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Restplatz

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Es ist ja nicht damit getan, daß man mit seiner Allerliebsten in das unmögliche Möbelhaus fährt. Man läuft ja überdies auch Gefahr, daß ihr irgendetwas gefällt. Normalerweise schaffe ich es, sie davon zu überzeugen, daß die dort angebotenen Möbel keinesfalls meinen Ansprüchen an gute deutsche Wertarbeit genügen und sie ist dann mit dem Ankauf solch absolut unmännlicher Produkte wie Duftkerzen, Teelichter und Schöpflöffel durchaus zufriedenzustellen.

Nachdem aber die Regale in unserem Wohnzimmer, die durchaus aus einheimischer Fertigung standen, wackelig und unbrauchbar geworden waren, konnte ich mich der weiblichen Logik, die deutsche Wertarbeit sei auch nicht mehr das, was sie mal war, nicht mehr so ganz entziehen. Wie ich ja schon in den letzten Tagen berichtete, zogen daraufhin etliche Regal- und Schrankelemente neu bei uns ein.
Man glaubt ja gar nicht, wieviel Krempel man hat! Das steht dann alles in der einen Ecke des Zimmers, damit man die alten Möbel zerlegen und abtransportieren kann. Dann erst kann man die neuen zusammenbauen und alles wieder einräumen.

Wie ich schon sagte: Sie wollte dabei helfen! Und das war alles andere als hilfreich. Ich hätte die Regale, Schubladen und Schränke schon nach einem vernünftigen Prinzip eingeräumt. Frauen aber müssen jeden einzelnen Artikel in die Hand nehmen, erst darüber sinnieren, welche Erinnerungen sie mit diesem Gegenstand verbindet und ihn dann wieder weglegen. In der Zeit, in der die Allerliebste drei Gegenstände mit Erinnerungen beweihräucherte, hätte ich eine ganze Schrankwand eingeräumt.

Glücklicherweise blieb am ersten Tag nur noch wenig Zeit zum Beweihräuchern und am nächsten Tag habe ich die Allerliebste dann ins Büro gefahren und im Akkord den Rest aufgebaut und eingeräumt. Was ein Akt! Bloß schnell fertigwerden, bevor die wiederkommt!

Durch die geschickte Anordnung der neuen Elemente ist aber auf der einen Wand noch ein Platz von über 1,60 m verblieben und mit dem IKEA-Katalog in der Hand verkündete die Allerliebste gestern Abend ihre diesbezüglichen Wünsche. Das bedeutet: Heute darf ich wieder Köttbullar essen!

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


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