Ein Leser schrieb mir neulich: „Ich bin Star-Trek-Fan der ersten Stunde, aber ich habe längst den Überblick verloren.
Das kann ich gut nachvollziehen. Nach der Originalserie mit Captain Kirk ist das Star-Trek-Universum geradezu explodiert. Neue Serien, neue Captains, parallele Handlungsstränge – und plötzlich weiß man nicht mehr: Wer war wann eigentlich unterwegs?
Ich bringe das Ganze einmal in Ordnung – und zwar so, dass man es wirklich versteht.
Die große Übersicht: Serien, Captains und Zeitlinie
| Serie | Ausstrahlung | Captain / Kommandant | Zeit (Handlung) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Original Series | 1966–1969 | James T. Kirk | 2265–2269 | Der Klassiker, Ursprung des Universums |
| The Next Generation | 1987–1994 | Jean-Luc Picard | 2364–2370 | 100 Jahre nach Kirk |
| Deep Space Nine | 1993–1999 | Benjamin Sisko | 2369–2375 | Startet während TNG, läuft danach weiter |
| Voyager | 1995–2001 | Kathryn Janeway | 2371–2378 | Parallel zu DS9, im Delta-Quadranten |
| Enterprise | 2001–2005 | Jonathan Archer | 2151–2161 | Vorgeschichte der Föderation |
| Discovery (Staffel 1–2) | ab 2017 | Lorca / Pike | ca. 2256–2258 | Vor Kirk, später Zeitsprung |
| Picard | 2020–2023 | Jean-Luc Picard | 2399–2401 | Späte Fortsetzung von TNG |
Die Chronologie innerhalb der Handlung
Wenn man das Star-Trek-Universum streng nach der internen Zeitlinie sortiert, ergibt sich folgende Reihenfolge:
Enterprise → Discovery (früh) → Original Series → The Next Generation → Deep Space Nine → Voyager → Picard
Das wirkt zunächst logisch – hilft beim Anschauen aber nur bedingt.
Die große Verwirrung: Serien laufen parallel
Der entscheidende Punkt ist nämlich: Viele Serien spielen gleichzeitig.
Während Captain Picard noch mit der Enterprise unterwegs ist, übernimmt Sisko bereits die Raumstation Deep Space Nine. Und kurz darauf verschwindet Captain Janeway mit der Voyager im Delta-Quadranten.
Das bedeutet: Es gibt keine saubere „eine Serie nach der anderen“-Erzählung, sondern ein verzweigtes Universum.
Und genau das macht Star Trek so spannend – aber eben auch etwas unübersichtlich.
Welche Captains stehen wofür?
Jede Serie hat ihren eigenen Ton – und ihren eigenen „Typ“ von Captain:
Kirk: Der klassische Abenteurer und Entdecker
Picard: Der Diplomat und Philosoph
Sisko: Der Stratege im Krieg
Janeway: Die Überlebenskünstlerin im Niemandsland
Archer: Der Pionier am Anfang der Raumfahrt
Alle spielen im selben Universum – aber mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten.
In welcher Reihenfolge sollte man Star Trek schauen?
Und jetzt zur entscheidenden Frage: Wie schaut man das Ganze am besten?
Die rein chronologische Reihenfolge ist zwar logisch, aber für Einsteiger oft unerquicklich. Besser ist eine Reihenfolge, die sich an Dramaturgie und Verständlichkeit orientiert.
Meine Empfehlung:
1. Original Series (Kirk)
2. The Next Generation (Picard)
3. Deep Space Nine (parallel zu TNG, danach weiter)
4. Voyager
5. Enterprise (als Vorgeschichte)
6. Picard (als Abschluss)
7. Discovery (optional, da stilistisch anders)
Warum diese Reihenfolge?
Weil man so das Universum „wachsen“ sieht. Man beginnt mit dem Ursprung, erlebt dann die Blütezeit der Föderation und taucht danach tiefer in die politischen und militärischen Konflikte ein.
Enterprise wirkt dann wie ein Blick zurück – und Picard wie ein würdiger Abschluss.
Fazit
Star Trek ist kein einfaches Serienuniversum, das man von vorne nach hinten durcharbeiten kann. Es ist ein Geflecht aus parallelen Geschichten, verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichen Epochen.
Gerade das macht aber seinen Reiz aus.
Und wenn man einmal verstanden hat, dass Picard, Sisko und Janeway teilweise gleichzeitig unterwegs waren, fällt vieles plötzlich an seinen Platz.
Oder anders gesagt: Star Trek ist kein linearer Weg – sondern ein ganzes Universum.

















