Das ist ein interessantes Phänomen, das man heute sehr häufig beobachten kann. Sobald ein oder zwei Triggerwörter fallen, schaltet ein Teil der Leser sofort in einen reflexhaften Verteidigungsmodus. Dann wird nicht mehr gelesen, sondern nur noch reagiert.
Ihr Kommentar ist dafür fast ein Musterbeispiel. Sie analysieren Bildsprache, Dramaturgie, Kommunikationsmechanismen und die Psychologie visueller Reize – alles durchaus interessante Aspekte. Nur hat das mit der eigentlichen Botschaft des Artikels erstaunlich wenig zu tun.
Denn der Kern des Textes ist eigentlich banal: Wer eine Partei wählt, sollte wissen, warum er das tut. Nicht aus einer Laune heraus. Nicht aus Trotz. Und schon gar nicht mit der Haltung „mal sehen, was passiert“.
Das ist weder eine besonders radikale noch eine besonders originelle These. Im Grunde ist es politisches Einmaleins.
Gerade deshalb ist es so bemerkenswert, wie heftig manche darauf reagieren. Es wirkt fast so, als hätten sich einige Leser durch ein paar Stichworte sofort persönlich angesprochen gefühlt und daraufhin beschlossen, den Text gar nicht mehr als Ganzes zu betrachten, sondern nur noch als Angriff.
Dabei liegt die eigentliche Stärke des Artikels gerade darin, dass er provoziert. Ein Text, der niemanden reizt, niemanden irritiert und niemanden widerspricht, wird im Internet schlicht überlesen. Der Autor hat also genau das getan, was ein guter Publizist tun sollte: Er hat einen Gedanken so formuliert, dass man nicht einfach daran vorbeiscrollen kann.
Und wenn man sich die Länge dieser Kommentarspalte anschaut, muss man wohl feststellen, dass das hervorragend funktioniert hat.
Man kann über Stilmittel streiten. Man kann Bilder unterschiedlich interpretieren. Man kann auch einzelne Formulierungen kritisieren.
Aber dass der Artikel einen Punkt trifft, zeigt sich gerade an den Reaktionen.
Offenbar hat er bei einigen einen Nerv getroffen.
Und genau das ist oft ein Zeichen dafür, dass ein Text mehr ist als bloßes Lametta.
Er zwingt dazu, über die eigenen Motive nachzudenken.
Und das ist in politischen Debatten selten ein Fehler.
Was haben wir gelacht!
(Ein Kommentar in seiner Form und Stilistik inspiriert durch den Text von Caitlin Johnstone mit dem Titel: „It Is Not Okay For Grown Adults To Believe Infantile Fairytales …“, der auf YouTube und Substack veröffentlicht worden ist.)
Was haben wir gelacht, dass bewusste Provokationen in einer mangelhaften Durchführung eben nicht zum angestrebten Ergebnis geführt haben.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass Kritik an eben jener Durchführung mit Argumenten vorgetragen wird, die diese mangelhafte Durchführung belegen.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass der Kommentar von Nobody dem Text im Allgemeinen zustimmt, ihm aber ein gewisses „bashing“ vorwirft, was von Herrn Grohmüller als Einstieg benutzt wird, gewisse Bevölkerungsgruppen in die Nähe von „Neonazis“ zu rücken.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, als jener Herr Grohmüller aufgrund seiner persönlichen Interpretation der verschiedenen Kommentare – mittlerweile auch des Kommentar eines User mit dem Namen “Mörgel“, einfach so davon ausgeht, er könne die verschiedenen Kommentatoren hier zu den „Überzeugungstätern“ zählen.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass bisher niemandem in den Kommentaren aufgefallen ist:
CO2 … Kohlendioxid … ein Teil Kohlenstoff + zwei Teile Sauerstoff …
Das ist Chemie! Keine Physik! Das ist der Fehler, der eigentlich einem bei dem entsprechenden Kommentar von Herrn Grohmüller ins Gesicht springen sollte.
Wird umgangssprachlich auch „Kohlensäure“ genannt, wenn ich mich recht erinnere.
