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VitaDock, innovative Produkte für das iPhone von Medisana -Testbericht

VitaDock, innovative Produkte für das iPhone von Medisana -Testbericht

Vor einigen Monaten hat Medisana hat nach etwas langem Vorlauf seine VitaDock-Produkte auf den Markt gebracht. Dazu gehören:

  • das Blutdruck-Messmodul CardioDock
  • ein Blutzucker-Messmodul namens GlucoDock
  • die Personenwaage TargetScale und
  • ein Fieberthermometer mit dem Namen ThermoDock.

Zu allen Geräten gibt es die gemeinsame Software für iPod, iPad und iPhone, eine so genannte App mit dem Namen VitaDock-App.

ipodlogo

Damit ist klar, es handelt sich um Produkte die nicht im Stand-alone-Betrieb genutzt werden können, sondern nur noch in Verbindung mit einem der o.g. Geräte.
ThermoDock und GlucoDock sind kleine Messmodule im iPhone 3-Design, die an die untere Schnittstelle des Handys angesteckt werden können. Beim Blutdruckmessgerät ist das etwas anders, es gleicht mehr einer Dockingstation, in die man sein Handy hineinstellen muß. Mit der Waage sieht es wieder anders aus, hier verbindet man Messmodul und Anzeigegerät per Bluetooth.

 

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Lesen Sie hier den ganzen, umfangreichen und persönlichen Test!

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Hier einmal das ganze VitaDock-Programm als Video, das Medisana selbst bei YouTube online gestellt hat:

 

 

Auf den ersten Blick wirkt alles aus einem Guss, sieht sehr innovativ aus und macht das iPhone (bzw. iPad und iPod) zur persönlichen Gesundheitszentrale. Das ist wirklich sensationell und innovativ. Andere Lösungen, speziell zur Gewichtserfassung oder für Diabetiker machen es ja notwendig, die Messwerte anderweitig zu erfassen und können diese nur schön verwalten.
Das kann VitaDock besser, schöner und zeitgemäßer.

CardioDock

Sehen Sie bitte das Herstellervideo zum CardioDock:

 

CardioDock ist das Blutdruck-Messgerät aus der VitaDock-Familie. Es besteht aus dem Ladegerät, der Dockingstation und der Oberarmmanschette.
Im Grunde genommen ist die Bedienung kinderleicht. iPhone oder iPod in die Dockingstation stellen, Manschette um den Arm legen und Knopf drücken.
Alles wunderbar angedacht, jedoch:

Unglaubliche Fehlmessungen beim Cardio-Dock

Das CardioDock erschreckt den Anwender mit unglaublich hohen Messwerten. Zum Vergleich habe ich ein anderes Gerät aus dem Hause Medisana (Modell MTM) und ein herkömmliches Praxisgerät mit Stethoskop herangezogen. Auch wenn die Gerätehersteller grundsätzlich darauf hinweisen, daß man die Messergebnisse aufgrund der logischerweise immer eintretenden Messungenauigkeiten und Gerätetoleranzen nicht mit den Ergebnissen anderer Geräte vergleichen soll, so muß man sich als Patient jedoch zumindest grob orientieren können.

Das bedeutet, daß Abweichungen innerhalb bestimmter Grenzen durchaus üblich und hinnehmbar sind. Der Patient weiß dann, daß sein Gerät immer etwas zu hoch oder zu niedrig anzeigt und stellt sich entsprechend darauf ein. So habe ich z.B. beim Blutzuckermessmodul „GlucoDock“ immer einen um 10 Punkte höheren Messwert, als beim Vergleichsgerät von Bayer, das auch mein Arzt verwendet. Damit kann man leben, diese Abweichung ist weit innerhalb der Grenzen, die auch schon mal eine Toleranz von 30 Punkten ausmachen kann. Das geht technisch kaum anders, zumindest dann nicht, wenn die Bedingungen handhabbar und die Gerätepreise bezahlbar bleiben sollen.

