Wenn der Abfluss mal verstopft ist, ja, was ist denn schon dabei, da nimmt man Abflussfrei! So lautete ein Werbesong, der für einen Abflussreiniger Reklame machte. Einfach nur ein bisschen Pulver in den Abfluss oder ins Klo und schon läuft es wieder.
ansehen/verstecken
- Was alles nicht ins Klo gehört – und warum das kein kleinliches Thema ist
- Das große Missverständnis mit „spülbaren“ Feuchttüchern
- Küchenpapier, Taschentücher und Handtuchpapier
- Essensreste und Küchenabfälle
- Damenhygieneartikel: Einer der häufigsten Gründe für Rohrverstopfungen
- Babywindeln: garantiertes Rezept für den Rohrnotdienst
- Inkontinenzeinlagen, Pants und Papierslips: gehören ebenfalls nicht ins Klo
- Klosteine – klein, unscheinbar, teuer
- Spartaste ist gut – aber zu wenig Spülwasser ist auch ein Problem
- Katzenstreu: schwer, klumpend und fatal für Abflüsse
- Vorsicht beim Abgießen von Putzwasser
- Haare: klein, unscheinbar – aber perfekte Verstopfungsmacher
- Aufgepasst, wenn Handwerker im Haus sind
- Achtung: Den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben – Rohhreinigungspulver
- Warum sich Verstopfungen oft erst spät bemerkbar machen
- Die einfache Faustregel
- Fazit
- Bildquellen:
Wunschdenken. Denn meist sieht die Sache anders aus. Wenn der hauseigene Pümpel nicht mehr ausreicht, um eine Verstopfung zu beseitigen, muss ein Rohrreiniger her. So ein Sanitärservice kostet Geld. Gute Erfahrungen habe ich mit einem ganz normalen örtlichen Dienstleister gemacht. Schnell, unkompliziert, freundlich und günstig. Aber ich weiß auch von Firmen, die unglaubliche Rechnungen schreiben. Abzocker unter den Rohrreinigungsfirmen sind keine Seltenheit.
Doch bevor es überhaupt zu einer Verstopfung von Waschbecken, Klo und Co. kommen kann, muss etwas vorausgegangen sein. In den seltensten Fällen hat Onkel Hugo den Lokus zugeschi**en, sondern typisches Fehlverhalten hat den Schaden verursacht.
Hier habe ich mal zusammengestellt, was ich meiner Familie seit Jahrzehnten predige, und was seit Jahrzehnten durchgehend mit größter Selbstverständlichkeit ignoriert wird.
Aber trotzdem: Hier die besten Ratschläge, um Verstopfungen wirkungsvoll vorzubeugen.
Was alles nicht ins Klo gehört – und warum das kein kleinliches Thema ist
Die Toilette ist eine der größten zivilisatorischen Errungenschaften überhaupt. Ein Knopfdruck, ein kurzer Strudel, weg ist es. Genau dieser Komfort führt allerdings dazu, dass viele Menschen das WC inzwischen als eine Art universelle Entsorgungsstation betrachten. Was irgendwie klein ist, nass ist oder „schon irgendwie vergehen wird“, landet kurzerhand in der Schüssel.
Das Ergebnis: verstopfte Abflüsse, überlaufende Toiletten, teure Rohrreinigungen und im schlimmsten Fall Schäden am gesamten Hausanschluss. Dabei ließen sich die meisten dieser Probleme mit einem einfachen Grundsatz vermeiden:
Ins Klo gehören ausschließlich menschliche Ausscheidungen und normales Toilettenpapier. Sonst nichts.
Alles andere ist eine Einladung an den Klempner.
Das große Missverständnis mit „spülbaren“ Feuchttüchern
Besonders beliebt – und besonders problematisch – sind Feuchttücher. Sie werden oft als „spülbar“ beworben, was den Eindruck erweckt, sie würden sich im Wasser ähnlich auflösen wie Toilettenpapier. Genau das tun sie nicht.
Feuchttücher bestehen aus reißfesten Fasern, die extra so gemacht wurden, dass sie auch im nassen Zustand stabil bleiben. Sie zerfallen nicht, sondern behalten ihre Struktur. In der Kanalisation verhaken sie sich mit anderen Stoffen, verdrehen sich zu Zöpfen und bilden mit Fett, Haaren und Essensresten zähe Klumpen. Diese sogenannten „Fettberge“ sind inzwischen ein bekanntes Problem in vielen Städten.
