Eine Toilette, die nur noch widerwillig abläuft, kann in einer Katastrophe enden. Die gute Nachricht: Viele Verstopfungen sind leicht selbst behebbar und nur eine Ansammlung aus „zu wenig Wasser, zu viel Papier, ungünstige Rohrführung“.
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- Woran Sie erkennen, dass es sich um „leicht“ handelt
- Schritt 1: Heißes Wasser + Spülmittel (sanft, aber oft erstaunlich wirksam)
- Schritt 2: Die Saugglocke richtig einsetzen (nicht dekorativ, sondern wirksam)
- Schritt 3: Toilettenbürste als Notfall-Pömpel (geht, wenn man’s sauber macht)
- Schritt 4: WC-Spirale (wenn es tiefer sitzt – aber mit Gefühl)
- Was Sie besser lassen sollten
- Kleine Vorsorge, die erstaunlich viel verhindert
- Fazit:
- Bildquellen:
Leichte Rohrverstopfungen am Klo oder Waschbecken lassen sich mit ein paar sauberen Maßnahmen selbst lösen. Die schlechte Nachricht: Wer falsch reagiert, macht aus einer leichten Störung schnell einen handfesten Schaden.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Schritte Sie bei einer leichten Verstopfung selbst versuchen können – und an welchen Stellen Sie besser abbrechen.
Woran Sie erkennen, dass es sich um „leicht“ handelt
Von einer leichten Verstopfung kann man meist dann sprechen, wenn das Wasser noch abläuft, aber deutlich langsamer, oder wenn es nach dem Spülen ansteigt und dann langsam sinkt. Ein weiteres typisches Zeichen: es gluckert im Abfluss, als hätte die Toilette plötzlich eine Meinung zu Ihrem Lebensstil.
Sofort Alarm ist dagegen angesagt, wenn das Wasser gar nicht mehr abläuft, bereits über den Rand steigt, oder wenn mehrere Abflüsse im Haus gleichzeitig spinnen (Toilette, Dusche, Waschbecken). Dann kann die Blockade tiefer im System sitzen.
Sofort-Stopp!
Erste Regel: Nicht in Panik „nochmal spülen“. Viele Verstopfungen werden nicht durch den ursprünglichen Pfropfen teuer, sondern durch die reflexartige Reaktion: Spülen, spülen, spülen. Das erhöht den Wasserspiegel – und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gleich nicht nur ein Problem im Rohr haben, sondern eines auf dem Badezimmerboden.
Wenn das Wasser hoch steht: Stop. Erst handeln, dann spülen.
Schritt 1: Heißes Wasser + Spülmittel (sanft, aber oft erstaunlich wirksam)
Für leichte Papier-/Fettpfropfen ist das die freundlichste Methode.
Geben Sie eine ordentliche Portion Spülmittel in die Schüssel (nicht ein paar Tropfen, eher „das ist jetzt ernst“). Lassen Sie warmes bis heißes Wasser nachlaufen – aber nicht kochend, wenn Sie unsicher sind, wie alt die Keramik/Leitungen sind. Heißes Leitungswasser reicht meistens. Warten Sie 10–20 Minuten.
Tipp: Ihre Klospülung liefert kein warmes Wasser. Nehmen Sie, wenn es reicht, den Schlauch von der Badewanne oder Dusche. Sonst: Eimer!
Spülmittel wirkt wie ein Gleitfilm, warmes Wasser hilft beim Aufweichen und Lösen. Danach können Sie einmal vorsichtig spülen. Wenn es merklich besser wird, wiederholen Sie das Ganze lieber noch einmal, bevor Sie zur nächsten Eskalationsstufe greifen.

Schritt 2: Die Saugglocke richtig einsetzen (nicht dekorativ, sondern wirksam)
Die Saugglocke (Pömpel) ist das Standardwerkzeug – aber viele benutzen sie so, dass sie effektiv nur Luftblasen in Bewegung setzen.
Wichtig ist, dass die Glocke dicht auf dem Abfluss sitzt. Wenn zu wenig Wasser in der Schüssel ist, fügen Sie etwas hinzu: Der Pömpel braucht Wasser, nicht Luft.
Dann gilt: Nicht wie wild „draufhauen“, sondern mit Rhythmus arbeiten. Sie erzeugen Druck- und Sogwechsel, die den Pfropfen lösen oder weitertransportieren. Danach wieder vorsichtig spülen.