Das Cardio-Dock jedoch ermittelt einen Blutdruckwert, der absolut falsch ist.
Mit dem Medisana MTM messe ich 133/83, das sind Werte, die für mich normal sind und mit denen mein Arzt zufrieden ist.
Einige Minuten später messe ich mit Stethoskop und Handpumpe und ermittele 135/84, das klingt ebenfalls plausibel.
Das CardioDock allerdings meldet „hoch“ vor rotem Warnhintergrund und zeigt unglaubliche 242/151 an!

Auch eine Kontrollmessung, etwa eine halbe Stunde später kommt zu ähnlichen Fehlergebnissen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob man nun eine Einzelmessung oder eine Dreifachmessung (3MAM) durchführt. Nach dem Medisana Cardio-Dock habe ich nicht nur etwas Bluthochdruck, sondern ich bin eigentlich schon tot.

Ich habe die Messversuche mit dem Cardio-Dock über einen Zeitraum von vielen Wochen mit mehreren Personen und verschiedensten Vergleichsgeräten getestet.
Es bleibt dabei: Das mir zur Verfügung gestellte Testgerät zeigt munter Mondwerte.
Ich kann’s nicht ändern und würde es lieber haben, wenn das cadioDock richtig funktionieren würde, tut es aber leider nicht. Schade.

Die Oberarmmanschette

Mit der mitgelieferten Armmanschette komme ich persönlich nicht wirklich gut zurecht. Bei meinem älteren Medisana-Modell ist eine Manschette dabei, durch die ich den Arm hindurchstecken muss. Dann ziehe ich sie etwas stramm und kann eine Blutdruckmessung veranlassen. Durch den eingearbeiteten Metallbügel ist das nicht besonders bequem, sitzt aber bombig.
Medisana war so nett, mir gleich eine etwas größere Manschette mitzuschicken, ich bin ja ein sehr kräftiger Mann.

Die Manschetten für den Oberarm gibt es in den Größen M und L.

Die neuen, von meinem Gesprächspartner bei Medisana als die besseren angepriesenen, Manschetten sind offen. D.h. es gibt keine Oberarmschlaufe mehr, sondern eine Art vorgeformte Schiene, in die man seinen Arm hineinlegt und wo man dann den flexiblen Teil mit einem Klettverschluss einfach drüberklappt.
Das funktioniert bei mir auch nackter Haut kaum, das Ganze ist zu rutschig und ich habe mit einer Hand -und mehr hat man ja nicht zur Verfügung- keinen Halt, um das richtig zu zu machen. Zwei, drei fingergroße Löcher oder Grifflaschen würden die Sache erleichtern. Also irgendetwas, wo man die Finger der rechten Hand einrasten kann um die Manschette zu stabilisieren und etwas stramm zu halten, bis der Klettverschluss dann sitzt.

Es brauchte schon etwas Übung, bis ich damit klar gekommen bin.

CardioDock-Station passt nur für iPod und iPhone

Die Dockingstation ist in ihrer derzeitigen Ausführung schon deshalb nicht der große Wurf, weil man erstaunlicherweise ein so zukunftweisendes Produkt wie das iPad nicht damit verwenden kann. Das Design lässt es nicht zu, daß man ein iPad in die Geräteaufnahme steckt. Dabei dürfte es nicht besonders aufwendig sein, ein etwa 20 cm langes Verlängerungskabel für den Dockinganschluß mitzuliefern, damit auch iPad-Benutzer das CardioDock verwenden können.

