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SEOs sind keine Schweine

SEOs sind keine Schweine

SEOs sind „search engine optimizer“, also Suchmaschinenoptimierer. Ihre Aufgabe ist es, sich mit den inneren Mechanismen der Suchmaschinen auszukennen und alles dafür zu tun, damit Internetprojekte möglichst weit vorne/oben in den Suchergebnissen auftauchen. Das Ziel ist immer, möglichst viele Besucher auf eine bestimmte Seite zu ziehen.

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Selbstverständlich ist dieses Tun zunächst einmal durchaus anständig und löblich, ja sogar wünschenswert und wichtig.

Man stelle sich vor, da macht jemand eine wirklich gut und interessante Seite oder bietet ein extrem gutes Produkt an und unterlässt alles was man tun sollte, um seine Seite bekannt zu machen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Hauptvertreiber für das Hundefutterprodukt „prins“, die Firma Hoogveld. Dieses Hundefutter gilt unter Eingeweihten als eines der besten der Welt. Nach was werden die Hundebesitzer in Google beispielsweise suchen?
Entweder nach „Prins“ oder vermutlich genau so oft oder sogar noch häufiger nach „Prinz“.

SEOs sind keine SchweineSEOs sind keine Schweine

Wer will, kann ja mal einen der beiden Begriffe, gerne auch mit dem Zusatz „Hundefutter“ eintippen. Man wird feststellen, daß man unter „Prinz“ kaum etwas findet und unter „Prins“ Dutzende von Preissuchmaschinen und Zoobedarfshops aufscheinen, jedoch nicht der eigentliche Vertreiber, die Firma Hoogveld.
Die findet man nur, wenn man den Namen Hoogveld auch kennt und bereit ist, in den Suchergebnissen weiterzublättern.

Das ist ein Beispiel für schlechte SEO-Arbeit und SEO-Arbeit sollte jeder Webseitenbetreiber machen. Man macht diese Arbeit schon, wenn man sein Weblog mit guten Schlüsselbegriffen versieht, es bei den angesagten Blogverzeichnissen anmeldet und schaut, daß die neue Seite bei google, Yahoo & Co. ordentlich angemeldet ist.

Will man es besonders gut machen, zieht man den Vergleich zu anderen, ähnlich thematisierten Seiten und versucht über die geschickte Plazierung von Keywords, Metadaten, Tags und Schlagwörtern seine Seite in den Suchergebnissen besonders weit nach oben zu pushen.

Wie das genau geht, das kann man an Tausenden von Stellen im Internet nachlesen und vermutlich hat ja auch schon jeder etwas davon gehört und die eine oder andere Maßnahme, vielleicht sogar ohne zu wissen, daß es sich um SEO-Arbeit handelt, selbst angewandt.

Somit ist also die Suchmaschinenoptimierung keineswegs etwas Schlechtes oder Verwerfliches. Sie macht Seiten bekannt, die Internetöffentlichkeit auf Inhalte aufmerksam und ist somit ein probates Mittel des Marketings.

Was mir, und den allermeisten Webmastern sonst auch, sauer aufstößt, sind allerdings die SEO-Maßnahmen, die auf Seiten angewandt werden, die von Google so schön als „bad neighbourhood“, als schlechte Nachbarschaft bezeichnet werden.

Dazu zählen Seiten mit keinem, kaum sinnvollem oder wenig nutzbringendem Inhalt, der möglicherweise sogar aus den RSS-Feeds fremder Seiten generiert wird oder von Stümpern zusammengestammelt wird. Diese Seiten werden durch zahlreiche Maßnahmen in den Suchergebnissen nach oben gepusht und ziehen den Seiten, die sich ernsthaft mit diesem Thema befassen und wirklich gute Inhalte bieten, die Besucher ab. Diese landen auf den inhaltsbefreiten SEO-Seiten und werden dort mit Werbung bombardiert.
Sinn und Zweck dieser Seiten ist es einzig und allein, möglichst viele Seitenaufrufe zu generieren und somit auf einen hohen Umsatz z.B. bei Google-Adsense zu schielen.

Merke: Je weniger sinnvolle Inhalte eine solche Seite bietet, umso größer die Lust des Besuchers, auf einen der angezeigten Links zu klicken.

Blogger, die sich näher damit befasst haben -ich experimentiere ja auch damit- kommen schnell zu dem Ergebnis, daß man durch die geschickte Plazierung bestimmter Schlüsselbegriffe immer auch Besucher anzieht, die sich für diese Begriffe interessieren. Fänden diese nun auf der aufgerufenen Seite alle gewünschten Informationen, wäre ihr Informationsbedürfnis befriedigt und das Suchen/Surfen beendet.
Bietet die Seite aber nun nur unwesentliche Grundinformationen, besteht das Suchbedürfnis weiterhin und wenn dann noch weiterführende Links, z.B. in Form von Google-Anzeigen oder Amazon-Produktanzeigen etc. angeboten werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß zumindest ein Teil der Besucher darauf klickt.

Genau darauf setzen die SEOs, die ich mal als die „häßlichen SEOs“ bezeichnen will.

Der Sucher wird in die Irre geführt, es werden Seiten zu Tausenden ins Netz gestellt, die mit Zwangspopups, sich im Hintergrund öffnender lärmender Werbung daherkommen und keinen wie immer gearteten Nutzen bieten.
Die Statistiken werden verfälscht, weil diese sinnlosen Seiten oft weit oben rangieren und einen Vergleich der inhaltebietenden Seiten erschweren.

Die Liste der Kritik an dieser grauen SEO-Arbeit könnte endlos fortgeführt werden.
Ich will nur aufzeigen, daß sich meine immer mal wieder geäußerte Kritik an SEO-Arbeit nicht auf diejenigen Suchmaschinenoptimierer bezieht, die gute Seiten ordentlich vermarkten, sondern auf diejenigen, in der Grauzone dümpelnden Typen bezieht, die jeden Schwachsinn nach oben pushen, nur um Werbegeld einzustreichen.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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