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Nie wieder

Nie wieder

Frauen können ja gucken. Frau können nicht nur gucken, die können sooooo gucken. Wie ein neugeborenes Robbenbaby, mit ganz großen Augen, ganz unschuldig.

Ja und wenn mich eine meiner Frauen so anguckt, dann kann sie mich relativ schnell zum Dahinschmelzen bringen. Bei der Allerliebsten funktioniert das nicht mehr ganz so gut, weil die immer auch mal wieder ziemlich frech zu mir ist und da bekommt sie dann halt ab und zu auch mal die Quittung, indem ich ihre Robbenblicke ignoriere.

Bei meiner Kleinen, die jetzt demnächst 10 wird, sieht das aber anders aus. Ich glaube alle Papas dieser Welt sind immer auch ein bißchen verliebt in ihre Töchter, und falls dem nicht so sein sollte: ich bin es. Wenn die mich mit ihren großen schwarzen Kulleraugen anschaut, dann ist es um mich geschehen.

Nie wiederNie wieder

Vor einigen Wochen kullerte sie mich so an und ich habe mich hinreißen lassen, ihr einen großen Wunsch zu erfüllen. Sie bekam einen Nintendo DS-Dödel, also so eine kleine Höllenmaschine, mit der man irgendwelche tollen Spiele spielen kann und ohne die meine Kleine unmöglich hätte weiterleben können.

Da ich kein Geld scheißen kann, war die Anschaffung dieses Apparates an bestimmte Bedingungen gebunden. Die erste Bedingung lautete, daß sich das Kind dann aber die nächsten Wochen, Monate, ja Generationen lieb und brav verhalten muß. Man muß man um Äonen pokern, sonst hält das keine Stunde!
Die weiteren Bedingungen beinhalteten, daß es dann aber zum Geburtstag Anfang Dezember kein großes Geschenk mehr gibt und auch zu Weihnachten nur noch eine Kleinigkeit.

Natüüüüüürlich, damit war sie locker und sofort einverstanden, Hauptsache der Alte knickt ein und kauft das Ding. Das tat er dann auch, wohl wissen, wie Kinder sind und daß die abgegebenen Versprechen wohl kaum lange vorhalten würden.

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und bezüglich der Kleinigkeit, die es noch zum Geburtstag nächste Woche geben soll, hat sich die Kleine auf immerhin vier der rund 50 Euro teuren Spiele eingeschossen. Von uns fordert sie keck zwei der Spiele, jeweils ein weiteres sollen die verschiedenen Großeltern beisteuern.
Das ist aber mittlerweile für sie schon so manifestiert und selbstverständlich, daß sie jetzt noch „Kristalle züchten“ und ein neues Handy oben drauf gepackt hat.

Ein intensives Vater-Tochter-Gespräch war also angesagt. In dessen Verlauf machte ich der Kleinen unmissverständlich klar, daß mit dem elektronischen Teil alle ihre Ansprüche abgegolten sind und falls es überhaupt sonst noch etwas gibt, das wirklich nur eine Kleinigkeit sein wird.
Wo kämen wir denn dahin?
Ich meine, diese Lektion muss sie jetzt lernen, oder?

So, ich muss mit dem Text jetzt zum Ende kommen, denn ich will noch kurz in den Männerladen. Sonst sind die Nintendo-Spiele und „Kristalle züchten“ ausverkauft.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung
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