Wenn Sie nach einigen Durchgängen gar keine Veränderung merken, liegt entweder ein fester Gegenstand im Weg oder die Blockade sitzt ungünstig.
Tipp: Nochmals versuchen! Immer, wenn ich die Schnauze vollhatte und aufgegeben habe, habe ich es dann doch noch mal mit Energie und viel Wasser versucht. Meist hat es dann doch noch geklappt. Also: Nicht zu früh aufgeben!
Schritt 3: Toilettenbürste als Notfall-Pömpel (geht, wenn man’s sauber macht)
Wenn keine Saugglocke im Haus ist, kann eine Toilettenbürste als improvisiertes Werkzeug dienen. Der Trick ist nicht die Borste, sondern die Bewegung: Sie schieben Wasser vor sich her und erzeugen Druck.
Damit es nicht zur Duschkabinen-Modern-Art wird: Bürstenkopf am besten in eine Plastiktüte stecken, damit nichts spritzt. Kabelbinder benutzen oder Tüte gut festhalten, sie darf auf keinen Fall ins Rohr rutschen!
Dann mit kräftigen, gleichmäßigen Stößen arbeiten. Das ist weniger elegant, aber manchmal genug für leichte Papierpfropfen.
Schritt 4: WC-Spirale (wenn es tiefer sitzt – aber mit Gefühl)
Eine Toilettenspirale (nicht die dünne für Waschbecken) kann sehr wirksam sein – solange man sie richtig einsetzt. Ziel ist nicht, das Rohr zu „kratzen“, sondern den Pfropfen zu durchdringen, zu lockern und idealerweise mitzunehmen.
Diese dünnen Heimwerkerspiralen nötigen einem professionellen Rohrreiniger nur ein müdes Lächeln ab. Einer tiefersitzenden, ernsthaften Verstopfung können Sie damit auch wirklich nicht zu Leibe rücken. Aber, wenn die Verstopfung des Klos ziemlich direkt hinter dem Geruchsverschluss-Knick sitzt, und da sitzen sie oft, hilft ein dünner, flexibler Gegenstand unter Umständen schon weiter, um den Stopfen ins Rutschen zu bringen.
Wichtig dabei: langsam einführen, nicht mit Gewalt, drehen statt rammen, bei Widerstand kurz zurück, dann erneut vor.
Wenn Sie spüren, dass Sie auf etwas Hartes stoßen, das nicht nachgibt, stoppen Sie. Das kann ein Fremdkörper sein (z. B. Hygieneartikel, Spielzeug, WC-Stein) – da wird „noch mehr Spirale“ schnell zur Beschädigungsübung.
Was Sie besser lassen sollten

Ein paar Dinge richten regelmäßig mehr Schaden an als Nutzen.
Chemische Rohrreiniger als Reflex: Sie können wirken, ja. Aber sie sind riskant, besonders wenn die Verstopfung dadurch nicht weggeht. Dann steht die aggressive Brühe in der Schüssel oder im Rohr – und der nächste, der mechanisch arbeiten muss, hantiert plötzlich mit ätzender Flüssigkeit.
Pulverförmige Reiniger sind besonders heikel, weil sie sich bei wenig Wasser nicht richtig lösen können und dann krustige Ablagerungen bilden.
Ständig heiß-kochendes Wasser nachkippen: In manchen Installationen (insbesondere ältere oder ungünstige Materialkombinationen) kann das Probleme machen. Warm/heiß reicht.
Drahtbügel, Stöcke, „ich bastel mir was“: Damit beschädigt man schnell die Keramik oder Dichtungen. Wenn Sie ein Werkzeug brauchen, nehmen Sie ein dafür gemachtes.
Profi rufen, wenn…

Rufen Sie besser einen Profi (oder Hausverwaltung/Notdienst):
- wenn das Wasser gar nicht mehr abläuft und stetig steigt
- wenn Abwasser aus weiteren Abflüssen hochsteigt
- wenn mehrere Abflüsse betroffen sind (Hinweis auf Hauptleitung)
- wenn Sie einen Fremdkörper vermuten (z. B. Windel, Inkontinenzprodukt, Klostein, Spielzeug)
- wenn nach 2–3 seriösen Versuchen (Pömpel/Spirale) keinerlei Verbesserung eintritt
- wenn wiederkehrende Verstopfungen auftreten (das ist oft Ablagerung, Gefälleproblem oder Wurzeleinwuchs).
