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  • Schubladendenken

    Vor kurzer Zeit habe ich ja meinen Artikel „Bloggomanie“ mit dem Zusatz „reloaded“ versehen und erneut nach oben gestellt. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, daß ich ihn überarbeitet habe. Ich wollte ihn deshalb einmal einer Überarbeitung unterziehen, weil es dafür zwei Gründe gab.

    Schubladendenken

    Zum Einen ist es so, daß ich als Schriftsteller für gewöhnlich meine Texte sehr sorgfältig erarbeite und nur herausgebe, womit ich wirklich zufrieden bin. Das hängt damit zusammen, daß ich meine eigenen Sachen ja oft genug auf diversen Lesungen und anderen öffentlichen Veranstaltungen selbst vorlesen muß.

    Nichts tut mir innerlich mehr weh, als wenn ich dann, zu einem späteren Zeitpunkt, meinen eigenen Text nicht mehr gut finde oder beim Vorlesen es so empfinde, als sei er holprig oder ungelenk geschrieben.
    So sorgfältig, weil zeitaufwendig, gehe ich nicht bei jedem Text vor, vor allem nicht im Weblog. Da schreibe ich auch schon einmal einfach nur so drauf los, weil Weblog-Artikel in meinen Augen recht flüchtig sind. Kaum sind sie von der Titelseite des Weblogs verschwunden, kräht selten noch ein Hahn danach.
    Anders war das mit dem Artikel „Bloggomanie“. Er ist der am meisten verlinkte und zitierte Artikel meines Weblogs überhaupt und hat großen Anklang und teils auch heftigen Widerspruch gefunden. Er hat also das Stadium von etwas nur eben mal Dahingeschriebenem überwunden und ist quasi ein öffentlicher Text geworden.


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    Zum Zweiten habe ich diese Kategorisierung der verschiedenen Bloggertypen damals anhand meiner ersten Eindrücke von der so genannten Bloggosphäre vorgenommen. So lange wie ich schon in den Netzen unterwegs bin, habe ich vermutlich alle Typen sowieso schon einmal kennengelernt und kaum einer wird mich noch mit irgendetwas wirklich überraschen können. Aber jede Kommunikationsform bringt doch immer wieder eigene Typen, im wahrsten Sinne des Wortes, hervor, die besonders typisch und prägend (oder geprägt) sind.
    Und so kam es, daß trotz meiner langen Verweilzeit in den Netzen, Vieles in der Bloggerei doch noch recht neu für mich war. So fiel meine erste Typisierung vom Okt. 2006 auch ziemlich gehässig und lästermäulig aus. Mit dem Abstand vieler Monate bin ich zu der Auffassung gelangt, daß viele Typisierungen nicht mehr zutreffen und deshalb wurde es Zeit für eine neue Typisierung, die allerdings noch gehässiger und lästermäuliger ausgefallen ist. Allerdings muß ich anfügen, daß ich da schon mit der „Schaumbremse“ im Kopf geschrieben habe, sonst wäre es nicht nur lästermäulig, sondern beleidigend geworden.

    Zum Grundverständnis der Liste möchte ich aber betonen, daß es nicht in meiner Absicht liegt, eine verbindliche Liste von Kategorien aufzustellen, in die nun jeder Blogger einzuordnen ist. Wer die vielen Kommentare dazu ausführlich liest, wird auch feststellen, daß sehr viele Kommentatoren scheiben, sie fänden die Liste klasse und zutreffen, fänden sich selbst aber nicht darin wieder. Um einmal mit Kurt Tucholski zu sprechen, gibt es sowieso keinen Doofen, der von sich selbst sagt, daß er doof ist, und das mag einer der Gründe sein, warum sich manche nicht wiedererkennen. Aber das ist nur einer der Gründe. Der Hauptgrund liegt darin, daß jede Klassifizierung nur ein kleines Töpfchen auf der Farbpalette ist, aus dem man dann die Farben mischen kann, die letztlich jeden Blogger beschreiben.

    Wenn die Liste 15 Typen umfasst (was sich ja immer wieder mal ändert) dann bin ich von 1 bis 15 von allem etwas. Es handelt sich also nicht, wie oft falsch verstanden, um Schwarz-Weiß-Malerei, sondern um eine bunte Palette mit der Möglichkeit Mischfarben aller Colleur herzustellen.


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