In einem Video auf YouTube zeigt ein Rohrreiniger eindrucksvoll, dass solche „Wet Wipes“ sogar dem Druck einer Hochdruck-Wasserkanone standhalten.
Kurz gesagt:
Feuchttücher gehören in den Müll – nicht ins Klo. Egal, was auf der Verpackung steht.
Küchenpapier, Taschentücher und Handtuchpapier
Ein weiterer Klassiker: „Ist doch auch Papier.“
Ja – aber eben nicht das richtige.
Toilettenpapier ist speziell dafür hergestellt, sich im Wasser schnell aufzulösen. Küchenpapier, Papiertaschentücher und Papierhandtücher sind deutlich stabiler. Sie sollen Flüssigkeit aufnehmen und dabei formstabil bleiben. Genau diese Eigenschaft wird im Abfluss zum Problem.
Was im Waschbecken oder Klo noch problemlos weggespült wird, bleibt ein paar Meter weiter in der Leitung hängen. Dort sammelt es sich, quillt auf und bildet den Anfang einer Verstopfung.
Auch hier gilt: Mülltonne statt Toilettenschüssel.
Essensreste und Küchenabfälle
Manche Menschen behandeln das WC wie einen Ersatz für den Biomüll. Suppenreste, Soßen, Reis, Nudeln oder gar Kaffeesatz werden kurzerhand heruntergespült. Schließlich verschwindet ja alles.
Das Problem ist nur: Rohrleitungen sind keine Häcksler.
Stärkehaltige Speisereste quellen im Wasser auf, Fette setzen sich an den Rohrwänden fest, und feste Bestandteile sinken ab. Über die Zeit entsteht eine schmierige Schicht, an der immer mehr hängen bleibt.
Besonders tückisch ist Fett: Flüssig eingespült, fest in der Leitung. Dort wirkt es wie Klebstoff für alles Weitere.
Über einer meiner Firmen waren Wohnungen. Eine der Frauen, die über uns wohnten, warf sogar Kotelettknochen, Hähnchenbeine und faule Porreestangen in die Toilette. Kein Wunder, dass alle paar Wochen der Rohrreiniger für 800 Euro anrücken musste. Dummerweise rief der Hausverwalter immer eine der Rohrreinigungsfirmen an, die ganz auffällig im Telefonbuch werben. Das sind manchmal richtige Abzocker.
Damenhygieneartikel: Einer der häufigsten Gründe für Rohrverstopfungen
Tampons, Binden und Slipeinlagen gehören zu den Gegenständen, die besonders häufig fälschlich in der Toilette entsorgt werden. Das liegt unter anderem daran, dass sie klein erscheinen und sich mit Flüssigkeit vollsaugen – also vermeintlich „verschwinden“. Tatsächlich passiert genau das Gegenteil.
Damenhygieneartikel sind dafür gemacht, Flüssigkeit aufzunehmen und dabei nicht auseinanderzufallen. Sie quellen stark auf und zerfallen nicht. In Abwasserleitungen wirken sie deshalb wie Stopfen. Bleibt ein solcher Artikel irgendwo im Rohr hängen, bildet er den idealen Kern für weitere Ablagerungen. Fett, Papierfasern, Haare und Essensreste setzen sich daran fest – und aus einem einzelnen Tampon wird nach und nach eine massive Blockade.
Besonders problematisch ist, dass solche Verstopfungen oft zeitverzögert auftreten. Der Abfluss funktioniert zunächst scheinbar normal, bis sich über Tage oder Wochen genug Material angesammelt hat. Wenn dann nichts mehr geht, ist die Ursache längst außer Sichtweite.
Die richtige Entsorgung ist einfach: Damenhygieneartikel gehören immer in den Restmüll – am besten in einem kleinen Beutel oder im vorgesehenen Hygieneabfalleimer im Bad. Das ist hygienisch, unkompliziert und verhindert teure Folgeschäden.
Babywindeln: garantiertes Rezept für den Rohrnotdienst
Babywindeln gehören zu den Dingen, bei denen man sich eigentlich fragt, wie sie überhaupt im Klo landen können – und dennoch passiert es regelmäßig. Vielleicht aus Bequemlichkeit, vielleicht aus Stress, vielleicht im Glauben, „das bisschen saugt sich schon weg“. Genau das Gegenteil ist der Fall.
Moderne Windeln bestehen aus mehreren Lagen Kunststoff, Vliesstoffen und stark quellenden Superabsorber-Gelen. Sie sind dafür gemacht, große Mengen Flüssigkeit aufzunehmen und festzuhalten. Gelangen sie in eine Toilette oder ein Rohr, quellen sie massiv auf und behalten ihre Form. Auflösen tun sie sich nicht.
