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Vorm Fernseher eingeschlafen

Vorm Fernseher eingeschlafen

Wem ist das nicht schon passiert? Mir jedenfalls ganz oft. Aber dieses Mal ist die Allerliebste entschlafen eingeschlafen. Im Fernsehen lief „Der Soldat James Ryan“ mit Tom Hanks in der Hauptrolle.

So etwa eine gute Viertelstunde vor Schluß ist die Allerliebste dann in Morpheus Arme gesunken und hat friedlich geschlummert. Das wäre ja noch nichts Besonderes, aber

am nächsten Tag fragt sie mich: „Und, wie ist denn der Film ausgegangen?“

„Du meinst den Soldat James Ryan?“

„Ja genau!“

Ich beginne zu erzählen und schildere den Fortgang der Handlung so spannend ich kann. Da unterbricht mich meine Frau: „Das war doch ganz anders!“

„Moment“, sage ich, „war es nicht eben noch so, daß Du mich gefragt hast, ob ich Dir nicht das Ende erzählen kann?“

„Schon, aber du mußt es richtig erzählen“, sagt meine Frau.

„Du weißt doch gar nicht, wie es weitergeht, du hast doch geschlafen.“

„Schon, aber deshalb kannst du es doch richtig erzählen.“

„Wenn du doch aber gar nicht weißt, wie der Film ausgeht, kannst du doch auch gar nicht wissen, ob ich es richtig erzähle.“

„Ja meinst du, ich hätte den Film vorher noch niiiiiiie gesehen?“

„Warum fragst du mich denn dann, wenn du ihn schon kennst?“

„Ach, nur so!“

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peter wilhelm autorenlesung
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