In der Schule wohl nicht aufgepasst.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass der Satz: „Und genau das ist oft ein Zeichen dafür, dass ein Text mehr ist als bloßes Lametta.“, dahingehend ausgelegt werden könnte, ich würde den Text von Herrn Wilhelm insgesamt als „bloßes Lametta“ darstellen.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, da ich als Kritikpunkt fehlenden Kontext angeprangert habe, der ein genaueres Bild gezeichnet hätte, wobei ich den Kontext „Superwahljahr 2026“ im Allgemeinen und die Wahlen in Baden-Württemberg im Speziellen nicht erwähnt hatte, weil ich davon ausgegangen bin, der Intellekt der Leserschaft würde ausreichen, dies zu verstehen, wenn ich in den Raum stelle, anstelle AfD „Die Grünen“ zu verwenden.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass Online oft das Phänomen „Kontext sei nicht wichtig“ zu Schau gestellt wird.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass bewusste Provokationen von Menschen als diskriminierend aufgefasst werden KÖNNTE, es gleichwohl Menschen gibt, die versuchen, genau dies in ihrer ‚D‘ und ‚I‘ zu ignorieren und/oder herunterzuspielen.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass in einem Themenbereich mit dem Titel „Spott + Hohn und Politik“ Wahl-VERHALTEN oberflächlich provokant betrachtet wird, während man die Politik tatsächlich eher stiefmütterlich (wenn überhaupt) berührt.
Was haben wir gelacht!
Was haben wir gelacht, dass jemand wie ich dies als einen Beweis für fehlende Empathie empfindet und sich darum genötigt sah, seinen Senf, geprägt nach seiner ihm eigenen Weltsicht, dazuzugeben, um auf Fehler hinzuweisen, die vermeidbar gewähren wären, und dies alles nur zufällig.
Vergeben Sie meiner Unfähigkeit, darüber zu lachen – oder auch nur zu schmunzeln, obwohl ich doch den britischen Humor liebe, denn ich finde die Debatte hier nicht witzig!
(Zusatz, da stilistisch anders:
Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass Wähler aus den absurdesten Gründen ihr Kreuz setzen, doch der Text pickt sich Slogans heraus, die diesen Sachverhalt nur ungenügend widerspiegeln.
Ich sehe auch an keiner, einzigen Stelle, dass der Text mich zwingt, über meine eigenen Motive nachzudenken. Ich denke, dass betrifft nicht nur mich.
Was ich jedoch sehe: Die Provokation schließt Teile der Wählerschaft von vornherein aus der Debatte DURCH das gewählte Stilmittel aus. Das halte ich für einen enormen Fehler!
Was ist so schlimm daran, diese Fehler einzugestehen, um ihnen beim nächsten Versuch aus dem Weg gehen zu können.
„Provokation“ als Stilmittel ist halt nicht immer angebracht! Das KANN nach Hinten losgehen!
Offensichtlich haben Sie meine Kommentare fehlinterpretiert. Das kann mein Fehler sein – könnte aber auch daran liegen, dass Sie nur etwas Anderes sehen wollten, denn ich persönlich bin der Meinung, dass bspw. Formulierungen wie „… aber an der Ausführung hapert es …“, „kontraproduktiv“ und „… eindeutig Fehler …“ sowie der Kontext, in dem sie stehen, Ihrer Interpretation „… was hier in der gesamten Diskussion passiert.“, eigentlich im Wege stehen, wobei ich davon ausgehe, dass Sie auch meine vorherigen Kommentare „konsumiert“ haben.
Wo steht „kontraproduktiv“ und meine anderen Aussagen und Kritikpunkte denn in der gesamten Diskussion? Die Diskussion ist vielfältig! Worauf stützen Sie diese Behauptung?
Irgendetwas läßt mich vermuten, dass Sie meinen Kommentar eben nicht „aufmerksam gelesen“ haben … aber was weiß ich denn schon …
Hauptsache, Sie konnten schmunzeln.
Das ist ja auch schon etwas …)
Anhand der Wortwahl und zum Teil durchaus stringent durchgezogener Kommentare, gehe ich davon aus, dass die meisten hier nicht zu jenen „AfD-Wutwählern“ zählen, sondern eher zu den „Überzeugungstätern“, wenn ich mir diese etwas provokante Bemerkung erlauben darf.
