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Robbe Bandit

Robbe Bandit

Nach einigen Jahren der Abstinenz habe ich mich entschlossen, mal wieder ein Modellflugzeug fliegen zu lassen. Da ich einen Gutschein der Firma Conrad-Electronik zur Verfügung hatte, sah ich mich in deren Angebot etwas näher um. Was ich suchte, war ein kleiner, leichter Segler für das gemütliche Kreisen am Himmel. Es kamen drei Modelle in Frage.

Robbe BanditRobbe Bandit

Zwei von denen habe ich aber gleich wieder aus der näheren Wahl gestrichen, weil die Fernsteuerungen im 27 MHz-Bereich liegen, ein Bereich, der für unterschiedlichste Anwendungen verwendet wird und im ungünstigsten Fall dazu führt, daß ein kleiner Junge mit seinem Fernsteuerauto den schönen Flieger zum Absturz bringt. Auch viele Babyphone-Anlagen funkten auf 27 MHz und könnten den Flugbetrieb stören.

Übrig blieb der Bandit der Firma Robbe. Er kommt fast fertig mit einer kompletten 35 MHz-Fernsteuerungsanlage um die 129,- Euro über den Ladentisch. Wie das Modell zusammengebaut wird, es ist nicht viel zu tun, wußte ich noch von früher und schon nach rund 20 Minuten war alles perfekt, inkl. Bekleben des Rumpfes mit den beiliegenden Dekoraufklebern.

Geärgert hat mich, daß in dem Karton von CONRAD eine Ersatz-Klappluftschraube und die zur Tragflächenbefestigung dienenden Gummis gefehlt haben.

Das Modell ist sehr sauber verarbeitet, die eingebauten elektronischen Komponenten machen auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Nach nur einer Stunde ist der 7-zellige Akku mittels des mitgelieferten Autoladegerätes voll aufgeladen. So ein Autoladegerät macht Sinn, denn normalerweise dauert die Ladung nur eine halbe Stunde und das macht man zwischen den einzelnen Flügen draußen, wenn man Pause macht. Ein Ladegerät für zu Hause ist bei Modellflugzeugen Quatsch. Man kann dann einen Flug machen, bis die Akkuleistung nachläßt und müßte dann nach Hause, um wieder „nachzutanken“.

Mit dem ausgewogenen Flugzeug und dem übrigen Zubehör machte ich mich auf den Weg, zu einem geeigneten freien Feld. Der Reichweitencheck funktionierte und der Motor lief bei der Leistungsprüfung auch super.

Also wagte ich den ersten Start: Das Modell bei voller Motorleistung kräftig, aber gerade werfen, dann Fahrt aufnehmen lassen und langsam in die Höhe schrauben. So habe ich es hunderte von Malen gemacht.

Sender an, Modell-Hauptschalter an, Vollgas und dann gerade und kräftig abgegeben…

Ergebnis, der Bandit schmiert sofort nach links ab und landet im Acker. Keinerlei Tendenz, Luft unter die Flügel zu nehmen oder gar „Fahrt aufzunehmen“. Modell gereinigt, alles überprüft, Seitenruder leicht nach rechts getrimmt und dann den zweiten Versuch gestartet. Diesmal etwas fester, exakt gegen den schwachen Wind (2 m/s), sehr gerade geworfen.

Ergebnis, Flugstrecke 10 Meter, Nase im Boden, Klappluftschraube zerbrochen.

Da die Ersatzschraube fehlte, im Modellbauladen (20 km) eine neue gekauft (5,95 Eulen).

Neuer Versuch, noch mehr nach rechts getrimmt, alles nochmals exakt ausgewogen, diesmal aber ganz leicht nach oben geworfen. Selbst mit Vollgas und absolut vollen Akkus geht der Bandit nur schwer. Er nimmt nur schwer Fahrt auf, will mehr sinken als steigen und knapp über der Grasnarbe gelingt es mir, ihn zu stabiliseren. Jetzt saust er flott voran, ich kann aber nicht warten, bis er Fahrt aufgenommen hat, muß „ziehen“, damit er hochkommt und sich nicht wieder mit der Ackerkrume vermählt.

Er gewinnt jetzt rasch an Höhe, ist sehr schnell, zu schnell für meinen Geschmack. Ständig muß ich knüppeln, andauernd die Lage korrigieren, von einem gemütlichen oder entspannten Fliegen keine Spur. Ich kriege den Bandit auf eine ansehnliche Höhe und will nun schauen, wie er sich ohne Motorschub im Gleitflug macht. Macht er aber nicht. Bei abgeschaltetem Motor nimmt er sofort die Nase runter und will sich wieder vermählen. Ich ziehe Höhenruder, merke aber, daß er immer instabiler wird. Das Flugzeug will ständig über eine der Tragflächen kippen und ich bin mehr mit dem Steuern beschäftigt als alles andere.

Enge Kurven mag der Bandit auch nicht. Man muß die Kurven weit ausfliegen, sauber ansetzen und hat keine Chance, auch nur eines Sekunde zur Ruhe zu kommen.

Der Bandit ist aufgrund seiner kleinen Bauweise (kaum mehr als 1 Meter Spannweite) und des Tragflächenprofils ein sehr schneller Segler, der einem jede Kleinigkeit krumm nimmt. Für Anfänger ist er überhaupt nicht geeignet.

Nachtrag 12.11.2006:
Die Entscheidung ist gefallen: Über Winter wird der Bandit ausgeschlachtet! Siehe meine Ausführungen in den Kommentaren.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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