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Stips, der Troubardix von Edingen-Neckarhausen

Stips, der Troubardix von Edingen-Neckarhausen

Troubardix der Barde wird immer an einem Baum angebunden wenn sich die Gallier in dem kleinen aufständischen Dorf zum Festgelage versammeln, nur daß er ja bloß nicht singt.
Unser Troubardix heißt Stefan und wird, schon wegen des langen Nachnamens, von allen bloß Stips genannt.
Ihn braucht man auch nicht an einen Baum zu binden, denn Stips kann singen und musizieren und zwar schön.

Er macht das so schön, daß er eigentlich überall musiziert, wo es bei uns im Ort was zu musizieren gibt. Auffallend ist, daß es wohl an die zweihundert Formationen gibt in denen Stips mitspielt.
Neulich erst las ich in der Zeitung von der „Kumbajahmylord Band“ die aus irgendeinem Bernhard und natürlich Stips besteht, schon am selben Abend -nur etwas später- spielten die „Sturzbacher Trinkbuam“ und die bestehen aus einem Karl, einem Heinrich und… man rät es kaum: aus Stips.
Ob nun die „Rastabasta-Ölfasstrommler“, die „Hugenottener Protestanten“ oder die „Kunta Kinte Slavemasters“, überall findet sich Stefan „Stips“ als Bandmitglied und Sänger. Dabei spielt es keine Rolle ob er auf einer akustischen oder elektrischen Gitarre zupft oder ob irgendein Gerät aus der großen Familie der Tasteninstrumente vor ihm steht, nein, Stips ist sowieso als der einzige lebende Mensch bekannt, der mit den Händen eine Gitarre bedienen kann und gleichzeitig mit dem Mund eine Mundharmonika bläst, während er im rechten Ohr eine antike Sabberflöte aus dem Nachlass der Äbtissin von Hohenweinkrampf und im linken Ohr ein vom Reichsjägermeister persönlich eingeblasenes F-Jagdhorn mit Luft aus dem Spalt zwischen Amboss und Steigbügel, also aus dem Innenohr, bedient.

Dieses musikalische Mutlitalent ist so multibegabt, daß der einzige örtliche Verschwörungstheoretiker die Behauptung aufgestellt hat, in die Musik von Stips seien geheime Botschaften eingeflochten, die er mit geheimen Punkten oberhalb der Noten zu notieren pflegt, mit deren Hilfe es ihm möglich sei, eine quasi hypnotische Wirkung auf sein Publikum auszuüben. Jedenfalls soll es angeblich nur so erklärbar sein, daß er sich seit vielen Jahren bei jeder in unserer Gemeinde abgehaltenen Wahl als Kandidat aufstellen lassen kann und immer vor allem von denjenigen gewählt wird, die vorher auf einer seiner musikalischen Darbietungsveranstaltungen zu Gast waren.

Entgehen kann man Stips nicht, es spielt auch überhaupt keine Rolle welche Musik man mag und welcher Musikrichtung man anhängt, egal ob man auf Tiroler Zirbeldrüsenmusik oder auf bekiffte Rasta-Klänge steht, in irgendeiner, wenn nicht gar in jeder Kombo, die diese Musik darbietet, spielt Stips mit.

Vermutlich sind wir alle auch auf irgendeine Weise süchtig nach diesen geheimen Musikbotschaften, jedenfalls bekomme ich nach einer gewissen Zeit so ein merkwürdiges Kribbeln in der Wirbelsäule, das erst wieder weggeht, wenn ich irgendwo Musik von Stips gehört habe. Okay, das ist nicht schwer, irgendwo spielt der immer…

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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