Netzteil macht Geräusche

Eine der störendsten Sachen kommt vom Netzteil des CardioDocks. Das kleine weiße Steckernetzteil liefert die benötigten 5 Volt zum Aufladen des Akkus des Blutdruckmessgerätes. Der Vorteil dieser Akkulösung: Man muß keine Batterien nachkaufen und kann die Dockingstation immer wieder aufladen. Der reine Messbetrieb kann ohne Netzverbindung auch mobil erfolgen. Außerdem kann die CardioDock-Station als Aufladestation für das Handy genutzt werden, das allerdings nur, wenn sie mit dem Netzteil und einer Stromquelle verbunden ist.
Jedoch machte das Netzteil hier beim Test mitunter „Zicken“. Es erzeugte stellenweise einen sehr hohen, kaum wahrnehmbaren, permanenten Pfeifton, der äußerst unangenehm ist und trotz der hohen Frequenz und der geringen Intensität mit bloßen Ohr wahrgenommen werden kann.
Hier muß Medisana nachbessern.

Ein weiterer Nachteil ist der Hinweis von Medisana, man solle das CardioDock nicht überladen, sondern nach Beendigung des Ladevorgangs wieder vom Netz trennen.
Das ist soweit ja noch in Ordnung, jedoch fehlt dem Gerät eine entsprechende Ladeanzeige in Form einer kleinen grünen LED oder ähnlichem. Einzig ein eingestecktes iPhone oder iPod verrät durch ein winziges Batteriesymbol etwas über den Ladezustand. Zwar ist dieses Batterie-Symbol genauso groß wie das Ladesymbol des iPhones an sich, aber das finden vor allem Ältere schon extrem winzig und dann sollte man sich bei einem Gesundheitsprodukt, das sich zwar vielleicht nicht in erster Linie, aber doch auch, an ältere Menschen wendet, ein wenig augenfreundlicher arbeiten.
Ich persönlich bin kein kurzsichtiger Maulwurf und benötige eine Brille nur zum Lesen ganz klein gedruckter Texte, jedoch habe ich bei dieser Batteriestandsanzeige mehrmals hinschauen müssen, um sie überhaupt als solche wahrzunehmen. Das kann man besser lösen (etwas kontrastreicher und einen Hauch größer).

GlucoDock

Das GlucoDock-Messgerät ist ein Gerät zur Bestimmung der Blutzuckerwerte. Für mich als Diabetiker nicht nur nützlich sondern u.U. lebensnotwendig. Daher bin ich sehr froh, daß Medisana hier ein äußerst kompaktes Gerät entwickelt hat, das das sowieso immer mitgeführte iPhone als Anzeige- und Speichergerät nutzt.

Man hat sich in der Kombination aus iPhone, angestecktem GlucoDock-Messmodul und Mess-Streifen nun eine 17,5 cm lange „Messlanze“ zusammengebaut, die am äußersten Ende des Sensors auch noch flexibel ist, und soll nun auf das untere Ende des Mess-Sensorstreifens einen winzigen Tropfen Blut aufbringen. Das gelingt mir und meiner Testperson nicht immer auf Anhieb. Das liegt an der schwarzen Farbe der Messtreifen, der etwas mickrigen Kapillarwirkung der Messtreifen und einer fehlenden Rückmeldung vom Gerät bei eingesogenem Blut.

Daß es auch nicht-flexible Mess-Streifen gibt, hat MyLife-Pura mit seinen Blutzuckermessgeräten bewiesen. Die starren Mess-Streifen sind so hochwertig gearbeitet, daß man sie fast gar nicht wegwerfen mag, weil sie beinahe schon für den Dauergebrauch gearbeitet zu sein scheinen.

