Notiz für mich selbst

Zippo: Das letzte Feuerzeug mit Seele

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Millionen Menschen haben einmal Dupont-Feuerzeuge gekauft. Ein paar hundert bis über 2.000 Euro kosten diese edlen Geräte auch heute noch. Doch wer ein vermeintlich wertvolles Dupont verkaufen möchte, erlebt sein blaues Wunder: Man bekommt so gut wie nichts dafür.

Früher hat man zum 50. Geburtstag zusammengelegt und dem Jubilar ein schönes Feuerzeug geschenkt. Wenn es etwas teurer sein durfte, war es auch schon mal ein Herren-Set, bestehend aus Tischfeuerzeug, Aschenbecher und Zigarettendose.

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Heute könnte man mit so einem Geschenk kaum noch punkten. Viele rauchen nicht mehr, und Feuerzeuge und so’n Gedöns haben keine große Bedeutung mehr. Schließlich gibt’s an der Tanke beim Kauf von Kippen oder Tabak ein Gratis-Feuerzeug dazu. Die Einwegfeuerzeuge haben den edlen Feuerzeugen längst den Rang abgelaufen. Ein Set mit 50 Wegwerffeuerzeugen kostet bei AliExpress keine 10 Euro. Und dabei handelt es sich oftmals gar nicht um Einwegfeuerzeuge, denn bei näherer Betrachtung kann man sogar Gas nachfüllen und die Piezo-Zündung sollte ewig halten.

Trotzdem schmeißen die meisten Leute diese Dinger weg. Ist ja auch praktischer, einfach ein neues zu nehmen. Eine besondere Rolle spielen neuerdings bei jungen Leuten die Clipper-Feuerzeuge. Billiges Plastikgedöns mit grässlichen, jämmerlichen Aufdrucken, die aber überhaupt nicht zum Entflammen von Zigaretten, Bubatz & Co. hergenommen, sondern gesammelt werden. Irgendwann werden auch sie auf dem großen Haufen des Zivilisationsmülls landen.

Nur ein richtiges, wiederbefüllbares Feuerzeug trotzt dem Ganzen: das Zippo.

Weshalb Zippo-Feuerzeuge so faszinierend sind

Das Zippo-Feuerzeug ist ein kleines Stück Metall, ein bisschen Benzin, ein Docht, ein Funke – und doch steckt dahinter eine Faszination, die seit Jahrzehnten ungebrochen ist.

Ich habe mich oft gefragt: Warum eigentlich? Warum greifen Menschen freiwillig zu einem Feuerzeug, das nach Benzin riecht, regelmäßig gewartet werden muss und bei Wind zwar besser funktioniert als viele andere – aber eben doch nicht perfekt? Warum nicht einfach ein modernes Gasfeuerzeug nehmen und gut ist?

Die Antwort ist erstaunlich vielschichtig.

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Das unverwechselbare „Klick“

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: dem Geräusch. Dieses metallische „Klick“ beim Öffnen und Schließen ist längst mehr als nur ein Nebeneffekt. Es ist ein Markenzeichen. Ein Sound, der sofort erkannt wird, selbst von Menschen, die nie ein Zippo besessen haben.

Dieses Geräusch hat etwas Befriedigendes. Es ist mechanisch, direkt, ehrlich. Kein Plastik, kein gedämpftes Klacken – sondern ein klares, sattes Geräusch. Man könnte fast sagen: Das Zippo spricht mit seinem Benutzer.

Ein Feuerzeug mit Charakter

Während moderne Feuerzeuge Wegwerfartikel sind, wirkt ein Zippo wie ein Begleiter fürs Leben. Es bekommt Kratzer, Dellen, Gebrauchsspuren – und genau das macht seinen Reiz aus. Jedes Exemplar erzählt im Laufe der Zeit eine eigene Geschichte.

Es ist eines dieser seltenen Alltagsobjekte, das mit seinem Besitzer altert. Und das ist in einer Welt, in der alles möglichst makellos bleiben soll, fast schon eine kleine Rebellion.

Die Sache mit der Mechanik

Ein Zippo ist kein Hightech-Produkt. Und genau darin liegt seine Stärke. Die Technik ist einfach, nachvollziehbar und robust. Man kann es auseinandernehmen, reinigen, reparieren. Nichts ist verklebt, nichts ist geheimnisvoll versteckt.

Es ist ein Gegenstand, den man versteht. Und das ist heute selten geworden.

Und wenn mal wirklich was ist: Du kannst Dein Zippo ein Leben lang einsenden und bekommst es kostenlos repariert oder ersetzt.

