Ich habe eine Uhr, die sonst niemand hat. Ja, ich bin so versnobbt, dass ich mir eine Armbanduhr ganz nach meinen Wünschen von einem Uhrmacher habe anfertigen lassen.
Und der Witz: Das stimmt sogar, bloß hat das mit Snobbismus, Angeberei oder Dekadenz überhaupt nix zu tun.
ETA, ein Schweizer Unternehmen, das im Jahr 1856 gegründet wurde, hat sich im Laufe der Zeit einen Ruf für präzise und zuverlässige Uhrwerke erarbeitet. Ich mag Uhren, die Uhrwerke von ETA haben. Ganz besonders mag ich das Uhrwerk ETA 2824-2 und wollte schon immer eine Armbanduhr mit diesem Uhrwerk haben, denn die Frequenz des Uhrwerks ist so hoch, dass der Sekundenzeiger sanft und schleichend durchläuft und nicht von Sekunde zu Sekunde springt.
Uhren mit diesem Uhrwerk sind aber nicht billig. So kam ich auf die Idee, nur das Uhrwerk zu kaufen und es eventuell in das Gehäuse einer anderen Uhr einzubauen. Doch es kam anders. Ich fand auf Ebay einen Anbieter für dieses Uhrwerk, doch der teilte mir dann noch mit, dass er sogar veredelte ETA 2824-2-Uhrwerke anbietet. Veredelt bedeutet, dass ein Uhrmacher dieses Uhrwerk optimiert hat und es in der Folge besonders reibungslos läuft.

Außerdem bot mir der junge Uhrmacher an, mir für einen sehr erträglichen Preis aus selbst ausgewählten Teilen eine ganz individuelle Armbanduhr zu bauen.
Dazu übermittelte er mir die URL einer Webseite, auf der auch Uhrmacher ihre Sachen bestellen. Dort konnte ich mir die benötigten Teile aussuchen.
Das waren:
- das Gehäuse
- das Ziffernblatt
- die Zeiger
- das Glas
Ich besaß schon einige Uhren mit dunklem Ziffernblatt und wollte dieses Mal gerne eine mit einem silberfarbenen haben. Es sollte eine helle, klassische Uhr werden.
Also entschied ich mich für ein mattes Edelstahlgehäuse mit Glasboden. Beim Ziffernblatt fiel meine Wahl auf ein silberfarbenes mit aufgesetzten arabischen Ziffern und punkt- bzw. perlenartigen Indizes. Datumsfenster auf der Drei.
Bei den Zeigern habe ich lange herumgesucht. Schwarze oder dunkelgraue hätten gut ausgesehen, aber den hellen Gesamteindruck gestört. Deshalb suchte ich mit ein Trio aus, bei dem nur der dünne, pfeilförmige Sekundenzeiger schwarz ist und die beiden anderen zart schwarz umrandet, aber ansonsten mit Leuchtmasse gefüllt sind.
Das ist für mich ein super Kompromiss zwischen so hell und silbrig wie möglich und auf jeden Fall gut ablesbar.

Sind wir doch mal ehrlich: Vielen kommt es bei der Kaufentscheidung bei einer Uhr überhaupt nicht darauf an, ob man damit wirklich gut die Zeit ablesen kann. Gerade bei den ganz winzigen Damenuhren ist das ohne Brille sowieso kaum möglich. Die Uhr ist hier reines Schmuckstück. Aber ich kenne auch einige Herren, die gar keinen großen Wert auf die Funktionalität ihrer Uhren legen, sie wollen einfach nur etwas Schönes am Handgelenk.
Ganz auf die Spitze hat das immer der Garten-Peter getrieben, jemand aus einem früheren Leben, der auch nicht mehr lebt. Der erfolgreiche Gartenbauunternehmer trug am Handgelenk tatsächlich eine Rolex, die nicht funktionierte. Ob er damit zu grob umgegangen war oder ob er die empfohlenen Wartungsintervalle versäumt hatte, ich weiß es nicht. Jedenfalls lief die Uhr nie. Als Statussymbol und zum Angeben taugte der fette goldene Klopper aber auf jeden Fall. Und vermutlich ist es den meisten sowieso nicht aufgefallen, dass sich die Zeiger nie bewegten.
Zurück zu meiner „eigenen“ Uhr. Ich musste auf Komponenten zurückgreifen, die auch zusammenpassten und die mir der Uhrmacher empfohlen hatte. Unter denen konnte ich auswählen. Außerdem hatte ich auch ein gewisses Budget zu berücksichtigen. Ich bin aber fündig geworden und der Uhrmacher hat mir dann innerhalb von knapp zwei Wochen meine Wunschuhr aus diesen Teilen zusammengebaut.
So habe ich auf diese Weise eine Uhr, die in dieser Kombination und Ausführung sonst niemand auf der Welt hat.
Gewählt hatte ich eines der bekanntesten ETA-Uhrwerke, das ETA 2824-2.

