Welcher Sportartikel-Hersteller ist der größte der Welt? Darauf bezieht sich die Frage eines Lesers des dreibeinglog.de:
Die Marken Adidas und Puma in Herzogenaurach sind aus einem Brüderstreit der Gebrüder Dassler entstanden und waren ewig große Konkurrenten. Dabei ist Adidas unangefochten mehr als doppelt so groß.
Aber im weltweiten Vergleich hat Nike inzwischen alles in den Schatten gestellt. Nike ist nochmal doppel so „groß“ wie Adidas.
Ganz genau kannst Du das der folgenden Tabelle entnehmen:
| Rang | Marke | Umsatz 2024 (Mrd. USD) |
|---|---|---|
| 1 | Nike | 51,4 |
| 2 | Adidas | 24,6 |
| 3 | Lululemon | 9,6 |
| 4 | Puma | 9,3 |
| 5 | Skechers | 8,9 |
| 6 | New Balance | 7,8 |
| 7 | Under Armour | 5,7 |
| 8 | Asics | 4,9 |
| 9 | Fila | 3,3 |
| 10 | On | 2,6 |
Quelle: SPOBIS (Geschäftsjahr 2024).
Übrigens: Man darf davon ausgehen, dass auch die Produkte deutscher und amerikanischer Unternehmen in Ländern mit einem billigeren Lohnniveau hergestellt werden.
Ob eine Marke weltweit hohe Umsätze erzielt und scheinbar überall präsent ist, sagt zunächst einmal erstaunlich wenig über die tatsächliche Qualität ihrer Produkte aus. Umsatzstärke ist in erster Linie ein wirtschaftlicher Wert, kein handwerklicher. Sie zeigt, wie gut ein Unternehmen verkauft – nicht, wie gut es fertigt. In der Sportartikelbranche spielen Werbung, Sponsoring und modische Strömungen eine überragende Rolle. Milliardenverträge mit Fußballvereinen, Olympiateams, Influencern und Popstars sorgen für permanente Sichtbarkeit. Wer dauernd im Stadion, auf TikTok und an den Füßen von Idolen auftaucht, wird gekauft. Nicht zwangsläufig, weil das Produkt objektiv besser ist, sondern weil es emotional aufgeladen wurde.
Hinzu kommt der Modemarkt: Farben, Schnitte, Logos und Trends wechseln schneller als technische Innovationen. Ein Sneaker wird nicht gekauft, weil seine Dämpfung messbar überlegen ist, sondern weil er „angesagt“ ist. Ein Trainingsanzug verkauft sich, weil er als Lifestyle-Symbol funktioniert, nicht weil seine Nähte haltbarer sind. Große Umsätze entstehen also oft dort, wo Marketing besonders gut funktioniert – nicht dort, wo Materialkunde, Passform oder Langlebigkeit zwangsläufig am höchsten sind.
Das heißt nicht, dass große Marken schlechte Produkte herstellen. Aber es bedeutet: Marktführerschaft ist kein Qualitätsnachweis. Wirkliche Qualität zeigt sich im Alltag, nach Monaten und Jahren der Nutzung, im Tragekomfort, in der Haltbarkeit, in der Ehrlichkeit der Materialangaben – und nicht in Werbespots, Influencer-Posts oder Quartalszahlen.
Bildquellen:
- sneaker_800x500: Peter Wilhelm
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