Ich gehe deshalb davon aus, dass diese mir eventuell einige AfD-Ungereimtheiten plausibel erklären können, oder möchten, wenn sie die Partei schon wählen. Darf ich loslegen?
Die AfD ist ja bekanntermaßen geradezu virtuos in den sozialen Medien unterwegs. Somit nutzt sie Technik, die auf 200 Jahren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und ausgefuchster Ingenieurskunst basiert. Gleichzeitig negiert sie jedoch den Einfluss unserer CO2-Emissionen auf das Klima. Wir reden hier von exakt der gleichen Physik, ohne die besagte Technik nicht möglich wäre. Es gibt nämlich nur die eine Physik, und die Naturgesetze kennen keine politischen, oder ideologischen Befindlichkeiten.
Finde den Fehler!
Die AfD fordert für eine Renaissance der Kernkraft, mit der Aussage, diese sei CO2-neutral und somit umweltfreundlich. Mit ein paar Minuten googeln, kann man sich über die massiven Umweltschäden und den uferlosen Energieverbrauch informieren, die vom der Uranerzabbau, bis zum Einbau der fertigen Brennstäben, anfallen. Somit ist die angebliche CO2-Neutralität reines Wunschdenken. Dass es die mit Abstand teuerste, und im Hinblick auf ein hypothetisches Endlager, die absurdeste Art der Stromerzeugung ist, verschweigen die AfD-Granden. Stattessen lehnt Alice Weidel die nachweislich günstigste und tatsächlich CO2-freie Art der Stromerzeugung, nämlich Windkraftanlagen, aufgrund deren „ästhetischen Erscheinungsbildes“ ab und sprich von Windmühlen (!) der Schande.
Finde den Fehler!
Die AfD fordert die Remigration von allen Nicht-Deutschen und von Pass-Deutschen. Rechnerisch wären das knapp 25,2 Millionen, der insgesamt 82,8 Millionen Einwohner. Darunter Müllwerker, Ärzte, Schweißer, Elektriker, Automechaniker, Kranken- und Altenpfleger, Ingenieure, Fahrer bei Amazon, Zalando, DHL, UPS, Feuerwehrleute, Gemüsehändler, last but not least 25,2 Millionen Konsumenten, und, und, und. Unsere Wirtschaft würde zusammenbrechen, ohne Wenn und Aber.
Finde den Fehler!
Ich möchte den kriminellen Filz in Brüssel und die Herrenmenschenattitüde von Ursula von der Leyen nicht in Abrede stellen. Aber die Welt ist nun mal ökonomisch und finanziell komplett vernetzt, und ein in Nationalstaaten zersplittertes Europa, könnte dem globalen ökonomischen und finanziellen Druck nicht standhalten. Darüber zu diskutieren, was in der EU schief läuft, ist legitim und notwendig. Aber ohne die EU und den freien Handel, gehen in Deutschland die Lichter aus. Trotzdem fordert die AfD den Austritt Deutschlands aus der EU.
Finde den Fehler!
Ganz ehrlich: Diese ganze „Finde den Fehler“-Nummer klingt ja erst mal wahnsinnig schlau und geschniegelt, aber wenn man sich das mal in Ruhe durchliest, ist das am Ende auch nur wieder die übliche Sammlung von Schlagworten, die man seit Jahren in jeder Talkshow um die Ohren gehauen bekommt.
Erstens mal: Nur weil jemand den Einfluss von CO₂ aufs Klima vielleicht anders einschätzt als Sie oder das nicht für die einzig mögliche Wahrheit hält, heißt das doch noch lange nicht, dass derjenige plötzlich die Physik abschaffen will. So ein Quatsch. Wissenschaft hat schon immer davon gelebt, dass Dinge hinterfragt werden. Genau das ist doch der Kern von Wissenschaft. Aber heute scheint es ja so zu sein, dass man bestimmte Dinge gar nicht mehr diskutieren darf, ohne gleich als Ketzer abgestempelt zu werden. Und das ausgerechnet von Leuten, die sonst ständig „Follow the Science“ rufen. Das wirkt dann eher wie Ideologie als wie echte Wissenschaft.
