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Test: Aiptek Pocket-DV Z300 HD

Test: Aiptek Pocket-DV Z300 HD

Da hat AIPTEK einen großen Wurf gelandet, möchte man meinen. Als erster Hersteller bringt man eine HD-Videokamera im Miniformat heraus und das zu einem Preis, der je nach Anbieter zwischen 199 und 250 Euro liegt.

Produktbeschreibung u.a. hier.

Vor allem der niedrige Preis macht das Gerät interessant, sind doch andere HD-Kameras erst ab rund ab 800 Euro aufwärts zu haben.

Klar, wer sich in diesem Marktsegment etwas auskennt, der weiß, daß man von AIPTEK für etwa 200 Euro nicht das Gleiche bekommen kann wie beispielsweise von Sony oder Canon. Aber eine sehr handliche, leicht zu bedienende Kamera, fürs Hobby und gelegentliche Aufnahmen in brillianter Aufnahmequalität, na das wär‘ doch was.

Test: Aiptek Pocket-DV Z300 HDTest: Aiptek Pocket-DV Z300 HD

Mitgeliefert werden gleich zwei der benötigten 1000 mAh Akkus, wovon einer rund eine halbe Stunde durchhalten soll. Eine Speicherkarte sucht man vergebens, die muß man extra kaufen. Das ist eigentlich eine Frechheit. Früher lagen die Preise für solche SD-Speicherkarten so hoch, da konnte man verstehen, warum die Hersteller nur eine kleine 128 MB Probierkarte beipackten. Heute bekommt man 2 Gigabyte jedoch schon für 10 Euro, da gibt es keinen Grund mehr, nicht wenigstens eine beizulegen.

Wer Pech hat, dem sagt der freundliche Verkäufer bei CONRAD, so wie es bei mir der Fall war, daß die Kamera nur mit 2 GB klar kommt, was aber nicht stimmt. Maximal 4 GB passen tatsächlich ins Gerät und bieten dann in HD-Qualität 120 Minuten Aufnahme Platz.

Desweiteren sind ein USB-Kabel zum Anschluß an den PC dabei, ein TV-Anschlußkabel (mit Components-Steckern, die HD-Qualität liefern sollen) ein Netzteil und ein Handbuch mit CD-ROM. Die beigefügte Gürteltasche ist zweckmäßig und man glaubt im ersten Moment kaum, daß die Kamera da wirklich hineinpaßt.

Die ersten Probeaufnahmen gelingen auf Anhieb, klares Bild, satte Farben, angenehmer aber nicht überragender Ton.
Die Kamera ist durchweg kinderleicht zu bedienen, die Menüs sind klar strukturiert und man kommt sofort auch ohne Bedienungsanleitung zurecht.

Immerhin 5 Megapixel leistet der Chip (reduzierbar auf 3 Megapixel) und das tut er sowohl im Video- als auch im Fotomodus.
Ein Bitz zum Fotografieren ist ebenso eingebaut, wie LED-Hilfsleuchten zum Filmen.

Und damit kommen wir schon zum größten Schwachpunkt des Gerätes. Gelingen Aufnahmen bei Tageslicht problemlos, so stößt das Gerät bei schlechteren Lichtbedingungen schnell an seine Grenze. Im spärlich beleuchteten Zimmer erkennt man außer einigen Lichtquellen, die als helle Punkte erscheinen nichts, absolut nichts. Die Aufnahmen sind viel zu dunkel, das Objektiv offenbar viel zu lichtschwach.
Selbst das zugeschaltete Hilfslicht schafft es nicht, den Aufnahmebereich tatsächlich auszuleuchten. Ein kleiner Fleck bis maximal einem knappen Meter Entfernung wird schwächlich beleuchtet, von Helligkeit keine Spur.

Für den Einsatz bei Familienfeiern, Taufen, Hochzeiten usw, also allen Dingen, die sich in geschlossenen Räumen abspielen, ist die Kamera ohne eine zusätzliche Videoleuchte überhaupt nicht zu gebrauchen.

Für mich war damit die Entscheidung klar: Trotz der leichten Bedienbarkeit, des guten Preises und der handlichen Bauform kann ich mit der Kamera nichts anfangen. Ich will eben nicht nur bei Sonnenlicht im Freien filmen und fotografieren.

Denn auch der eingebaute Blitz ist beim Fotografieren nicht wirklich der Hit. Bilder sind entweder zu dunkel oder vom Blitz überstrahlt.

Problemlos gestaltete sich hingegen der Anschluß der Kamera an den Computer. Filme und Bilder kann man auch ohne die mitgelieferte Software nur mit Bordmitteln (iMovie, MovieMaker etc.) importieren und bearbeiten.

Fazit: Trotz der scheinbaren Vorteile und des niedrigen Preises ist die Kamera für mich persönlich völlig unbrauchbar.

Noch ein Wort zum Unterwassergehäuse aus Silikon und Hartplastik, das von CONRAD im Set mitgeliefert wird.
Hierzu wird die Kamera mit einem Überzieher aus Silikon ausgestattet, das abgeklappte Display erhält einen Aufsatz aus klarem Plastik und zusammengehalten werden der Silikonüberzieher und der Displayschutz durch einen gelben Spannbügel.

Wenn man beherzter zugreift, als man es sich normalerweise traut, bekommt man die Kamera recht leicht in den Überzieher. Auch die Montage der übrigen Teile gelingt leicht. Die Sache macht einen durchdachten Eindruck und die Bedienung der Kamera ist mit etwas Übung auch durch die hautenge und doch recht dicke Silikonhülle hindurch möglich.
Der Hersteller gibt knapp 4 Meter als größte Tauchtiefe an. Allerdings würde ich das nicht ausprobieren.
An der linken Seite ist das Silikongehäuse nämlich offen. Durch diese Öffnung wird die Kamera eingefädelt und dort wird der Displayschutz aufgesetzt und dessen Rand wird vom Spannbügel fest auf das Silikonmaterial gepresst. Hier könnte aber, vor allem beim Zusammenbau am Strand, Sand oder Schmutz dazwischen geraten und unter Wasser einen gefährlichen Durchlass bilden.

Ich frage mich allerdings sowieso, wie bei dem oben erwähnten lichtschwachen Objektiv unter Wasser brauchbare Aufnahmen gelingen sollen.

Gesamtfazit: Für Außenaufnahmen eine nette Spielerei, für den ernsthaften Einsatz indiskutabel.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung
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