Dieses automatische Uhrwerk mit drei Zeigern und einer Datumsfunktion zeichnet sich durch Zuverlässigkeit und Robustheit aus. Es ist jetzt nicht das ultimative Chronometer-Uhrwerk und häufig in Mittelklasseuhren zu finden, aber es ist unter den Automatikuhrwerken schon was Besseres.
In einer höheren Preisklasse ist das ETA 2892-A2 angesiedelt. Mit seiner dünnen Bauweise ermöglicht es die Schaffung eleganter und schlanker Zeitmesser. Dieses Uhrwerk wird oft mit zusätzlichen Funktionen wie Datum, Monat oder Mondphasenkomplikationen ausgestattet.

Für Liebhaber von Chronographen ist das ETA Valjoux 7750 von besonderem Interesse. Dieses zuverlässige Chronographen-Uhrwerk mit drei Hilfszifferblättern und einer Datumsfunktion findet sich oft in Sport- und Pilotenuhren. Die manuell aufzuziehenden ETA 6497-1 und ETA 6498-1 Uhrwerke hingegen werden in großen, stilvollen Uhren mit schlichtem Design geschätzt und erfreuen sich großer Beliebtheit bei traditionellen Uhrenliebhabern.
Ich wollte aber ein Automatik-Uhrwerk, das sich selbst aufzieht. Ich liebe diese pragmatische und praktische Idee.
Inzwischen habe ich meiner Wunschuhr ein Edelstahlarmband verpasst. Ich trage sie entweder mit einem dunkelgrünen Vintage-Lederarmband oder diesem Edelstahlarmband. Die praktischen Schnellverschlüsse mit ihrer Bajonettfunktion ermöglichen ja einen recht schnellen und unkomplizierten Austausch.

Meine Wunschuhr gefällt mir richtig gut und ich finde es reizvoll, dass diese Uhr in dieser Kombination aus Uhrwerk, Zeiger und Ziffernblatt wohl einmalig sein dürfte.
Jedenfalls habe ich eine handgemachte Uhr nach meinen Vorstellungen. Und ich habe nur knapp 300 Euro bezahlt, wenn ich mich recht erinnere. Wenn man bedenkt, dass allein das Uhrwerk rund 165 – 180 Euro kostet, und dass die anderen Komponenten ja auch nicht gratis waren, hat der Uhrmacher hier für einen sehr überschaubaren Preis eine tolle Arbeit geleistet.
Bildquellen:
- eta01_800x500: Peter Wilhelm
- meine-uhr: Peter Wilhelm
- eta-2824-2-1: Peter Wilhelm
- eta-2824-2: Peter Wilhelm














Ich hab da auch eine traumuhr, die hab ich sogar mal besessen, aber auf mysteriöse Weise ist die Uhr „verschwunden“, ich nehme an während einer Urlaubsreise geklaut… bin mir sicher das ich sie mitgenommen habe, aber als wir ankamen, war sie weg… hab mir eingeredet das ich sie bestimmt vergessen habe, aber nach der Wiche war die zu Hause auch nicht zu finden.
Ich lege Wert auf Materialien und Funktion… titangehäuse und Armband, saphierglas… solarbetriebenes dunkles Zifferblatt, ohne Zahlen, nur mit Indizes, und einem „ewigen Kalender“ der einmal eingestellt selbst Schaltjahre sauber das Tagesdatum angezeigt hat.
Mittlerweile reduziere ich mich auf ne Applewatch, einfach weil sie praktisch ist… Schmuck trage ich nur meinen Ehering… aber diese eine Uhr geht mir nicht aus dem Kopf.
Da hätte ich sowas im Angebot:
Zu viel Rummel auf dem Ziffernblatt… ich fliege nicht und tauchen tu ich auch nur im Schwimmbad 😉 Uhrzeit mit Sekunden, und Datumsanzeige nur mit einer Zahl reicht mir vollkommen.
Aber die Apple Watch mag ich aus rein praktischer Anwendung nicht mehr ablegen… Luxus ist es dann einfach mal gar keine Uhr zu tragen.