Die Bayer-Messgeräte der Contour-Baureihe hingegen zeigen, wie schnell Mess-Streifen den Blutstropfen aufsaugen können und wie man dem Patienten durch eine akustische Rückmeldung sofort mitteilt, daß die Blutaufnahme beendet ist.
Es ist doch grundsätzlich so, daß Diabetiker nichts dagegen haben, die notwendigen Messungen durchzuführen, das einzig Lästige ist die Stecherei. Sie ist mit Schmerzen verbunden, es wird dem Körper jeweils eine frische Wunde zugefügt und man muß eine gewisse Wundhygiene walten lassen. Da ist es sinnvoll und wird auch so von den Patienten erwartet, daß das Messgerät zuverlässig und gut erkennbar schnell den bereitgestellten Blutstropfen aufsaugt und zurückmeldet, daß es die erforderliche Menge Blut bekommen hat.
Hier ist das GlucoDock-Modul etwas zauderlich und gönnt sich jeweils eine kurze Denkpause. Ich kann oft gar nicht erkennen, ob ich die Messöffnung richtig und gut genug am Blutstropfen platziert habe und sehe dann aufgrund der schwarzen Farbe der Mess-Streifen auch nicht, ob schon Blut aufgesaugt worden ist. Ich wackele dann mit der recht langen Messkonstruktion am Blut auf dem Finger herum, bis ich endlich sehe, daß die Anzeige auf dem Handy wechselt und das Gerät mir mitteilt, es empfange nun Daten.
Alles andere hat Medisana so schön animiert und bebildert, hier fehlt einfach eine entsprechende Animation und eine akustische Rückmeldung, damit man weiß: Jetzt rechnet das Gerät und ich muß es nicht mehr an die Fingerkuppe balancieren.

Was ich überhaupt nicht verstehe, ist die Tatsache, daß Medisana ein ganz tolles Feature einfach verschenkt hat.
Super gelöst ist nämlich das Einsetzen der Mess-Streifen. An der entsprechenden Stelle des Messmodules leuchtet einladend eine blaue LED, was klasse aussieht und äußerst praktisch ist. Während man beispielsweise mit den gut und starren Mess-Streifen der MyLife-Pura-Geräte aus der Schweiz immer eine elende Fummelei hat, bis man die ins Messgerät eingesteckt hat, klappt das beim GlucoDock hervorragend und fast von selbst.
Aber warum hat man nicht für die Mess-Streifen einen lichtleitenden Kunststoff genommen oder wenigstens ein paar Fasern eingezogen, die das blaue Licht der LED bis an die kapillare Mess-Spitze leiten? Das wäre doch eine tolle Idee, die alle bisher geäußerte Kritik an den Mess-Streifen sofort zunichte machen würde. Man könnte wunderbar sehen, wo genau man Blut auftragen muß und wie weit es aufgesogen worden ist.
Während Medisana vor Monaten in einem Produktgespräch aufgrund meiner Anregung äußerte, daß man über die Einführung einer akustischen Rückmeldung bei erfolgter Blutaufnahme nachdenkt, bin ich gespannt, ob vielleicht auch das Leuchtfeature Berücksichtigung findet. Es wäre eine zukunftsweisende Sache, denn leuchtende Mess-Streifen hat noch kein anderer und Medisana hat bereits alles, was man braucht, muß es nur umsetzen. Die akustische Rückmeldung vermisse ich allerdings bis heute, auch wenn die VitaDock-Software schon einige Versionsschritte hinter sich hat.

Backup-Funktion

Das Tolle an den Medisana-Produkten ist ja, daß alle Messergebnisse in einer geräteinternen Datenbank zusammengeführt werden und die Daten dann vom Anwender in verschiedenen Weisen ausgewertet werden können. Man hat eine Tagebuchfunktion mit der man tagesweise seine Ergebnisse anschauen kann, eine 30-Tages-Übersicht für den schnellen Überblick und eine tolle Statistik-Funktion.

Umfassender konnte sich bislang ein Patient nicht über seinen Gesundheitszustand informieren, zumindest nicht ohne spezielle Software, großen Kabelsalat und aufwändige Daten-Exporte. Jetzt ist alles sofort gespeichert und kann auf Knopfdruck in HTML und CSV exportiert werden. Das geschieht via Mail und so hat man die Möglichkeit, die Datenblätter später am PC anzuschauen oder auch gleich an den behandelnden Arzt zu schicken. Für die Zukunft wäre sogar denkbar, daß man eine Alarm-Funktion einbaut, die beim Überschreiten bestimmter Messwerte den Behandler, Pflegedienst oder eine Hilfsperson automatisch per SMS o.ä. benachrichtigt.