In der Leitung wirken Windeln wie ein dicker Stopfen. Häufig bleibt das Wasser zunächst noch eingeschränkt ablaufend, bis sich weitere Stoffe daran anlagern. Spätestens dann ist der Abfluss dicht – und zwar so, dass Hausmittel kaum noch helfen.
Babywindeln gehören deshalb ausnahmslos in den Restmüll. Wer sich diesen einen Handgriff spart, spart sich im Zweifel später den deutlich unangenehmeren Besuch des Rohrreinigungsdienstes.
Inkontinenzeinlagen, Pants und Papierslips: gehören ebenfalls nicht ins Klo
Inkontinenzeinlagen, Einmalunterhosen (Pants) und sogenannte Papierslips sind in Aufbau und Material mit Windeln vergleichbar. Sie bestehen aus mehreren Schichten, enthalten saugfähige Gele und sind darauf ausgelegt, große Mengen Flüssigkeit aufzunehmen und zu binden. Genau diese Eigenschaft macht sie für die Toilette völlig ungeeignet.
Gelangen solche Produkte ins Abwasser, quellen sie stark auf und behalten ihre Form. Sie zerfallen nicht wie Toilettenpapier, sondern können sich in Rohren verkeilen oder an Engstellen hängen bleiben. Häufig reicht schon ein einzelnes Produkt, um den Abfluss teilweise zu blockieren. Alles, was danach kommt, lagert sich daran an – und die Verstopfung wächst unbemerkt weiter.
Auch hier gilt: Diese Artikel gehören immer in den Restmüll. Eine diskrete Entsorgung über kleine Beutel oder verschließbare Hygieneabfalleimer im Bad ist einfach, hygienisch und verhindert teure Schäden an den Abwasserleitungen.
Klosteine – klein, unscheinbar, teuer
Auch Klosteine und WC-Duftspender sind eine unterschätzte Gefahrenquelle. Viele dieser Teile hängen nur lose im Beckenrand. Fällt so ein Stein ins Wasser und wird weggespült, bleibt er fast zwangsläufig irgendwo im Rohr stecken.
Das Ergebnis ist oft eine Teilverstopfung, die sich langsam aufbaut. Zunächst fließt das Wasser nur etwas schlechter ab. Wochen später geht plötzlich gar nichts mehr.
Was dann folgt, ist selten günstig.
Spartaste ist gut – aber zu wenig Spülwasser ist auch ein Problem
Moderne Toiletten sind darauf ausgelegt, mit möglichst wenig Wasser auszukommen. Das ist ökologisch sinnvoll und spart Kosten. Viele Menschen nutzen daher konsequent nur noch die kleine Spültaste. Daran ist grundsätzlich nichts falsch – es hat aber eine Kehrseite.
Weniger Spülwasser bedeutet auch weniger Transportkraft in den Rohren. Feststoffe und Papier werden dann nicht immer vollständig bis in den Hauptkanal befördert, sondern bleiben ein Stück weiter hinten in der Leitung liegen. Dort können sie sich absetzen und bilden die Grundlage für spätere Verstopfungen.
Deshalb ist es sinnvoll, zwischendurch bewusst mit der großen Spültaste zu spülen. Ein kräftiger Wasserschwall wirkt wie eine kleine Rohrspülung und hilft dabei, Ablagerungen weiterzuschieben, bevor sie sich festsetzen können.
Die einfache Regel lautet:
Im Alltag ruhig wassersparend spülen – aber regelmäßig auch einmal richtig durchspülen. Das schont langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigenen Abwasserleitungen. Am besten ist es, alle paar Wochen mal einen ordentlichen Eimer Wasser durch die Leitung zu jagen.
Katzenstreu: schwer, klumpend und fatal für Abflüsse
Katzenstreu gehört ebenfalls zu den Dingen, die immer wieder fälschlich in der Toilette entsorgt werden – besonders dann, wenn es als „biologisch abbaubar“ beworben wird. Das führt leicht zu dem Irrtum, es könne problemlos ins Klo. In der Praxis ist Katzenstreu jedoch einer der zuverlässigsten Rohrkiller überhaupt.
Die meisten Streusorten sind darauf ausgelegt, Flüssigkeit zu binden und feste Klumpen zu bilden. Genau das passiert auch im Abfluss: Das Material quillt auf, verklumpt und wird schwer. In Rohrleitungen setzt es sich ab, sinkt nach unten und bildet harte Ablagerungen, die sich nicht einfach wegspülen lassen.
