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  • Mario Barth, der peinlichste Berliner mahnt ab

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    Mario Barth finde ich eigentlich ganz nett und sympathisch und ich kann über ihn und seine Gags auch lachen. Der Comedian aus Berlin gibt sich nach außen hin bodenständig und unkompliziert und wenn man ihn beispielsweise in einem Format wie „Quatsch Comedy Club“ gesehen hat, waren seine 2-Minuten-Auftritte durchaus witzig und gekonnt.
    Doch anderthalb Stunden Mario Barth? Um Himmels Willen! Soviel gibt sein Programm einfach nicht her. Mittlerweile ist es egal wann und wo man Barth sieht, mir kommt es so vor, als habe ich das alles schon einmal (besser) gehört.

    Gehört habe ich auch schon den Spruch „Nichts reimt sich auf Uschi“. Schon 1975 ließ ich diesen Spruch als Chefredakteur der Jugend- und Schülerzeitschrift POINT auf das Titelblatt drucken und wir hatten seinerzeit einen Heidenspaß, weil die Etablierten und Abgehobenen mit dem Wortspiel gar nichts anfangen können. So verknöchert wie man damals war, hätte die Frage, damit beispielsweise auch ein Lehrer etwas damit hätte anfangen können, lauten müssen: „Nichts reimt sich auf Regina.“

    Auch die Macher des frühstyxradios von Radio ffn haben schonvor 20 Jahren T-Shirts mit diesem Spruch bedrucken lassen. Die Spaßmacher Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer sind unter diesem Motto sogar auf Tournee gewesen.

    Jetzt ist Mario Barth aber das schmale Licht aufgegangen, er könne sich diesen Spruch exklusiv als Marke schützen lassen, um damit allerlei Gegenstände des täglichen Bedarfs, vom T-Shirt bis hin zum Kamm, damit verzieren zu lassen und gewinnbringend loszuschlagen.

    Der letzte Teil des Satzes und Vorhabens geht in Ordnung, der Spruch ist alt, jeder kennt ihn, jeder kann ihn nutzen…
    Doch Barth reklamiert sozusagen das Alleinverwertungsrecht für sich und stellt sich flugs mit dem abmahnwilligen Atze Schröder, dessen bürgerlichen Namen man ja in Blogs und Wikipedia nicht nennen darf, auf eine Stufe und mahnt nun seinerseitseinen T-Shirt-Hersteller aus Seevetal ab, bzw. läßt das die Jonas-Rechtsanwaltsgesellschaft in Köln erledigen:

    Die Argumentation lautet: Nur Mario Barth hat das Recht, den Spruch auf T-Shirts zu drucken, da er ihn erst so richtig bekanntgemacht habe. Als Abmahnkosten für das Anwaltsbüro soll der T-Shirt-Hersteller 1780,20 Euro bezahlen.

    Quelle: Spiegel Online

    Nun, McDonalds hat sich „ich liebe es“ schützen lassen und Mario Barth nun „Nichts reimt sich auf Uschi“. Wie geht es weiter? Werden nun alle allgemein gebräuchlichen Formulierungen und vor allem alte Kalauer abgegrast und von irgendwem exklusiv für sich geschützt?
    Wo kommen wir denn da eigentlich hin?

    Egal: Ich behaupte sowieso das gegenteil und sage: „Muschi reimt sich auf Uschi“!

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    7 Kommentare

    1. Big Al

      3. Februar 2011 at 11:12

      Und „Katze“ reimt sich auf „Fratze“.

      Antwort

    2. Stefan

      3. Februar 2011 at 12:39

      In Anlehnung an eine alte Monthy Python-Szene fällt mir dazu nur ein:
      „Er hat ’nichts reimt sich auf Uschi‘ gesagt! Er hat ’nichts reimt sich auf Uschi‘ gesagt!“

      Ist es möglich, dass „Stars“ auf dem absteigenden Ast einfach viel zu sehr von Anwälten hofiert werden? Oder wollen die dann einfach krampfhaft noch möglichst viel mitreißen?

      Offensichtlich gehen nach dem ersten Feuerwerk einigen Leuten dann die Ideen aus. Schade eigentlich.

      Antwort

      • kall

        3. Februar 2011 at 17:39

        Den meisten gehen die Ideeen aus, weil sie viel zu sehr mit sich selbst und ihrem Ruhm beschäftigt sind und damit, wie man den zu möglichst viel Geld machen könnte.

        Fast alle, die nach anfänglichen Erfolgen immer häufiger in den Medien präsent waren, sind schlechter geworden. Das hat mit Schmidt nicht angefangen und hört ganz sicher mit Barth, der eigentlich noch nie RICHTIG gut war, nicht auf. Ob sie Hirschausen, Richling, Cindy, Nuhr oder sonstwie heißen, selbst Hildbrand war zum Schluss nicht mehr so gut wie früher.
        Es gab nur wenige in der Comedy bzw. eigentlich Kabarettszene, die weise waren, sich zurückzuhalten und ihre Qualität bewahrt haben. Die besten z.B. Hüsch und Beltz sind leider schon tot.

        Antwort

        • Peter Wilhelm

          3. Februar 2011 at 18:15

          Ich denke, daß es auch ungeheuer schwer ist, sich ständig etwas Neues einfallen zu lassen. Ich habe es da ja etwas einfacher, indem ich im Kern immer auf wahre Begebenheiten zurückgreifen kann und nur drumherum meine Phantasie spielen lassen muss. Aber immer wieder ein ganz neues und originelles Programm schreiben zu müssen, das dann auch noch dem Anspruch gerecht wird, besser als das letzte zu sein… das ist schon schwer.

          Antwort

          • kall

            3. Februar 2011 at 18:43

            Das ist sicher richtig, und es gibt auch heute noch ein paar, die sich auf ein neues Programm alle 1-2 Jahre beschränken.

            Heute müssen eben nicht mehr 3 Fernsehprogramme bedient werden sondern… ja wieviel eigentlich?
            Diejenigen, die fast täglich in den Medien zu sehen sind, haben gar keine Chance mehr, ständig auf hohem Niveau zu produzieren, auch wenn sie vieles schon gar nicht mehr selbst schreiben. Ich hab auch nichts gegen gute, intelligente Comedy, es muss nicht immer gleich literarisches Kabarett sein.

            Als Vertreter der schreibenden Zunft mag es etwas einfacher sein, vor allem, wenn man aus selbst Erlebtem schöpfen kann.

            Aber auch bei vielen Belletristen nutzt sich manches ab, wenn die 3. oder 5. Fortsetzung eines Romans oder das 10. Buch eines Genres geschrieben wird. Dan Brown oder die vielen Bisse zu was weiß ich welcher Tageszeit sind dafür Beispiele.

            Antwort

    3. Dave

      3. Februar 2011 at 18:23

      Ja stimmt, richtig gut war Barth wirklich noch nie, aber eben sympathisch und auch nicht wirklich schlecht. Was Peter mal geschrieben hat stimmt: Den kann man kurz sehen und richtig lustig finden, aber über längere Zeit oder auf Dauer, lieber nicht.

      Antwort

    4. Mad

      6. Februar 2011 at 08:57

      Pfui Herr Barth, kümmern Sie sich lieber um ein (wirklich) neues Programm und kämpfen Sie um Ihre Fans, statt sie zu verklagen.

      Antwort

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