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  • Gesundheitsreform und Auswirkungen

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    Ich lege der Apothekerin einfach mal das Rezept hin. Was soll ich außer „Guten Morgen“ denn auch sonst noch sagen?
    Sie nimmt es, bedankt sich, tippt an ihrem Computer herum und sagt:

    „Au, ich fürchte, das werde ich Ihnen bestellen müssen.“

    Jetzt ist das aber die Apotheke vom Einkaufszentrum und da komme ich nicht so oft hin, deshalb sage ich:

    „Nö, vielen Dank, ich geh‘ dann woanders hin, zu einer Apotheke die näher an meiner Wohnung liegt.“

    Die Apothekerin will sich aber dieses große Geschäft (5 Euro) nicht durch die Lappen gehen lassen und gibt mir mein Rezept nicht wieder. Stattdessen meint sie:

    „Aber wir haben doch den tollen Kundenservice.“


    „Aha, und was bedeutet das?“

    „Sie müssen gar nicht wiederkommen.“

    „Ach so, Sie liefern mir das Zeug nach Hause.“

    „Nein, wir rufen Sie an.“

    „Ja und dann?“

    „Dann wissen Sie, daß das Medikament da ist und können es abholen.“

    „Ich muß also doch herkommen?“

    „Ja, aber nicht einfach so, sondern, weil das Medikament dann da ist.“

    „Und wo ist da der Vorteil für mich?“

    „Daß Sie nicht herkommen müssen, ist doch klar, oder?“

    „Ja aber ich muß doch sehr wohl herkommen.“

    „Aber nicht einfach so.“

    „Ich komme nie ‚einfach so‘ hierher.“

    „Sehen Sie, deshalb rufen wir unsere Kunden ja auch an.“

    Zu diesem Zeitpunkt bin ich fest davon überzeugt, daß die mich verarschen will, doch offenbar meint die Apothekerin das wirklich ernst und das unterstreicht sie auch, indem sie mir einen Zettel in die Hand drückt.

    „Hier stehen alle Vorteile unseres Kundendienstes drauf: Bestellen und abholen, Nachtdienst, Blutzuckermessung…“

    „Ich will aber nichts abholen, weil ich nicht von hier bin und nachts schon gar nicht und Zucker habe ich auch keinen.“

    Die Alte gibt mir mein Rezept aber trotzdem nicht wieder, sondern haut einen Stempel drauf.

    „So gegen 5 ist es dann da“, sagt sie und fügt hinzu: „wir rufen Sie aber gegen 4 an.“

    „Ich will aber nicht, daß Sie mich anrufen.“

    „Gut, dann kommen Sie einfach so um 5 vorbei. Obwohl Sie ja gesagt haben, daß Sie nie einfach nur so vorbeikommen.“

    „Das wird mir jetzt zu bunt, geben Sie mir einfach mein Rezept wieder!“

    Etwas widerwillig macht sie das dann auch, vielleicht liegt das daran, daß ich auf der Theke hocke und ihre Kehle zudrücke, keine Ahnung.
    Jedenfalls bekomme ich mein Rezept und gehe aus der Apotheke, als die Apothekerin mir noch hinterher ruft:

    „Gell, dann rufen wir Sie aber nicht an!“

    Nee, bloß nicht!

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