Kleine Vorsorge, die erstaunlich viel verhindert
Wenn die Verstopfung gelöst ist, lohnt sich ein „Nachspülen“: einmal kräftig mit der großen Taste, damit wirklich alles weitertransportiert wird. Und wer sehr wassersparend spült, sollte tatsächlich ab und zu bewusst „richtig durchspülen“ – weniger Wassersparen an dieser Stelle ist manchmal mehr Leitungsschutz.
Kurze Checkliste zum Ausdrucken: Leichte WC-Verstopfung
1) Nicht mehrfach spülen, wenn der Wasserstand steigt. Erst handeln, dann spülen.
2) Spülmittel + warm/heißes Wasser: 10–20 Minuten wirken lassen, dann vorsichtig testen.
3) Saugglocke korrekt nutzen: dicht aufsetzen, mit Wasser arbeiten, rhythmisch drücken/ziehen.
4) Keine Saugglocke? Bürste als Notfall-Pömpel (Bürstenkopf in Tüte gegen Spritzer).
5) WC-Spirale nur mit Gefühl: drehen statt rammen, bei hartem Widerstand stoppen.
6) Keine Pulverreiniger „zur Sicherheit“. Bei Scheitern bleibt ätzende Brühe zurück.
7) Profi rufen, wenn: Wasser gar nicht abläuft, Überlauf droht, Fremdkörperverdacht, mehrere Abflüsse betroffen oder Problem kommt regelmäßig wieder.
Fazit:
Die erste Maßnahme, wenn nicht schon alles überläuft und es noch abläuft, ist Spülen, Spülen, Spülen. Meist reicht Wasser schon aus.
Wenn es aber schon richtig staut und nichts mehr geht: Lieber nicht mehr viel spülen, sondern mit Bedacht arbeiten.
Dann kommt der Pümpel zum Einsatz. Der gehört unabdingbar in jeden Haushalt. Wenn Sie noch keinen haben, dann jetzt einen kaufen.
Mit diesen beiden Maßnahmen habe ich bis jetzt noch fast jede Rohrverstopfung wegbekommen. Für ein Waschbecken, in dem sich im Abflusssystem viele Haare, Shampooreste und Zahnpasta etc. angesammelt hatten, hat bei uns ein 2-Komponenten-Flüssigreiniger von „action“ sehr gut geholfen. Da schüttet man nach Anleitung Flüssigkeiten aus zwei Flaschen nacheinander in den Abfluss und wartet etwas. Das Zeug löst Haare, Reste und Fette auf. Danach spülen und alles ist wieder gut.
Die beste Maßnahme ist aber vorbeugen. Und was Sie unbedingt vermeiden sollten, das steht in diesem wertvollen Artikel hier: Lesen Sie auch, wo Klo-Verstopfungen herkommen.
Wichtig ist meiner Meinung nach auch, dass man es mit dem Wassersparen nicht übertreibt. Wasser ist kostbar und wertvoll, keine Frage. Aber es ist auch mit das günstigste Verbrauchsmittel, das wir haben.
Deshalb spart man am falschen Ende, wenn man immer nur dünne Rinnsale durch das Abwassersystem schickt. Ab und zu mal kräftig alles durchspülen, hilft, um das Ansammeln von Ablagerungen zu vermeiden.
P.S.: Ich hätte nicht gedacht, dass ich gleich zwei Texte zum Thema Rohrverstopfung schreibe. Aber nach meinem ersten Text kamen doch so viele Fragen per Mail, dass ich nochmal nachlegen musste.
Bei mir war der Anlass, dass hier im Haushalt die irrige Meinung vorherrschte, feuchtes Toilettenpapier, die sogenannten Feuchttücher / Wet Wipes würden sich auflösen, wie herkömmliches Klopapier.
Deshalb hatte ich den ersten Artikel geschrieben. Da vermissten dann aber viele Leserinnen und Leser Hinweis darauf, wie man eine Verstopfung wieder wegbekommt.
Bildquellen:
- verstopfungen33b: Peter Wilhelm
- verstopfungen33a: Peter Wilhelm
- verstopfungen33: Peter Wilhelm

















