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Virus, Trojaner, Wurm

Virus, Trojaner, Wurm

Mein Admin hebt sein hübsches Haupt von einer seiner Pizzaschachteln und schaut im Rechenzentrum mit einem schlafenden und einem erschockenen Auge auf den Monitor: Da treibt doch tatsächlich ein böser Trojaner sein Unwesen und der, so sieht es aus, der kommt von mir!
Dieser schrecklich, gräßliche Wurm, also jetzt der Trojaner, nicht der Admin, hat sich irgendwie in meinen Rechner gefressen, dort eingenistet und versendet nur Viagra-Mails an irgendwelche Leute, die ich gar nicht kenne.

Ich hatte mal einen Virenscanner für meinen Mac, der war da schon drauf, als ich den kaufte, aber das war eine von den blöden Softwaren, die nur als Probierpaket auf neuen Rechnern installiert sind und die dann irgendwann mit nervig blinkenden Fenstern einfordern, man möge sie doch jetzt bitte kaufen.
Viren auf dem Mac? Nee, das ist eher selten, also beschloss ich damals, den Probierschwachsinn einfach zu deinstallieren.

Virus, Trojaner, WurmVirus, Trojaner, Wurm

Das ist jetzt auch schon wieder drei oder vir Jahre her und ich hatte noch nie irgendwelche Probleme, die mich hätten ahnen lassen, da sei ein Virus im Spiel. Ziemlich leichtfertig, ich weiß.
Aber jetzt war es ja so weit und sofort installierte ich „Sophos Anti Virus“ eine Anti-Viren-Mac-Anwendung, die sehr schlank im Hintergrund läuft und bei Bedarf auch alle Laufwerke scannen kann.
Das dauerte beim ersten Mal eine ganze Weile, weil sich so ein Mac-Betriebssystem und meine eigenen Texte, Bilder und Downloads auf sage und schreibe 729.000 Dateien verteilen… Unglaublich!

Gefunden wurde aber nichts und das lag vor allem auch daran, daß der Wurm gar nicht auf meinem Rechner war. Nein, der befand sich, das ließ sich dann anhand der Mailheader herausfinden, auf dem Rechner meiner Tochter. Als ich mir den anschaute, bekam ich das kalte Grausen. Was so Kinder und vor allem Mädchen sich da für einen Scheiß herunterladen und wie schrecklich der Firefox in Pink aussieht, unfassbar! Und dann noch diese blinkenden Bilder überall und dieser schreckliche Bildschirmhintergrund, auf dem man die Icons gar nicht erkennen kann. Ich mußte ungefähr 70 Fenster schließen, die sich im Hintergrund geöffnet hatten und heftig für Klingeltöne, Abos und Handyverträge warben. Da kann ich mir ja nun ungefähr vorstellen, welcher Qualität die Seiten sind, die meine Tochter besucht, wenn die mit solchen Methoden der Werbung arbeiten.

Gut, der Trojaner, irgendso ein Backdoor-Typ, war schnell gefunden und eliminiert und bei der der Gelegenheit habe ich dann auch schnell mal den Rechner der Kleinen aufgeräumt. In der Chronik waren übrigens überhaupt keine schlimmen Seiten vorhanden, nur solche, die sich hauptsächlich an Kinder wenden. Ich finde, da müßte der Gesetzgeber mal was machen. Wie wäre es, wenn Seiten, die sich in erster Linie an Kinder und Heranwachsende wenden, per Gesetz werbefrei machen würde? Völlig unrealistisch, ich weiß.

Nun gut, seitdem dampft hier also Sophos Anti Virus und tatsächlich hat er sich schon zweimal gemeldet. In beiden Fällen meckerte er aber einen gefundenen Virus an, der sich in Anhängen von Spam-Mails verbargen.
Ich meine, es gehört ja schon ein gerütteltes Maß an Blödheit dazu, den Anhang einer Mail, die von jemandem kommt, den man gar nicht kennt und die von Inhalt und Aufmachung her (z.B. gebrochenes Deutsch) nichtmal annähernd als echt einzustufen ist, auch noch aufzumachen?
Solche Mails lösche ich immer sofort und damit auch die entsprechenden Anhänge. Die könnte ich sowieso nicht gebrauchen, weil sich da nur EXE-Dateien für Windows-Rechner hinter falschem Namen verbergen.
Als Anhang wird da beispielsweise angezeigt:

wichtige_info_PDF…

Und wenn man dann den Dateinamen näher anschaut, sieht man, daß die Datei in Wirklichkeit so heißt:

wichtige_info_PDF.EXE

Solcherlei Tricks gibt es viele, aber wie ich schon sagte: In all den vielen Jahren in denen ich Ubuntu-Linux und/oder MacOS verwende, hatte ich noch nie irgendwas. Und alles läuft klaglos, da gehen nicht andauern irgendwelche Fenster auf, die irgendwas von mir wollen.

