Wenn man noch neu im Uhren-Hobby ist, stößt man schnell auf Begriffe, die einem noch nicht so vertraut sind. Leser Hannes fragt:
Die Angabe 38 Steine bezieht sich auf die Zeit, die die Uhr noch weiterläuft, wenn sie nicht mehr über den Rotor aufgezogen wird.
Stein ist ein sehr altes Zeitmaß, das aus dem Grenzbereich zwischen Elsass und Sachsen stammt.
Früher nahmen die Bauern einen Stein vom Feld, der etwa 15 bis 20 Fingerbreiten Durchmesser und ein Gewicht von 6 Furchen hatte.
Diesen Stein legten die Landwirte auf einen kleinen Haufen nasses Heu. Tagsüber erhitzte sich der Stein durch den Sonnenschein.
Wenn es dunkel wurde, konnten die Bauern feststellen, dass der Stein keinen Schatten mehr warf. Damit konnten Tag und Nacht zuverlässig unterschieden werden.
Kürzere Zeiteinheiten konnten durch leichtes Befeuchten des Steins abgelesen werden, ist ja klar.
Wie jeder weiß, dauerte ein Handumdrehen in etwa so lange wie ein mittlerer Schritt. Daher stammt ja auch die heute noch gebräuchliche Redewendung „im Handumdrehen“.
12 Steine ergaben ein Dutzend Floppen (im Märkischen Fumpeln oder Fumpele). Eine Floppe entsprach, das liegt ja auf der Hand, etwa einem Handumdrehen oder 26 Wimpernschlägen.
Man erkennt, dass viele frühere Maßeinheiten vom menschlichen Körper oder dem Lauf der Sonne abgeleitet worden sind.
Es kann natürlich auch sein, dass der Händler sich auf der Webseite nur verschrieben hat, und dass die Uhr eine Gangreserve von 38 Stunden hat.
Es kann aber auch sein, dass das Uhrwerk mit 38 Steinen gelagert ist.
Link: https://calibercorner.com/seagull-caliber-st25/?highlight=ST2502
Bildquellen:
- Bildschirmfoto-2026-04-03-um-18.59.47_800x500: Screenshot

