Windfest – und doch nicht unfehlbar

Zippo wirbt seit jeher mit seiner Windfestigkeit. Es ist ja ein Sturmfeuerzeug. Und tatsächlich: Die charakteristische Konstruktion mit dem Kamin sorgt dafür, dass die Flamme deutlich stabiler ist als bei vielen anderen Feuerzeugen.

Es ist kein überperfektes Wundergerät, sondern ein funktionales Werkzeug mit Grenzen.

Der Geruch von Freiheit (oder Benzin)

Ein Punkt, über den man streiten kann: der Geruch. Zippo-Feuerzeuge riechen. Nach Benzin. Für die einen ist das störend, für die anderen gehört es untrennbar dazu.

Dieser Geruch ist Teil des Erlebnisses. Er macht das Zippo sinnlicher als ein geruchloses Gasfeuerzeug. Man nimmt es nicht nur in die Hand – man erlebt es.

Feuerzeug mit Tücken

Benzin in einem nur halbwegs dichten Blechgehäuse, gefangen in ein paar Stücken Watte, das ist schon etwas Besonderes.
In Flugzeugen darf man es befüllt nicht mitnehmen, und in der Hosentasche dünstet der Treibstoff aus und kann zu Hautirritationen genau da führen, wo man(n) es am allerwenigsten gerne hat.
Bei hohen Außentemperaturen verdunstet das Benzin schneller, als es einem lieb ist, und mancher Zippo-Enthusiast trägt außer dem Zippo in der originalen Zippo-Gürteltasche auch noch einen Ersatztank speziell für Feuerzeugbenzin mit sich herum.

Die Geschichte des Zippo

Die Geschichte des Zippo beginnt Anfang der 1930er-Jahre in den USA, genauer gesagt in Bradford in Pennsylvania. Dort sah George G. Blaisdell ein österreichisches Feuerzeug, das zwar funktional war und auch bei Wind halbwegs brannte, aber unhandlich, klapprig und alles andere als elegant wirkte. Blaisdell fand die Grundidee gut, hielt die Ausführung jedoch für verbesserungswürdig. Also überarbeitete er das Konzept, gab dem Ganzen ein gefälligeres Gehäuse, machte es mit einer Hand bedienbar und schuf damit im Grunde das, was wir bis heute als klassisches Zippo kennen.

1932 begann die Produktion, und schon 1933 kamen die ersten Zippo-Feuerzeuge auf den Markt. Der Name „Zippo“ soll Blaisdell eingefallen sein, weil ihm das Wort „Zipper“ gefiel, das damals modern und technisch klang. Er variierte es ein wenig, und heraus kam ein Markenname, der kurz, prägnant und erstaunlich einprägsam war. Das Gehäuse mit dem Klappdeckel, dem markanten Scharnier und dem windgeschützten Einsatz war von Anfang an so gelungen, dass sich die Grundform bis heute kaum verändert hat.

Das Zippo besteht aus 22 Teilen, die in 108 Produktionsschritten zusammengesetzt werden.

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Inzwischen wurden über 600 Millionen Stück produziert und machen das Zippo zum meistverkauften Benzinfeuerzeug der Welt. Daran können auch die Millionen gasbetriebener Einwegfeuerzeuge nichts ändern. Täglich werden nämlich bis zu 70.000 neue Zippos gefertigt.

Richtig berühmt wurde das Zippo aber nicht bloß wegen seiner Form, sondern wegen seiner Robustheit. Schon früh warb die Firma mit der Zuverlässigkeit des Sturmfeuerzeugs, und daraus entwickelte sich schnell ein Ruf, der bis heute nachwirkt. Einen gewaltigen Schub bekam das Zippo während des Zweiten Weltkriegs. Die Produktion wurde für das Militär umgestellt, und zahllose amerikanische Soldaten trugen ein Zippo bei sich. So wurde das Feuerzeug für viele nicht nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern ein persönlicher Begleiter, ein Glücksbringer, ein Erinnerungsstück und oft auch eine kleine Leinwand für Gravuren, Namen, Daten und improvisierte Botschaften.

Nach dem Krieg war das Zippo endgültig Kult. Es stand nun nicht mehr nur für Feuer, sondern auch für Abenteuer, Männlichkeit, Freiheit und ein Stück Amerika. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde es zum klassischen Geschenkartikel, Werbeträger und Sammlerobjekt. Firmen ließen ihre Logos darauf drucken, Privatleute schenkten es zu Geburtstagen und Jubiläen, und immer mehr Menschen kauften ein Zippo nicht nur zum Benutzen, sondern auch zum Besitzen. Dabei half sicher auch, dass Zippo früh begann, Produktionsänderungen, Bodencodes und Modellvarianten nachvollziehbar zu machen. So entstand ganz nebenbei eine Sammlerszene, die sich bis heute an Jahrgängen, Sonderausgaben und seltenen Varianten begeistert.