Zweitens: Beim Thema Kernkraft wird in Deutschland seit Jahrzehnten mehr mit Emotionen als mit Fakten gearbeitet. Während andere Länder ganz selbstverständlich neue Reaktoren bauen und damit stabile Energiepreise sichern, schaltet Deutschland funktionierende Kraftwerke ab – und kauft hinterher den Strom aus genau diesen Ländern wieder ein. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das nennt man dann Energiewende. Natürlich entsteht beim Uranabbau CO₂, das bestreitet ja auch niemand. Aber nach der Logik müsste man auch Solarpanels, Windräder und Batterien sofort verbieten, denn deren Herstellung ist auch alles andere als emissionsfrei. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, dürfte man eigentlich überhaupt nichts mehr bauen.
Drittens: Dieses ständig wiederholte „25 Millionen Menschen sollen deportiert werden“-Gerede ist doch ein klassisches Beispiel dafür, wie politische Forderungen maximal zugespitzt werden, damit sie möglichst dramatisch klingen. Einfach eine möglichst große Zahl in den Raum werfen und hoffen, dass alle sofort erschrecken. Kein ernstzunehmender politischer Vorschlag funktioniert so simpel, wie Sie das hier darstellen. Aber klar, rhetorisch macht sich das natürlich gut, wenn man solche Zahlen in den Raum stellt.
Viertens: Beim Thema EU wird auch immer so getan, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man ist völlig begeistert von allem, was aus Brüssel kommt – oder sofort geht angeblich wirtschaftlich das Abendland unter. Dazwischen scheint es für manche Leute nichts zu geben. Dabei sehen doch viele Bürger ganz schlicht, dass in Brüssel immer mehr Entscheidungen getroffen werden, die mit demokratischer Kontrolle nicht mehr viel zu tun haben. Darüber wird man doch wohl noch diskutieren dürfen, ohne sofort als Europa-Hasser abgestempelt zu werden.
Und zum Schluss vielleicht noch ein Gedanke, der manchen hier offenbar nicht in den Kopf will: Viele Menschen wählen Parteien nicht deshalb, weil sie „mal ausprobieren wollen, was passiert“, oder weil sie aus purer Wut handeln. Viele tun das ganz einfach deshalb, weil sie seit Jahren das Gefühl haben, dass ihre Sorgen, ihre Probleme und ihre Lebensrealität von den etablierten Parteien schlicht ignoriert werden. Das kann man natürlich bequem als „Wutwahl“ abtun und sich dabei moralisch überlegen fühlen. Man könnte aber auch einmal ernsthaft darüber nachdenken, warum überhaupt so viele Menschen inzwischen so denken.
Moin Mörgel,
Schreib doch einfach, dass Du die AfD aus Überzeugung wählst und den Argumenten der Parteiführung folgst…seien sie auch noch so hanebüchen. Punkt! Dann kannst Du Dir den ganzen halbgaren Tinnef sparen, mit dem Du versuchst, meine Argumente zu kontern.
Weil da auch per Mail noch zwei Nachfragen kamen:
Hier wird selten bis gar nicht zensiert.
Die oben verlinkten Nutzungsbedingungen und der gesunde Menschenverstand sagen, dass niemand ein Recht darauf hat, dass sein Kommentar hier auch veröffentlicht wird oder stehenbleibt.
My Garden, my Gänseblümchen.
Ich kann nicht immer alle Kommentare in allen meinen Blogs lesen. Manche meiner Blogs wurden in den Hochzeiten von bis zu 60.000 Leuten am Tag besucht. Diese Zeiten sind zwar längst vorbei, und heute wird längst nicht mehr so viel kommentiert wie früher, aber man sieht, es können manchmal viele Kommentare sein.
Überdies glauben auch in heutigen Zeiten Spammer immer noch, sie könnten Links zu ihren Firmen und Produkten werbewirksam unterbringen, indem sie Sinnloskommentare mit eben diesen Links platzieren.
In Zeiten der KI werden inzwischen auch vollautomatisch Kommentare mit solchen Links verfasst, die irgendwie sogar auf den Artikel eingehen.