Allerdings sollte man diese Daten-Export-Funktion regelmäßig nutzen! Beim ersten Update meiner VitaDock-Applikation gab es Softwareprobleme mit etlichen iPhones, sodaß man nur unter Verlust aller bisherigen Messergebnisse weiterarbeiten konnte. Das darf nicht passieren und war dem Hersteller-Unternehmen auch äußerst peinlich.
Schließlich handelt es sich nicht um ein Gesundheitsspiel, sondern um eine ernstzunehmende Anwendung, von deren Messergebnissen die Patienten wichtige Entscheidungen abghängig machen. Da darf es nicht zum Komplettausfall der Software und zum Datenverlust kommen.

Hier wäre es sinnvoll, wenn Medisana eine Backup/Restore-Funktion einbauen würde. So könnte der Anwender jederzeit seinen Datensatz an seinen Computer „beamen“ und im Problemfall einfach wieder herstellen. Wahrscheinlich denkt aber Medisana über eine entsprechende Lösung bereits nach, denn noch ein solches Debakel wie beim neulichen Update der App-Software will man sicherlich nicht riskieren.

Dabei liegt es ja, das muß man einfach auch mal sagen, gar nicht unbedingt an Medisana oder den VitaDock-Produkten, wenn da einmal etwas schief geht. Auch beim Update des Handybetriebssystemes der iPhone gab es vereinzelt Probleme beim Start von Apps. Das betraf nicht nur die Medisana-App und zeigt, daß ein Hersteller alles Mögliche tun kann und dann kommt der Ausfall von einer ganz anderen Seite. Es gibt heutzutage keine Hardware und keine Software, die unter allen denkbaren Umständen fehlerfrei arbeitet. Dafür gibt es zu viele Gerätekombinationen, äußere Einflüsse und Fehlbediener.
Glücklicherweise verliefen alle weiteren Software-Updates völlig problemlos, eine Backupfunktion, die mehr kann, als den bloßen Mailversand der gesammelten Messergebnisse per Mail, wäre jedoch eigentlich Pflicht.

Noch einmal zurück zu den Statistiken und Ausdrucken:
Das Positive: Es ist das erste Mal, daß mein Arzt einen Ausdruck von Messergebnissen vollkommen anstandslos betrachtet, mit Datumsstempel versehen und zu meinen Patientenakten genommen hat. „So will ich das sehen, ohne Mätzchen, nur die Messergebnisse. Prima und übersichtlich!“

Das die Ergebnisse aber so übersichtlich waren, lag in erster Linie daran, daß ich sehr viele unnötige Daten aus der Excell-Tabelle erst rausgelöscht habe.
Der Gesundheitsbericht umfasst nämlich neben den reinen Messerten auch Stimmungen, Nahrungsanmerkungen usw.
Mein Arzt möchte aber nur die Blutzuckerwerte haben.
Ein anderer Arzt würde vielleicht lieber Blutzucker- und Blutdruck-Daten sehen und wieder ein anderer noch etwas ganz anderes.

Hierfür ist die Software noch etwas zu unflexibel.
Man kann beispielsweise zu jeder Messung noch Anmerkungen angeben, seine eigene Stimmung bewerten, sportliche Aktivitäten erfassen und Insulingaben sowie Nahrungsaufnahme dokumentieren.
Aber schon letztere Maßnahme führt meines Erachtens zu etwas unübersichtlichen Statistiken. Man bekommt dann übereinandergelegt zwei Kurven angezeigt, eine mit Ergebnissen ohne Nahrungsaufnahme und eine mit Ergebnissen nach der Nahrungsaufnahme.
Besser gelöst wäre das Ganze, könnte der Anwender etwas mehr einstellen. Ich persönlich würde viele Funktionen abwählen, damit sie gar nicht erst in die Statistik einfließen und auch in den Berichten nicht angezeigt werden. Ich erfasse beispielsweise keine Aktivitäten und keine Nahrungsaufnahme, brauche hierüber also auch keine Ausgaben in Form von Kurven oder Ausdrucken.
Ganz schlecht finde ich, daß man keine Messergebnisse manuell eingeben kann. Wir Diabetiker kennen das doch: Messgeräte und Teststreifen haben wir immer mehrere.
Für die Nicht-Diabetiker zur Information: Die Hersteller verschenken teilweise die Messgeräte an die Patienten, sei es als Erstausstattung aus der Arztpraxis oder als „Testgerät“ aus dem Internet. Sie können das, weil es sich beim Verkauf von Blutzuckermessgeräten um ein klassisches Razorblade-Geschäftsmodell handelt, bei dem der Anbieter später über den Verkauf der teuren, kassenfinanzierten (!) Teststreifen seinen Gewinn einfährt. Da die Teststreifen nicht kompatibel sind, kann er sicher sein, daß der Anwender, hat er erst einmal Gefallen am neuen günstigen oder geschenkten Gerät gefunden, auch immer wieder die Teststreifen dieses Herstellers in der Apotheke holt.