Besonders schlau war auch ein anderer Punkt: Zippo versprach seinen Kunden praktisch lebenslange Treue. Das berühmte Reparaturversprechen sorgte dafür, dass ein Zippo eben kein Wegwerfartikel wurde, sondern ein Gegenstand mit Langzeitwert. Wer eines kaufte, hatte das Gefühl, etwas Solides und Dauerhaftes in der Hand zu halten. Genau das unterschied das Zippo von zahllosen Konkurrenten.

Im Laufe der Jahrzehnte wanderte das Zippo dann endgültig in die Popkultur ein. In Filmen, auf Konzertbühnen und in der Alltagsästhetik mehrerer Generationen wurde es zum Symbol. Wer früher in der Menge bei einem Konzert kein Handylicht hochhielt, klappte ein Zippo auf. Das Feuerzeug wurde damit fast zu einer Geste, zu einem Ritual. Und obwohl sich die Welt inzwischen gewaltig verändert hat, haftet dem Zippo noch immer dieser Hauch von Vergangenheit an: ein bisschen Kriegsgeschichte, ein bisschen Rock’n’Roll, ein bisschen Werkstatt, Straße und Freiheit.

Erstaunlich ist dabei, wie wenig sich das Grundprinzip verändert hat. Während unzählige andere Feuerzeuge kamen und gingen, billig wurden, in Plastik gehüllt oder als Einwegware verramscht wurden, blieb das Zippo im Kern dasselbe. Genau das ist vielleicht sein größtes historisches Kunststück: Es ist nicht modern geworden, sondern klassisch geblieben. Und gerade deshalb fasziniert es bis heute.

Reparaturgarantie

„Es funktioniert, oder wir reparieren es“, ist einer der Slogans von Zippo. Und das gilt auch heute noch. In der Wikipedia wird zwar geschrieben, das gelte in Deutschland aus rechtlichen Gründen nur für 30 Jahre, aber praktisch ist das bedeutungslos. Ich habe vor ein paar Jahren einmal ein ramponiertes Vietnam-Zippo eingeschickt, weil das Scharnier gefährlich locker ausgeleiert war, und es ist anstandslos ohne Kosten repariert worden. Und wir alle wissen, zumindest die unter uns, die ich mit meinen Texten ansprechen will, dass der Vietnamkrieg mehr als 30 Jahre her ist.

Hier sieht man mal wieder, wie fehlbar die Wikipedia ist. Ein Autor hat die Seite von Zippo-Deutschland besucht, und dort gelesen:

„Ob ein windfestes Feuerzeug 5 Jahre, 15 Jahre oder 30 Jahre alt ist, es wird in den kommenden Jahren als zuverlässige Flammenquelle dienen – wir garantieren es!“

Da ist zwar von 30 Jahren die Rede, aber es wird mit keinem Wort gesagt, dass das die Obergrenze ist. Da hat sich einer was zusammengereimt.

Wer sein Zippo überholen oder reparieren lassen möchte, muss es aber nicht nach Amerika schicken. Es gibt auch eine deutsche Adresse. https://www.zippo.de

Besonders ramponierte und unreparierbare Zippos mit einer Geschichte können ins Zippo-Museum kommen.

Sammler

Viele Leute sammeln Zippos. Es gibt sie in unzähligen Varianten. Dabei muss man die von Zippo selbst herausgegebenen Modelle unterscheiden von denen, die von anderen Firmen mit Reklame bedruckt wurden. Viele, auch sehr aufwändige, Sammlerzippos entstehen dadurch, dass Firmen passende Metallplättchen auf die Außenseite normaler Fabrik-Zippos aufkleben.

Ich hatte mal aus einer Geschäftsauflösung eine der legendären Zippo-Säulen erstanden. Das ist eine über zwei Meter hohe, schlanke Verkaufsvitrine mit Beleuchtung, in der sich die angebotenen Feuerzeuge auf einer Präsentationssäule hinter Glas drehen. Mit dem beleuchteten Zippo-Schriftzug ein wahres Schmuckstück für jeden Zippo-Sammler.
Nach einem Umzug mussten wir das edle und seltene Teil bei den Schwiegereltern im Schuppen unterstellen…
…ein paar Wochen später war es weg. „War doch nur so ein Reklameteil, das haben wir weggeworfen, war doch Sperrmüll“.

