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Sünktü Martinalü

Sünktü Martinalü

In der lokalen Tageszeitung wurde gestern darüber berichtet, daß in einer Nachbargemeinde nunmehr seit Jahren kein Mann mehr den Sankt Martin bei den jährlichen Sankt Martins-Zügen verkörpert, sondern eine reitbegeisterte Frau diese Rolle übernommen hat.

Nun, man mag ja die Gleichberechtigung noch so gerne in allen Bereichen des Lebens durchsetzen, aber wenigstens vor den Heiligen und biblischen Figuren sollte das doch Halt machen. Die Martinszüge sind Fackelprozessionen, die zum Andenken an den Heiligen Martin veranstaltet werden. Dort wo die Tradition hochgehalten wird, reitet dem vorwiegend von Kindern mit Laternen gebildeten Zug ein Reiter im Bischofsköstum als Sankt Martin voran.

Offenbar ist aber die historische Genauigkeit den Veranstaltern völlig egal, sie meinen offensichtlich, ein Bischof könne durchaus auch mal durch eine Frau gespielt werden und es komme ja wohl nicht so genau darauf an, ob man den Kindern da eine Sankt Martina serviert.

Ich finde das nicht gut.
Wo soll das enden? Werden demnächst irgendwo Passionsfestspiele veranstaltet, bei denen Jesus Christus von einer langbeinigen Blondine dargestellt wird?
Und wenn das alles ja schon so egal ist, dann würde ich gleich einen Mullah auf einem Kamel voranreiten lassen, dann sind nicht nur die Gutmenschen, sondern auch die gutgutmenschenschelnden Biedermeier befriedigt. Sünktü Martinalü…

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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peter wilhelm autorenlesung

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4 Kommentare auf "Sünktü Martinalü"

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Stefan
Gast

Also im Sinne des AGG muss auf jeden Fall auch mal eine Frau an diesen Job gelassen werden.
Viel schlimmer finde ich, dass bei uns der Glühwein-Ausschank von der Stadt verboten wurde. Ja, warum dackel ich denn sonst mit den Kids dem Pferdearsch hinterher und in die -äpfel hinein? Wenn ich wegen des Glühwein?

Ich weiß nicht genau warum, und ich will mich auch nicht wirklich mit Glühwein zudröhnen.
Aber es würde auf jeden Fall helfen über die Geschlechtsumwandlung des St. Martin leichter hinweg zu sehen.
🙂

schnief
Gast

ruhig, brauner!

koennte vielleicht daran liegen, dass es nur wenige reitbegeisterte maenner gibt, die (wahrscheinlich kostenlos) zeit und pferd zur verfuegung stellen wollen, damit ein paar kinder (denen realativ egal sein duerfte, ob da ute oder hans den martin spielen) ihren spass haben.
die alternative zu martina waere wahrscheinlich: martin mit dem steckenpferd.

Stefan
Gast

Martin mit dem Steckenpferd?
Ach, der hat nicht nur seinen halben Mantel, sondern auch sein Pferd weggegeben.

Aber meinen Kids war es nicht so egal. Na ja, wenn ich’s mir recht überlege, eigentlich schon. Hauptsache es gab ein ordentliches Feuer. 🙂

schnief
Gast

Das Feuer und eben das ECHTE Pferd, egal, wer da nun drauf sitzt. Dass es nicht der echte Martin ist, war eigentlich eh immer klar 🙂

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