Selbst kleine Mengen können ausreichen, um Engstellen zu verengen oder vollständig zu blockieren. Besonders problematisch ist dabei, dass sich Katzenstreu mit Fett, Papierfasern und anderen Rückständen verbindet und so massive, steinartige Pfropfen entstehen können.
Katzenstreu gehört deshalb grundsätzlich in den Restmüll – niemals in die Toilette. Auch „ökologische“ Varianten sind keine Ausnahme. Biologisch abbaubar heißt nicht automatisch abwassergeeignet.
Vorsicht beim Abgießen von Putzwasser
Auch beim ganz normalen Putzen entstehen immer wieder Situationen, die Abflüssen zum Verhängnis werden können. Beim Auskippen von Putzwasser in die Toilette rutschen nicht selten Putzlappen, Mikrofasertücher oder Schwämme unbemerkt mit hinterher.
Diese Gegenstände sind groß, formstabil und saugfähig. Gelangen sie in die Leitung, bleiben sie fast zwangsläufig irgendwo hängen. Dort wirken sie wie ein Fangnetz für Papier, Haare, Fett und andere Rückstände. Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine massive Blockade.
Das Problem: Oft merkt man zunächst gar nichts. Das Wasser läuft noch ab, wenn auch etwas langsamer. Erst später, wenn sich genügend Material angesammelt hat, ist der Abfluss plötzlich dicht.
Deshalb empfiehlt es sich, Putzwasser grundsätzlich langsam und kontrolliert auszugießen und vorher zu prüfen, ob sich Lappen oder Schwämme im Eimer befinden. Eine kleine Unachtsamkeit kann sonst schnell zu einer großen Verstopfung führen.
Haare: klein, unscheinbar – aber perfekte Verstopfungsmacher
Haare wirken harmlos. Einzelne Strähnen verschwinden scheinbar mühelos im Abfluss. Genau darin liegt das Problem: Haare lösen sich im Wasser nicht auf. Sie bleiben formstabil, verheddern sich miteinander und bilden mit der Zeit regelrechte Knäuel.
Besonders kritisch wird es, wenn sich Haare mit Seifenresten, Fett und Papierfasern verbinden. Daraus entstehen zähe Pfropfen, die sich an Rohrwänden festsetzen und den Durchfluss immer weiter einengen. Oft beginnt es mit langsam ablaufendem Wasser, bis schließlich gar nichts mehr geht.
Haare gehören deshalb weder ins Klo noch ins Waschbecken. Am einfachsten lässt sich das vermeiden, indem man im Waschbecken und in der Dusche ein Haarsieb verwendet. Diese kleinen Einsätze fangen Haare zuverlässig auf und lassen sich schnell entleeren. Eine simple Maßnahme mit großer Wirkung für dauerhaft freie Abflüsse.
Sogar die Stoppeln vom Rasieren können sich bei Waschbecken im Siphon sammeln und langfristig zu Problemen führen. Hier gilt: Immer mit viel Wasser nachspülen!
Aufgepasst, wenn Handwerker im Haus sind
Ein oft unterschätztes Risiko für Abflüsse entsteht nicht im Alltag, sondern während Renovierungs- oder Umbauarbeiten. Leider kommt es immer wieder vor, dass Handwerker – aus Bequemlichkeit oder Unkenntnis – Tapetenkleister, Farbreste, Spachtelmasse, Gips oder sogar kleinere Bauschuttreste in Toilette oder Ausguss kippen.
Solche Materialien sind für Abwasserleitungen extrem problematisch. Kleister und Farben enthalten Bindemittel, die im Rohr aushärten oder zäh werden. Gips und Spachtelmassen reagieren mit Wasser und können regelrecht fest werden. Was flüssig eingefüllt wird, kommt im Rohr als feste Ablagerung an.
Das Heimtückische: Der Schaden zeigt sich oft erst Wochen oder Monate später, wenn sich an der ausgehärteten Schicht weitere Rückstände festsetzen und der Abfluss zunehmend enger wird. Dann erinnert sich niemand mehr an die Renovierung – die Verstopfung ist aber bereits programmiert.
Deshalb sollte man bei Arbeiten im Haus klar kommunizieren: Toilette und Waschbecken sind keine Entsorgungsstellen für Baustoffe. Farbreste, Kleisterwasser und Mörtel gehören in geeignete Behälter und anschließend in den Restmüll oder zur fachgerechten Entsorgung.