Neulich war ich bei einem „Kumpel“, der derzeit krank geschrieben ist und sich mit einem älteren Windows-Laptop, den ausgerechnet ich denen mal verkauft habe, die Zeit vertreibt. Wenn ich das richtig verstanden habe, mußte er den Rechner dreimal neu aufsetzen und das Programm mehrfach installieren und deinstallieren, nur weil er ein USB-Gerät neu angeschafft hatte. Wie oft sich da, allein während der Installation ganz normaler Sachen, wie z.B. einem Firefox-Browser, das Antivirus-Programm öffnet und mit wievielen Fragen man als Benutzer genervt und verwirrt wird, bis endlich mal alles halbwegs eingerichtet ist, das ist für einen Mac-Anwender nur unglaublich. Auf einem Mac zieht man innerhalb eines kleinen Fensters das Symbol der neuen Anwendung auf einen anderen Platz, klickt zwei- bis dreimal (falls man irgendwelche Lizenzen bestätigen muss) und schon ist alles erledigt.

Nein, nein, ich will die Diskussion um das Für und Wider der verschiedenen Betriebssysteme nicht wieder anfachen, es fällt mir nur einfach auf, wie verwöhnt man doch als Apple-Nutzer ist.

Was ich an Windows klasse finde, daß ist seine allgemeine Verbreitung und seine ungeheure Leistungsfähigkeit. Auch, daß es so viele Programme dafür gibt, ist durchaus beeindruckend.

Aber ich muß ehrlich sagen, seit ich hauptsächlich mit Macs arbeite, brauche ich auch keinen Freak um die Ecke mehr, der mir bei irgendwas hilft und ich brauche auch, was auch am gesetzten Alter meinerseits liegen mag, nicht mehr so viele Programme für alles Mögliche wie früher. Irgendwann habe ich auch mal die Lust verloren, ständig an irgendwas herumzuschrauben.
Und: Immer mehr Programme, die benötige, laufen als PHP-Anwendung plattformunabhängig auf irgendeinem Webserver.

Nö, ich bin ganz zufrieden und mein nächster Rechner wird auch wieder von Apple sein, auch wenn mir Mario Barth noch so laut in die Ohren schreit und mir super Windows-Kisten für 299 um die selben Ohren haut.
Ich spare da lieber einen Monat länger und kaufe mir wieder was, das mir gefällt, die Arbeit zuverlässig macht und mich nicht mit unnötigen Fragen und Hinweisen nervt.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


peter wilhelm autorenlesung
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7 Kommentare auf "Virus, Trojaner, Wurm"

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cygx-1
Gast

Warum kommt mir das jetzt bekannt vor? 😆
Aber Ernst beiseite. Ich kann dem nur zustimmen; ich konnte sogar meine Freundin inzwischen vom Mac überzeugen… Alerdings musste dann doch wieder MS Office drauf, weil sie relativ viele Word-Dokumente hat/bekommt und leider die Kompatibilität von OpenOffice nicht gut genug war…
Auch bei uns läuft Sophos, aber das wüsste sie nicht, wenn sie einer fragt…gab halt noch nie Alarm.

Tante Jay
Gast

Apfelkisten sind nach wie vor böse. Aber das wäre jetzt ein Glaubenskrieg und wie bereits die Kreuzzüge bewiesen haben, sind die nicht zu gewinnen, es gibt hinterher nur „Killing Fields“ und gezauste Federn auf allen Seiten.

Einigen wir uns darauf, dass es Anwendungsgebiete gibt, wo der Mac definitiv nicht das Mittel der Wahl sein kann? 🙂

Klaus Werner
Gast

[quote name=“Tante Jay“]Apfelkisten sind nach wie vor böse. Aber das wäre jetzt ein Glaubenskrieg und wie bereits die Kreuzzüge bewiesen haben, sind die nicht zu gewinnen, es gibt hinterher nur „Killing Fields“ und gezauste Federn auf allen Seiten.

Einigen wir uns darauf, dass es Anwendungsgebiete gibt, wo der Mac definitiv nicht das Mittel der Wahl sein kann? :)[/quote]

Welche Bereiche sollen das sein?
So etwas sagt für gewöhnlich nur jemand, der im IT-Bereich arbeitet und genau weiss, dass er nach der Anschaffung von Apple-Hardware entweder nichts mehr von der Technik versteht oder arbeitslos wird.

Klaus Werner
Gast

In unserer Agentur haben wir vor drei Jahren alles komplett auf Apple umgestellt. Im Bereich Sound gibt es für uns keine denkenswerte Alternative.

Mir bleibt verschlossen, wie sich jemand ernsthaft mit diesen Windowskisten beschäftigen kann. Ich habe im professionellen Bereich, keine Zeit mich mit den permanenten Fehlermeldungen und bluescreens herum zu ärgern.

Wir haben definitiv 90% weniger Probleme mit Hard- und Software.

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Schilda – E

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