So kommt es, daß die Patienten oft ein Messgerät zu Hause haben, eines im Auto und eines vielleicht am Arbeitsplatz. Einmal abgesehen davon, daß man -wie immer- die Messergebnisse verschiedener Geräte nicht unbedingt miteinander vergleichen kann, so ist es aber doch sinnvoll, alle Messergebnisse, gleichwohl mit welchlem Gerät sie gemacht wurden, zu dokumentieren. Aber das geht mit der Medisana Vita-Dock-Software leider nicht. Man kann zwar manuell Werte erfassen, aber man kann weder Zeit noch Datum einstellen. Die manuell eingebbaren Werte gelten immer für die augenblickliche Uhrzeit und das aktuelle Datum.
Eine Liste mit Messwerten nachträglich eingeben, das geht nicht. Das muß unbedingt geändert werden!
Nur so kann man Messergebisse anderer Geräte oder vom Arzt mit in die Medisana-Übersicht einpflegen; und das wird jeder tun wollen, der die VitaDock-App hat, es gibt derzeit nichts Besseres und Übersichtlicheres!

 

ThermoDock

Beim ThermoDock handelt es sich um ein Infrarotthermometer, das ebenfalls als Dockaufsatz für den Dockanschluss der o.g. Geräte geeignet ist und in Verbindung mit der VitaDock-App (die übrigens kostenlos ist) als Fieberthermometer eingesetzt werden kann. Die Messung erfolgt berührungslos durch Anpeilen der Messstelle mit einem blauen Leuchtpunkt.

 

Hierzu gibt es auch ein sehr schönes YouTube-Video von Nutzer iFun.de, das mir viele Worte erspart:

 

 

Am besten gefällt mir ja persönlich der Satz: „Ich hab mir hier mal nen Hund bereit gelegt.“
Der Mann sagt alles Wichtige über das Thermomodul.
Dass die Messergebisse dieses Moduls so gut und genau sind, was ich rundweg bestätigen kann, hat mich von diesem Modul überzeugt.
Es handelt sich hierbei um ein zertifiziertes und zugelassenes Medizinprodukt (was auch für GlucoDock und CardioDock gilt).

Wirklich gut finde ich, daß man im Livemodus Temperaturen bis 100 Grad Celsius messen kann. Das macht das Gerät auch für die eine oder andere Messung z.B. im technischen Bereich tauglich. Leider beginnt der Messbereich erst bei 0 Grad, damit entfällt die Einsatzmöglichkeit im Kältebereich. Dabei wäre das gerät doch so schön handlich um beispielsweise mal die Kühlbedingungen im Lebensmitteleinzelhandel zu überprüfen. Hier muss ich dann wohl doch wieder mein Profigerät mitnehmen.
Aber: Ich gebe zu, das ist Meckern auf hohem Niveau, denn das was es können soll, das kann das 20 Gramm schwere ThermoDock super gut. Für knapp 80 Euro kein Schnäppchen, aber durchaus sein Geld wert.