Um mich vor unerwünschten Kommentaren zu schützen, wird hier eine sehr verbreitete deutsche Anti-Spam-Software eingesetzt. Sie reagiert auf Triggerwörter, Struktur, Länge, Linkanzahl, Sprache und Herkunft usw. der Kommentare.
Wenn ein Kommentar da einen Trigger auslöst, wird er gar nicht erst freigegeben. Er erscheint nicht. Mit Erscheinen ist gemeint, dass er nicht publiziert wird.
Ob der Kommentar nach dem Klick auf „Senden“ noch einmal beim Absender auftaucht, also erscheint, ist wohl eine Frage der Einstellungen beim Browser oder Cache. Safari, Chrome und Firefox verhalten sich da m.W. auch unterschiedlich.
Es kann aber auch sein, dass der Kommentar zur Bestätigung noch einmal angezeigt wird und oben drüber steht: „Kommentar wartet auf Freischaltung“ oder so.
Andere Leute können den angegebenen Kommentar, der von der Spam-Software abgefangen wurde, jedenfalls nicht sehen.
Wer einen ordentlichen Kommentar geschrieben hat, der nicht sofort erscheint, wird feststellen, dass er dann nach einer gewissen Zeit doch erschienen ist. Ich schalte die dann manuell frei. Wenn die Software also einen Kommentar zurückhält, wird er nicht gelöscht, sondern ich werde darüber informiert. So kommt es, dass manchmal vier oder fünf Kommentare scheinbar gleichzeitig, auch nachts, erscheinen. Das ist eben der Zeitpunkt, an dem ich sie „abgearbeitet“ habe.
Ich habe schon Kommentare auch nachträglich gelöscht. Vor allem Reklamekommentare, die trotz Gegenmaßnahmen durchgeflutscht sind.
Auch, wenn man sich einen Troll eingefangen hat, der weiß, wie er die Schutzmechanismen umgehen kann, ist es besser, wenn man dem Ganzen irgendwann durch konsequentes Löschen oder Sperren ein Ende macht.
Ich kann mich aber nicht erinnern, wann das das letzte Mal der Fall war.
Hier kann und darf jeder kommentieren, ich lade ja dazu ein.
Sehr geehrter Herr Wilhelm,
ich hoffe das ist nicht meine Schuld, dass man Sie mit diesen eMails „belästigt“.
Ich fühle mich ein wenig verantwortlich, deshalb:
Ja, das hier ist ihr „Haus“.
Ihr „Haus“ – Ihre Regeln.
Ich will auch für alle Leser anmerken:
Zensur IST ein Schutzmechanismus!
Ich nutze bspw. DuckDuckGo als präferierte Suchmaschine. Jetzt hagelt es vielleicht Kommentare im Sinne von: „Die zensiert!“
Das ist ja der Sinn der Sache!
Der „Legende“ nach entfernt DuckDuckGo jene Treffer, die zu WebSites führen, welche einen generell verfolgen!
Um dies zu verhindern, nutzt man DuckDuckGo!
Manchmal vergleiche ich mit anderen Suchmaschinen die Treffer und sehe bisher nicht, dass mir gewisse Informationen vorenthalten werden, nur werden mir nicht alle Quellen angezeigt, obwohl ich in letzter Zeit so das Gefühl habe … aber das ist wirklich nur ein Gefühl.
Doch wie bereits erwähnt: Das ist ja der Sinn der Sache!
Nicht das Gefühl … sondern die Zensur 😉
Ich weiss, dass das NET einst wesentlich freier gewesen ist.
Auch ich heule mir manches Mal die Augen aus, dass dem mehr nicht so ist.
Ich bin der Meinung, das Parteien uns verraten und verkauft haben. Besonders verkauft.
Ich weiss, dass das Thema „Zensur“ ein sehr heikles Thema geworden ist, aber sich selbst immer nur in seiner eigenen „Bubble“ aufzuhalten und nie über den Tellerrand zu gucken, das ist auch eine Form der Zensur.
Mal ehrlich: Wer macht das nicht?
Der Eine mehr, der Andere weniger … aber es gibt immer diesen Punkt … und ich kann mich auch nicht davon befreien.
Ihr Haus – Ihre Regeln, Herr Wilhelm!
Vollkommen in Ordnung.
Beste Grüsse