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Uhrengeschichten: Die Pagani 1752 und das kurze Armband

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Die Hommage-Uhr Pagani PD 1752 ist eine Hommage an eine unglaublich teure Luxusuhr aus der Schweiz. Sie wird in verschiedenen Metall- und Farbvarianten angeboten. Ich mag die Farbe Grün unglaublich gerne, deshalb wollte ich so eine Uhr mit grünem Ziffernblatt.

Im Handel wird die Uhr mit chinesischem Seagull-Uhrwerk1für rund 150 Euro angeboten. Bei AliExpress bekommt man sie bisweilen noch 15 bis 20 Euro günstiger. Da fiel mir ein Angebot bei Ebay ins Auge, bei der die Uhr „neu und ungetragen“ unter 100 Euro kosten sollte. Inklusive Originalverpackung, Anhänger und Werkzeug, aber ohne die Zettelchen, die Pagani immer mit in die Schachtel legt.

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Da der Verkäufer Preisvorschläge annahm, bot ich ihm 10 Euro weniger, als er verlangte. Er lehnte das ab, bot aber ein Entgegenkommen von 5 Euro an. Ich akzeptierte.

Die Uhr kam auch schon am übernächsten Tag hier an. In den Bewertungen bei Ebay hatte ich schon gelesen, dass ein anderer Kunde sich über den Verpackungswahnsinn des Anbieters ausgelassen hatte.
Dieser Verpackungswahnsinn traf auch bei mir zu. Die Uhr befindet sich ja gut gepolstert in der Original-Pagani-Uhrenbox aus Pappe. Diese Schachtel war von Luftpolsterfolie umhüllt und nochmal in einen würfelförmigen Karton gesteckt worden. Da hätte man den Versandaufkleber draufkleben und die Uhr wohlbehalten verschicken können.

Aber dieser Verkäufer nahm es mit dem Verpacken sehr ernst: Er hatte noch einen Karton mit Luftpolsterfolie drumherum gepackt. Und damit nicht genug. Alles das steckte in einem halbmeterlangen Großkarton mit nochmals gefühlten 700 qm Luftpolsterfolie.

Das ist dann wohl doch etwas übertrieben.

Aber das ist nicht die Ursache für diese Uhrengeschichte hier.

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Wenn ich eine Uhr kaufe, dann probiere ich sie an, um festzustellen, ob das Metallarmband passt. Die Uhrenhersteller liefern immer etwas zu lange Armbänder, sodass der Kunde dann ganz nach seinem Armumfang ein oder zwei Glieder entfernen (lassen) muss. Offenbar hat auch dieser Verkäufer zwei bis drei Glieder des Armbandes entfernt, bevor er beschlossen hat, die Uhr bei Ebay zu verkaufen.

Wäre ich an seiner Stelle, würde ich die herausgenommenen Glieder beilegen. Dann kann der nächste Nutzer (Käufer) sie ganz nach gusto wieder reinmachen.
Doch bei diesem Verkäufer war das nicht so.

Er hatte das Armband von 23 cm auf 17 cm gekürzt und die entnommenen Glieder nicht mitverkauft.
Vielleicht hat er die Uhr auch nur gekauft, um die Glieder für eine andere Uhr mit zu kurzem Armband zu „rauben“.

Das ist ja alles auch nicht schlimm. Es gibt ja genug Leute mit dünneren Armen, die sich über eine bereits enger gemachte Uhr mit einem 17-cm-Armband echt freuen würden.

Wer aber eine Uhr als neu und ungetragen verkauft, der bescheißt den Käufer, wenn er dann doch schon am Armband herumgebastelt hat. Die Uhr ist dann definitiv nicht mehr „neu und ungetragen“. Sie ist eher „neuwertig mit gekürztem Armband“.

Und ich finde: Das hätte der Verkäufer auch ehrlicherweise dazuschreiben müssen.