 

TargetScale

Leider hat mir der Hersteller bislang kein Testgerät zur Verfügung gestellt, sodaß ich über dieses Gerät nichts schreiben kann.
Möglicherweise kommt noch so eine Waage, dann trage ich das hier selbstverständlich umfangreich nach.

 

Fazit

1. Design

Das Design aller Geräte ist gut gelungen. Sie wirken allerdings nicht wie aus einem Guss, so daß man eine typische Medisana-Handschrift für diese Produktserie nicht erkennen kann. Die Gerätedesigner haben vielmehr Wert darauf gelegt, daß sich vor allem ThermoDock und GlucoDock ziemlich nahtlos an das Design der iPods, iPads und iPhones einfügen. Am wenigsten gut gelungen ist das bei der CardioDock-Station, die im Vergleich zu den anderen Geschwistern in der Serie etwas klobig wirkt, für ein Blutdruckmessgerät aber grundsätzlich doch sehr chic ist.
So richtig ausgetobt haben sich hingegen die Designer bei der TargetScale, die einem Ufo gleicht und jedes moderne Badezimmer aufpeppt. Die Waage wirkt so gar nicht iPhone-mässig, sondern eher wie aus einem Science-ficition-Film, sehr gelungen. Aber sie ist auch das einzige Messmodul, das nicht direkt mit dem iPhone verbunden werden muss und für sich alleine wirken kann und muss.

Das Netzteil der CardioDock-Station pfeift manchmal, das ist störend und sollte beseitigt werden.
Das Akkuladesymbol für das CardioDock ist auf dem iPhone-Display zu klein.
Es fehlt eine Ladekontroll-Leuchte am CardioDock.

Messtreifen des GlucoDock schlecht erkennbar.
Noch keine Rückmeldung bei erfolgter Blutaufnahme.

Backup-Funktion für Messdaten fehlt.
Armmanschette beim Blutdruckmessgerät unpraktisch.

Beim Thermodock würde ein Messbereich bis -20 Grad jeden Techniker glücklich machen, aber alles in allem ist das ein Super-Gerät.

Am meisten benutze ich natürlich das GlucoDock-Modul. Trotz der oben beschriebenen Schwächen ist es mein Lieblingsgerät unter den Blutzuckermessgeräten. Vor allem weil ich die Daten auch als Excell- oder HTML-Datei rausschicken kann.
Ansonsten ist das ThermoDock bei uns recht häufig in Gebrauch, weil man weder was in die Ohren stecken, noch über die Stirn schieben muss, einfach anvisieren und ablesen, prima!
Das Blutdruckmessgerät müssten wir täglich viermal einsetzen, tun es aber nicht, weil es immer wieder Mondwerte zeigt; und glauben Sie mir, ich weiß, wie man so eine Manschette anlegt und so ein Gerät bedient. Daran kann es nicht liegen.
Die TargetScale-Waage hätte ich gerne getestet, habe aber leider kein Testgerät bekommen.

Die Geräte ThermoDock und CardioDock wurden freundlicherweise von der Firma Medisana-VitaDock für den Test zur Verfügung gestellt, das GlucoDock-Gerät habe ich mir selbst gekauft.

 

Sämtliche Angaben ohne jegliche Gewähr! Alle Fotos und Videos © Medisana, VitaDock. Die obigen Aussagen geben meine persönliche Meinung wieder und beruhen auf meinen Erfahrungen mit Einzelgeräten, die nicht unbedingt Rückschlüsse auf alle Geräte der Serie oder dieses Herstellers zulassen. Ich gebe niemals medizinische Ratschläge; bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte unbedingt einen Arzt! Stand der Informationen Okt. 2011 und März 2012.
Ich habe von der Firma Medisana keine wie auch immer geartete Vergütung erhalten oder Beeinflussung erfahren.
Die Gesprächspartner im Hause Medisana waren stets höflich, kompetent und sachlich, es erfolgte kein Beeinflussungsversuch.

 

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


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