Achtung: Den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben – Rohhreinigungspulver
Wie schon im Einleitungssatz dieses Artikels angedeutet, greifen viele bei Rohrverstopfungen zu pulverförmigen Abflussreinigungsmitteln. Pulverförmige Abflussreiniger bestehen meist aus stark alkalischen Substanzen (z. B. Natriumhydroxid) und weiteren Zusätzen, die Fette, Haare und organische Stoffe chemisch zersetzen sollen. Damit das zuverlässig funktioniert, müssen sich diese Pulver vollständig und schnell im Wasser auflösen.
Genau hier liegt das Risiko.
Wenn zu wenig Wasser im Abfluss vorhanden ist oder das Pulver nicht richtig durchgespült wird, kann es sich am Boden des Rohres absetzen. Dort reagiert es mit Feuchtigkeit, Fett, Seifenresten, Kalk und anderen Ablagerungen. Dabei können harte, krustige Massen entstehen, die sich mit der Zeit immer weiter verdichten. Diese Ablagerungen sind oft deutlich härter als normale Schmutzpfropfen – daher der Vergleich mit „Zement“.
Besonders problematisch wird es in älteren Leitungen, bei geringen Rohrdurchmessern oder bei bereits teilverstopften Abflüssen. In solchen Fällen erreicht das Pulver die eigentliche Problemstelle oft gar nicht, sondern bleibt vorher liegen und härtet dort aus.
Ein weiterer Punkt: Wird anschließend ein anderer Reiniger oder heißes Wasser nachgeschüttet, kann sich die Reaktion unkontrolliert beschleunigen. Das erhöht nicht nur die Gefahr harter Ablagerungen, sondern auch das Risiko von Rohrschäden und gefährlichen Dämpfen.
Die Praxis zeigt: Pulverreiniger können kurzfristig helfen, sie bergen aber ein erhebliches Risiko, langfristig größere Probleme zu verursachen.
Wenn überhaupt chemische Reiniger eingesetzt werden, sind flüssige Produkte in der Regel weniger problematisch, weil sie sich nicht erst auflösen müssen. Noch besser sind mechanische Methoden wie Saugglocke, Rohrspirale oder – bei leichten Verschmutzungen – heißes Wasser in Kombination mit Spülmittel.
Warum sich Verstopfungen oft erst spät bemerkbar machen
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass ein falscher Gegenstand sofort zum Stillstand führt. In der Praxis läuft es meist anders.
Zuerst bleibt irgendwo im Rohr ein Teil hängen. An diesem Teil sammeln sich nach und nach weitere Stoffe. Irgendwann ist der Querschnitt so weit verengt, dass das Wasser nur noch langsam abfließt. Noch etwas später steht es.
Wenn es dann so weit ist, erinnert sich niemand mehr daran, dass vor drei Monaten regelmäßig Feuchttücher entsorgt wurden.
Die einfache Faustregel
Man muss sich keine komplizierten Merklisten merken. Es reicht ein Gedanke:
Alles, was vorher nicht durch Ihren Körper gegangen ist und kein normales Toilettenpapier ist, gehört nicht ins Klo.
So banal das klingt – es erspart eine Menge Ärger.
Fazit
Die Toilette ist kein Mülleimer, kein Biomüllersatz und keine Entsorgungsanlage für „wird schon passen“. Wer das beherzigt, schont nicht nur die eigenen Nerven und den Geldbeutel, sondern auch die Abwasseranlagen insgesamt.
Und falls Sie sich unsicher sind, ob etwas ins Klo darf: Im Zweifel lieber in den Müll. Ansonsten gilt: Nur Pipi und Kacka und Klopapier. So einfach ist das.
Bildquellen:
- rohrreiniger_800x500: Peter Wilhelm
Hashtags:
Ich habe zur besseren Orientierung noch einmal die wichtigsten Schlagwörter (Hashtags) dieses Artikels zusammengestellt:
#Abfluss richtig benutzen #Abfluss verstopft vermeiden #Abflussprobleme vorbeugen #Hausmittel gegen Verstopfung #Hygieneartikel im Klo #Klo verstopft? #Rohrreinigung Verstopfung #Rohrreinigungsdienst Einsatz #Sanitär Notdienst Toilette #Toilette verstopft Ursachen #Verstopfte Rohre Haus #was gehört nicht ins Klo #WC Abfluss reinigen

