Ja, ich bin der Depp. Der Verkäufer schreibt in seiner Artikelbeschreibung „Verkauf wie auf den Fotos!! Fotos bitte genau anschauen!!!“
Und ich habe mir die Fotos natürlich genau angeschaut. Aber ich bin nicht auf die Idee gekommen, die Glieder des Armbandes nachzuzählen.

Was tun?
Zuerst habe ich überlegt, die Uhr gleich wieder bei Ebay zu verkaufen, natürlich mit dem ehrlichen Hinweis auf das kurze Armband.
Doch dann riet mir ein Freund, im Netz doch mal nach einem Ersatzarmband zu schauen. Und tatsächlich: Man kann das passende Armband einzeln kaufen. Kostet 15 Euro.
Damit bin ich mit Uhrenkauf und Armband immer noch nur knapp über 100 Euro und habe ein Schnäppchen gemacht.

Nachtrag 22.03.2026:

Inzwischen ist das Ersatzarmband eingetroffen. Ich entschied mich dazu, nur die benötigten Glieder zu entnehmen und bei der neuen Uhr einzusetzen. Die Glieder sind verschraubt, der benötigte winzige Schraubenzieher liegt bei.

Ich glaube, das geht so einfacher, als das ganze Armband zu tauschen und dann evtl. wieder Glieder entfernen zu müssen.

Tatsächlich habe ich 5 Glieder aus dem Ersatzarmband einfügen müssen. Und dann habe ich gesehen, dass auch die Schließe verkehrt herum eingebaut war.
Wie es aussah, hatte der Verkäufer die Schräubchen, mit denen die Glieder zusammengeschraubt sind, mit Loctite-Schraubensicherung eingesetzt.
Die mit dem klitzekleinen Uhrmacherschraubenzieher rausnehmen war ein Kampf. Aber nach 20 Minuten Arbeit hatte ich das alles erledigt und kann die Uhr jetzt tragen.

Die Uhr ist jetzt in einem hervorragenden Zustand. Sie ist wunderschön und sehr gut verarbeitet.
Das Seagull-Uhrwerk ST 162 läuft wie ein Nähmaschinchen, zuverlässig, sehr genau und mit wunderbar schleichendem Sekundenzeiger.

Das Armband ist ebenfalls sehr gut. Es beißt und kneift nicht, schmiegt sich gut an den Arm an und die Schließe ist aus dem Vollen gefräst, nicht nur aus Blech gestanzt.
Die Schließe schließt robust und sicher.

An die Größe der Uhr mit nur 36 mm muss ich mich erst gewöhnen. Die andere Pagani (Hulk), die ich die letzten Wochen getragen habe, hat 42-43 mm Gehäusedurchmesser.
Damit wirkt die 1752, auch wegen des nicht ganz so kräftig grünen Ziffernblatts, wesentlich eleganter als die froschgrüne Hulk.

Nun, dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass meine Zurückhaltung bei Ebay in den letzten Jahren nicht ohne Grund und berechtigt war.

Bin ich da zu empfindlich, oder würdest Du Dich auch ein bisschen verhohnepipelt vorkommen?
Würdest Du bei Ebay ein Fass aufmachen oder die Sache auf sich beruhen lassen?

Inzwischen hat sich auch der Verkäufer gemeldet. „Hallo!!! Tut mir leid!!! Ich habe keine Ersatzglieder!!!“

Sagen wir es mal so: In Anbetracht der Tatsache, dass er es beim Verpacken fast übertrieben hat, meine ich, dass er es gut gemeint hat. Ich kenne die Vorgeschichte des Handels nicht. Vielleicht wusste er gar nicht, dass das Armband nicht original war. Lassen wir es auf sich beruhen. Ich habe ja jetzt, mit etwas Kostenaufwand und ein klein bisschen ganz netter Bastelarbeit, eine schöne Uhr. Und das ist ja das, was ich wollte. Also bekommt er eine gute Bewertung, fertig.

Bildquellen:

  • seagull2_800x500: Pagani
  • saegull1752_800x500: Botro

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(©si)