Na ja, wir haben den Verlust überlebt, außerdem haben wir gar nicht so viele Zippos.

Es gibt aber Sammler, die Hunderte, ja sogar Tausende dieser Sturmfeuerzeuge gesammelt haben. Auf Börsen werden die edelsten und ältesten Stücke getauscht und gehandelt. Für seltene Exemplare gehen zigtausend Euro über den Tisch.

Ich habe vielleicht ein bis zwei Dutzend. Einige sind Werbegeschenke, eins gabs zu einem Zeitungsabo dazu und ein paar habe ich mir mal wegen besonderer Motive gekauft.
Die Allerliebste hat ein Faible für Drachen, Mystik und Mitterlalterscheiß. Da gibt es ganz tolle Zippos mit dicken Drachenmotiven, Edelsteinaugen und was weiß ich. Davon habe ich ihr im Laufe der Jahre immer mal wieder eins geschenkt. Sie mag die sehr gerne in einer Vitrine haben, nutzt sie aber nicht.

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Für Frauen sind Zippos im Alltag meist nicht das Richtige. Benzin und Technik ruinieren die Fingernägel.

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Schade, dass das alles eines Tages in den großen Container fliegen wird. Die nachfolgenden Generationen wissen mit so etwas nichts mehr anzufangen.

Varianten

Es gibt neben dem normalen Zippo auch welche, die besonders robust sind, es gibt Slim-Modelle und zahlreiche Abarten. Die will ich nicht alle beschreiben. Besuche einfach mal die Seite von Zippo.de.

Was ich aber erwähnen möchte: Das Innenleben mit dem Benzintank ist austauschbar. Wenn Du lieber Gas benutzen willst, kannst Du Dir einen Gaseinsatz kaufen. Auch ein Einsatz mit UBS-Ladebuchse und Lichtbogen-Zündung ist verfügbar. Für Pfeifenraucher gibt es auch eine extra Version.

Zippo-Feuerzeuge gibt es im Original ab etwa 25 Euro. Das finde ich sehr günstig.
Dennoch überfluten unsere chinesischen Freunde seit Jahrzehnten die ganze Welt mit nachgemachten Sturmfeuerzeugen.
Schon ab 3 Euro findet man da was Schönes. Aber ein echtes Zippo ist sowas nicht. Bäh.

Das Vietnam-Zippo

Mein edelstes Stück ist ein Vietnam-Zippo. Das sind Zippo-Feuerzeuge, die den US-Soldaten im Vietnamkrieg zur Verfügung gestellt wurden. Darum ranken sich Dutzende Legenden. Wie oft hat man es schon gehört, das Zippo in der Hemdentasche habe diesem oder jenem GI das Leben gerettet, weil es einen Schuss aufgefangen habe.

Tatsächlich sind die Vietnam-Zippos deshalb so beliebt, weil vietnamesische Kunsthandwerker sich ein paar Dollar verdienten, indem sie den amerikanischen Soldaten ihre Zippos mit eingravierten Sprüchen aufhübschten. Solche Vietnam-Zippos können sehr teuer sein. Deshalb werden sie massenhaft gefälscht. Auch heute noch.

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Gekauft habe ich das Vietnam-Zippo in einem Tabakladen am Münchner Hauptbahnhof. Der Händler hatte etliche gebrauchte Zippos im Angebot. Ich weiß nicht genau, aber ich hatte den Eindruck, als wisse er nicht, was das für ein seltenes Schmuckstück ist. Ich hab nach heutigem Geld knapp 100 Euro dafür bezahlt.
Ob es ein echtes Vietnam-Zippo ist?

Ein typisches Merkmal der Vietnams ist, dass die eingravierten, patriotischen Sprüche oft Rechtschreibfehler aufweisen. Die vietnamesischen Straßenhandwerker konnten ja oft die lateinischen Buchstaben überhaupt nicht lesen und verstehen.
Aber wenn ein so prominenter Fehler, wie bei meinem (you country statt your country) drauf ist, sieht das ein bisschen nach Absicht aus.

