| Schlecker und die Zukunftssicherung |
![]() |
![]() |
![]() |
| Meinungsmühle - Gemeintes | |||
| Geschrieben von: Peter Grohmüller | |||
| Freitag, den 27. Januar 2012 um 13:22 Uhr | |||
|
Alleine die Vokabel „Zukunftssicherung“ in der Überschrift zu Ihrem Artikel ist angesichts tausender geprellter Arbeitnehmer und Lieferanten schon ein Affront. Der Fall Schlecker beleuchtet, wieder einmal eindrucksvoll die diametrale Gegensätzlichkeit von Recht und Gerechtigkeit in unserem vermeintlichen demokratischen Rechtssystem. Die chauvinistische Personal- und Entlohnungspolitik des nun havarierten, mit geradezu krimineller Energie verschachtelten Firmenkonglomerates, ist für eine feudalistisch auf die Mitarbeiter herabblickende Kaste von Rendite-Zombies fernab jeglicher Empathie archetypisch. Die Vermutung, dass die Familie Schlecker über ihre schiere Einkaufsmacht bei der Behandlung der Lieferanten jahrelang die gleiche Unverschämtheit zum Markenkern erhoben hat, dürfte wahrlich nicht zu sehr aus der Luft gegriffen sein. Eben diese Mitarbeiter und Lieferanten sind es, die nun sozusagen als Endglieder der Kapitalkette, mit erheblichen Einbußen die verachtungswürdige Politik ausbaden dürfen – die eigene Insolvenz beileibe nicht ausgeschlossen! Es kann und darf nicht sein, dass Schlecker, Quandt & Co über die geschickte Verschachtelung von Firmen und Beteiligungen ihre Steuerlast gegen null rechnen, gleichzeitig ein für die Finanzbehörden sakrosanktes astronomisches Privatvermögen anhäufen und sich ab und zu mal eine Insolvenz zu Lasten der Allgemeinheit gönnen. Peter Grohmüller, Edingen-Neckarhausen
|