Nun kann man alle Zippos anhand von Zahlen und Buchstaben, sowie der Art der Prägung auf der Unterseite zeitlich zuordnen. Da die Codierung mehrfach geändert wurde, ist das für einen Laien nicht immer ganz einfach. Heute im Internetzeitalter ist das natürlich leichter geworden.
Damals gab es einen Vietnam-Zippo-Experten in der Schweiz. Dem habe ich Fotos meines Vietnam-Zippos geschickt und er hat mir die Echtheit bestätigt. Der Wert soll heute um die 400 Euro liegen. Das klingt gut. Vietnam-Zippos werden zwischen 200 und 1.000 Euro gehandelt. Dabei ist dann noch wichtig, dass möglichst auch das Innenleben noch original ist.

Das ist bei meinem leider nicht der Fall. Ich hatte es wegen eines losen Scharniers zu Zippo eingeschickt und leider keine weiteren Anweisungen dazugeschrieben. Deshalb waren die Zippo-Leute in Emmerich so nett und haben meinem Vietnam-Zippo kostenlos ein nagelneues Innenleben spendiert…

Trotzdem: Es kommt natürlich in erster Linie auf das Feuerzeug an sich und nur in zweiter Linie auf die Innereien an.

Mehr zu Vietnam-Zippos auch hier: https://gersters.ch
Alles über die Jahres-Codes: https://www.zippo.de/pages/datum-codes

Mein Zippo

Mein Alltags-Zippo ist ein Zippo Armor® Case aus Messing. Das ist ein Zippo aus deutlich dickerem Material (ca. 1,5-mal so dick wie ein normales Zippo-Gehäuse). Es liegt spürbar schwerer und massiver in der Hand und ist stabiler gegen Dellen und Verwindung. Man erkennt es auch am speziellen Stempel auf der Unterseite (kleines Schild-/Wappen-Symbol). Ich mag das etwas „sattere“ Gefühl beim Öffnen und die Robustheit.

Aber: Leute, ich nutze auch nicht immer ein Zippo. Das sind so Phasen. Wenn ich mal wieder Bock habe, fülle ich die Zippos, mache neue Feuersteine rein und reibe sie mit Balistol-Waffenöl ein.

In der allermeisten Zeit fliegen bei mir auch Wegwerffeuerzeuge herum. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die, wenn immer es geht, auch mit Gas nachfülle.

Das Spielzeug für Erwachsene

Seien wir ehrlich: Man benutzt ein Zippo nicht nur, wenn und weil man Feuer braucht. Man benutzt es, weil es Spaß macht.

Aufklappen. Zuklappen. Wieder aufklappen. Vielleicht ein kleiner Trick mit dem Daumen. Es ist ein bisschen wie ein mechanisches Spielzeug – nur eben für Erwachsene.

Manche haben eine richtige Kunstfertigkeit entwickelt und können Kunststücke mit dem Zipoo. Ich konnte auch mal eins, habe aber inzwischen sogar vergessen, was das für ein Trick war.

Unvernünftig – und genau deshalb gut

Rational betrachtet spricht vieles gegen ein Zippo: Es dunstet sich leer, wenn man es nicht benutzt. Es muss regelmäßig nachgefüllt werden. Es riecht. Der Feuerstein ist immer dann alle, wenn man gerade keinen Ersatz zur Hand hat. Es ist nicht so praktisch wie ein Einwegfeuerzeug.

Und trotzdem entscheiden sich Menschen bewusst dafür.

Vielleicht ist genau das der Kern der Faszination: Das Zippo ist kein Produkt der Vernunft. Es ist ein Produkt der Emotion.

Viele Jahrzehnte stand das Zippo auch für den American Way of Life und vermittelte ein bißchen das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Seit Trump hat sich zumindest das ein bißchen geändert.
Amerika ist längst nicht mehr das Land der Träume und der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern eher ein Land der Unsicherheit, des Wankelmuts und das mit beinahe diktatorischen Zügen.

Fazit

Zippo-Feuerzeuge bleiben faszinierend, weil sie mehr sind als ein Werkzeug. Sie sind ein Erlebnis, ein Geräusch, ein Geruch, ein Gefühl. Sie stehen für eine Zeit, in der Dinge noch greifbarer, mechanischer und vielleicht auch ehrlicher waren.

Und vielleicht ist es genau das, was uns daran so gefällt: In einer digitalen Welt ein kleines Stück analoger Realität in der Hand zu halten – mit einem satten „Klick“.

Das ist so ähnlich wie bei den automatischen Uhren, von denen ich hier auch schreibe. Es ist einfach ein Stück bewährte und in weiten Teilen handgemachte Technik.

Bildquellen:

  • vit_800x500: Peter Wilhelm
  • zippo-werbung_800x500: Zippo
  • zippo-tt_800x500: Peter Wilhelm

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(©si)